Archiv für 28. Juni 2019

Hü mein Ponypferdchen

Pferdchen

„Rußland heute“ stellt wieder einmal eine Schönheit vor. Eine Polizistin. Von der berittenen Sorte. Ganz rechts im Bild. Mal davon abgesehen, daß die Frau, ohne alle Kampfmontur wirklich sehr hübsch ist, stellt sich doch die Frage, wie dieses kleine Mädchen ernsthaft Sicherheitsaufgaben erfüllen will, von der Statur her. Mit dem Beobachten vom Pferd herunter wird es sicher gehen und beim Beantworten freundlicher und neugieriger Fragen, wie „Darf ich das Pferd mal streicheln?“. Aber daß dieses zarte Wesen körperlich in der Lage ist, einen Angriff abzuwehren oder zu vereiteln oder einen Gangster dingfest zu machen, der nichts zu verlieren hat, das kann mir niemand erzählen. Da wird immer der robuste Kollege helfen müssen. Aber ist doch ein gutes Zeichen, daß es dem russischen Staat besser geht, wenn die Frauen als Dekoration anstellen.

Keine Ahnung und keine Pläne

Gestern war hier eine schmale Neunzehnjährige, eine von zwei Töchtern einer nicht schlecht betuchten Familie aus dem Mittelstand. Was sie denn machen wolle. Weiß sie nicht. Erst mal Praktikum irgendwo, was ihren Interessen entspricht. Was wären denn ihre Interessen? Pferde, Autos, etwas mit Sozialem. Ihre Interessengebiete wären eben vielseitig.

Der Chef konnte sich anschließend nicht einkriegen. Mit 19 keine Ahnung was sie machen will! Wahrscheinlich weiter von Mutti und Vati ausgehalten werden. Auf den Rübenacker und Rüben verziehen, dann vergehen ihr die Flausen!  Mal hier was machen, mal da was machen und bezahlen sollen es die Alten … einen Tritt in den Arsch braucht die.

Da mußte der Blogwart daran denken, daß er auch zu der Generation gehört, die diesem armen Mädelchen die Zukunft gestohlen hat. Kein Wunder, daß sie so desorientiert ist. Das Mädel, nicht die Zukunft.

Unbenannt

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“ Wenn gar nichts mehr geht, wird frau Einhornfängerin, ein gefragter und geschätzter Beruf unter Frauen, und läutet damit das Ende der Welt ein. „Musst Du immer alles anfassen, Kind!?“

Die Plünderung des Zeughauses in Berlin

Die Illustrirte Zeitung (Schreibweise wie im Orginal) aus Leipzig  am 01. Juli 1848:

„Wen Gott verderben will, dem nimmt er den Verstand, das mußte, nach unserem Dafürhalten, der erste Gedanke sein bei Jedem, der von der Plünderung des berliner Zeughauses am 14. Juni erfuhr. Gegen sich selbst Wüten kann nur ein Wahnsinniger, und in seinem eigenen Fleisch und Blut wühlt ein Volk, das seine Verteidigungsmittel zerstört und verschleudert, während der Feind an der Grenze lauert und der nächste Tag alle Schrecken des Krieges über das Land ausgießen kann. Und unter solchen Verhältnissen streitet die berliner Presse noch über den Charakter der Tat und fragt, welches Verbrechen von den Stürmern des Zeughauses begangen worden sei, sie nimmt Räuber und Diebe in Schutz und sieht gewalttätige Selbsthilfe zur Erlangung des Rechts auf Bewaffnung in einer Reihe von Schandtaten, die eben nur von Leuten verübt wurden, welche das Recht auf Bewaffnung niemals haben dürfen, wenn nicht der Gesetzlosigkeit Tür und Riegel geöffnet werden soll.

Schon früh gegen 11 Uhr bildete sich ein Auflauf und es wurden die im königlichen Schlosse neuerdings angebrachten Eisentore ausgehoben und in die Spree geworfen. Von da an war Ruhe bis gegen Abend 7 Uhr . Um diese Zeit versammelten sich Volksmassen an der neuen Wache und am Zeughause, es kam zu Neckereien, Wortwechsel und Tätlichkeiten, der Haufen drängte sich so nah an die im Gliede stehende Bürgerwehr heran, daß einzelne Aufrührer die Gewehre und Bajonette derselben ergriffen und abzudrehen versuchten, was natürlich mit Kolbenstößen erwidert wurde.

Der Sturm des Berliner Zeughauses

Bild: Im Hintergrund die entsetzte Bürgerwehr.

