Hier wachsen die Kulturen zusammen

Gesicht zeigenDas wird jetzt unappetitlich. Wir lieben Europa, weil es die Kulturen verbindet und die Gemeinsamkeit der Kulturen, das ist es, worauf Europa aufbaut, jeder mag Beethoven, Mozart oder bayrische Weißwurst, vom mazedonischen Ziegenhirten, bis hin zum englischen Underdog. Wenn der Blogwart  übrigens „Wir“ schreibt, dann ist das lediglich seinem Größenwahn geschuldet und dem Bewußtsein, daß die Menge der demokratischen Politiker ihm zweifellos zustimmen wird und deshalb haben sie kein Problem, Deutschland und beispielsweise Frankreich, in denen das Konzept der Toilettenbenutzung bekannt ist und auch praktiziert wird, mit Ländern zusammenwachsen zu lassen, in denen man, man verzeihe den Ausdruck, noch hinter den Busch scheißt, ins Treppenhaus oder in andere Orte, die der kulturvolle Europäer nicht dafür vorgesehen hat.

Warum schreibt der Blogwart das? Letztens, am hellerlichten Tage, bemerkt er doch an der Tankstelle eine Person männlichen Geschlechts, die auf den Rasen pinkelt. Eine Nachfrage bei der Tankstellenangestellten, ob denn die Toilette verstopft oder anderweitig defekt sei, brachte Erschreckendes zu Tage. Morgen für Morgen müssen die leidgeprüften Angestellten die Exkremente beräumen, die die Besucher, vor allem wohl LKW – Fahrer, auf dem Tankstellengelände hinterlassen, manchmal in Tüten, meistens aber ohne und, fragt den Blogwart die Tankstellenfrau: „Welcher Idiot scheißt oder pinkelt im Fahrerhaus in eine Tüte und schmeisst die nachher aufs Gelände?“

Der Blogwart weiß es auch nicht, aber hier wachsen offenbar Nationen zu einer glücklichen Völkerfamilie zusammen, denen eines fehlt, eine gemeinsame Grundlage von Sitte, Moral und Anstand. Wenn es irgendwo o.k. ist, sein Häuflein überall hinzusetzen, falls einen ein Bedürfnis plagt und andere Leute das anstößig finden, dann läßt sich auf diesen Unterschieden kaum ein friedliches Miteinander aufbauen. Aber der Blogwart vergaß, nur wegen der EU liegen wir nicht im Krieg miteinander. Die Spanier nicht mit den Bulgaren, die Engländer nicht mit den Rumänen und die Deutschen nicht mit den Ungarn. Und dafür sollten wir unseren Politikern wirklich dankbar sein. Und daß wir die Kacke unserer Nachbarn beräumen müssen, meine Güte, wenn das der Preis für den Frieden ist, den zahlen wir doch gerne. Oder nicht?

Bild: 1933. Mandatsgebiet Palästina. Andere Völker, andere Sitten. Wir finden es zum Beispiel anstößig, unserem Gesprächspartner nicht offen in die Augen oder ins Gesicht zu blicken. Das ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern auch des Vertrauens. Du sollst nicht lügen, heißt es. Und das demonstrieren wir, indem wir darauf verzichten, unsere Augen hinter Tuch oder einer dunklen Sonnenbrille zu verbergen. Woanders hingegen heißt es, Du sollst Dich beim Lügen nicht erwischen lassen. Zwei Konzepte, die nach unseren Menschenfreunden wunderbar miteinander harmonieren.

1 Response to “Hier wachsen die Kulturen zusammen”


  1. 1 Waffenstudent 19. November 2013 um 22:03

    Werter Karle,

    die Hochkultur des Tütenscheißen wird doch gerade erst staalich offiziell in der BRRDR eingeführt. Bahnhöfe und bald auch Regionalzüge haben die alten preußischen Bedürfnisanstalten auf eine Papiertüte reduziert. Wir bauen Stopersteine, palavern stundenlang über barrierefreies Wohnen und meinen in Wahrheit die Kameltreiberkultur, welche vorschreibt, den Hintern mit Sand zu reinigen.

    Im Mittelalter gab es Bedürfnisfrauen. Die warteten mit weitem Umhang samt Scheißeimer auf Kunden. Möglicherweise wird man bald wieder unter den Mantel dieser Damen schlüpfen.


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