Archiv für 4. März 2014

Breche Dein Brot mit Hungernden

Der AEG Kühlschrank Santo 1934Breche Dein Brot mit Hungernden, schreibt die *Freiburger Zeitung vom 04.03.1934*, und, sagt der Blogwart, man mußte damals nicht mal nach Afrika fahren, um Hungernde zu suchen. Oder sie aus Afrika kommen lassen, damit die eigene Helferorganisation weiterbestehen kann. Der Gedanke des Eintopfsonntags war der, daß sich jedermann bewußt werde, daß es auch Deutsche gibt, deren Tisch nicht üppig gedeckt ist, heute wissen wir freilich, das diente alles nur der Aufrüstung Hitlers und seinen Weltherrschaftsplänen, sagt die veröffentlichte Meinung.

Wie auch heute, war es damals jedermann freigestellt, sich an den Eintopfsonntag zu halten oder nicht, nur blieb das besser in der Familie, wollte man sich nicht dem Tugendterror aussetzen.

Empfehlenswerte Eintopfgerichte. Mandelreis für 4 Personen: 200 Gramm Reis, stark 1/2 Liter Milch, 1 Eßlöffel Butter, 1/2 Teelöffel  Salz, 3 Eßlöffel Zucker, 40 Gramm süße Mandeln und 2 – 3 bittere Mandeln. Der Reis wird mehrmals kalt gewaschen, abgetropft, mit allen Zutaten (die Mandeln gebrüht, abgezogen und gerieben) weich gekocht, wobei man aber die Mandeln erst zum Schluß hinzufügt. In einer kalt gewordenen Porzellanform nicht zu fest eingedrückt, wird er nach dem Erkalten gestürtz, mit rotem Fruchtsaft oder gekochtem Obst angerichtet.  Würziger Reisauflauf für 4 Personen.  200 Gramm Reis. 1/2 Liter Brühe, 60 Gramm Fett, 1 geriebene Zwiebel, 1 Stk geriebene Sellerie, 2 Eßlöffel gewiegte Kräuter, 2 Eßlöffel geriebener Käse, 2 Eigelb, 2 Eischnee. Reis tüchtig waschen, abgießen. Zwiebel, Kräuter, Sellerie im Fett dünsten, den Reis etwas darin anrösten, die gute Brühe darauf füllen, den Reis langsam ausquellen. Abgekühlt fügt man Eigelb, geriebenen Käse, etwa einige Pilze und den Schnee darunter, füllt alles in eine gebutterte Auflaufform, streut etwas Reibbrot darunter und fügt einige Butterstückchen obenau. In 1/2 bis 3/4 Stunden bäckt man den Auflauf zu schöner Farbe.

Bild. Was da zum Eintopfsonntag auf den Tisch kommt, sieht doch richtig lecker aus. Und das essen die ärmeren Volksgenossen alle Tage? Ja, sagt der Blogwart, das tun sie.

Der Feldzug der Suffragetten

Miss Pankhurst*Die Coburger Zeitung vom 04.04.1914* schreibt: London, 2. März. Der Feldzug der Suffragetten wird jeden Tag verbrecherischer. Gestern abend wurde in der 200 Jahre alten St. Johnskirche eine Bombe zur Expolosion gebracht. Die Wände der Kirche, die mit berühmten Skulpturen bedeckt sind, wurden schwer beschädigt. Es gelang nicht, die Attentäterinnen festzunehmen.

*Das interessante Blatt vom 05.03.1914* nimmt sich auch des Themas „Femen“ an:  Miß Pankhurst und die englische Polizei. Die schönen Zeiten, da Miss Pankhurst aus England geflüchtet war und keine Reden halten konnte, sind für die englische Polizei vorüber. Das „Katz und Mausspiel“ zwischen ihnen hat wieder begonnen. Miß Pankhurst hat nämlich die Gefängnisstrafen, die über sie verhängt wurden, noch lange nicht abgesessen. Sie wird, sobald sie  den Hungerstreik im Gefängnis beginnt, gegen das Versprechen politisch nicht hervorzutreten, entlassen.

Natürlich fällt es ihr nicht ein, das Versprechen zu halten und so muß sie denn wieder verhaftet werden, muß wieder hungern, freigelassen und verhaftet werden und so geht es fort. Jetzt steht sie wieder vor der Verhaftung. Sie hat vom Balkon eines Privathauses eine öffentliche Ansprache voll der heftigsten Angriffe auf die Regierung gehalten. Die Polizei umstellte das Haus, um sie beim Herauskommen zu verhaften. Miß Pankhurst gelang es aber, zu entkommen. Eine opferwillige Suffragette wechselte mit ihrer angebeteten Führerin die Kleider und ließ sich beim Ausgange verhaften, während die echte Pankhurst unbehelligt davonging.

Der Polizei fällt es natürlich nicht ein, nach ihr zu suchen. Sie wartet geduldig bis miß Pankhurst wieder eine Rede hält, und wird sie dann festnehmen, soferne es der Vielgewandeten nicht gelingt, ihre Verfolger noch einmal zu täuschen.

Bild: Suffragetten waren eben keine lustigen Damen, wie in Mary Poppins dargestellt, sondern Frauen, die auch vor Gewalt nicht zurückschreckten, um das durchzusetzen, was sie als ihr Recht ansahen. Erst ging es darum, den Kurs der Regierung zu bestimmen, über das Frauenstimmrecht, heute besteht das Ziel der Frauenrechtlerin darin, Versorgungsplätze auf Kosten der Allgemeinheit über die Quote zu ergattern.  Das ist auch wesentlich komfortabler, als die Versorgung durch die Ehe. Frau muß keine Gegenleistung erbringen.

Die Welt am Abgrund

Wir werden alle sterbenErschreckt fallen dem harmlosen Supermarktbesucher die Schlagzeilen der überregionalen Zeitungen auf und er fragt sich besorgt, ob nun der III. Weltkrieg beginnt oder Putin einen zweiten Holodomor anzettelt und ein so singuläres, unfassbares Verbrechen an den Ukrainern begehen wird, hinter dem der Holocaust zur harmlosen Lausbüberei verblasst? Der Blogwart meint: Vielleicht. Da er aber keine Massenmedien konsumiert, wie der Drogenabhängige den „Stoff“, ist er von der ganzen Aufregung, die künstlich geschürt wird, ziemlich unberührt. Was gerade geschieht, ist, daß Rußland seine nationalen Interessen vertritt, wie Amerika, seit seiner Gründung, und daß es ein durcheinanderschnatterndes Europa gibt, das weder politisch, noch militärisch in der Lage ist, dem Einhalt zu gebieten. Es ist ein absolut lächerliches Schauspiel.

Bild: Argloser Medienkonsument, der immer noch glaubt, was in der Zeitung steht, und in der Tagesschau kommt, ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, dabei ist für Journalisten und Politiker das ganze Jahr über 1. April. Warum ist das so? Nun, die simple Erklärung ist, wir Europäer gehen davon aus, daß uns ein Gegenüber, wenn wir mit ihm kommunizieren, nicht nach Strich und Faden belügt, weil wir selber so ein Verhalten abscheulich finden. Und wissen, was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu. Dieser Konsens ist von den professionellen Lügnern in den Medien und der Politik längst verlassen worden. Wir sträuben uns aber, das zu akzeptieren. Können Menschen wirklich absolut schlecht und durch und durch verdorben sein? Aber ja!


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