Magdeburg ist voller Nazis

Bombenterrordeshalb organisiert das Magdeburger Bündnis die 6. Meile der Demokratie, um 18. Januar 2014 ein Zeichen zu setzen. Denn, der Magdeburger Toten des alliierten Bombenterrors zu gedenken, heißt, das Naziregime zu rehabilitieren, den Holocaust zu verharmlosen und den Vernichtungscharakter der deutschen Kriegsführung zu verschweigen. So kann man es allerorten unter dem Stichwort „Magdeburg Nazi frei“ nachlesen. Ja, lieber Besucher, richtig geschaut, wer der unter alliierten Bomben Ermordeten gedenkt, und sei es nur durch einen Schweigemarsch, der sagt, Auschwitz hat es nie gegeben, deutsche Bombenflugzeuge warfen Rosinen ab, aus deutschen Maschinengewehrläufen quoll Zuckerwatte, und der bekennt sich  zu Adolf Hitler, Reichskanzler von 1933 bis 1945.

Der Blogwart meint, warum stellen sich diese Leute, bei so viel Selbsthass, nicht vor den Spiegel, und hauen sich so lange in die Fresse, bis das Blut aus der Nase quillt. Das wäre, seineserachtens,  die einzig ehrliche Art der Aufarbeitung, die diesen Leuten gerecht wird. Wenn die den Schneid dazu hätten, könnten sie alternativ auch auf die Friedhöfe ziehen und auf die Gräber ihrer Großeltern pissen und ihre Eltern dafür ohrfeigen, warum sie sie gezeugt haben. Aber dazu reicht deren Mut nicht aus.

Stattdessen versammeln sie sich in überwältigender Überzahl, um einen Trauermarsch zu verhindern, die Helden in Strumpfhosen, und feiern das als Zivilcourage und sich als tolerante Demokraten. Feine Leute sind das.

Bild: Oft beklagen tolerante Demokraten von heute, daß sie zu spät geboren wurden. Früher geboren, hätten sie die Machtergreifung Hitlers verhindert, Hunderte Juden im Kühlschrank versteckt, trotzig den Angriffsbefehl auf die britische Stellung verweigert, Sophie Scholl vorm Fallbeil bewahrt oder wären freudig und unter Jubelrufen, im anglo – amerikanischen Bombenhagel verbrannt, erstickt, zerrissen oder pulverisiert worden. Denn das wäre das Mindeste, was sie sich getraut hätten. Weil sie aber zu denen mit der Gnade der späten Geburt gehören, blieb ihnen all das verwehrt. Das verbittert, macht traurig und wütend. Kein Wunder, daß darüber mancher zum Volldemokraten mutiert und Amok läuft. Gut, daß es Meilen der Demokratie gibt, in denen die Rasertei der Volldemokraten kanalisiert wird und sie sich Luft machen können. Ansonsten wäre Schlimmeres zu befürchten.

18 Responses to “Magdeburg ist voller Nazis”


  1. 1 Blond 14. Januar 2014 um 07:14

    Nun muss aber auch gesagt werden, dass
    die Leute
    insbesondere von „der Stadt“ (laut Volksstimme)
    dazu aufgerufen werden,
    gegen den / die Trauermarsch / -Märsche
    zu „demostrieren“:
    Trümper [Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD), Einschub von Blond] rief die Magdeburger auf, dort am kommenden Sonnabend, 18. Januar, gegen den Aufmarsch von Neonazis zum Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs Gesicht zu zeigen.
    http://www.volksstimme.de/nachrichten/magdeburg/1207789_Neues-Konzept-fuer-Meile-der-Demokratie-in-Magdeburg.html
    und
    Die Stadt Magdeburg hat angesichts eines geplanten Aufmarsches von Neonazis an diesem Samstag zu friedlichen Protesten aufgerufen. „Mit der sechsten Meile der Demokratie werden die Magdeburger auf ein Neues eindrucksvoll beweisen, dass sie für Toleranz und Weltoffenheit stehen“, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) am Montag.
    http://www.t-online.de/regionales/id_67386690/magdeburg-macht-gegen-naziaufmarsch-mobil.html

    „Netterweise“ schreibt t-online wenigstens den Grund des / der „Aufmarsches / Aufmärsche“:
    Im vergangenen Jahr waren 10 000 Menschen dem Aufruf der Stadt und des Bündnisses gefolgt. Auslöser für den Protest ist der jährliche Aufmarsch von Rechtsextremen zum Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945. Etwa 2500 Menschen kamen damals ums Leben. Große Teile der Stadt lagen in Schutt und Asche.
    Für 2500 Tote ist eine Trauer völlig unangebracht.
    Waren ja nur Deutsche.
    So der Tenor, den man heraushört.
    Wie überall.
    😦

