Goethe war nie in der SS

GrassBild: Yasmin Fahimi, Generalsekretärin der SPD, stellt Grass neben Goethe. Ob Goethe ein Kameradenschwein war, ist nicht überliefert. Jedenfalls war er nie in der SS. Es zeugt aber von charakterlicher Stärke, die ehemaligen Kameraden anzufeinden und zu verdrängen, daß man selbst zu den Elchen gehörte. Natürlich war das nur eine Jugendverfehlung, die durch das schriftstellerische Werk voll gesühnt wurde. Und mal ehrlich, wer hätte sich zu der Zeit nicht gemeldet? Als Jugendlicher.

5 Antworten to “Goethe war nie in der SS”


  1. 1 Waffenstudent 13. April 2015 um 19:07

    Günter Grass und die Waffen-SS humoristisch betrachtet

    Die Sache mit dem G.G. ist in Wirklichkeit ganz anders gelaufen. Der Günter Grass hatte reinrassige kaschubische Vorfahren. Das kann man noch heute ganz deutlich an seiner Körperhaltung erkennen. Als Jugendlicher sah der nackisch wie eine wackelige Schießbudenfigur aus. Nun hatte er sich in eine BDM-Führerin verguckt, die von feinstem nordischen Blut war, und die ließ G.G. nur spöttisch abblitzen. Aber da wurde unser Kaschubenbub erst richtig heiß und beschloß, die Germania unter allen Umständen heiraten zu wollen. Deshalb hat er sich im Warschauer Ghetto eine neue Idendität verschafft und dem Gauleiter von Westpreußen, zu dessen späteren Sicherheit einen Fluchtweg über Schweden nach Paraquay verraten. Dadurch konnte G.G das strenge Aufnahmeverfahren in die Waffen-SS umgehen. Nun trug unser Nobelmeister zwar den begehrten „Schwarzen Rock“, aber zu seiner Angebeteten konnte er nicht, weil man in der Grundausbildung bei der SS keinen Urlaub bekam! Also schrieb er Liebesbriefe. Aber die BDM-Maid schickte alle ungeöffnet zurück. Doch G.G sammelte sie und schickte sie weiter an eine katholische polnische Fremdarbeiterin, welche in Hamburg in einer Bücherei arbeitete. Diese Briefe wurden später zum Grundstock für die ganze G.G.-Schundliteratur. Natürlich bekam unser Günter dann doch Ausgang und fuhr schnurstraks zu seiner Liebe. Als die ihn erblickte in der SS-Uniform, da wußte sie sofort, daß der Krieg verloren war und meldete sich zur Sonderverwendung freiwillig an die Ostfront. Dabei wurde sie von russischen Soldaten und polnischen Kriminellen am 16.02.1945 in Vilmsee bei Neustettin zusammen mit dreihundert anderen BDM-Mädels massakriert. Für unseren Günter brach damit eine Welt zusammen! Und die SS-Uniform war für ihn jetzt total sinnlos! Daher beschloß er, den Eintritt in die Waffen-SS nachträglich von Anfang an als ungültig zu erklären! Genau so ist es gelaufen und nicht anders!

  2. 2 Bonmot 13. April 2015 um 19:40

    Nach eigenen Angaben war er Ladeschütze und somit für das Nachladen, nicht aber für das Schießen zuständig. Kein Held aber immerhin, oder dabei sein ist Alles.

  3. 3 Fernsehgucker 13. April 2015 um 21:06

    Einen Marmeladendiebstahl und andere „Kriegserlebnisse“ hat er niedergeschrieben in „Beim Häuten der Zwiebel“. Irgendwie müssten ihm Neonasos sein jugendliches Intermezzo für Führer und Vaterland auf der Habenseite anrechnen, auch wenn er später stromlinienförmig vorgab, garnicht freiwillig in den Reihen der Elitetruppe gelandet zu sein – der Grass, der nun in selbiges biss. Heute jedenfalls würde kaum ein Jugendlicher mehr an die Waffen gehen, schon garnicht für ein völlig verkorkstes Staatgebilde oder dieses uckermärkische Trampelthier. Davon abgesehen, daß kaum noch einer die Aufnahmeprüfung bei der Schutzstaffel bestehen würde. Auch wenn die damals, kurz vor dem Zusammenbruch, nicht mehr ganz so streng gewesen sein soll. Ob er Nobelmeister nun bei der Großen Armee an der Tafel Platz nehmen darf, oder ob der dort den Kloputzer machen muß, das mögen die Jungs dort oben entscheiden. Glück auf, Günter!

  4. 4 Frankstein 14. April 2015 um 06:34

    Als Jugendlicher -dumm geboren-nix dazugelernt und die Hälfte vergessen- las ich die „Blechtrommel“ und war begeistert. Hätte GG erklärt, er sei bei der Waffen-SS gewesen, hätte ich mich nur gewundert – 1941 war er 13 Jahre alt ! Nach der Blechtrommel las ich keine weiteren Bücher mehr von ihm, eine Steigerung schien mir nicht möglich. Der Hype um ihn schien mir reichlich künstlich. Das beweist auch sein zunehmend politisches Engagement, wenn ich nicht mehr weiter weiß, werde ich Wirt oder Politiker. Die Grenzen zum ( Lebens-) Künstler sind da fließend. Mit seiner Willi Brand-Tour hat er sich dann endgültig demaskiert ( Wendehals ). Bemerkenswert seine tatsächlichen und posthumen Freunde, nur die Waffen-SS ist nicht dabei. Oder gab es die garnicht, zumindest hat keiner überlebt ? Und ein Vergleich mit Goethe ? In der Übersetzung von Voltaires „Mahomet ou le fanatisme“ äußert er sich despektierlich über den Islam . Im West-östlichen-Divan preist er den Islam =“ Er sei Prophet und nicht Poet und daher auch sein Koran als göttliches Gesetz und nicht etwa als menschliches Buch, zum Unterricht oder zum Vergnügen, anzusehen“.
    Und Grass forderte folgerichtig =christliche Kirchen in Moscheen umzuwandeln ! Ach, wenn du doch geschwiegen hättest ( nach der Blechtrommel).

  5. 5 Karl Eduard 14. April 2015 um 07:01

    Es ist ja nichts dabei, die Blechtrommel zu lesen. Wenn man in einer Umwelt aufwächst, die es erstrebenswert erscheinen läßt, die Blechtrommel zu lesen. Als Grass in die SS eintrat, tat er das sicher wegen des Rufes, den die SS genoß, aus Abenteuerlust und Angst, den Krieg zu verpassen. Dann hat er sich den Siegern angepaßt, was im Grunde genommen nachvollziehbar ist. Das haben die Meisten gemacht, die froh waren, daß nicht mehr gebombt und geschossen wurde. Daß er aber den großen Moralisten dargestellt hat, macht ihn zu einem besonderen Exemplar Armleuchter.


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