Der Konflikt zwischen den USA und Mexiko

Mexiko 1914Das *Interessante Blatt vom 23.04.1914* schreibt: Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko. Fünfzehn amerikanische Kriegsschiffe in den mexiklanischen Häfen. Ein an sich nicht allzu bedeutendes Ereignis hat den Funken ergeben, der den schon so langer Zeit zwischen den Vereinigten Staaten und der Regierung Huertas aufgespeicherten Zündstoff in Brand gesetzt hat. Es war die Verhaftung mehrerer amerikanischer Marinesoldaten vom Kanonenboot „Dolphin“, die nach Tampico gekommen waren, um den Ölvorrat des Schiffes zu ergänzen. Admiral Mano forderte als Genugtuung die Freilassung der Gefangenen und die Salutierung der amerikanischen Flagge.

Huerta (Der mexikanische Regierungschef – Anmerkung vom  Blogwart.) wollte dies nur unter gewissen Bedingungen zugestehen. Da schlug Wilson (Der amerikanische Präsident – Anmerkung vom Blogwart.) endlich auf den Tisch und beorderte sofort das ganze atlantische Geschwader, bestehend aus 15 modernsten und gewaltigsten Kriegsschiffen, den dazu gehörigen Torpedofahrzeugen und Transportdampfern zu einer Flottendemonstration an die mexikanische Küste. Eine zweite Demonstration an der pazifischen Küste Mexikos  wird vorbereitet. Eine zu gleicher Zeit überreichte Note drohte Huerta, falls er nicht binnen dreimal vierundzwanzig Stunden die Forderungen der Union erfülle, die Besetzung von Veracruz und Tampico an.

Diese Maßnahme der amerikanischen Regierung kommt nicht eben überraschend, da man sie nun schon seit nahezu einem Jahre sehnlichst erwartete. ob freilich Wilson die Tatkraft besitzen wird, die Aktion bis zu Ende durchzuführen und dem Lande durch die Eibnverleibung in den nordamerikanischen Staatenbund die Ruhe zu geben, erscheint aus mehreren Gründen zweifelhaft. Eine solche Aktion widerspricht seiner Auffassung von der Regierungsgewalt des Präsidenten. Er will jeden Anschein imperialistischer Aspirationen vermeiden.

Dann fürchtet er auch den Widerstand Englands, das in Mexiko starke Interessen hat und die Regierung Huertas unterstützt. Und schließlich bedeutet ein solches Unternehmen ein großes Risiko für die Union und würde viel Zeit, Geld und Menschen kosten. Die amerikanische Armee ist sehr klein und ihre militärische Tüchtigkeit wird nirgends sehr hoch geschätzt. Das zu besetzende Land ist aber ungeheuer groß, unwegsam und von einer kriegerischen, schwer zu beherrschenden Bevölkerung bewohnt. Ob es nun zur tatsächlichen Intervention kommt, oder nicht – ein baldiges Ende der Wirren ist nicht zu erwarten.

Bild: In Mexiko herrscht 1914 Bürgerkrieg. Der Blogwart meint, interessant wäre doch zu erfahren, warum die Soldaten der „Dolphin“ verhaftet wurden.


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