Archiv für 14. Januar 2014

Opa Wilhelm

Opa Wilhelm

Die Sturmflut an der Ostsee 1914

Kösliner Einwohner retten ihr Eigentum 1914*Coburger Zeitung* vom 13.01.1914 und 14.01.1914: Von den Küsten des Vaterlandes dringt in unsere Winterseligkeit wieder das Geläut von Sturmglocken; der Telegraph jagt Meldungen ins innere Land von Meeresgefahr und Sturmschaden. Zwischen Kolberg und Danzig, an der milden, ruhigen Ostsee ist auf einmal die Wut der Elemente erwacht. Was bei uns Schnee oder Eiswetter wurde und herzlich willkommen war, ballte sich dort zur Sturmflut und was uns hinauslockt in ein strahlendes Wintervergnügen, bedroht dort oben Städte und Dörfer, reißt alte Ansiedlungen und das Vermögen ihrer Bewohner, die Schiffe, mit sich und kostet Menschenleben um Menschenleben.

Die pommersche Küste liegt wehrlos einem elementaren Einbruch preisgegeben, wie ihn all die alten Wetterzeichen und Hochwassersteine entlang den Dünen nicht zu verzeichnen hatten und all die Inschriften in den kleinen Vorväterkirchen an Grabdenkmälern oder Wettergedenktafeln wissen von einer solchen Katastrophe nicht zu berichten.

An dem sanftgeschwungenen Bogen der Ostseeküste von Kolberg aufwärts liegen zwei große Haffs, die Jamundsche und die Buckowsche See. Durch dünne Landstreifen, die Nehrungen, sind sie vom Meere getrennt, mit dem sie durch einen schmalen Wasserlauf, gerade so breit, um ihren Schiffen Auslauf zu gewähren, in Verbindung stehen. Auf diesen Nehrungen liegen Dörfer, deren Einwohner den kargen Boden dem Meere meterweise abgerungen und durch Dünenhafen oder Weidenbühnen so gut wie möglich gesichert haben. Auf diese starken, ewig mit Sturm und Meer kämpfenden Männer, denen der Boden gar nichts und die See nur dürftigen Unterhalt schenkt, trifft das Goethesche Wort zu: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß! Ihr ganzes Leben ist Kampf, ihr Beruf, ihr Lebensunterhalt ist stets Lebensgefahr und jetzt, so ist zu befürchten, hat der Feind und Freund, der Gegner und Lebensgenosse, das Meer, die Oberhand.

Reet, Laase, Damkerort, Neuwasser, all diese Dörfer auf den Nehrungen sind in der Gewalt der See, sind abgeschnitten von menschlicher Hilfe. Ein ganzes Dorf, Damkerort, ist vom Erdboden verschwunden. Wo die Bewohner sind? Bis jetzt weiß es kein Mensch, und morgen, so muß man fürchten, werden kühne Schiffer, wenn sie trotz Wind und Wetter zur Nehrung hinausfahren, schlimme Kunde bringen.

Hilfe aus Pakistan

Das ganze Vaterland sieht mitleidend auf diesen Kampf zwischen Mensch und Element, und niemand kann wirklich helfen.

Wir lassen einige Hiobsbotschaften folgen: Bei Funkenhagen drang die See drei Meter in die Düne ein. Bei Sarembohm wurde die Dorfstraße an der Küste vollständig überschwemmt. Ein großer Teil der Gehöfte mußte von den Einwohnern verlassen werden. Auch das Strandhotel „Junghans“ mußte vollständig geräumt werden. Für die Gehöfte besteht Einsturzgefahr. Bei Bauerhusen wurde eine ganze Düne vollständig weggerissen. Ganz Damkerort steht unter Wasser. Aus den Fluten ragen nur noch zwei oder drei Dächer hervor. Von dem Schicksal der ungefähr 100 Köpfe zählenden Bevölkerung ist noch nichts bekannt. Die Ortschaft Karvenbruch droht ein Opfer des Hochwassers zu werden. Die Wellen gehen hoch darüber hinweg und die Menschen sind in Gefahr. In den Seebädern sind die Badeanstalten zum größten Teil weggerissen worden. Am meisten Schaden hat der Sturm bei Zappot angerichtet. Die Halbinsel Hela ist von der See an mehreren Stellen durchbrochen worden. Überall ist Militär zur Hilfeleistung aufgeboten. Die Mole an der zweiten Torpedobootbatterie ist auf fünf Meter durchbrochen. Das Wasser bedroht die Festung, die zwei Meter unter dem Wasserspiegel liegt. Man versucht, der drohenden gefahrvollen Überschwemmung durch Steinaufschüttungen zu begegnen.

