Archiv für 11. April 2015

Stoff für Hollywood

Brangelina*Coburger Zeitung vom 11.04.1915* Erlogene Greuelgeschichten Brüssel, 9. April. Die Korrespondenz Piper, Abteilung Belgien, meldet: Der jetzt in London erscheinende Independance Belge erzählte in ihrer Nummer vom 26. März eine ihr vom belgischen Justizministerium zugegangene Greuelgeschichte, die sich in dem Orte Sempst bei Antwerpen ereignet haben soll. Ein Fuhrmann namens David Jordens gab etwa 30 bis 35 deutschen Soldaten zu essen, die dann seine 13 jährige Tochter vergewaltigt und mit den Bajonetten aufgespießt hätten. Auch den 9 – jährigen Sohn hätten sie getötet, schließlich durch Revolverschüsse auch seine schreiende Frau. Belgische Soldaten hätten die Deutschen dann vertrieben und niedergemacht. Die meisten Mädchen von Sempst seien übrigens vergewaltigt worden.

Der Generalgouverneur ordnete eine Untersuchung an, welche ergab, daß die Geschichte von A bis Z erlogen ist, denn es gibt in Sempst keinen Fuhrmann namens David Jordens, das bestätigen der Bürgermeister, sein Bruder und der Gemeindesekretär zeugeneidlich. Der Bürgermeister sagt sogar aus, daß sich die deutschen Soldaten nach den Erklärungen glaubwürdiger Personen, die den Ort seit Ausbruch des Krieges niemals verlassen haben, tadellos benahmen. Man kann erwarten, daß das belgische Justizministerium von diesen Bekundungen Notiz nimmt und sie der Öffentlichkeit unterbreitet.

Bild: Wie man hört, hat Hollywood vor, dieses unfassbare Verbrechen kaiserlicher, deutscher Truppen  zu verfilmen. Brad Pitt ist im Gespräch für die Rolle des eingewanderten Fuhrmanns, David Jordens, der alleine 35 Soldaten des Kaisers tötet, bevor Verstärkung in Form belgischer Truppen und US-Spezialeinheiten eintrifft, an deren Spitze er sich setzt. Angelina Jolie übernimmt wohl den Part der unglückseligen Ehefrau, die, schwer verletzt, den Anführer der Mordbrenner davon abhalten kann, auch die Hauskatze zu schänden, bis sie selbst ihr Leben aushaucht. Wer die vergewaltigte Tochter spielt, ist unklar. Derzeit ist Rihanna noch im Gespräch. Wegen der Schwarzenquote. Der Film soll zwischen Amerika, Belgien  und Deutschland Brücken schlagen und 35 ausgefallene Arten zeigen, wie man, nur mit Fuhrmannsausrüstung, Deutsche auf brutalste Art tötet. Er wird schon jetzt als „pädagogisch wertvoll“ eingestuft.


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