Archiv für 18. Oktober 2013

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Zum 18. Oktober 1813

Bild: Coburger Zeitung vom 18. Oktober 1913

Über die Bewaffnung des deutschen Heeres aus dem Jahre 1813 – 1814

*Die Militärzeitung vom 29. Oktober 1913* schreibt dazu: … So fehlten für einen großen Teil der im Frühjahr zu den Waffen Strömenden selbst die Gewehre und die Waffenröcke. Da mußten englische, österreichische, von den Russen gelieferte Gewehre aushelfen, da wurde auf die Bestände aus der Zeit Friedrichs des Großen zurückgegriffen und es kam oft vor, daß in derselben Kompagnie die Gewehre verschiedensten Kalibers nebeneinander benutzt wurden, ja, daß noch Monate nach der Mobilmachung das dritte Glied manchen märkischen und schlesischen Landwehrbataillons nur mit Piken bewaffnet war. …

Die Artillerie hatte Kanonen und Haubitzen. Es waren durchweg glatte Vorderlader. Die Kanonen waren Sechspfünder. Sie entsprachen dem deutschen Neunzentimeterkaliber, die Haubitzen waren Siebenpfünder gleich dem Siebzehnzentimeterkaliber. Die Munition bestand aus Vollgeschossen. Daneben hatte man Granaten. Die Lafetten waren sehr schwerfällig. Die Geschützrohre bestanden aus Bronze.

Die Hauptwaffe der Kavallerie war der ungeschlachte Säbel, der mit der Scheide 5 Pfund wog. Der heutige deutsche Offiziersdegen wiegt nur zwei Pfund. Die nächste Waffe der Kavallerie war die Steinschloßpistole, die drei bis vier Pfund wog und infolge des starken Rückschlags ihrem Besitzer oft gefährlicher war als dem Feinde. Wurde doch sogar in einem Reglement zu größter Vorsicht mit dieser Waffe aufgefordert!

Die Waffe der Infanterie war das sehr lange Steinschloßgewehr mit dem Bajonett. Ohne Bajonett galt die Infanterie der Kavallerie gegenüber fast wehrlos. Das Gewehr wog trotz seiner Länge bloß zehn Pfund, also nur ein Pfund mehr als das deutsche Infanteriegewehr 1898. Aber wie es mit dem Schießen aussah, erhellt aus einem Bericht Scharnhorst`s der jetzt noch im Archiv des Generalstabs liegt. Beim Schießen auf eine zehn Fuß lange und zehn Fuß ( ca. 3 Meter x 3 Meter Anmerkung Blogwart) hohe Scheibe wurden auf 200 Schritte 40 Prozent, auf 300 Schritte 33 Prozent Treffer erzielt. Nachdem jede Kompagnie zwanzig Schüsse abgegeben hatte, mußte das Schießen eingestellt werden, weil die Gewehre schon zu stark verunreinigt waren. (Sie konnten nicht mehr geladen werden. Anmerkung  Blogwart.) Die Durchschlagskraft war so gering, daß auf 200 Schritte Entfernung bloß zwei je ein Zoll ( 2,5 bis 3 cm) starke Fichtenbretter, auf 300 Schritte aber nur ein ein Zoll starkes  Brett durchschlagen wurde. Eine aus einer Pistole auf 15 Schritte gegen einen Fichtenpfosten geschossene eisengeschmiedete Kugel prallte glatt ab … .

*Coburger Zeitung 18.10.1913* – Die Jahrhundertfeier der Völkerschlacht wurde heute in den Schulen wie folgt gefeiert:  … II. Lutherschule. 1. Gesang: Andreas Hofer, Volksweise. 2. Deklamationen: Die Opfer von Wesel, Schmidt; Geharnischtes Sonett, Rückert; Vaterlandslied, Arndt. 3. Gesang: Das Lied vom Feldmarschall, Volksweise. 4. Deklamationen: Aufruf, Körner; Lützows wilde Jagd, Körner; Die Leipziger Schlacht, Arndt. 5. Gesang: Beim Feuer am 18. Oktober, Gläser. 6. Festrede: Vor 100 Jahren. Herr Hauptlehrer Döbrich. 7. Deklamationen: Völkerfrühling, Ludwig. 8. Gesang: Vaterlandslied. Volksweise. …

Der Blogwart fragt: Singen Schüler in Schulen heute noch selbst, oder deklamieren sie eigenmündig, außer im Unterricht? Und wenn ja, zu welchem Anlaß?

Begeisterung: … Solange das deutsche Volk sich die Begeisterungsfähigkeit, die es von jeher ausgezeichnet hat, bewahrt, steht seine Zukunft auf festem Boden. Aber dieser Boden müßte brüchig werden, wenn in deutschen Landen jene Bestrebungen mächtig werden, die das als Lug und Trug bekämpfen, wofür sich seither der deutsche Wille begeistert hat: Religion, Königtum, Vaterland, Treue und Liebe….

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