Beiss den SS-Mann in die Hand

Scan4Ingrid Fuchs (83), ist nimmermüde als Agitatorin unterwegs, um die Hirne und Herzen junger Menschen zu formen. Weil sie 1936 sieben Jahre alt war, kann sie sich genau an die Nazi – Zeit erinnern und woran sie sich nicht erinnert, das hat sie gehört oder gelesen, insbesondere über den Holocaust. Und natürlich das, was die Weltkriegssieger und die ausgerotteten Holocaustüberlebenden darüber in Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, Filmen und in Rundfunkbeiträgen vermittelten. Alles Andere wäre undenkbar und Ingrid Fuchs würde auch nicht eingeladen werden.

Der Blogwart hat sich oft gefragt, wie alte Menschen sich so genau an die Vergangenheit erinnern, in der sie gerade Kind waren aber bereits alle gesellschaftlichen Zusammenhänge klar durchschauten und erkannten, um sie dann später als Altersweisheit über der Jugend auszuschütten. Und der Blogwart ist dankbar, daß es Menschen wie Ingrid Fuchs gibt, die sich civilcouragiert gegen die heutigen Nazis  stellen. Nicht, daß ein falscher Eindruck entsteht.

Er findet es aber nicht richtig, daß Ingrid Fuchs den Eindruck erweckt, Juden hätten die Gelegenheit zur Ausreise aus dem Vernichtungslager Deutschland gehabt oder daß die Regierung Menschen abgeschoben hätte, nur weil sie sie nicht im Lande haben wollte. Das wirft ein schlechtes Licht auf die bundesdeutsche Asylpolitik. Da sollte Frau Fuchs ihr Konzept überarbeiten, um nicht in einen Konflikt mit den Ämtern zu kommen, die ihr den Besuch der Bildungseinrichtungen ermöglichen. Um die Jugend zu verderben.

Auch daß der Biss in eines SS-Mannes Hand, der einen armen alten Juden schlug, nicht zur Haft für die Eltern der Ingrid Fuchs führte und zur Einweisung der Vortragenden in ein Erziehungsheim, hinterläßt beim Blogwart einen bitteren Nachgeschmack, hier hätte sich Frau Fuchs einen Leidensweg ausdenken können, der im Zuhörer Mitgefühl, Abscheu und brennenden Haß auf die Generation der Urgroßmütter und – väter erzeugt und den tiefen Widerwillen, zu einem Volk zu gehören, das bis 1939 von aller, außer der jüdischen Welt, bewundert wurde. Das aber war, wie wir wissen, lediglich der raffinierten Propaganda geschuldet.

Leider ließ Frau Fuchs ihre Zuhörer ratlos zurück, als sie empfahl, Nazi-Parolen ungesäumt entgegenzutreten. Denn den Blogwart hätte schon interessiert ob auch „Geld für die Oma, statt für Sinti und Roma“ darunter fällt. Aber das wird wohl eine andere Geschichte. An der Ingrid Fuchs noch feilt.

Und natürlich sollen die Genannten das Geld bekommen, das sonst ungerechterweise Frau Fuchs zufließen würde. In Form der Rente. Damit sich so etwas nie wiederholt. Das ist doch klar. Oder?

Im Übrigen steht die heutige Kinder- und Jugendgeneration nicht wehrlos da, gegen die Ungerechtigkeiten der Welt. Sie muß sich nur durchbeißen.

Beissen ist die erste BürgerpflichtBild: Wo das Übel auf der Welt regiert, liebe Kinder und Jugendliche, da kann auf die Zahngesundheit keine Rücksicht genommen werden. Hätte nur jedes deutsche Kind, wie Frau Fuchs, einen SS-Mann gebissen, Schlimmes wäre nie geschehen. Oder nur mit verbundenen Händen. Widerstand gegen Unrecht kann so einfach sein.

17 Responses to “Beiss den SS-Mann in die Hand”


  1. 1 Adebar 26. November 2014 um 10:32

    Vieleicht komme ich ja auch in die glückliche Lage und kann mir meine Rente etwas aufbessern, indem ich die nachfolgende Generation über das Unrechtssystem in der DDR/BRD aufkläre. Allerdings ohne Märchenbuch und siebenarmigen Leuchter.

