Archiv für 4. Februar 2014

Kriegshetzer

Britische BombenAch Du meine Güte! Letzten Samstag hat es wieder Tote bei Angriffen syrischer Truppen auf die Stadt Aleppo gegeben. Die Armee wirft mit Sprengstoff gefüllte Fässer aus Hubschraubern über Menschenansammlungen ab. Es sind primitive Waffen mit großer Wirkung. Und niemand ist da, der die Bomben abfangen und sie in Care-Pakete für die Notleidenden verwandeln würde. Kein Prophet, kein Pfarrer, nicht einmal ein Mitarbeiter von Misereor.

Nun ja, Menschenansammlungen.  Das können Demonstranten sein, eine Hochzeitsgesellschaft, Leute, die auf dem Markt einkaufen, Bewaffnete, die sich zum Aufbruch versammeln. Wir wissen es nicht. Es ist aber verwerflich, primitive Waffen mit großer Wirkung auf Menschen abzuwerfen, es sei, es handelt sich um Taliban oder deutsche Zivilisten, die vor Jahren mal den Hitler wählten. Dann nicht. Und wir wissen doch, wohin diese ganze Nichteinmischung geführt hat. Geradewegs nach Auschwitz!

Bild: Das Abwerfen von primitiven Waffen mit großer Wirkung auf Menschenansammlungen sollte uns eigentlich Grund genug sein, gegen Assad zu marschieren. Wer sich jetzt noch drückt, ist ein Lumpenhund, Feigling und Pazifist. Und er hat aus seiner Geschichte nicht gelernt.

Die meisten Diebe im Osten sind Polen

meint Brandenburgs Innenminister Ralf Holzschuhe. Deswegen will er mit Polen die Reihen der  Polizei Brandenburgs verstärken. Gesagt hat der Gute das natürlich nicht so. Aber gemeint.  „Mit ihren Sprachkenntnissen sind sie uns gerade in der Bekämpfung der Grenzkriminalität sehr hilfreich.“ Der Blogwart nimmt aber an, mit den Sprachkenntnissen meint Herr Holzschuhe die polnische Sprache. Nicht die Tschechische, Rumänische, Suaheli oder Eskimochinesisch. Das, findet der Blogwart, ist sehr unsensibel gegenüber unseren polnischen Nachbarn, denn von der Einstellung dänischer oder schwedischer Polizisten im Norden Deutschlands oder französischen Polizisten in die deutsche Polizeitruppe im Westen, um die Bekämpfung der Grenzkriminalität zu forcieren, hat er noch nichts gehört.

Nicht der Streber ist der Tüchtige

GleichgeschaltetVölkische Bewährung der Abiturienten in Thüringen gefordert. *Freiburger Zeitung vom 2. Februar 1934* Weimar, 31. Jan. (D.R.B.) Auf einer Lehrerkonferenz in Meiningen teilte der thüringische Volksbildungsminister Wächtler mit, daß Thüringen demnächst eine Anordnung erlassen werde, nach der für die Abiturienten das Urteil der HJ. und der SA.- Führung einzuholen sei, ehe die Berechtigung zum Studium erteilt werde. Der Minister begründete die Anordnung damit, daß die Berechtigung zum Universitätsstudium nicht mehr nach alten Anforderungen erteilt werden dürfe.

Nicht der Streber ist der Tüchtige, sondern der junge Mann, der sich als Hitlerjunge oder als SA. – Mann mit seinem Volk bis zum letzten verbunden fühlte. Im übrigen wies der Minister erneut darauf hin, daß zwar 95 Prozent der Lehrer im nationalsozialistischen Lehrerbund vereinigt seien, trotzdem müßten besonders die höheren Schulen gerade jetzt beweisen, ob sie den Geist der Zeit innerlich begriffen hätten oder nur äußerlich gleichgeschaltet seien.

Bild: Die meisten Lehrer haben 1934 den Geist der Zeit verinnerlicht und sind Mitglieder im nationalsozialistischen Lehrerbund. Auch heute sind die Lehrer vom Zeitgeist erfüllt, den sie auf die Flaschen abfüllen, die Schüler geheissen werden. Klimawandel, Zuwanderung heißt Bereicherung, Bunt statt Braun, ewige Deutsche Schuld am völligen Verschwinden der Juden. Was gestern noch galt, ist heute nichtig. Die Schüler hingegen müssen erst lernen, sich zu verbiegen, um den begehrten Studienplatz zu bekommen. Heute saugen sie die Wahrheiten bereits im KIKA auf. Und das ist auch gut so. Siehe auch: Bayrische Lehrer fordern mehr Islamunterricht.

