Archiv für 7. Oktober 2013

до свидания афган

До свидания АфганNun, der Blogwart wird nicht darauf herumreiten, daß  bereits beim Beschluß des Afghanistaneinsatzes durch die Bundesregierung abzusehen war, daß es der Koalition der Willigen genauso ergehen wird, wie der Sowjetarmee. Deswegen ist der Blogwart ja auch kein deutscher Bundeskanzler. Weil er mit genug Intelligenz und gesundem Menschenverstand gesegnet ist, um 1+1 zusammenzählen zu können. Aber, wieviele Milliarden Euro hätten dadurch eingespart werden können, wieviele afghanische Hochzeitsgesellschaften hätten nicht aus der Luft ausradiert werden müssen und wieviele afghanische Flüchtlinge würden nun nicht in Deutschland zusätzlich herumschmarotzen? Und deshalb ist er es auch nicht geworden. Bundeskanzler. Weil er dafür einfach nicht qualifiziert genug ist.

Es ist übrigens eine Spezialität geworden, der westlichen Wertegemeinschaft, in bestehende Ordnungen, und sei es die, der Taliban, zu intervenieren, das Land in den Bürgerkrieg zu stürzen und nach einer Frist bis zu zehn Jahren, die Kollaborateure zu verlassen. Das ist eine feste Vorgehensweise. Die Kollaborateure haben bis dahin Zeit, die Entwicklungshilfemilliarden einzustreichen und wenn sie nicht ganz der westlichen Propaganda erliegen oder der Selbsttäuschung, das Land rechtzeitig irgendwohin zu verlassen, wo sie in Ruhe, Saus und Braus leben können.  Traurig ist das nur für die Menschen, die glaubten, Worte von Demokraten, wie Angela Merkel, hätten irgendwelche Bedeutung, und im Vertrauen darauf, gewisse westliche Verhaltensweisen annahmen. Wenn denen nicht der Kopf abgeschnitten wird, werden sie ganz sicher aufgehängt oder bei lebendigen Leibe verbrannt. Nur erschossen zu werden, muß schon als Gnade gewertet werden. Und nein, diese Toten gehen nicht auf irgendwelche Demokratengewissen. Immerhin waren sie ja durch demokratische Wahlen legitimiert und mußten die Interessen des Deutschen Volkes in Afghanistan durchsetzen. Ach, das hatte da gar keine Interessen? Na so was aber auch!

Man munkelt, ein gewisser Richard Herziger, professioneller Kriegshetzer mit der Schreibfeder, wolle nun internationale Brigaden bilden, um an ihrer Spitze die westlichen Restwerte in Afghanistan zu verteidigen. Daß man das ins Reich der Legenden abtun kann, wie den von Margot Käßmann geäußerten Herzenswunsch, mit den Taliban um Frieden zu beten, ist wohl klar. Ein Herziger wird weiterhin in Artikeln dafür kämpfen, daß möglichst viele Menschen Opfer von Freiheit und Demokratie werden, während eine Käßmann wohl irgendwann Bundespräsidentin werden könnte, um den islamischen Gotteskriegern das Wort Jesu nahezubringen, als Repräsentantin Deutschlands.

Bild: Das Ende ist nah. Die deutschen Soldaten ziehen ab und hinterlassen das Land den Taliban. Das hätte der deutsche Staat billiger haben können. Indem er es gleich den Taliban gelassen hätte. Aber nein, es ging ja um Demokratie, westliche Werte, Frauenemanzipation und Bildung für jedermann. Das wird nun durch die afghanischen Warlords durchgesetzt. Ganz sicher.

Advertisements

Tag der Republik

Erika 1938Für den Blogwart ist der 7. Oktober, Gründungstag der Deutschen Demokratischen Republik, immer noch realer als dieser ominöse 3. Oktober.  Dennoch findet er die ganzen Ossi – Partys, die landein, landauf, als eine Art Halloweenfete veranstaltet werden, reichlich abgeschmackt. Am meisten befremdet ihn aber, wenn Leute, wie Emi von den Maiglöckchen, ihre DDR – Erfahrungen in Talkrunden zum Besten geben und dabei ihre Phantasien inzwischen für Realität halten. Wie die, von der Losung an der Dresdner Friedhofsmauer: „Heraus zum Ersten Mai“.

