Willkommen liebe Mörder

Den Persern geht es nicht so gutBild: „Mein Vater und König, solltest Du nicht lieber Dein Heim beschützen, vor den Persern? Deine Gemahlin, die Königin. Und mich, Deinen Dich liebenden Sohn?“ „Schweig mein Junge, diese Leute brauchen unsere Hilfe und unser Verständnis. Unser Land und unser Gold. Unsere Häuser und unsere Frauen. Außerdem würden wir in Inzucht degenerieren. Ohne persisches Blut. “ (Abschied des spartanischen Königs Leonidas beim Abmarsch zur humanitären Hilfe.)

Das war eine schöne Bescherung. Gerade war Leonidas von der Opferzeremonie zurück und ließ sich das Waschwasser über die blutbeschmierten Hände rinnen, als ein Bote ins Allerheiligste gestürmt kam. „Die Perser sind gelandet!“

Nachrichten wie diese können einem die ganze Feiertagslaune verderben. „Wie stark ist ihr Heer?“ Der König musterte den jungen Läufer forschend, während er sich die Hände abtrocknete. Solche Dinge erledigte ein Mann in Sparta noch selbst.  „Ihr Heer, mein König?“ fragte der Angesprochene, noch immer um Luft ringend.

„Ja, Fußtruppen, Reiterei, Kriegsmaschinen.“ „Kein Heer.“Berichtete der Bote. Es sind wohl an die Millionen und überwiegend Männer, hier und da Frauen und Kinder. Alle ohne Waffen. Aber mit genauen Wegbeschreibungen. Sie wollen hier besser leben. Berichten die Hirten.

 … Der Kriegsrat war schnell einberufen. „Wir werden sie hier an den Thermopylen erwarten.“ Leonidas Schwertspitze tippte auf einen Punkt auf der Karte, die kunstvoll und mit phantastischer Ausschmückung auf Ochsenleder gemalt war.“ Besonders gefielen die Najaden. Mit ihren üppigen Brüsten und wohlgeformten Hintern. Aber Herr, warf einer der Generale ein, wir geben natürlich unser Bestes aber mit wenigen Tausend Millionen aufhalten … „

„Wer hat etwas von Aufhalten gesagt?“ Der König blickte etwas irritiert. „Wir wollen sie willkommen heißen.“ „Aber mein König“, unterbrach ein anderer Vertrauter erregt den Anführer Spartas. „Es sind Millionen!“ „Es hat auch niemand gesagt, daß es leicht sein wird! Wollt Ihr etwas mit Pfeilen auf die schießen?“ Leonidas hob ein angeschmuddeltes Exemplar des „Der Hellas Bote“ empor. Ein Klatschblatt aber mit Einfluß. „Soll hier drin stehen, Spartaner morden hilflose Flüchtlinge? Geschmückt mit den Darstellungen toter Kinder mit großen Kulleraugen? Wollt Ihr das? Soll ich wie ein Mörder dastehen?“ Betretenes Schweigen, Räuspern, Füßescharren.

Unbehagliches Gemurmel unter den Anwesenden erhob sich. Wortfetzen wie “ … haben wir früher auch gemacht“ und „warum nicht, besser die als wir …“, waren zu verstehen. Wenn auch undeutlich.

Mit einer energischen Geste verschaffte sich der Kriegerkönig Gehör. „Spartaner. Brüder. Und Schwestern. Ich muß sagen, ich bin enttäuscht. Diese große humanitäre Aufgabe ist einfach alternativlos. Wenn ich Euch so höre, also, also, wenn Ihr da nicht mitgeht, dann ist das nicht mehr mein Sparta.“ Damit waren alle Einwände vom Tisch.

Nur 100 Jahre später wurde der Stein an den Thermopylen, der an die große humanitäre Tat Spartas erinnerte, von der dritten Generation der Spartaner mit persischen Wurzeln beseitigt. Es war kein Spartaner mehr da, der dagegen protestierten konnte. Es traute sich auch niemand. Sparta, wurde in den Geschichtsstunden gelehrt, sei von Anfang an von Persern bewohnt gewesen. Weswegen wir uns heute auch nicht mehr an diesen Leonidas erinnern. Oder an die Spartaner. Sie haben einfach nie existiert.

4 Responses to “Willkommen liebe Mörder”


  1. 2 Gucker 29. August 2016 um 22:48

    Man muß differenzieren …

    Mit dieser Lüge soll die Wahrheit verborgen werden.

    Diese Wahrheit ist: Wer mein Haus ohne meine Erlaubnis betritt,
    will mir und meiner Familie Böses und ist mein Feind. Zur Eroberung
    gibt es mehrere Taktiken. Die eine davon ist brutale Gewalt, die andere
    niederträchtige Heimtücke. Das allerschlimmste ist jedoch, wenn der
    Feind die Staatsgewalt an sich gerissen hat und das eigene Volk bedroht, das sich vor dem heran ziehenden Feind schützen möchte.

    Es war schon immer so, daß man den offen antretenden Feind Respekt
    zollte und im Falle des Sieges fair behandelte. Verrätern konnten jedoch
    aus gutem Grund nie mit Milde rechnen. Eigene Leute, die aus niederträchtigen Motiven Verrat begangen hatten, war der Strick sicher.

    Wir Deutschen werden wieder aus der Vergangenheit lernen müssen.

  2. 3 Tante Lisa 29. August 2016 um 23:26

    Vor etwa 20 Jahren war ich in Warschau an der BRD-Botschaft, um einen polnischen Bekannten bei Formalitäten zu helfen. Der Bekannte war in Bromberg, auf polnisch Bydgoszcz, nach dem Kriege geboren.

    Dem Pförtner der oben genannten Botschaft, ein alter polnischer Mann, der Deutsch sprach, erörterte ich, daß wir für die Formalitäten eigens aus Bromberg angereist seien (Bromberg befindet sich gut 270 Kilometer westlich von Warschau). Darauf entgegnete mir der Alte: „Bromberg? Die Stadt ist nie deutsch gewesen!“ Entgeistert guckte ich meinen Bekannten an, der aber schwieg – Pole eben! So erwiderte ich dem Alten: „Ich bitte um Entschuldigung!“

    Dieses Ereignis ärgert mich noch heute, las ich doch später – um die vermeintliche Bildungslücke zu füllen, daß Bromberg eine uralte deutsche Stadt ist. Und ich las damals zum ersten Male Berichte über die Massaker von Bromberg (Bromberger Nächte sind lang, aber dann … oder schlicht Bromberger Blutsonntag).

    Was hat Karl Eduard recht, wenn er notiert – die Namen wurden von mir aktualisiert beziehungsweise meiner Anekdote angepaßt:

    Bromberg, wurde in den Geschichtsstunden gelehrt, sei von Anfang an von Polen bewohnt gewesen. Weswegen wir uns heute auch nicht mehr an diesen Hitler erinnern. Oder an die Deutschen. Sie haben einfach nie existiert.

    Man wird es heute kaum glauben, bei der täglichen Penetration über allen Kanälen und über alle Blätter mit „Hitler hier und Hitler dort“; doch in nicht allzu ferner Zeit wird er nie existiert haben, wenn er für den ewigen Unsichtbaren den Zweck erfüllt hat – und die Deutschen werden schon vorher vergessen sein.
    Ja, wenn … ja, wenn wir das zulassen. Lassen wir es nie geschehen!

  3. 4 Frankstein 30. August 2016 um 16:16

    Wanderer, wenn du nach Persepolis kommst, berichte, dass du uns hier liegen sahst, ermattet von der Wilkommensfeier. Ahriman wird es dir lohnen!


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