Archiv für 17. Juli 2019

Regen für die Landwirtschaft

Die Regentrude. Theodor Storm (Auszug aus der Illustrierten Zeitung 30. Juli 1864) … Dann mußte Maren erzählen, wie sie hierher gekommen, und die Trude legte sich ins Moos zurück und hörte zu. Mitunter pflückte sie eine der Blumen, die neben ihr emporsproßten, und steckte sie sich oder dem Mädchen ins Haar. Als Maren von dem mühseligen Gange auf dem Weidendamme berichtete, seufzte die Trude und sagte: „Der Damm ist einst von Euch Menschen selbst gebaut worden; aber es ist schon lange, lange her! Solche Gewänder, wie Du sie trägst, sah ich nie bei ihren Frauen. Sie kamen damals öfters zu mir, ich gab ihnen Keime und Körner zu neuen Pflanzen und Getreiden, und sie brachten mir zum Dank von ihren Früchten. Wie sie meiner nicht vergaßen, so vergaß ich ihrer nicht, und ihre Felder waren niemals ohne Regen. Seit lange aber sind die Menschen mir entſremdet, es kommt Niemand mehr zu mir. Da bin ich denn vor Hitze und lauter langer Weile eingeschlafen, und der tückische Feuermann hätte fast den Sieg erhalten.

Maren hatte sich währenddessen ebenfalls mit geschloſſenen Augen auf das Moos zurückgelegt; es thaute so sanft um sie her, und die Stimme der schönen Trude klang so ſüß und traulich. „Nur einmal,“ fuhr diese fort, „aber das ist auch schon lange her, ist noch ein Mädchen gekommen, sie sah fast aus wie Du und trug fast eben solche Gewänder. Ich schenkte ihr von meinem Wiesenhonig, und das war die letzte Gabe, die ein Mensch aus meiner Hand empfangen hat.“

„Seht nur,“ sagte Maren, „das hat sich gut getroffen! Jenes Mädchen muß die Urahne von meinem Schatz gewesen sein, und der Trank, der mich heute so gestärkt hat, war gewiß von Eurem Wiesenhonig!“ Die Regenfrau dachte wohl noch an ihre junge Freundin von damals; denn sie fragte: „Hat sie denn noch so schöne braune Löckchen an der Stirn?“ – „Wer denn, Frau Trude?“ „Nun, die Urahne, wie Du sie nennſt!“ „O nein, Frau Trude,“ erwiderte Maren, und sie fühlte sich in dieſem Augenblick ihrer mächtigen Freundin fast ein wenig überlegen, – „die Urahne ist ja ganz steinalt geworden!“ „Alt?“ fragte die ſchöne Frau. Sie verstand das nicht, denn sie kannte nicht das Alter. Maren hatte große Mühe, ihr es zu erklären. „Merket nur!“ sagte sie endlich, „graues Haar und rothe Augen und häßlich und verdrießlich ſein! Seht, Frau Trude, das nennen wir alt!“ „Freilich,“ erwiderte dieſe, „ich entsinne mich nun; es waren auch solche unter den Frauen der Menschen, aber die Urahne soll zu mir kommen, ich mache sie wieder froh und schön. Maren ſchüttelte den Kopf. „Das geht ja nicht, Frau Trude,“ sagte sie, „die Urahne ist ja längst unter der Erde.“ Die Trude seufzte. „Arme Urahne!“ Hierauf schwiegen beide, während sie noch immer behaglich ausgeſtreckt im weichen Moose lagen.

Die Regentrude

„Aber Kind!“ rief plötzlich die Trude, „da haben wir über all dem Geplauder ja ganz das Regenmachen vergessen. Schlag doch nur die Augen auf! Wir sind ja unter lauter Wolken ganz begraben; ich sehe Dich schon gar nicht mehr!“ „Ei, da wird man ja naß wie eine Katze!“ rief Maren als sie die Augen aufgeschlagen hatte. Die Trude lachte. „Klatsch nur ein wenig in die Hände, aber nimm Dich in Acht, daß Du die Wolken nicht zerreißt!“ So begannen beide leise in die Hände zu klopfen, und als- bald entstand ein Gewoge und Geſchiebe, die Nebelgebilde drängten sich nach den Oeffnungen und schwammen, eins nach dem andern, ins Freie hinaus. Nach kurzer Zeit sah Maren schon wieder den Brunnen vor sich und den grünen Boden mit den gelben und violetten Irisblüten. Dann wurden auch die Fensterhöhlen frei, und sie sah weithin über den Bäumen des Gartens die Wolken den ganzen Himmel überziehen. Allmählich verschwand die Sonne. Noch ein paar Augenblicke und sie hörte es draußen wie einen Schauer durch die Blätter der Bäume und Gebüſche wehen, und dann rauschte es hernieder, mächtig und unablässig. Maren saß aufgerichtet mit gefalteten Händen. „Frau Trude, es regnet,“ sagte sie leise. Diese nickte kaum merklich mit ihrem schönen blonden Kopfe; sie saß wie träumend.

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Homöopathie

Aus „Die Muskete“ 1927

Homöopathie

Wo jede andere Weisheit versagt, hilft meine Theorie. Über welche Schmerzen man immer klagt, ich heil sie durch Homöopathie. Worin diese schöne Methode besteht, sei jedermann mitgeteilt, daß, wie man schon aus dem Namen errät, man gleiches mit gleichem teilt. Wo nichts mehr hilft, ich helfe doch und werde früher nicht ruhn, Pfeift also ein Kranker am letzten Loch, dann muß ich das gleiche tun.

