Es gibt nur zwei Möglichkeiten

Titanic

Also, das Schiff sinkt. Die Schiffsführung hat die Ventile geöffnet. Das Wasser strömt ein. Als Passagier gibt es zwei Optionen.

a) Man kann sich hinsetzen und bis ins Kleinste nachweisen, daß der Kapitän, der Erste Offizier und der Ingenieur Verbrecher sind und daß die Titanic unvermeidlich absaufen wird. Denen, die nach Rettung suchen, ruft man zu „Ihr Trottel, Ihr habt das System nicht durchschaut, ja, rennt, lauft, schreit nach Hilfe, bastelt Flöße, inspiziert die Rettungsboote, es ist eh alles vergebens. Betet. Es ist egal, was Ihr unternehmt, das wird Euch nicht vorm Tode retten. Außerdem habe ich den Durchblick. Ihr nicht.“

b) Da gibt es unter den Offizieren der Besatzung eine Fraktion, die ist nicht einverstanden mit dem, was die Genannten angestellt haben. Sie versuchen eine Rebellion gegen den Kapitän und seine Helfer. Sie bitten um Unterstützung, mit dem Versprechen, gelingt der Umsturz, die Flutventile zu schließen und das Wasser zu lenzen. Die Alternative zu a) besteht darin, daß man vom resignierten Objekt zum handelnden Subjekt werden kann, um die bevorstehende Katastrophe einzudämmen oder ihre Folgen zu mildern.

So einfach ist das.

Amboß oder Hammer sein.

Und natürlich besteht immer noch die Möglichkeit, daß diese neue Fraktion nur an die Schnapsvorräte des Kapitäns will, um die letzten Stunden gepflegt besoffen hinzudämmern. Aber sollte der absaufende Passagier deshalb dieser Fraktion seine Unterstützung versagen, weil die sich auch nur als Egoisten entpuppen könnten? Sollte er das, mit der Aussicht, in ein paar Stunden im eisigen Wasser zu erfrieren?

7 Responses to “Es gibt nur zwei Möglichkeiten”


  1. 2 vitzli 31. August 2016 um 13:43

    ja, wer würde da nicht voller begeisterung rebellion veranstalten und die rettungsboote zu wasser lassen?

    wenn politik so einfach wäre :-/

  2. 3 Karl Eduard 31. August 2016 um 14:03

    Politik ist einfach. Entweder, man läßt etwas mit sich geschehen oder man versucht, die Vorgänge zu beeinflussen. Vorwerfen muß nur der sich etwas, der passiv dagesessen hat, obwohl er die Möglichkeiten des Eingreifens klar erkannte. Schlimmer aber ist der, der denen rät, die ihre begrenzten Möglichkeiten wahrnehmen wollen, gar nichts zu tun. Ist aber nur meine ganz bescheidene Meinung. So als Landarzt.

  3. 4 vitzli 31. August 2016 um 17:04

    „Schlimmer aber ist der, der denen rät, die ihre begrenzten Möglichkeiten wahrnehmen wollen, gar nichts zu tun.“

    du betest das saudumme frei erfundene geschwätz von hansi nach. wenn der etwas von mir behauptet, muss das sicher stimmen, nicht wahr?

    die köpfe der gegenbewegung haben auch nicht durch ihre allvierjährliche stimmabgabe, sondern durch massive propaganda ihrer ideologie gewirkt. andere sagen natürlich, naja, die saßen nur rum und haben buchstaben aneinandergefädelt. und sonst nur faul rumgesessen. slimm.

    zusammenfassend kann man sagen: am schlimmsten sind die, die wahlzettelabgeber und aufklärer dividieren und gegenseitig ausgrenzen, zerhacken, zerfleischen, um die opposition möglichst klein und gering zu halten, also die, die gegen die eigenen reihen kämpfen, weil das „unsere“. bewegung abhärtet oder so. das sind die besten, jedenfalls für den gegner.

    das titanicbeispiel oben hinkt übrigens schwer, weil in wirklichkeit u.a. der kapitän gar nicht an bord ist, sondern von außen steuert. das ändert die diversen interessenlagen doch arg. es ist wirklich nicht so einfach.

  4. 5 Waffenstudent 31. August 2016 um 21:23

    Tante Lisa hat „Dankenswerter Weise“ bestätigt: „Das Internet ist die letzte Großmacht der Endzeit gegen den Satan!“

    Dabei steht irgendwo in der Bibel etwas ganz anderes, nämlich:

    Das Fernsehen ist die letzte Großmacht des Satans in der Endzeit“ Leider wissen die Deutschen das nicht mehr! Aber das Prekariat hat diesen göttlichen Hinweis aus der Bibel garantiert nicht vergessen!

  5. 6 Kaulquappe 2. September 2016 um 21:20

    Je nun… nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, aber ich verstehe K-E und bin in diesem Fall seiner Meinung. Die Kritikaster können einem schon gehörig auf den Senkel gehen.
    Aber stellen wir uns vor, dass die AfD tatsächlich stärkste Partei in Meck-Pomm würde. Wie stellt man sicher, dass sie sich nicht durch Eitelkeiten, Größenwahn und mangelnder Linientreue (vgl. „Hintergrundgespräche“ eines A. Gauland) zerlegt?

  6. 7 Tante Lisa 2. September 2016 um 23:52

    Kaulquappe (hinter-) frägt:

    Wie stellt man sicher, dass sie sich nicht durch Eitelkeiten, Größenwahn und mangelnder Linientreue (vgl. „Hintergrundgespräche“ eines A. Gauland) zerlegt?

    Symptomatisch, wenn die zahllosen Geheimdienste der BRD und in der BRD verboten würden.

    Kausal, wenn der ewige Unsichtbare endlich aus Europa verbannt wird. Er wollte und will sich nicht in die jeweiligen Völker Europas einfügen und wird es auch nicht, weil wir ihn nicht mehr haben wollen, da sein finaler Angriff auf unser Erbe mit seiner Massenwaffe unverzeihlich ist!


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