Archiv für 22. April 2014

Der Konflikt zwischen den USA und Mexiko

Mexiko 1914Das *Interessante Blatt vom 23.04.1914* schreibt: Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko. Fünfzehn amerikanische Kriegsschiffe in den mexiklanischen Häfen. Ein an sich nicht allzu bedeutendes Ereignis hat den Funken ergeben, der den schon so langer Zeit zwischen den Vereinigten Staaten und der Regierung Huertas aufgespeicherten Zündstoff in Brand gesetzt hat. Es war die Verhaftung mehrerer amerikanischer Marinesoldaten vom Kanonenboot „Dolphin“, die nach Tampico gekommen waren, um den Ölvorrat des Schiffes zu ergänzen. Admiral Mano forderte als Genugtuung die Freilassung der Gefangenen und die Salutierung der amerikanischen Flagge.

Huerta (Der mexikanische Regierungschef – Anmerkung vom  Blogwart.) wollte dies nur unter gewissen Bedingungen zugestehen. Da schlug Wilson (Der amerikanische Präsident – Anmerkung vom Blogwart.) endlich auf den Tisch und beorderte sofort das ganze atlantische Geschwader, bestehend aus 15 modernsten und gewaltigsten Kriegsschiffen, den dazu gehörigen Torpedofahrzeugen und Transportdampfern zu einer Flottendemonstration an die mexikanische Küste. Eine zweite Demonstration an der pazifischen Küste Mexikos  wird vorbereitet. Eine zu gleicher Zeit überreichte Note drohte Huerta, falls er nicht binnen dreimal vierundzwanzig Stunden die Forderungen der Union erfülle, die Besetzung von Veracruz und Tampico an.

Diese Maßnahme der amerikanischen Regierung kommt nicht eben überraschend, da man sie nun schon seit nahezu einem Jahre sehnlichst erwartete. ob freilich Wilson die Tatkraft besitzen wird, die Aktion bis zu Ende durchzuführen und dem Lande durch die Eibnverleibung in den nordamerikanischen Staatenbund die Ruhe zu geben, erscheint aus mehreren Gründen zweifelhaft. Eine solche Aktion widerspricht seiner Auffassung von der Regierungsgewalt des Präsidenten. Er will jeden Anschein imperialistischer Aspirationen vermeiden.

Dann fürchtet er auch den Widerstand Englands, das in Mexiko starke Interessen hat und die Regierung Huertas unterstützt. Und schließlich bedeutet ein solches Unternehmen ein großes Risiko für die Union und würde viel Zeit, Geld und Menschen kosten. Die amerikanische Armee ist sehr klein und ihre militärische Tüchtigkeit wird nirgends sehr hoch geschätzt. Das zu besetzende Land ist aber ungeheuer groß, unwegsam und von einer kriegerischen, schwer zu beherrschenden Bevölkerung bewohnt. Ob es nun zur tatsächlichen Intervention kommt, oder nicht – ein baldiges Ende der Wirren ist nicht zu erwarten.

Bild: In Mexiko herrscht 1914 Bürgerkrieg. Der Blogwart meint, interessant wäre doch zu erfahren, warum die Soldaten der „Dolphin“ verhaftet wurden.

Seemannsgarn

schau malGestern las der Blogwart auf Ria Novosti, ein US – amerikanischer Zerstörer der Ägis – Klasse, Marinekenner mögen mir meine falschen Fachausdrücke verzeihen, wäre im Schwarzen Meer von einem russischen Jagdbomber außer Gefecht gesetzt worden, in dem es, das Flugzeug,  die Elektronik ausschaltete. Das hält der Blogwart für ziemliches Seemannsgarn. Nun gut, der Artikel steht unter der Rubrik Meinungen – dennoch …. Für einen Aprilscherz war es definitiv zu spät.

Was den Blogwart daran stört: Der angebliche Vorfall fand in internationalen Gewässern statt. Wenn auch nur die Anrainerstaaten das Schwarze Meer befahren dürfen und Fremde in vertraglich begrenztem Kontingent, ist die Vorgehensweise der Jagdbomberbesatzung höchst ungewöhnlich. Mehrmals einen Zerstörer anzufliegen, um einen Raketenabschuß zu simulieren, wäre eine extreme Provokation der amerikanischen Schiffsführung. Es werden zudem keine Beweise angeführt, daß der Ausfall der Elektronik auf das Wirken des russischen Flugzeugs zurückzuführen ist. Der lapidare Satz, daß nach Auswertung der Aufzeichnungen des Jagdbombers  … hätte gereicht. Wer sagt uns, daß der Kapitän des Zerstörers nicht die Abschaltung der Systeme befohlen hat?

Weiter hätten anschließend 27  Besatzungsmitglieder des Zerstörers den Dienst quittiert, weil sie ihr Leben nicht riskieren wollten. Das klingt, auf die deutsche Bundesmarine bezogen, zwar nicht unvorstellbar, bei amerikanischen Matrosen hält der Blogwart das aber eher für unwahrscheinlich. Die Marine blickt dort immerhin auf eine stolze Tradition zurück, die sie pflegt und auch auf Kriegseinsätze in jüngerer Zeit.

Wenn es aber kein Seemannsgarn ist, dann ist das Ganze ein enormes Armutszeugnis für Amerika. Wenn es denn stimmt. Was der Blogwart aber anzweifelt. In seiner Dienstzeit kursierten auch Gerüchte über die Wunderwaffen der Sowjetarmee. Mal war eine ganze Insel verschwunden, dann wieder ganze chinesische Regimenter. Nein! So was aber auch!

Bild: Stolz liest Mutter Swetlana dem Töchterchen Dascha die neuesten Erfolge der stalinschen Falken vor. “ … und dann verließen 27 Amerikaner weinend ihrSchiff, denn sie wollten nicht mehr gegen Mütterchen Rußland fahren. Und morgen, Töchterchen, erzähle ich Dir ein anderes Märchen. Und jetzt ab ins Bett.“


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