  2. 2 Karl Eduard 26. November 2014 um 11:30

    Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

  3. 3 Blond 26. November 2014 um 11:39

    Zum zweiten Bild:
    Kinder, wenn ihr auch wie Richard Kiel in ein Stahlseil,
    vorzugsweise ein Hochspannungskabel,
    beißen wollt,
    putzt euch vorher besonders gut die Zähne.

    Sieht im Sarg einfach besser aus.
    So mit geputzten Zahnresten, meine ich.

    @Adebar, Dir fehlt einfach nur ein SS-Mann zum Reinbeißen.
    Die Arm bringen dann die Leuchter mit.
    Und das Märchenbuch schreibt Dir SPEIGEL – eventuell gegen Aufpreis.

  4. 4 Blond 26. November 2014 um 12:44

    OT
    Koalition einigt sich auf Frauenquote
    BERLIN. Union und SPD haben sich auf eine gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte geeinigt. Demnach müssen bis 2016 knapp ein Drittel der Posten an Frauen vergeben werden. Unternehmen, die dem nicht nachkommen, müssen mit Sanktionen rechnen.
    Solange die Firmen die gesetzliche Quote nicht erfüllen, dürfen freiwerdende Stellen nicht mehr mit Männern besetzt werden. Betroffen sind 108 börsennotierte Unternehmen, die ihren Firmensitz in Deutschland haben.

    http://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2014/koalition-einigt-sich-auf-frauenquote/

    … die ihren Firmensitz in Deutschland
    hatten!

  5. 5 Bonmot 26. November 2014 um 13:44

    Frau Fuchs könnte auch nützliche Arbeit leisten beim hinterfragen / erleuchten der gegenwärtigen Situation in dem einstmals „Heiligen Land“. Dort gibt es evtl. genug pernizöse Hände zum beißen um eventuell darüber zu berichten.

  6. 6 Karl Eduard 27. November 2014 um 04:59

    @Blond

    Aufsichtsräte sind lediglich Versorgungseinrichtungen. Die haben weder etwas mit Entwicklung, noch Verkauf zu tun. Es ist aber gut, daß nun auch unverdiente FrauInnen, die die Geschäfte von Firmen gefördert haben, einen Versorgungsposten bekommen, unabhängig, ob sie der Firma nutzten oder nicht.

    Frauen kommen langsam aber, aber gewa – altig. 🙂

  7. 7 Blond 27. November 2014 um 08:36

    Ja, K.E., mag wohl so sein.
    Aber ich bezweifle stark, dass die Firmen mit zu wenig Frauen in den Aufsichtsräten oder Vorständen Lust darauf verspüren, wegen des Koalitionsbeschlusses Sanktionen hinzunehmen.
    Also bleibt die Wahl zwischen Aufsichtsrat-„Strohfrau“ und Abwandern.
    Mal sehen, wieviele der 108 betroffenen Firmen noch nach 2016 ihren Sitz weiterhin in DDLänd haben werden und wie die Sanktionen aussehen.
    Bin gespannt 😉

  8. 8 Adebar 27. November 2014 um 09:39

    @Blond

    Warum gibt es die Frauenquote nur in den sehr gut bezahlten Aufsichtsräten?

    Wo bleibt die Quote im Maurerhandwerk, bei den Schlachtern, der Bundeswehr, den Straßenbauern oder beim FC Bayern Münchnen?

    Warum nur eine Quote für Frauen, was ist mit den Schwulen & Lesben, den Transgendern, den Pädophielen (Da sind die Grünen vorbildlch!), den Alkoholikern und all den anderen Randgruppen?

    Irgendwie muß der Fachkräftemangel doch künstlich geschaffen werden oder irre ich mich?

  9. 9 Adebar 27. November 2014 um 09:44

    Ich habe ein E übrig, es heißt natürlich: „den Pädophilen“!

  10. 10 Heinz 27. November 2014 um 10:38

    Dank Schund-ler’s Liste gibt es keine ausgerotteten Holocaustüberlebenden.

