Zweiundzwanzig

Stütze im Alter*Das interessente Blatt vom 19.02.1914* berichtet über einen weibliche Ritterin der Ehrenlegion, die wegen Ihrer hohen Kinderzahl dieser Auszeichnung für würdig befunden wurde. Das Blatt schreibt: „… Würden Frankreichs Frauen dem Beispiel der Md. Amet folgen, dann käme der Tag, wo Frankreich nicht mehr die militärische Übermacht Deutschlands fürchten müßte und gestützt auf seine wehrpflichtige Jugend eine Revanchepolitik verfolgen dürfte. Es ist aber zu vermuten, daß das gute Beispiel der Md. Amet trotz des damit verbundenen Nationaldankes, ohne Folgen bleiben wird. Zweiundzwanzig Kinder, dazu reicht französischer Patriotismus nicht aus.

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6 Responses to “Zweiundzwanzig”


  1. 1 Blond 13. Februar 2014 um 11:52

    Da kommen ja noch nicht einmal die Türken in DummLänd ran!
    Alle Achtung!
    Wieviel Kindergeld das wohl ist?
    Aber warten wir noch ein bischen, bis die Großfamilien aus Bulgarien, Rumänien oder Somalia hier sind.
    Dann werden wir es ja sehen.
    Hihi.

  2. 2 Hasenklüver, Georg 13. Februar 2014 um 12:35

    Hallo Karl-Eduard, heute ist der 13. Februar. Hier ein sehr guter -öffentlicher- Beitrag aus dem Facebook kopiert! LESENSWERT!

    ZITAT

    Detlev B. aus Dresden

    Eigener Schulaufsatz aus den 1970-er (DDR-) Jahren im Gedenken an den 13. Februar 1945, den meine Mutti unmittelbar erlebte – sie wohnte bis zu diesem Tag direkt neben der Kreuzkirche in Dresden:
    ************************************************************

    Alljährlich gedenken wir am 13. Februar der sinnlosen Zerstörung Dresdens im Jahre 1945 und der 35.000 Toten, die im Grauen der Nacht zum 14. Februar unter teilweise gräßlichen Qualen gestorben sind. Zu einem Zeitpunkt, da es keinen Zweifel mehr über den Ausgang des 2. Weltkrieges geben konnte, war von amerikanischen und englischen Bomben die blühende Kunststadt Dresden in ein ödes Trümmerfeld verwandelt worden.
    Als ich etwa zehn Jahre alt war, erzählte meine Mutter von den schrecklichen Ereignissen jener Nacht. Nach dem Abendessen saßen wir noch am Tisch, meine Mutter, mein Vater, mein Bruder und ich. Kaum einer unterbrach meine Mutter während ihres Berichtes:

    „1945 war ich zwölf Jahre alt. Seit zwei Jahren wohnten meine Mutter und ich in einer fernbeheizten Wohnung auf der Schulgasse, unmittelbar neben dem Neuen Rathaus und wenige Schritte von der Kreuzkirche entfernt. Es war ein massives Gebäude einer Bankgesellschaft. Im Keller befanden sich Archiv- und Tresorräume sowie der Luftschutzkeller, im Erdgeschoß lagen Geschäftsräume, darüber Büros. Wir wohnten im dritten Stockwerk. Mein Vater, im Zivilberuf Angestellter der Bank, war als Sanitäter eingezogen. Infolge einer chronischen Erkrankung befand er sich im Lazarett in Dresden Neustadt, nahe dem heutigen Dr.-Kurt-Fischer-Platz.