Die Deutsche Demokratische Republik war schon ein spassiger Staat, nicht? Der Blogwart stellt sich jetzt nur vor, wie in locker, flockigen Unterhaltungssendungen, im deutschen Demokratie – Grundversorgungsfernsehen,  über Kurioses aus der deutschen Diktatur 1933 bis 1945 geplaudert wird und Menschen, die  1945 15jährige Pimpfe waren, oder 9jährige wie Lucretia Joachimsen, die erklären, was es mit dem Regime auf sich hatte.  Unterm lachenden Beifall der Anwesenden. Und bis auf die alliierten Bombenangriffe und den Wettbewerb im Verkauf von Abzeichen für das Winterhilfswerk war das Leben dort nicht mal schlecht. Fragt Eure Großeltern. Wenn sie nicht gerade jüdische Wurzeln hatten, Lagerkommandant von Auschwitz waren, wie die meisten Deutschen, Kommunisten oder Sozialdemokraten, die in den Dreißigern versuchten, die Weimarer Republik zu beseitigen, öffentlich praktizierende Homosexuelle, stehlende und vagabundierende Zigeuner, Asoziale, Arbeitsscheue oder Beides gleichzeitig, Preistreiber, Lustmörder, Mörder, Schieber, Räuber und Vergewaltiger, die nicht zu Regierungskreisen gehörten, dann werden sie bestätigen, die Kindheit und Jugend war gar nicht schlecht – und Ihr solltet Euch dafür schämen. Und einen güldenen Pflasterstein kaufen!

Und nein, das war jetzt keine Relativierung der unsäglichen Leiden, die die jüdischen Menschen zu dieser Zeit durchmachen mußten, an denen, nach eigener Aussage,  ein Verbrechen begangen wurde, das so singulär in der deutschen  und Menschheitsgeschichte ist, daß der Blogwart es gar nicht in Worte fassen kann.  Die Auslöschung Karthagos durch Rom, mit nachfolgender Einsalzung des karthagischen Territoriums, auf daß dort niemals wieder etwas wachse,  oder der Stämme der Kimbern und Teutonen, bis auf die letze Frau und das letzte Kind, war jedenfalls ein Witz dagegen, um mal keine singuläre Verbrechen dagegen zu halten. Dennoch halten wir die damaligen Römer nicht für das Urböse. Oder für das Zweiturböse, denn das Urböse sind bekanntlich die Deutschen. Woran wir sehen, es gibt noch Stellen im Geschichtsunterricht, die korregiert werden sollten.

Was führt das Deutsche Kaiserreich 1913 ein, zur immer besseren Befriedigung der materiellen Bedürfnisse des deutschen Volkes? Die *Coburger Zeitung vom 07. Oktober 1913* schreibt dazu: Zur Belehrung. Wo kommt es her? Über die Herkunft täglicher Nahrungs- und Genußmittel plaudert ein Artikel der „Berl. Ztg.“ in anziehender Weise. Es wird darin auf den Anteil Hollands an der deutschen Gemüseeinfuhr hingewiesen: 129000 Doppelzentner Rotkohl, 41000 Dz. Wirsingkohl, 09 Dz. Blumenkohl, 72000 Dz. Bohnen und trotz des Spreewalds 446000 Dz Gurken wurden von dort im Laufe dieses Jahres auf den deutschen Markt geworfen. Die Tomaten bekommen wir vornehmlich aus Italien, im laufenden Jahr bisher 71 000 DZ., daneben auch aus Spanien und Südfrankreich. Von den 326 000 Doppelzentnern Zwiebeln liefert Aegypten mit 192 000 Dz. den Löwenanteil. Bananen, deren Einfuhr in den ersten acht Monaten des Jahres um 60 000 auf 305 000 Dz. stieg, liefern hauptsächlich die Kanarischen Inseln Spaniens, daneben Mittel- und Südamerika. Der Kaffee kommt aus Brasilien oder Guatemala und nur zu einem ganz kleinen Teile aus der Türkei (Mokka) zu uns. Die Samenkörner des Senf, aus denen wir den Mostrich bereiten, wurden während der ersten acht Monate des Jahres in einer Menge von 56000 Dz. eingeführt, von denen Rußland 32000 und Britisch – Indien 8000 Dz. lieferte.

Bild: Unter den sogenannten Nazis verbrachte Erika eine glückliche Kindheit und Jugend. Deshalb ist sie heute, eine prominente Moderatorin und Dampfplauderin,  immer ein gerngesehener Gast im demokratischen Grundversorgungsfernsehen, um die Zuschauer mit Lustigem und Kuriosen aus dem damaligen Dritten Reich zu unterhalten. Sehr zur Freude der Zuschauer. Der Blogwart gönnt es ihr.


Oktober 2013
M D M D F S S
« Sep   Nov »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Blog Stats

  • 2,020,327 hits

Archiv