    Frau Fuchs gehört zu den wenigen, die nicht nur Rente kassieren, sondern auch etwas dafür tun. Wie wir wissen gäbe es ohne das Zins- und Zinseszins Vermächtnis der Juden gar keine Rente. Sie hatten damit sicher gestellt, dass den kapitallastigen Rentenanstalten genügend Erträge zukommen.

    Uneigennützig wie sie nun mal sind, haben sie 6 Millionen potentielle
    Rentenempfänger geopfert, damit es uns gut geht. Oder.

  11. 11 Blond 27. November 2014 um 12:19

    @ Adebar, ja, vollkommen richtig.
    Da fehlen noch alle Ausgegrenzten und Randgruppen in der Quote.
    Meine Herrn, haben die Elite-Führer dieser Nation noch viel zu tun!
    P.S.: Kauf. Dein E (für mein erstes Wort nach P.S.:, damit’s nicht schlecht wird – hihi)

  12. 12 Onkel Peter 27. November 2014 um 18:26

    ein Fortschritt ist das schon. Zwar haben 99,9 Prozent aller Frauen immernoch keinen Aufsichtsraatsposten( ebenso hatten 99,9 Prozent aller Männer vorher auch Keinen, aber dies fiel in der allgemeinen Aufregung niemandem auf) aber immerhin haben jetzt 0,01 Prozent der Frauen einen solchen Posten inne. Vorher waren es lediglich 0,008. So bricht sich der Fortschritt der Menschheit unaufhaltsam Bahn und man kann diese Entwicklung gar nicht genug begrüßen.

  13. 13 Onkel Peter 27. November 2014 um 18:29

    Eine Null zuviel. Aus diesem Grund habe ich ja auch keinen Posten im Aufsichtsrat. Geschieht mir Recht!

  14. 14 Blond 28. November 2014 um 08:14

    Eine Null zuviel ist gut, wenn vor dem Komma und nach einer positiven Nicht-Null (aber kein HIV).
    Vor dem Komma ohne Vorzahl kann die Null auch gut sein, z.B. bei der Steuer-Erhöhung 😀 .
    Bei Nach-Nullen ist das so eine Sache:
    Gut, wenn die Führung bei einer Nicht-Null liegt.
    Schlecht bei von einer Vor-Null gekennzeichneten Lohnerhöhung.
    Hihi

  15. 15 Hermann 28. November 2014 um 23:23

    Vor ca 3 Jahren las ich in der Lokalpresse einen Bericht über einen Vortragsreisenden an einer örtlichen Schule. Der hatte eine für mich sehr interessante Geschichte. Er war 1944 als Kleinkind zusammen mit seiner Mutter aus Bergen-Belsen entlassen worden. Ich meine er war sogar dort geboren, ich bin aber nicht sicher. Wie konnte das sein? Die Erklärung des Überlebenden bzw. der Zeitung: Die Nazis wollten Sympatiepunkte sammeln für den Fall daß sie den Krieg doch noch verlieren. Der Vortagende ermahnte die Schüler immer darauf zu achten, wenn Menschen ins Gefängnis gehen, dann müssen sie auch wieder zu Vorschein kommen. So hätten die Bevölkerung den Massenmord verhindern können.

  16. 16 Adebar 29. November 2014 um 10:17

    @Herrmann

    Es handelte sich doch nicht etwa, zufälliger Weise, um Otto Uthgenannt?

    http://www.nwzonline.de/kultur/weser-ems/die-falschen-leiden-des-otto-uthgenannt_a_1,0,3068734301.html

  17. 17 Notarzt 29. November 2014 um 12:10

    „Und natürlich sollen die Genannten das Geld bekommen, das sonst ungerechterweise Frau Fuchs zufließen würde“

    Die Idee hat was…!! 😉

    Damit würde man solchen „Trittbrettfahrern“ jeglichen Coloeurs endlich das Wasser abgraben können (egal ob Nazi-Warner, Asylanten-Versteher etc.) und man würde nicht alle Naselang davon medial belästigt werden.

    Dazu noch gepaart mit einem verpflichtenden „Herr/Frau Sowieso spendet ihr Hornorar für die „edle Sache““


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