  2. 2 eulenfurz 14. Januar 2014 um 07:20

    Nein, das ist kein Selbsthaß. Sie sind allein Propagandagesteuert: Sie glauben, durch ihre Positionierung gegen das ihnen so vermittelte „Böse“ eine Reinwaschung zu erhalten. Diese Psychosen können soweit ausarten, daß sie glauben, zu den Opfern zu gehören, wenn schon nicht der alten Nazischimären, dann wenigstens der neuen (Rebecca aus Mittweida, Frau Kantelberg-Abdullah aus Sebnitz usw.). Und alle, die dem aus medialer Erfahrung geronnenen „abgrundtief Böden“ irgendwie verbunden sind – eben auch die Zivilbevölkerung im NS-Staat – habe zur Strafe die Vernichtung verdient.

  3. 3 Karl Eduard 14. Januar 2014 um 07:52

    @Blond

    Bürgermeister befiehl, wir folgen? Naja, wenn die Obrigkeit sagt, man muß sich zur Demokratie bekennen, in dem man an einer Meile der Demokratie aufmarschiert, warum nicht? Die da oben haben schliesslich gesagt, man solle mitmachen.

  4. 4 Karl Eduard 14. Januar 2014 um 07:53

    @Eulenfurz

    Ja, ich weiß, es ist dennoch zum Übergeben.

  5. 5 suum quique 14. Januar 2014 um 07:54

    Da fehlt ein neuer Bombenteppich, dann sollten die Idioten ja zufrieden sein.

  6. 7 Blond 14. Januar 2014 um 09:05

    @ K.E.
    Die da oben haben schliesslich gesagt, man solle mitmachen.„,
    ist das nicht von irgendwoher und von irgendwann bekannt?
    Mich deucht so.
    Zu Deinem neuen Avatar: Da war der vorher eindruckvoller 😉 .

  7. 8 Karl Eduard 14. Januar 2014 um 09:56

    🙂

  8. 9 ki11erbee 14. Januar 2014 um 12:42

    Hat dies auf Die Killerbiene sagt… rebloggt.

  9. 10 nonigest 14. Januar 2014 um 19:42

    @Blond
    Zu der Gegendemo gehen ja auch nur Leute,die in irgendeiner Form ihre Einkünfte aus öffentlichen Kassen erhalten
    zB Lehrer,Gewerkschafter,Politiker,Studenten,Hartzies usw
    Wer da nicht mitläuft muss per Denunziation auch mit dem Verlust seiner Beschäftigung rechnen…
    Also nicht darüber aufregen.Wenn die Staatstitte kein Geld mehr absondert,dann kommt auch keiner mehr zu so einer Gegendemo…

  10. 11 Perser 14. Januar 2014 um 23:11

    „““ Stattdessen versammeln sie sich in überwältigender Überzahl, um einen Trauermarsch zu verhindern, die Helden in Strumpfhosen, und feiern das als Zivilcourage und sich als tolerante Demokraten.

    Feine Leute sind das.“““

    Solche Leute nennt man „Untertan“ !
    Die gabs früher schon, wenn Erich auf der Tribüne stand und die Marschierer mit feuchten Augen, wehenden roten Fahnen, DDR-flaggen und Transparenten vorbeidefilierten.

    Ein bestellter Geisterzug.

    Die frühen Drahtzieher siet man hier!

    http://www.google.com/imgres?hl=de&biw=1024&bih=648&tbm=isch&tbnid=ac7UbBBP-rhWVM%3A&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.blz.bayern.de%2Fblz%2Feup%2F03_09%2F2.asp&docid=oka02LryGEC1LM&imgurl=http%3A%2F%2Fwww.blz.bayern.de%2Fblz%2Feup%2F03_09%2Fimages%2F800903_32_01.jpg&w=300&h=227&ei=zcLVUpDhCeq60QWklYCgDg&zoom=1&ved=0CPMBEIQcMDI&iact=rc&dur=11082&page=4&start=49&ndsp=17

    Auch die kampferprobten FDJ-ler konnten sich sehen lassen. Oder?
    Kernig, gradeherraus und diszipliniert, nicht so`n schwarzer Kravallo-Müll wie heute!

