Die Liebe in den Zeiten des Trump

1936

Die Freiburger Zeitung schreibt, ganz im Stil der heutigen Lückenpresse,  am 15.11.1936: Steuerhinterziehung und Rassenschande. Duisburg , 14. Nov.

Gegen den jüdischen Warenhausbesitzer Jos. Meier in Duisburg hatte das Duisburger Finanzamt eine Untersuchung eingeleitet, in der sich herausstellte, daß der Jude Steuern in Höhe von etwa 100 000 R.M. hinterzogen hatte. Bei den Vernehmungen gab Meier zur Begründung seiner hohen persönlichen Ausgaben an, daß seine außerehelichen Beziehungen viel Geld gekostet hätten.

Auf Grund dieser Aussage wurde er unter dem Verdacht der Rassenschande verhaftet. Trotz seiner hartnäckigen Leugnungsversuche konnte er anhand erdrückenden Beweismaterials überführt werden, daß er sich in mehreren Fällen des Verbrechens der Rassenschande schuldig gemacht hat.

opelwerbung-1936Bild: Ausschnitt aus einer Werbung für Opel. Alle handelnden sind rein arisch und dienen nur zur Illustration.

Umfangreiche Fahndungen in Düsseldorf ergaben, daß sich der Jude dort in verschiedenen Pensionen unter falschem Namen eingetragen hatte. Ein 28jähriges Mädchen aus Duisburg, das jahrelang mit dem Juden in zahlreichen Orten des In – und Auslandes gelebt hatte, mußte zugeben, daß sie den Verkehr mit Meier auch nach dem Erlaß der Nürnberger Gesetze forgesetzt hat. Sie traf sich mit ihm auch in Bern, weil ihr Meier erklärt hatte, daß dort die deutschen Gesetze keine Gültigkeit hätten.

Zur Zeit steht noch nicht fest, wie groß die Zahl der Opfer ist, die sich der Jude mit seinen niedrigen Verführungskünsten willfährig gemacht hat. In den meisten Fällen handelt es sich um Angestellte des Warenhauses, deren wirtschaftliche Abhängigkeit Meier ausnützte. Ende des Artikels.

Der Blogwart will das nicht weiter kommentieren aber da vergangene Ereignisse ja immer mit heutigen Moralvorstellungen gemessen werden müssen, fragt er doch:

Wie sexistisch und frauenverachtend war das denn? Abhängige Beschäftigte zum Beischlaf zu nötigen und wenn es auch nur mit teuren Geschenken ist! Die Steuerhinterziehung rangiert hingegen unter Antifaschismus und Widerstand gegen das NS-Regime, ganz klar. Dagegen ist nichts zu sagen.

Aber das Andere! Da möchte man sich gleich in einen safe space begeben und bitterlich weinen. Kann man nur hoffen, daß es irgendwo in Duisburg einen Stolperstein für Herrn Meier gibt, der wegen Sex mit wirtschaftlich Abhängigen zum Holocaustopfer werden mußte. Wenn es nur ein wenig Gerechtigkeit gibt. Die Frauen, die es dann auch wegen Rassenschande erwischt hat, sind natürlich keine. Holocaustopfer. Weil ihnen die Eigenschaft jüdisch fehlt. Das hätten sie aber vorher bedenken müssen.

2 Responses to “Die Liebe in den Zeiten des Trump”


  1. 1 Frolleinwunder 16. November 2016 um 14:42

    manchmal muss man einfach genießen🙂

  2. 2 Senatssekretär Freistaat Danzig 16. November 2016 um 21:02

    Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt.


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