Archiv für 11. März 2016

Hessen in Amerika

Auszüge aus „Die deutschen Hilfstruppen im nordamerikanischen Befreiungskrieg 1776 bis 1783. Von Max von Eelking, Herzogl. Sachsen-Meiningischer Hauptmann und correspondierendes Mitglied der Historical Society zu New York. Hannover, 1863. Helwing`sche Hofbuchhandlung. (Theaterplatz 3, Ecke der Sophienstr.) Gefunden bei Google books.

Der Blogwart meint: Es ist viel geschrieben worden über den Soldaten der damaligen Zeit, zumeist von denen, die nie Soldat waren oder wenn sie Soldat waren, dann waren sie unwillig und schrieben also negativ über ihre Erfahrungen. Die wurden dann verallgemeinert und für das Soldatenbild miß- und gebraucht. Namentlich über die Hessen ist viel gezetert worden, dabei waren das durchweg Berufssoldaten, denn eine Wehrpflicht in dem Sinne gab es noch nicht. Und wer das Handgeld nahm, ging einen verpflichtenden Vertrag ein. Darüber zu klagen, gemahnt an die Bundeswehroffiziere, die jahrzehntelang im Frieden Dienst tun und wenn es ernst wird, ihr Gewissen entdecken und den Abscheu vor dem Waffendienst. * Soldatenhandel in Hessen*

Max von Eelking schreibt:

… Die Werbung wurde als reguliertes und priveligiertes Geschäft nach gewissen Gesetzen betrieben, wobei in der Regel ein Zwang nicht angewendet werden sollte. In Zeiten der Noth wurde hierbei wohl dann und wann nicht nach den Buchstaben verfahren, und allerlei Ränke wie auch Überredungskünste der Werber brachten manchen Widerwillen in Reih`und Glied. Die Mehrzahl aber ging freiwillig zu den Fahnen, und wäre das nicht gewesen, wie hätte man einen Heerhaufen während des Krieges zusammenhalten können, wo jedem genug Gelegenheit zum Entweichen geboten war?… .

Die Menschenfresser kommen. (Zwischenüberschrift vom Blogwart.)

… Die jenseitigen Amerikaner, die die gefürchteten deutschen Ankömmlinge hier zum ersten Male sahen, versammelten sich haufenweise am Ufer, mehr ihre Neugier zu befriedigen, als eine diesseitige Demonstration zu erwarten. Ein hessischer Officier sagt in seinem Journal: „Sie machten gewaltig lange Hälse. Einige unter ihnen waren in Montierungen, die meisten aber im Anzuge eines zusammengelaufenen Gesindels.“

Die Landung der angekommenen Verstärkungen hatte bei den Amerikanern einen nicht geringen Schrecken verbreitet. Man fürchtete namentlich die Deutschen, die man sich als halbe Teufel dachte. Ein großer Theil der Landesbewohner war daher in die größern Städte, namentlich nach New-York, in größter Eile entflohen, ihre ganze Habe, ja zum Theil Geld und Pretiosen zurücklassend. Diese Angst wurde noch vermehrt, als die Truppen sich mit Gewalt der ihnen angewiesenen Quartiere bemächtigten, die ihnen die störrischen Einwohner Anfangs verweigerten.

Den Soldaten war von ihren Obern die größte Mäßigung gegen die Einwohner, selbst gegen die feindlich gesinnten, auf das Strengste anbefohlen worden, denn man gab sich noch immer der Hoffnung auf eine gütliche Beilegung der Zerwüfnisse hin, und wolle daher „die Unterthanen“ Sr. Majestät möglichst schonen, und Alles vermeiden, sie noch mehr aufzureizen.

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