    Da kommen gruslige Erinnerungen hoch!

    http://www.posterlounge.de/ddr-fdj-pfingsttreffen-karl-marx-stadt-1967-pr144181.html

  11. 12 Karl Eduard 15. Januar 2014 um 04:40

    Unter Erich gab es keine feuchten Augen mehr. Du mußt da etwas mit den Zeiten verwechseln. Die kampferprobten FDJler wußten um ihre Repräsentationsaufgabe, vorrangig ging es aber darum, wegzufahren, andere Leute zu treffen und Gaudi zu haben. Für Spiel und Spaß war bei solchen Veranstaltungen nämlich gesorgt, jedenfalls mehr Spiel und Spaß, als man normalerweise auf dem Dorf, in einer Kleinstadt oder in einer Bezirkshauptstadt der DDR hatte, über zehn Jahre verteilt.

    Was hat man eigentlich mit der West – Jugend gemacht, um die desillusionierte Hitler – Jugend und die BDM – Maiden aufzufangen? Die waren ja plötzlich aller Idole und Ideale beraubt, wurden die so lange mit Schokolade, Kaugummis, Western, Krimis und Cola abgefüllt, bis sie ihr vorheriges Leben vergessen hatten?

    In der DDR hat man die in die Freie deutsche Jugend gesteckt und ihnen gesagt, schaut, der Hitler und seine Clique, das waren Verbrecher, die haben Euch mißbraucht, Ihr hingegen könnt die neue Zeit aufbauen, ohne das Nazipack, ohne die Schieber, Spekulanten und Kapitalisten, die Deutschland ins tiefste Elend gestürzt haben und die jetzt im Westen lauern und den Hitler wiederhaben wollen, mit Euch zieht die neue Zeit! Und das mit dem Marschieren, den Formationen, den Fahnen und Fanfaren, das waren die gewohnt von Hitler und der Komsomol, die sowjetische Vorbildjugend, kam auch nicht ohne das aus.

    Hätten unsere Berufsempörer jemals Anton Semjonowitsch Makarenko gelesen, der sich in den Jahren des russischen Bürgerkrieges und danach um Kinder kümmerte, die jeden moralischen Halt verloren hatten, die von Betteln, Stehlen und Rauben lebten, dann hätten sie gewußt, daß streng gelebte Rituale zur Disziplinierung von Menschen beitragen, jeder Rekrut merkt jedenfalls, daß er sich nach der Grundausbildung ganz anders bewegt als im Zivilleben.

    Also beim Blogwart kommen keine grusligen Erinnerungen hoch, er hatte eine schöne Kindheit und Jugend. Selbst im FDJ – Hemd. Zu seiner Zeit wurde die Disziplin aber nur noch schlapp gehandhabt. Das Marschieren mit blauen Wimpeln im Sommerwind war vorüber, die, die aber zum Pfingsttreffen fahren durften, oder zu den Weltfestspielen, die haben wir regelmäßig beneidet. Nicht wegen der Vorbeidefiliererei, das war nur noch Jux, sondern wegen dem Drumherum.

  12. 13 Karl Eduard 15. Januar 2014 um 05:20

    @nonigest

    So ein Quatsch. Wer da nicht mitläuft muß mit Beschäftigungsverlust rechnen. Man kann immer überraschend erkranken. „Muß was Falsches gegessen haben, kotze schon die ganze Nacht …“ Es kostet nun wahrlich keine Zivilcourage zum Trümperschen Aufmarsch nicht zu gehen, wenn man das Spiel durchschaut hat.

  13. 14 Karl Eduard 15. Januar 2014 um 05:21

    Die meisten Magdeburger, gemessen an der Einwohnerzahl, nehmen an den Unfug auch nicht teil.

  14. 15 Blond 15. Januar 2014 um 07:32

    Es kostet nun wahrlich keine Zivilcourage zum Trümperschen Aufmarsch nicht zu gehen, wenn man das Spiel durchschaut hat.
    Genau da liegt der gepfefferte Hase im Koma:
    Das Durchschauen wollen und den Drang nach mehr ungefärbter Information muss vorhanden sein – in der Regel bekomme ich schon in der Familie als Antwort „interessiert mich nicht!“ oder „na und?“ oder noch übler „will ich gar nicht wissen und nichts mehr darüber hören!“.
    Das genau dadurch solche Zustände entstehen, die letztendlich die eigene Lebensweise untergraben, ist den Verweigerern der Wahrnehmung des Istzustandes nicht klar.

  15. 16 Karl Eduard 15. Januar 2014 um 08:09

    So ist es.

  16. 17 hans heiner 16. Januar 2014 um 16:15

    Gut dass bei Karl-Ede wieder „was los“ ist. Die Stimme fehlte für Wochen!


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