PEGIDA sind nicht die neuen Juden

Auf der ZEIT gab es amüsante Kommentare zu einem Artikel, der über eine Dresdner Buchhändlerin berichtet, die dummerweise gegenüber einem Journalisten zugegeben hat, daß sie die Äußerungen auf den PEGIDA – Versammlungen interessant findet und es als ihre Meinungsfreiheit ansieht, sich dazu zu bekennen. Und obwohl sie während des Gesprächs wohl gefragt wurde, ob sie sich von PEGIDA nicht distanzieren möchte, hat die Buchhändlerin dazu keinen Mucks gesagt.

Nun haben sich Kunden und Bekannte von der Buchhändlerin abgewandt und die Frau erleidet materiellen Schaden. Vielleicht wird sie ihr Geschäft bald schließen müssen.

Viele Kommentare schrieben, daß das in Ordnung wäre, wegen den schlimmen Gedanken, die die Frau hegt, denn sie könne ja ihre Meinung haben, müsse sie aber nicht aussprechen. Wenn sie sie ausspricht, ist das ihr Problem. Jeder Kunde hat ja das Recht, sich auszusuchen, wo er einkauft.

Und was ist mit dem „Kauft nicht bei Juden?“ Wollte ein anderer Kommentator wissen. Das, wurde er widerlegt, sei ja eine staatlich organisierte Aktion gewesen, während der die deutschen Kunden daran gehindert wurden, bei ihren Lieblingsjuden einzukaufen. Außerdem hieße es ja nicht, „kauft nicht bei Buchhändlern!“ Anmerkung vom Blogwart: Allerdings heißt es „Kauft nicht bei PEGIDA – Zuhörern oder Leuten, die über PEGIDA Reden nachdenken und ihre Gedanken laut äußern.“ Und daß die Gegendemonstranten zu PEGIDA staatlich organiert wurden und dafür bezahlt werden, zwischen 2012 und 2015  mit 40000 € aus Steuermitteln, ja sollen die etwa aus Passion oder Überzeugung da aufmarschieren?

 

Es hat ja damals auch niemand gerufen, kauft nicht bei Samuel Goldstein, Isaak Rosental oder Sahra Kornblum, weil das viel zu aufwändig gewesen wäre und es plakatiert sich eben leichter, „nicht bei Juden zu kaufen“. Oder man fragt den Nachbarn, ob er denn nicht ein guter Deutscher sei, sondern ein Freund der Itzigs und man müsse sich überlegen, ob man solche noch beim Kegelabend sehen will.

Nur die Vorgehensweise ist dieselbe. Aber das kann man ja nicht miteinander vergleichen. Denn zum Boykott von Menschen aufzurufen, die sich eine eigene Meinung bilden und die dann auch aussprechen, hat nichts mit dem Boykott gegen eine Volksgruppe zu tun, die bereits mit dem Amtsantritt Hitlers einen Wirtschaftsboykott gegen Deutschland initiierte.

Die Deutschen kannten damals eben das Wort vom Generalverdacht nicht. Für die war verdächtig, wer ihre Wirtschaft und Arbeitsplätze ruinierte und damit ihr Einkommen und ihre Lebensumstände verschlechterte.

Deutsche sind heute so tolerant, daß sie die Messerstecher ununterbrochen knuddeln möchten, um sie vom Messerstechen zu heilen. Und nur weil jemand Gedanken hegt, die Anetta Kahane niemals durchgehen lasssen würde, werden nicht alle Buchhändler mit Boykott abgestraft, nur die, die PEGIDA zuhören und dazu stehen. Der Kunde kann eben selbst entscheiden, wo er einkauft. Oder er wird nicht mehr zum Kegelabend eingeladen und seine Bekannten wenden sich von ihm ab. Als Argumentationshilfe.

Und da sage mal noch jemand, Deutsche hätten nichts aus der Vergangenheit gelernt.

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2 Responses to “PEGIDA sind nicht die neuen Juden”


  1. 1 Blond 30. März 2017 um 13:26

    da sage mal noch jemand, Deutsche hätten nichts aus der Vergangenheit gelernt.
    Deutsche haben nichts aus der Vergangenheit gelernt!
    So, nun habe ich es gesagt.

    Und?
    Hihi

  2. 2 frank-m. 30. März 2017 um 18:00

    Wir sind tolernat und offen für alle! nur nicht für die die nicht unsere Meinung haben. Ich kann gar nicht soviel essen wie ich kot… muß!


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