Darauf antworteten Steinwürfe und aus der Mitte des Volkshaufens fielen mehrere Pistolenschüsse, von denen eine Kugel durch die Fenster des Gießhauses und die Tür der gegenüberliegenden Werkstatt einschlug. Erst jetzt wurde von der Bürgerwehr Feuer gegeben; das erste Glied schoß blind, nur um zu erschrecken, als aber ein ungeheurer Steinhagel verkündete, daß Güte nichts fruchtete, feuerte das zweite Glied scharf und es wurden 3 Aufrührer getötet und mehrere verwundet. Die eine Leiche wurde durch die Königs – und Klosterstraße getragen, gefolgt von einer roten Fahne und einer Masse Volks, man hetzte und wiegelte den Pöbel gegen die Bürgerschaft auf. Eine Stunde später erschien ein Haufen Arbeiter und zum Teil wirkliches Gesindel von der Königsstadt her, und zog über die Kurfürstenbrücke um das Schloß herum nach dem Zeughause, und verstärkte das daselbst befindliche Volk so bedeutend, das der ganze Platz um dasselbe von ihnen angefüllt wurde. Unterdes war ein anderer Haufen nach der Moritzstraße gezogen, und zerstörte das haus des Bürgerwehrmajors Benda, dem man die Schuld gab, daß er den Befehl zum Feuern gegeben. Das war aber eine namensverwechslung, mit einem Hauptmann Bender oder Bendler, welcher obige Kompanie Bürgerwehr befehligte. Das Zeughaus war innen mit einem Kommando vom 24. Inf. Reg. besetzt, die außen stehende Bürgerwehr konnte nicht hindern, daß die Fenster durch ausgerissene Bohlen eingestoßen wurden und die Menge ins Zeughaus strömte. … Zu einem wirklichen Angriff auf die im oberen Stockwerk befindlichen Truppen kam es nicht, es war auch unmöglich. … (Durch Überredung und Verkünden von Fake News, wurde der befehligende Offizier dazu gebracht, mit seinen Soldaten den Posten gegen erteilten Befehl zu verlassen. – der Blogwart) … und hier begann eine grauenvolle Szene der Zerstörung, der Plünderung und des Diebstahls. Die kostbarsten Gewehre, namentlich die mit Silber beschlagenen Stücke einer wertvollen Waffensammlung wurden gestohlen … kostete den Staat … mehrere Millionen. Für wenige Groschen wurden die kostbarsten Waffen auf der Straße verkauft.

Plünderung des Zeughauses in Berlin

Eine halbe Stunde später rückte Linienmilitär ein und eine Kompanie genügte, die plündernde Menge, die nur Diebesgelüste, nicht etwa ein Streben nach Wehrbarkeit hierher geführt hatte zu vertreiben…. “ (Kürzungen durch den Blogwart.) Nachzulesen unter: anno österreich Illustrirte Zeitung

Fassen wir noch mal zusammen: Die berliner Presse nimmt Räuber und Diebe in Schutz. Hat sich also bis heute nichts geändert. Es saßen also dort immer schon Lumpen hinterm Schreibtisch. Menschen versammeln sich und aus der Menge heraus, werden die Sicherheitskräfte beschimpft und bedrängt, die nur ihrer Aufgabe nachgehen. Schutz fremden Eigentums. Als Provokateure versuchen, sich der Waffen der Sicherheitskräfte zu bemächtigen, wehren sich diese mit dem Kolben ihrer Waffen. Worauf aus der Menge mit Steinen geworfen und scharf geschossen wird.  Um abzuschrecken, feuert die Bürgerwehr ohne Munition. Das stachelt die Angreifer nur an und ein Steinhagel hebt an. Erst jetzt schießt die Bürgerwehr scharf. Dabei werden 3 Angreifer getötet. Weil Menschen getötet wurden, die zuvor versuchten, sich Zutritt zu fremden Eigentum zu verschaffen und die versuchten, die Sicherheitskräfte mittels Pistolen und Steinen umzubringen, ziehen jetzt deren Genossen los und verwüsten ein fremdes Haus, weil sie wütend sind, daß sie an Einbruch und Diebstahl gehindert wurden. Nachdem sie sich dann aber letztendlich doch Zutritt zum fremden Eigentum verschafften, schleppen sie es weg, um es zu verkaufen und zerstören des Rest. Das ist das, was im DDR-Geschichtsunterricht als revolutionärer Akt gelehrt wurde.

Dasselbe wiederholte sich übrigens in größerem Maßstab während der Novemberrevolution im Deutschland. Auch da ging es nur um Bereicherung. In den Memoiren der Zeitzeugen, außer den kommunistischen, denen ging es immer nur um „Befreiung“ und dergleichen, nachzulesen.


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