Von der Ostseeküste kommt heute eine beruhigende Nachricht: Der Sturm ist abgeflaut, es weht heute leichter Westwind. Das Dorf Laase ist dem Verkehr wieder erschlossen. Nach Mussecken hinüber kann die vereiste Landstraße benutzt werden. Der See ist bei starkem Frost völlig zugefroren und ermöglicht den Verkehr. Furchtbare Ereignisse spielten sich in Laase und Damkerort ab. In beiden Dörfern, die vollkommen vernichtet sind, stieg das Wasser am Sonnabend vormittag innerhalb zweier Stunden so schnell, daß die Bewohner nichts als das nackte Leben retten konnten. Das von den gurgelnd heranstürzenden Wellen erschreckte Vieh ertrank zum Teil in den Ställen. Von einem scharfen Nordwind gepeitscht, stiegen die Fluten höher und höher und brachten die auf dem Strande stehenden, mit Schnee bedeckten und gefrorenen Kähne alsbald zum Sinken.

So blieb den unglücklichen Fischern nichts übrig, als auf die Dächer zu flüchten. Hier hockten Männer, Frauen und Kinder, 20 Familien, fast 30 Stunden lang in durchnäßten Kleidern und warteten auf ihre Rettung. Die Kinder, darunter solche im zartesten Alter,  klammerten sich an die Eltern an und letztere mußten das Jammern der Kinder anhören, ohne helfen zu können. In Laase wurden die Häuser von den unablässig herandringenden Wogen unterspült und stürzten schließlich ein. Die Bewohner retteten sich schwimmend bis zu den nächsten Häusern und flüchteten dann, als eine Zufluchtsstätte nach der anderen verschwand, auf die höchste Düne. Dort steht ein festes Haus, in dem die Bedauernswerten, eng zusammengepfercht, Zuflucht gefunden haben. Den meisten der Unglücklichen war es nicht gelungen, sich ausreichend mit Nahrungsmitteln zu versehen, und so gesellte sich zu der Qual die Kälte und der Hunger.

Einem Doeper Eigentümer war es gelungen, mit seinem Sohne nach vierstündiger, mühevoller Arbeit, bis an den Hals im Wasser watend, nach Damkerort vorzudringen. Sie fanden dort auf der höchsten Düne die ganze Einwohnerschaft vor. Diese hatte die Nacht in dumpfer Verzweiflung, in dem westlichsten Gehöft des Dorfes zusammengepfercht, verbracht. Es geht ihnen jetzt verhältnismäßig gut. Eine unmittelbare Gefahr liegt augenblicklich nicht mehr vor.

Bilder von oben nach unten: 1. Einwohner Köslins retten ihre Habe aus den vom Einstürz bedrohten Häusern. 2. In aller Welt weckte das Schicksal der deutschen Sturmflutopfer große Hilfsbereitschaft. Pakistan entsandte unverzüglich eine Hilfskolonne Elefanten, die mit dringend benötigter Nahrung und Kleidung für die Betroffenen noch vor Mai 1915 an der pommerschen Ostseeküste eintreffen wird.

Entwarnung fürs Klima

Luftgetriebenes AutomobilWie der Blogwart recherchierte, plant die deutsche Automobilindustrie den Coup dieses Jahrhunderts. Erstmals sollen auf der Internationalen Automobilausstellung 2014 windgetriebene Modelle vorgestellt werden, die alleine durch die Kraft des Windes, den Nutzer von Punkt A nach B bringen sollen. Mit solcherart Kraftfahrzeugen, zeigte sich ein Sprecher von VW überzeugt, könne man die ganze Konkurrenz abhängen, insbesondere die aus Asien, genauer aus China.

