Bekämpfung der Unsittlichkeit

Weich wie Samt*Coburger Zeitung 14. Februar 1914* Coburg, 13. Februar. Bekämpfung der Unsittlichkeit. Die Abgeordneten Freiherr Bock zu Schweinsberg (konservativ), Vorster (freikonservativ), Dr. Dittrich – Braunsberg (Zentrum), Dr. Schröder-Cassel (nationalliberal) und Genossen haben im preussischen Abgeordnetenhause den folgenden Antrag eingebracht: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen:

die Königl. Staatsregierung zu ersuchen, die nachgeordneten Behörden anzuweisen, mit allen gesetzlichen Mitteln die zunehmende Unsittlichkeit hauptsächlich in den Großstädten zu bekämpfen und so der Gefahr vorzubeugen, welcher die Jugend körperlich und seelisch ausgesetzt ist. Dazu ist weiter erforderlich, bei dem Bundesrate  darauf hinzuwirken, daß durch Änderung der bestehenden Gesetze, in erster Linie der §§ 33 a und 33 b der Reichsgewerbeordnung den Verwaltungsbehörden geeignetere Unterlagen zur Unterlagen (im Orginal) der Animierkneipen, Bars, Kabaretts, Rummelplätze und ähnlicher Schankstätten und Schaustellungen gegeben werden, insoweit sie der Unsittlicgkeit Vorschub leisten; besonderes Kinematographengesetz vorgelegt werde; inzwischen von den bestehenden Bestimmungen, insbesondere durch Verkürzung der Polizeistunden nachdrücklicher als bisher Gebrauch gemacht werde.

London, 12. Febr. Suffragetten – Verbrechen. Die von Carnegie gestiftete Bibliothek in Northfield bei Birmingham ist heute morgen niedergebrannt. Es scheint ein Anschlag von Anhängerinnen des Frauenstimmrechts vorzuliegen.

Bild: Mit dem Aufkommen des Films wird klar, viele Menschen vermögen das, was ihnen im Kino geboten wird, von der Realität nicht mehr zu unterscheiden, ja, sie halten die Handlungen und Taten im Film, mit denen das Publikum gefesselt werden soll, für wahr und nachahmenswert. Ist es wirklich erfüllend, ewig eine Singl-Frau zu bleiben, die im Gehen Kaffee schlüft und von tanzenden Babys träumt? Ist die Paarung Gleichgeschlechtlicher, das, was die Natur zur Arterhaltung vorgesehen hat? Der Kinematograph meint: Ja. Doch für den Alltag ist solch ein Leben völlig untauglich.

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