Was hat die deutsche Sozialdemokratie geleistet?

Woodrow Wilson*Die Coburger Zeitung vom 04. Februar 1924* Was hat die deutsche Sozialdemokratie geleistet? Diese Frage beantwortet der der Sozialdemokratie nahestehende Amsterdamer „Telegraf“ in folgender, die Partei vernichtende Weise:

„Unter den 180 Sozialdemokraten (im Deutschen Reichstag) ist kein einziger, der in den westeuropäischen Parlamenten eine Rolle spielen könnte. Was haben Sie zu bedeuten: der immerfort lärmende und rasende Müller-Franken, der schönrednerische, aber gedankenarme Scheidemann, der ewig lavierende Wels und der Revolutionsclown Breitscheid?

Die ganze Partei verfügt über keinen einzigen starken Charakter, selbst nicht über ein einziges parlamentarisches Talent. Der Sozialdemokratie war die Gelegenheit geboten, zu zeigen, daß sie ein Gegenstand des Aufbaus im Staate sei. Aber ohne Ausnahme ist jeder Schritt, den sie tat, ein Mißgeschick geworden, ein Mißgeschick, das sie selbst nicht hinter Formeln und Phrasen verbergen kann. Denn diese Partei kann immer mehr reden als handeln.

Sie hat drei Reichskanzler hervorgebracht: Scheidemann, Otto Bauer und Herrmann Müller, aber haben weniger geleistet als der unbedeutenste kaiserliche Kanzler.

Der letzte große Fehlschlag dieser Partei war der Finanzminister Hilferding, der glaubte, eine Theorie zur Regelung der Geldmisere entdeckt zu haben, dann aber in weniger als einem Monat zugeben mußte, daß er ein leichtsinniger Dillettant war.

Nun muß man sich vor Augen halten, daß die Sozialdemokratie dem Reich ihre besten Kräfte zur verfügung gestellt hat. Wenn die Geschichte der sozialdemokratischen Kabinette in den verschiedenen deutschen Ländern geschrieben werden wird, dann wird es sich herausstellen, daß Fälle, wie die von Herrmann in Thüringen, Dr. Zeigner in Sachsen und von dem bayern Hoffmann keine Ausnahme waren. Dank der Sozialdemokratie sind in den letzten Jahren in Deutschland Hochstapler und Banditen mit der höchsten Macht betraut worden.

Was sollte man sagen von einem Mann wie Oertner, der als Ministerpräsident den durch ein holländisches Gericht als Quacksalber verurteilten „Professor“ Otto Otto protegierte und ihm anbietet, als sein Reklameagent ins Ausland zu gehen, oder Aug. Merges, der Staatspräsident! Die einzigen, deren Ruf noch nicht zum Teufel gegangen ist, sind Severin und Ebert. Wie lange werden die aber noch zur Partei gehören? Werden nicht überall im Reiche in sozialdemokratischen Versammlungen Beschlüsse angenommen, in denen der Hinauswurf von Ebert verlangt wird? – Selten hat Europa ein eklatanteres Mißgeschick eines parlamentarischen Experimentes gesehen, als das Schauspiel das die deutsche Sozialdemokratie bietet.“

Bild: Woodrow Wilson ist tot. „Das interessante Blatt vom 7. Februar 1924“ bringt die Verdienste des ehemaligen amerikanischen Präsidenten auf den Punkt: „… Woodrow Wilson, dessen Eintreten in den Weltkrieg an der Seite der Ententemächte die Entscheidung des jahrelangen Ringens herbeirief, dessen vierzehn Punkte die Friedenssehnsucht der Völker Mitteleuropas erstarken ließ, daß sie Vernunft und Überlegung vergaßen und sich wehrlos den übergewaltigen Feinden auslieferten, Woodrow Wilson, der sich als Menschheitserlöser gebährdete, war ein unpraktischer Professor, der ahnungslos das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte beging, das deutsche Volk, dem Amerika nicht letzten Endes seine Kultur verdankt, zum Sklavenvolk der neuen Welt zu machen. … „

