Archiv für 20. September 2013

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Bromberg 1939

Das Sterben der Mark

Lehrergehalt 1923Bild: Um den Lehrern einer Volksschule in Mecklenburg die Lebensmöglichkeit zu sichern, haben die Schulkinder, gemäß Beschlusses der Ortsvorstehung, nach den Vermögensverhältnissen ihrer Eltern Fett, Wurst, Getreide, Kartoffel, Brennholz ec. an den Lehrer zu liefern. *Das interessante Blatt* schreibt:

Die Markkatastrophe. Die vollständige Entwertung der deutschen Markwährung hat wirtschaftlich vernichtend gewirkt und Zustände in Deutschland gezeitigt, die geradezu an die Verhältnisse in Sowjetrußland gemahnen. Das ordnungsliebende deutsche Volk schwankt heute haltlos in der Flut hereinbrechender Bedrängnisse und ist allen Lockungen von rechts und links ausgesetzt. Mühsam sucht man nach Auskunftsmitteln, um dem schlimmsten Übel abzuhelfen. Zur Erhaltung der Schulbetriebe, weil das Lehrerpersonal nicht imstande wäre, seiner Lehrpflicht aus Mangel an Nahrungsmitteln nachzukommen, haben die Gemeinden beschlossen, durch abgabe von Lebensmitteln in natura das Leben der Lehrer zu sichern. Die Kinder tragen allwöchentlich Rauchfleisch, Fett, Käse, Getreide und andere Früchte in das Schulgebäude, wo die Abgaben gebucht und auf die einzelnen Lehrpersonen aufgeteilt werden. Die Hoffnung, daß durch eine Beendigung des Ruhrwiderstandes sich auch die finanzielle Lage Deutschlands bessern werde, scheint sich nicht erfüllen zu wollen, da Poincarè keineswegs daran denkt, die Besetzung des Ruhrgebietes rückgängig zu machen.

Maria statt Scharia

Mariarty Deutschlands Erlösungplakatiert die NPD in der Altmark und der Blogwart fragt sich, wer denn diese Scharia sein soll, mit der Maria um den Einzug in den Bundestag wetteifert. Er hätte sie schon gerne mal optisch kennengelernt und gewußt, für welche Partei Frau Scharia kandidiert, vielleicht ist sie hübscher als die abgebildete Maria, das Auge ißt bei so einer Wahl bekanntlich immer mit. Weil das so ist, haben die Agenturen natürlich auch die Sorgenfalten der Kanzlerin wegretuschiert, so, wie sie sinnentleerten Blicks vom Großplakat stiert. Wenn es nach dem Aussehen ginge, käme auch Katrin Kuhnert von der DIE LINKE in die engere Wahl, diese posiert mit Bällen, Schwarzseher munkeln, nach der Übernahme der Macht würde „Trimm Dich!“ und „Jeder Mann an jedem Ort, einmal in der Woche Sport“ wieder flächendeckend eingeführt, dann wohl  lieber doch nicht.

Es regnet, es regnet, die Erde wird naß … und die Weintrauben purzeln zu Boden. Das ist schade. Der Raps blüht bereits wieder und in der engeren Umgebung sprießen neue Windkraftanlagen in den Himmel. Na, da freut sich nicht nur der Blogwart darüber. Werden wir einen frühen und kalten Winter bekommen? Wer weiß? Fakt ist nur, Winter, so wie früher, mit Eis und Schnee, wird es in unseren Breiten nicht mehr geben. Damit es das nicht mehr gibt, also keinen Winter mit Eis und Schnee, führt die Bundeskanzlerin erbittert Krieg, nicht nur gegen den Terror, sondern auch gegen den globalen Klimawandel. Erst hieß es Erderwärmung, aber weil den Menschen nicht klarzumachen war, warum es schlecht ist, wenn sie im Winter keine Heizkosten haben, nennt man die Gefahr, die uns täglich umgibt, Klimawandel. Daß sich daß Klima schon immer gewandelt hat, wissen nur die, die außerhalb des bundesdeutschen Bildungsystems aufgewachsen sind, aber vielleicht findet man noch Fossilien gigantischer Industrieanlagen aus dem Kambrium in denen die Ammoniten und Trilobiten CO2 in die Luft jagten, um ihr verdientes Schicksal herbeizuführen. Schön wäre es.

Was wir aber wirklich brauchen, sagt der Blogwart, ist ein Seher, so wie dieser Mariarty 1923, der das offensichtliche ausspricht. Freilich, heute würde er als Spinner, Rechtsextremist, Europafeind, Rassist oder Klimawandelleugner verschrien, seine Veranstaltungen  müßten abgesagt werden, weil linksradikale oder grüne Jugend die Vermieter der Räumlichkeiten bedrohte oder die Gäste tätlich angreifen würde, von Attentaten auf diesen Mariarty ganz zu schweigen. Die Leute würden aber zuhören, nicken und sagen, „ja, so ist es“, und dann doch wieder die wählen, die für die Verschlechterung ihrer Lebensumstände verantwortlich sind, denn das bekannte Übel ist auch immer das kleinere und nichts wählt der Deutsche lieber, als zwischen zwei Übeln. Daß es auch ganz ohne Übel gehen könnte, das wird er wohl nimmer begreifen.


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