Das Sterben der Mark

Lehrergehalt 1923Bild: Um den Lehrern einer Volksschule in Mecklenburg die Lebensmöglichkeit zu sichern, haben die Schulkinder, gemäß Beschlusses der Ortsvorstehung, nach den Vermögensverhältnissen ihrer Eltern Fett, Wurst, Getreide, Kartoffel, Brennholz ec. an den Lehrer zu liefern. *Das interessante Blatt* schreibt:

Die Markkatastrophe. Die vollständige Entwertung der deutschen Markwährung hat wirtschaftlich vernichtend gewirkt und Zustände in Deutschland gezeitigt, die geradezu an die Verhältnisse in Sowjetrußland gemahnen. Das ordnungsliebende deutsche Volk schwankt heute haltlos in der Flut hereinbrechender Bedrängnisse und ist allen Lockungen von rechts und links ausgesetzt. Mühsam sucht man nach Auskunftsmitteln, um dem schlimmsten Übel abzuhelfen. Zur Erhaltung der Schulbetriebe, weil das Lehrerpersonal nicht imstande wäre, seiner Lehrpflicht aus Mangel an Nahrungsmitteln nachzukommen, haben die Gemeinden beschlossen, durch abgabe von Lebensmitteln in natura das Leben der Lehrer zu sichern. Die Kinder tragen allwöchentlich Rauchfleisch, Fett, Käse, Getreide und andere Früchte in das Schulgebäude, wo die Abgaben gebucht und auf die einzelnen Lehrpersonen aufgeteilt werden. Die Hoffnung, daß durch eine Beendigung des Ruhrwiderstandes sich auch die finanzielle Lage Deutschlands bessern werde, scheint sich nicht erfüllen zu wollen, da Poincarè keineswegs daran denkt, die Besetzung des Ruhrgebietes rückgängig zu machen.


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