Deutschtum in Chile

Schwere Zöpfe flechtenAm 4. Februar 1914 schreibt der deutsche Gesandte in Chile, Herr von Eckert, in der *Freiburger Zeitung* über die Stellung der zugewanderten und in Chile geborenen Deutschen. Der Blogwart zitiert in Teilen:

… Manche große Landgüter sind in deutschem Besitz. Santiago mit etwa 1/2 Million Einwohner, in prächtiger Lage am Fuße der hier bis zu 5400 Meter ansteigenden Cordillere, entwickelt sich im Zentrum immer großstädtischer, während die Außenviertel mehr ländlichen Charakter tragen. Santiago zählt 4000 bis 5000, Valparaiso 7000-8000 Einwohner deutscher Sprache. Auch in anderen Städten, wie Conception und namentlich Baldivia, leben viele  Deutsche, letztere Stadt, die nach dem großen Brande schöner wiederersteht, trägt einen überwiegend deutschen Charakter. Bekannt ist die Mitarbeit vieler Einwanderer bei diesem Kulturwerk.

Zuerst kamen unter Präsidenten Manuell Montt in den 50er Jahren des vorherigen Jahrhunderts viele Einwanderer aus allen Teilen Deutschlands nach den Provinzen Baldivia und Llanquthue. Obwohl meist schon in Chile geboren und gute chilenische Bürger, haben sich die Deutschen dort doch ihre Eigenart erhalten; überall wird deutsch gesprochen, man findet viele deutsche Schulen, Kirchen, Krankenhäuser, der Handel ist fast ganz deutsch, alle Importwaren werden überwiegend aus der alten Heimat bezogen.

Nördlich von Baldivia im alten Araukanien, das erst in den 80ger Jahren endgültig unterworfen wurde und wo man noch heute etwa 100000 jetzt friedliche und ackerbautreibende Indianer findet, unter denen deutsche Kapuzinermönche Missionsarbeit verrichten, hat in den letzten Jahrzehnten ebenfalls eine starke deutsche Einwanderung stattgefunden, auch dort sind blühende Niederlassungen in großer Zahl entstanden.

Die südlichste Ackerbauzone Chiles ist die große Insel Chiloe, auf der auch Deutsche leben. Dann kommt auf 1000 Kilometer ein mit dichten Wäldern bedecktes berg – und gletscherrreiches Festland mit zahlreichen vorgelagerten Inseln, die nur von wenigen wilden Indianern bewohnt und wohl größtenteils unkultivierbar ist. Erst an der Magellanstraße, um die Stadt Punta Areas herum, die südlichste der Welt, und auf Feuerland finden sich wieder Ansiedlungen. Diese Gegend hat in neueren Jahren durch Schafzucht großen Aufschwung genommen. Auch Punta Areas hat eine kräftige deutsche Kolonie.

Die Stellung der Deutschen, sowohl der Reichsdeutschen, als der Deutschchilenen, d.h. der in Chile geborenen Deutschen, die chilenische Bürger sind, ist sehr angesehen. Der Chilene erkennt gern die großen Verdienste an, die sie sich um die Entwicklung des Landes erworben haben. Als Förderer und Träger des deutschen Handels, als Abnehmer unserer Industrieerzeugnisse dienen sie auch unserem deutschen Heimatlande. …

Auch deutsche industrielle Unternehmen gibt es in Chile viele, wie die großen Elektrizitätswerke in Santiago und Valparaiso, viele deutsche Mühlen, zahlreiche Brauereien. … Zahlreiche deutsche Vereine bestehen überall, Sänger, Turner, Feuerwehr, Krieger – und flottenvereine, Schützenvereine u. a. m. Es gibt etwa 35 deutsche Schulen, eine Anzahl deutscher Kirchen und mehrere deutsche Krankenhäuser. Im höheren chilenischen Unterrichtswesen sind viele deutsche Gelehrte aller wissenschaftlichen Zweige tätig. Die chilenische Armee ist nach deutschem Muster ausgebildet, mehrere deutsche Instrukteure sind dauernd in Chile tätig und viele chilenische Offiziere werden alle jahre nach Deutschland zur Ausbildung gesandt. Bewaffnung und Ausrüstung der Armee ist sehr modern und fast durchweg aus Deutschland bezogen. …


Februar 2014
M D M D F S S
« Jan   Mrz »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
2425262728  

Blog Stats

  • 2.178.489 hits

Archiv