Archiv für 19. September 2013

Vor 80 Jahren

Aufstände in Indien 1933Die *Freiburger Zeitung vom 19.09.1933* druckt folgende Meldung auf Seite 2 ab: Sie wissen warum! C.R.B. London, 18. Sept. In der gestern abgehaltenen Sitzung der Deputiertenkammer der britischen Juden wurde an der Tätigkeit der Befürworter der anglo – jüdischen Konferenz, die am 3. November einen Boykott auf deutsche Waren und Dienstleistungen proklamieren soll, Kritik geübt. Es wurde darauf hingewiesen, daß sich die Deputiertenkammer gegen eine öffentliche Proklamation eines Boykotts ausgesprochen habe. Die Organisatoren der anglo – jüdischen Konferenz wurden aufgefordert zu erwägen, ob sie konstitutionell, demokratisch oder in anderer WEise handelten, die der Sache, die ihnen am Herzen liegt, helfen würde.

Bild: Die *Wiener Bilder* illustrieren ihre Ausgabe vom 24. September unter anderem mit obigem Bild. Die Beschreibung dazu lautet: In Indien kam es zu blutigen Unruhen, bei denen mohammedanische Aufständische englische Ansiedlungen überfielen und plünderten. Unsere Aufnahme zeigt Soldaten eines indischen Gebirgsregiments im Kampf gegen die Aufständischen.

Der Blogwart meint: Wie kann man sich eine öffentliche Proklamation zum Boykott deutscher Waren vorstellen? Durch den Aufruf: „Kauft nicht bei Deutschen?“ Nein, zu so etwas würden sich Juden niemals hinreißen lassen, dessen ist sich der Blogwart sicher. Demzufolge kann die These, der Boykott jüdischer Geschäfte und Einrichtungen in Deutschland wäre lediglich eine Antwort auf den internationalen jüdischen Boykott deutscher Waren und Dienstleistungen, nur eine faustdicke Geschichtslüge sein, die die millionenfachen Opfer des Holocaust relativieren soll.  Dreifach Pfui darüber!

England hat 1933 noch immer den Kontinent Indien okkupiert, verweigert also Millionen Indern die Selbstbestimmung. Dennoch gilt es uns heute als Musterdemokratie und wenn es das Regime Hitler geisselt, weil es einigen Hunderttausend Staatsbürgern die Teilnahme am Aufbau des Nationalsozialismus verweigert, dann kann man diese barbarische Vorgehensweise nicht mit der Unterdrückung von Millionen Indern vergleichen. Das gehört sich einfach nicht. Und immerhin wurde ja unter der Herrschaft Englands die großartige Tradition der indischen Witwenverbrennung abgeschafft, während die Regierung Hitler lediglich das Schächten verboten hat, um den Juden eins auszuwischen. Die Inder sollten doch froh sein, fremdregiert zu werden, anstatt in den Aufstand zu treten. Undankbares Volk!

Unsere tägliche Manipulation gib uns heute

Hamburger Abendblatt„Die 85 Schüler des 10. Jahrgangs und ihre sechs Lehrer waren in der Kurstadt Bad Schandau auf Klassenfahrt gewesen. In der Nacht vor der Rückfahrt hatten mehrere Schüler trotz eines Verbots die Jugendherberge verlassen und sich auf den Weg zu einem Dorffest gemacht. Im Dorf begeneten sie einer Gruppe junger betrunkener Männer. Sie sollen Schülerinnen belästigt haben. „Unsere Schüler flüchteten zurück in die Jugendherberge“, so Schulleiter Tegge. Da sie die Eingangstür aber über die Panikverriegelung geöffnet hatten, ließ sich diese nicht mehr verschließen.

Drei Männer, die das spätere Opfer als „hünenhafte Neonazis“ beschrieb, drangen in das Gebäude ein. Dort trafen sie auf den 15-Jährigen, der im Schlafanzug zur Toilette ging. Die Täter prügelten sofort auf ihn ein. „Vermutlich, weil er asiatisch aussah“, so Tegge. Schläge trafen den Schüler, der einen chinesischen Vater hat, am Auge und am Kiefer, dann flüchteten die Männer. … Aus Angst vor weiteren Angriffen verbarrikadierten sich die Schüler in der Jugendherberge. Tatsächlich kehren die Täter zurück – mit weiteren Rechtsradikalen im Schlepptau. „NSDAP – wir vergessen nie!“, sollen sie gebrüllt haben. … Quelle.

Der Blogwart fragt: Was hat ein Foto, das Polizisten zeigt und im Hintergrund Menschen, die eine schwarz-weiß-rote Fahne mit dem Eisernen Kreuz schwenken und offenbar vor einem Bahnhofsgebäude stehen, mit dem geschilderten Vorfall zu tun? Ist es die Jugendherberge, vor der die Menschen versammelt sind? Sind die Menschen unter der Fahne dieselben „hühnenhaften Neonazis“? Ist das die Polizei, die den Belagerungsring um die Jugendherberge aufbrach, um die Eindringlinge zu entfernen? Und was will uns der Spruch sagen,  „NSDAP – wir vergessen nie!“ ? Daß sie die Schandtaten der NSDAP nicht vergessen? Und warum soll der asiatisch aussehende Junge wegen seines asiatischen Vaters gehauen worden sein? Gab es dazu eine Täterbefragung? Vielleicht hat die Männer der Schlafanzug provoziert? Oder er war die erste unglückliche Person, die den Betrunkenen über den Weg lief? Egal. Ob die Bilder nun passen oder nicht, ein Ereignis dokumentieren oder zur Dokumentation eines Ereignisses aus alten Archiven hervorgekramt werden müssen, um die Leserschaft von tatsächlichen oder angenommenen Ereignissen zu überzeugen, ist dem Qualitätsjournalisten keine Mühe zu groß. Und das, meint der Blogwart, ist auch gut so. Immerhin sagt ein Bild bekanntlich mehr als tausend Worte.

Es erstaunt den Blogwart aber doch, daß bei der heutigen Ausstattung junger Menschen mit technischer Ausrüstung, niemand die Geistesgegenwart besessen haben soll, den Angriff der „hühnenhaften Neonazis“ aufzunehmen. 


September 2013
M D M D F S S
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Blog Stats

  • 2.275.834 hits

Archiv