Archiv für 17. November 2015

Keine Eierfeindlichkeit bitte

Wie bitte? Ich höre wohl nicht richtig? Nur, weil unter den Eiern, die Sie mir abgekauft haben, 10 Stk faule waren, wollen Sie keine Eier mehr bei mir kaufen? Mein Herr, Sie sind eierfeindlich! Das ist diskriminierend gegenüber den guten Eiern. Haben Sie darüber schon einmal nachgedacht? Nein!

Was heißt, Sie machen immer sehr große Omeletts und mit einem schlechten Ei unter den guten, ist das ganze Omelett verdorben? Macht das etwa die guten Eier auch faul? Nein, natürlich nicht. Die guten Eier können ja nichts für die verdorbenen. Oder?

Sie wollen die Eier vor dem Kauf kontrollieren? Mein Herr, wie stellen Sie sich das vor! Wollen Sie sie alle aufschlagen? Ich habe Omeletts gegessen, da war noch nie ein schlechtes Ei dabei und ich könnte Ihnen sofort jede Menge Eier zeigen, die nicht verdorben sind. Oder eine beliebige Anzahl Bekannter heranzitieren. Die schwören beim großen Hühnergott, sie hatten bisher immer Qualitätseier.

Wie meinen Sie? Das beweist überhaupt nichts? Und daß Ihre Küche jedesmal stinkt und die Pfanne kaum zu reinigen ist? Bin ich für die Sauberkeit Ihrer Küche verantwortlich? Ist vielleicht ein Fall für die Hygiene, was? Haben eventuell sogar Kakerlaken, da müssen die Eier ja faul werden.

Also, wieviele Eier sollen es denn nun sein. Hunderttausend? Wie immer? Na geht doch.

Alles in Butter auf dem Kutter

TitanicCaptain, mein Captain, Sir, wir haben ein Leck! Wasser strömt ein, sollen wir lenzen?

Gemach, gemach, das schaue ich mir erst einmal an. Hm, nasse Füße bekommt man schon, aber wir sollten auch mal die Vorteile sehen. Am besten, ich mach mal ein Selfie, für Facebook.

Und was ist mit dem Wasser?

Was soll mit dem Wasser sein? Wir können das Wasser nicht einfach rauspumpen oder das Leck stopfen. Das ist einfach nicht möglich. Und ich will nichts über Pumpen oder Leckwehr hören. So was geht in der heutigen Zeit einfach nicht mehr. Außerdem habe ich einen Plan.

Erster, was sind das da für Leute am Pool?

Captain, Sir, wir mußten das Unterdeck räumen, weil die Passagiere nicht alle schwimmen können, einige sind schon abgesoffen.

Abgesoffen? Naja, kommt vor. Kann ich aber nichts gegen tun. Wenn hier jemand etwas gegen das einströmende Wasser hätte, dann, muß ich ehrlich sagen, wäre das nicht mehr mein Schiff. Hören Sie, Erster. wir werden etwas gegen das unkontrollierte Eindringen des Wassers tun.

Ja? Sir?

Wir sollten es von nun an anders nennen. Nicht mehr Leck, nicht mehr Eindringen, nichts da von unkontrolliert. Reden wir von Osmose und dem natürlichen Austausch zwischen der Titanic und dem uns umgebenden Meer. Ach ja, noch eins: Lassen Sie sofort Schläuche außenbords anbringen und pro Stunde 100 Liter Seewasser ins Schiff pumpen.

Jawohl Captain, Sir! Äh, was ist mit den Zwischendeckpassagieren und dem Maschinenraum? Wenn Sie die Frage erlauben?

Was soll damit sein?

Das Zwischendeck steht fast völlig unter Wasser und die Heizer und Maschinisten sind vor dem Wasser geflohen.

Sehr schön, sehr schön. Warum flackert das Licht so?

Captain, Sir, das ist, weil die Maschinen das diffundierte Seewasser nicht vertragen, der totale Stromausfall steht kurz bevor.

Sehr gut, Erster, gehört zu meinem Plan, wenn Sie wissen, was ich meine. Er ist übrigens alternativlos.

Nein, Capain, Sir.

Deswegen bin ich auch Captain, Erster, und nicht Sie. Und lassen Sie meine Barkasse zu Wasser. Wollen mal sehen, ob die Burschen die Normzeiten noch schaffen.

Jawohl Sir, Captain, Sir.

Captain, Sir!

Was ist denn?

Captain, Sir, einige der First Class Passagiere fragen an, warum das Schiff so tief liegt, warum Seewasser hineingepumpt wird, ob die Schieflage beabsichtigt ist,  warum aus dem Zwischendeck Hilferufe zu hören sind und das elektrische Licht weg ist.

Na und? Erster! Tun Sie was! Dafür sind Sie Erster! Sagen Sie meinetwegen, die Kerzen wären wegen der Gemütlichkeit … Moment, soll ich Ihrer Frau etwas mitbringen?

Meiner Frau? Captain, Sir?

Nicht? Dann nicht. Ich werde mich jetzt in die Barkasse begeben und testen, ob sie noch seetauglich ist. Halten Sie die Ohren steif, Erster, die Titanic ist jetzt Ihr Schiff. Seien Sie stolz darauf.

Das bin ich. Sir.


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