    „Am Abend des 13. Februar, des Faschingsdienstages 1945, gingen meine Mutter und ich zeitig schlafen. Meine Mutter hatte Wäsche gewaschen, und ich war durch Schule und Violinunterricht stark beansprucht gewesen. Gegen 21.45 Uhr wurden wir durch Sirenengeheul geweckt. Unmittelbar darauf oder fast gleichzeitig krachten in nächster Nähe die ersten Sprengbomben. Wir hasteten in die Kleidung. Mit offenem Mantel, offenen Schuhen, das Notgepäck in der Hand, eilten wir in den schützenden Keller. Aus den Wohnungen im zweiten und dritten Stockwerk rannten alle Hausbewohner ebenfalls nach unten. Bedingt durch den Krieg waren es alte Leute, Frauen und Kinder. Von der Straße kamen noch einige Passanten in den Keller geflüchtet. In unablässiger Folge fielen die Bomben. Den pfeifenden Fallgeräuschen folgten die Detonationen. Dazwischen mischte sich das brummende Gedröhn von Flugzeugen. Das elektrische Licht im Keller flackerte, verlöschte zuweilen, flammte aber immer wieder auf. Ängstlich zusammengerückt saßen wir alle im Keller. Ich sehe noch genau eine junge Frau in großer Sorge um ihr wenige Wochen altes Kind oder einen alten Herrn aus dem Haus, der in der Eile nur seinen Mantel über den Schlafanzug geworfen hatte. In Sorge um das nackte Leben verrann die Zeit. Allmählich barsten seltener Bomben, das Brummen der Flugzeuge entschwand; nur wenige Sirenen heulten Entwarnung.

    „Einige Leute aus dem Haus, darunter meine Mutter, unternahmen einen Kontrollgang durch das Haus. Nach für mich schier unendlich langer Zeit kamen sie schmutzverkrustet und verrußt zurück. Sechs Stabbrandbomben waren in das Haus gefallen. Die Wasserleitung war zwar unterbrochen, aber mit Sand und Wasser aus Wannen und bereitstehenden Kübeln konnte alles gelöscht werden.

    „Nebenan im Neuen Rathaus brannte es und niemand unternahm Löschversuche, alle waren in großer Sorge! Meine Mutter meinte, ‚Wenn dort nicht bald gelöscht wird, werden wir das Haus nicht halten können!‘ Ringsumher waren Zerstörungen durch Sprengbomben, an vielen Stellen brannten Häuser. Verbissen wurde darum gekämpft, das Übergreifen des Feuers aus dem Neuen Rathaus zu verhindern. Die Unruhe im Keller wuchs. Gegebenenfalls mußten wir das Haus verlassen. In all das hinein schwoll wieder Flugzeuggebrumm an. Ob Sirenen geheult hatten, wußte niemand zu sagen. Nun begann ein gräßliches Bombardement. Das elektrische Licht verlosch endgültig. Draußen erfolgte eine Detonation nach der anderen. Die Druckwellen waren so gewaltig, daß wir uns mit offenem Mund auf den Kellerboden legten. Meine Mutter wollte einen Kontrollgang durchführen, aber: ‚Das ganze Haus steht in Flammen!‘ Wir mußten versuchen, das nackte Leben zu retten. Meine Mutter, einen Luftschutzhelm auf dem Kopf, zog mit Blendlaterne und Spitzhacke los und schlug den Mauerdurchbruch zum Keller des Nachbarhauses auf, alle stiegen und stolperten im Dunkeln hinterdrein. Noch ein Mauerdurchbruch mußte geschlagen werden. Weiter ging es bis zur Eingangstür in einen großen betonierten Luftschutzbunker. Verzweifelt hämmerten wir an die Tür, schrien! Niemand öffnete die Tür um schützenden Raum. Später haben wir erfahren, daß zu diesem Zeitpunkt bereits alle Leute im Bunker erstickt waren. Der Rückweg in den Keller des brennenden Hauses glich einem Trauerspiel. Es ging um Sein oder Nichtsein. Im Keller unseres Hauses kroch eine zähklebrige Masse brennend von den obersten Stufen die Kellertreppe herab: Phosphor!! Wir mußten raus! Es blieb nur der Notausstieg durchs Kellerfenster. Ein Soldat, der Zuflucht im Keller gefunden hatte, trat eine verklemmte Tür ein. Meine Mutter tauchte unsere beiden Wintermäntel in eine Wassertonne. Tropfnaß zogen wir sie an, hüllten nasse Handtücher als Kopftücher um, nahmen jeder zwei Gepäckstücke und stiegen durch das Kellerfenster hinaus. Einige blieben im Keller oder kehrten gleich wieder um. Ein tosender Feuerorkan empfing uns im Freien. Außer Flammen und Funken war nichts zu sehen. Ein alter Herr, der ebenfalls aus den Keller gestiegen war, wurde kurz vor uns von einem brennenden Balken niedergeschlagen und stand sofort in Flammen. Meine Mutter und ich rannten um unser Leben. Wir hatten uns an den Händen gefaßt und rangen mit weit geöffnetem Mund nach Luft. Wir stiegen über Tote und Trümmer, liefen um brennende Menschen herum. Unsere nassen Mäntel trockneten unwahrscheinlich rasch. Brennende Fetzen trieben durch die Luft. Wen es traf, der war verloren. Ich sah Leute, die sich an den Straßenrand gesetzt hatten, um Schutz vor dem Feuersturm zu finden. Ihr Mantel fing Feuer. Rasch versuchten sie, die brennende Kleidung abzuwerfen, eins nach dem anderen – bis sie selbst brennend liegen blieben. Todesschreie waren nicht zu hören im Lärm des Feuers.