Zur Unterstützung der Entwicklung und des Verkaufs dieser alternativen Kraftfahrzeuge, die ohne fossile Brennstoffe auskommen und vom Klima deshalb jubelnd begrüßt werden, wird die Bundesrepublik günstige Sonderfinanzierungen auflegen, Ziel sei es, bis zum Jahre 2020, jeden Haushalt, der jetzt noch herkömmliche Fahrzeuge sein Eigen nennt, mit diesen klimafreundlichen Ersatzmodellen auszurüsten, die Subventionierung dieser Fahrzeuge wird durch eine schrittweise Anhebung der Mineralölsteuer bis auf 100 Prozent angedacht aber für die Gesundheit des Klimas darf uns kein Opfer zu groß sein.

Klimawandelleugnern und Skeptikern, ob diese windgetriebenen Fahrzeuge überhaupt ihre Aufgaben erfüllen könnten, schmetterte die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Merkel,  mit der Bemerkung ab, dann werde man für jedes windkraftgetriebene Automobil eben ein konventionell betriebenes vorrätig halten, bei Windkraftanlagen habe sich das auch gut bewährt, da stehen immer mehrere Kohlekraftwerke unter Volldampf, um bei Flaute sofort einzuspringen.

Der Blogwart meint, eine gute Idee, die aber wohl zu spät kommt, demnächst werden wir bei der rasanten Arktisschmelze, die uns ein Ansteigen des Meeresspiegels bis auf Mt. Everest – Höhe bringt, wie SPON nicht müde wird, zu orakeln, sowieso vorher ersaufen.

Magdeburg ist voller Nazis

Bombenterrordeshalb organisiert das Magdeburger Bündnis die 6. Meile der Demokratie, um 18. Januar 2014 ein Zeichen zu setzen. Denn, der Magdeburger Toten des alliierten Bombenterrors zu gedenken, heißt, das Naziregime zu rehabilitieren, den Holocaust zu verharmlosen und den Vernichtungscharakter der deutschen Kriegsführung zu verschweigen. So kann man es allerorten unter dem Stichwort „Magdeburg Nazi frei“ nachlesen. Ja, lieber Besucher, richtig geschaut, wer der unter alliierten Bomben Ermordeten gedenkt, und sei es nur durch einen Schweigemarsch, der sagt, Auschwitz hat es nie gegeben, deutsche Bombenflugzeuge warfen Rosinen ab, aus deutschen Maschinengewehrläufen quoll Zuckerwatte, und der bekennt sich  zu Adolf Hitler, Reichskanzler von 1933 bis 1945.

Der Blogwart meint, warum stellen sich diese Leute, bei so viel Selbsthass, nicht vor den Spiegel, und hauen sich so lange in die Fresse, bis das Blut aus der Nase quillt. Das wäre, seineserachtens,  die einzig ehrliche Art der Aufarbeitung, die diesen Leuten gerecht wird. Wenn die den Schneid dazu hätten, könnten sie alternativ auch auf die Friedhöfe ziehen und auf die Gräber ihrer Großeltern pissen und ihre Eltern dafür ohrfeigen, warum sie sie gezeugt haben. Aber dazu reicht deren Mut nicht aus.

Stattdessen versammeln sie sich in überwältigender Überzahl, um einen Trauermarsch zu verhindern, die Helden in Strumpfhosen, und feiern das als Zivilcourage und sich als tolerante Demokraten. Feine Leute sind das.

Bild: Oft beklagen tolerante Demokraten von heute, daß sie zu spät geboren wurden. Früher geboren, hätten sie die Machtergreifung Hitlers verhindert, Hunderte Juden im Kühlschrank versteckt, trotzig den Angriffsbefehl auf die britische Stellung verweigert, Sophie Scholl vorm Fallbeil bewahrt oder wären freudig und unter Jubelrufen, im anglo – amerikanischen Bombenhagel verbrannt, erstickt, zerrissen oder pulverisiert worden. Denn das wäre das Mindeste, was sie sich getraut hätten. Weil sie aber zu denen mit der Gnade der späten Geburt gehören, blieb ihnen all das verwehrt. Das verbittert, macht traurig und wütend. Kein Wunder, daß darüber mancher zum Volldemokraten mutiert und Amok läuft. Gut, daß es Meilen der Demokratie gibt, in denen die Rasertei der Volldemokraten kanalisiert wird und sie sich Luft machen können. Ansonsten wäre Schlimmeres zu befürchten.


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