Der Hitler Prozeß

Der Hitler Prozeßwird am 28.02. 1924 von der „Coburger Zeitung* thematisiert: Der Hitler-Prozeß. Die Anklageschrift. Die etwa 35 Seiten umfassende Anklageschrift schildert ausführlich die Vorgänge im Bürgerbräukeller am Abend des 8. November, in der schon durch wiederholte Veröffentlichungen in der Presse bekannt gewordenen Weise. Neu ist dagegen die Mitteilung, daß die Aktion in einer geheimen Besprechung beschlossen wurde, die am 7. November unter Beteiligung der nationalsozialistischen Sturmabteilungen des Bundes Oberland und der Reichskriegsflagge abgehalten wurde.

Es standen zwei Pläne zur Erwägung. Der eine von Hitler, der dann auch tatsächlich durchgeführt wurde, während der zweite vorsah, daß nach einer großangelegten Nachtübung des Kampfbundes am Morgen des 11. November ein Einmarsch in München mit dem Sturze der Regierung und gewaltsame Teilnahme Kahrs, Lossows und Seißers erfolgen sollte. Man entschied sich für den Plan Hitlers.

Es werden dann bis ins kleinste die genau festgelegten Beteiligungen der einzelnen Verbände an dem Unternehmen angeführt, woraus hervorgeht, daß in ganz Bayern Geheimbefehl zur Mobilisation und zum Marsch nach München ausgegeben wurden.

Über die Beteiligung der Infanterieschule wird uns auch gesagt, daß der Kampfbund seit längerer Zeit versuchte, Einfluß auf die Angehörigen der Infanterieschule zu gewinnen, wobei sich besonders Oberleutnant Roßbach und Leutnant Wagner, später auch Oberleutnant a.D. Pernet, der Stiefsohn Ludendorffs, betätigten. Roßbach vermittelte einen Besuch mehrerer Herren der Infanterieschule am 4. Novemer 1923 bei Ludendorff, der bei dieser Gelegenheit über die völkische Erhebung sprach und die Ansicht äußerte, daß die völkische Idee in kürzester Zeit siegen werde.. Er sprach auch davon, daß es Hitler  durch seine Bewegung  gelungen sei, die weiß-blaue Gefahr während der letzten 3 Jahre niederzuhalten. Diese Gefahr bestehe darin, daß in Bayern das Königtum wieder aufgerichtet werde, was dazu führen würde, daß entweder Bayern sich vom Reiche trennen oder aber die Führung im Reiche an sich reiße und sich über Preussen stellen werde. Auf die Frage der Infanterieschüler, wann er an eine völkische Erhebung denke, antwortete Ludendorff, der erste Zeitpunkt sei schon verpaßt, jetzt könne es noch Wochen oder Monate dauern, bis die Not der großen Masse des Volkes zum völkischen Gedanken treibe. Am 8. November mittags begaben sich Pernet und Wagner zum Oberkommando des Kampfbundes in die Schellingstraße.

Wagner wurde beim Oberkommando von Roßbach und Göring über das geplante Unternehmen unterrichtet und mit entsprechenden Weisungen versehen. Um 8 1/2 Uhr abends traten die beiden Offiziersinspektionen und die beiden Fähnrichinspektionen in der Infanterieschule zusammen, wobei ihnen von Wagner mitgeteilt wurde, daß in diesem Augenblick die völkische Regierung für Deutschland im Bürgerbräukeller ausgerufen werde. Gleichzeitig werde in ganz Deutschland die völkische Revolution beginnen und von allen Richtungen der Vormarsch nach Berlin erfolgen. Ludendorff habe befohlen, daß die Infanterieschule sofort unter der Führung Roßbachs Verwendung finde. Fast sämtliche Infanterieschüler traten daraufhin mit Waffen und scharfer Munition im Kasernenhofe an. Es wurden Hakenkreuzfahnenund Hakenkreuzarmbinden ausgegeben, worauf die Infanterieschule etwa um 9 Uhr zum Bürgerbräukeller marschierte.

Die Anklageschrift führt dann aus, dann man auf Seite Hitlers das eingeleitete Unternehmen auch dann noch fortzuführen versuchte, als man schon sicher wußte, daß Kahr, Lossow und Seißer entschlossen waren, den Putsch mit den gesetzlichen staatlichen Mitteln niederzuschlagen. …. Weiter im Orginal zu lesen.

Bild: Besucher des Hitler-Prozesses werden handverlesen. Nazis müssen draußenbleiben. So sieht die vielbeschworene Weimarer Demokratie aus. Auch, daß der Staat einen Putschversuch mit Waffengewalt niederschlägt, sollte unsere Empörung bis zum Siedepunkt anheizen. Hier, würde Michael Mannheimer philosophieren, sieht man, daß Bürger, um die Freiheit zu erringen, das Äußerste wagen. Wie in Kiew. 2014.

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1 Response to “Der Hitler Prozeß”


  1. 1 eulenfurz 28. Februar 2014 um 10:02

    Heute würde man schreiben, daß die Despoten Kahr & Co. den Hitlerschen Maidan-Marsch brutal niederschlugen und was das doch für totalitäre Zustände seien. Zum Glück sind unsere Journalisten ausgewiesene Demokraten, was heißt, daß sie die einen gleicher als die anderen behandeln.


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