    „Beim Umlaufen eines Brandherdes hatte ich meine Mutter verloren. Verzweifelt rannte ich – und fand sie wieder! Dabei spritzte mir Phosphor ans rechte Bein, ohne sich zu entzünden. Im Windschatten eines verlassenen Feuerlöschzuges auf dem Georgplatz, vor der alten Kreuzschule, fanden wir endlich einigermaßen Schutz vor dem grausigen Sturm.

    „Nach dem zweiten Angriff hatte sich mein Vater auf den Weg in die brennende Stadt begeben. Nur da er Sanitäter-Uniform trug, durfte er passieren. Mühsam kämpfte er sich in die Innenstadt hinein. Die schauerlichen Verwüstungen erschwerten die Orientierung. Er kam über Trümmer und Leichenberge bis zu unserem Haus; trotz der glühenden Hitze stieg er in den Keller. Infolge Sauerstoffmangels waren die Flammen im Keller erstickt, die zurückgebliebenen Menschen lebten nicht mehr. Verzweifelt suchte er unter den Erstickten nach uns. Mit letzter Kraft konnte er wieder ins Freie gelangen. Wo er nur Menschen traf, fragte er nach uns. Zwei alte Leute wiesen ihm den Weg. Unfaßbar glücklich sah ich meinen Vater auf uns zueilen.

    „Mein Vater führte uns durch den Großen Garten nach der Südvorstadt. Meine Mutter und ich waren durch Flammen und Funken erblindet. Nach der ersten ärztlichen Hilfeleistung – wir hatten zahllose Brandwunden – fanden wir Unterschlupf bei Verwandten in Coschütz. Drei Tage waren wir blind, über einen Monat konnte ich die verbrannte linke Hand kaum bewegen. Aufgrund der Phosphorverletzung am rechten Bein sollte mir der Unterschenkel amputiert werden.“

    Hier schwieg meine Mutter. Nun wollten wir beiden Jungen noch viele Einzelheiten wissen. Es war spät geworden – 21.45 Uhr. Zum Gedenken an die Zerstörung begannen die Glocken der Kirchen in Dresden zu läuten.

    Detlev B. aus Dresden

  3. 3 eulenfurz 13. Februar 2014 um 13:17

    Die Franzosen waren die erste europäische Nation der Neuzeit mit Kinderzahlen, welche die Volksgröße schrumpfen ließen. Das begann schon vor 150 Jahren, in Deutschland „erst“ – so ziemlich exakt – vor 100 Jahren. Aber auch in Deutschland setzte der Abschwung schon Jahrzehnte früher ein, so etwa 1870 oder 1880. Davor hatte die Standardfamilie 5 oder mehr Kinder.

  4. 4 hans heiner 13. Februar 2014 um 14:35

    Super Kommentar, Hasenklüver! Wirklich gut!

  5. 5 templarii 13. Februar 2014 um 15:05

    @eulenfurz
    Ja, und zwar wegen der Französischen Revolution

  6. 6 Hildesvin 13. Februar 2014 um 19:31

    Karnickelorden mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten für die Dame. —
    Bei Heinrich Zille:
    Besauft euch nich‘! Und bringt ooch den Sarch wieder…
    Wenn ick will, kann ick Blut in den Schnee spucken…
    Wenn ick jewußt hätte, wie ick aussehn du‘, ick hätt‘ mir nich‘ lassen uffe de Welt bringen…


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