Ein Hoch auf das cardassianische Recht

Ein Hoch auf das cardassianische Recht! Es ist einfach besser als das Deutsche. Das nur als Hinweis auf die herumreisenden Maden, die anderen Staaten erklären wollen, wie ein funktionierendes Rechtssystem auszusehen hat.

In Cardassia gilt der Beschuldigte als bereits verurteilt. Einen Prozess gibt es dort nur noch, um der Öffentlichkeit die Großartigkeit des cardassianischen Rechtssystems vor Augen zu führen. Menschen wie der Stürzenberger, die mit Bewährung davonkommen, haben also keinen Grund zur Klage.

Im Gegensatz zum deutschen Rechtssystem gibt es aber auf den Welten Cardassias keine Unterscheidung in Täter erster, zweiter oder dritter Kategorie. Ein Vergewaltiger, Mörder, Einbrecher oder sonstiger Gewalttäter erhält die vom Gesetz vorgeschriebene Strafe. Das ist der Unterschied.

Автомат крамп карренвауер

AKK als Verweserin der Restetruppe einzusetzen, hat schon etwas mit Psychologie zu tun. Spricht sie sich doch, nur auf ihre Anfangsbuchstaben reduziert,  wie AKK. Also wie Автомат крамп карренвауер (Awtomat Kramp Karrenbauer), wie aus der Waffenschmiede der Kalaschnikowwerke. So etwas könne äußere Bedrohungen abschrecken. Ursula von der Laien hingegen, die den Dilletantismus bereits  im Namen präsentiert oder gar Jens Spahn! Spahn, der wie Span klingt, also das, was bei Holzarbeiten als Abfall gilt und wo gehobelt wird, nicht wahr? Die kann doch niemand für voll nehmen.

Staffelkapitänin

Einsatzbesprechung der Verkehrs- und Poststaffel Transnistrien, deren Staffelkapitän Irina Burnaia ist. Kommandant eines Flugzeuggeschwaders zu sein, das erfordert gestählten Willen, Ruhe, Umsicht und Kühnheit. Diese Eigenschaften besitzt Irina Burnaia in hohem Maß. Noch nicht dreißig Jahre alt, ist ihr das Luftpostamt des Generalgouvernements Transnistrien unterstellt und in dieser Eigenschaft ist sie die Leiterin der Luftdirektion und Kommandeur des Geschwaders „Bug“. Sie hat auch in Dalnic eine Pilotenschule und einen Modellflughafen für Schüler gegründet, die dort zu fertigen Kriegsfliegern ausgebildet werden. Umsicht und Kühnheit konnte sie vor allem 1941/42 beweisen, als sie in der ersten Kampflinie arbeitete und Verwundetentransporte im Flugzeug durchführte. Irina Burnaia besitzt zwei Auszeichnungen: den Orden „Virtutea Militara Aeronautica“ mit Kriegsschwertern und das „Crucea de Aur“ (Goldenes Kreuz) -— ein schöner Erfolg für einen Mann, ein doppelter für eine Frau. (Das interessante Blatt, 4. August 1943.)

Zum Glück sind die schlimmen Zeiten vorüber, als Frau noch etwas leisten mußte – nicht zu verwechseln mit sich etwas leisten – um an Posten zu kommen, die Können verlangen, weshalb sich so etwas niemals wiederholen darf.

Der Führer geht

Der Führer geht, doch seine Generäle bleiben. Darf man das Merkelregime mit den nationalsozialistischen vergleichen? Vor allem, wenn die Zitterpartie so an die letzten Wochen gemahnt, in denen nicht mehr existierende Divisionen und Armeen kühn zu Gegenstößen angesetzt wurden? Natürlich nicht! Weil unterm Merkelregime noch keine Millionen Ihrwißtschonwer ermordet wurden, das läuft erst langsam an und gut Ding will ja Weile haben. Auch hält sich der Blutzoll des eigenen Volkes in Grenzen und es fallen keine Bomben vom Himmel, die flanieren unter uns. Bis sie dann hochgehen. Also nichts Tragisches.

Allerdings, wie sich die größte Kanzlerin aller Zeiten so mit Jasagern umgeben hat, das erinnert dann doch etwas an den amtierenden Kanzler bis 1945 oder an das Politbüro unter Stalin. Jeder ist bemüht, die Wünsche von den Augen und den Lippen abzulesen und wetteifert darum, der treueste Paladin oder Genosse zu sein.  Eine Ursula von der Laien, die die Streitkräfte derart heruntergewirtschaftet hat, hätte das unter Stalin oder diesem Hitler nicht überlebt.

Deshalb ist es gut, daß wir eine parlamentarische Demokratie haben. Dort füllen sich die Versager im Amt die Taschen und anstatt vor den Gewehrläufen eines Erschießungskommandos zu enden oder höflich aufgefordert zu werden, in die dargereichte Zyankalikapsel zu beissen, gibt es den nächsten Versorgungsposten. Das sollte man sich immer vor Augen halten. Diesen Vorteil der parlamentarischen Demokratie, in der das Volksvermögen ohne Konsequenzen verschleudert werden darf.

Und natürlich kann so etwas abgewählt werden. Theoretisch. Praktisch allerdings nicht. Jedenfalls nicht in Deutschland. Weil die Medien sagen, daß das nicht gut wäre und vor allem diese da nicht. Und wenn die Medien das sagen, stimmt es. Auch die Regierung sagt, daß das nicht gut wäre. Man darf den Selbstbedienungskreislauf der Gewählten nicht unterbrechen! Was wird dann aus ihnen? Sollen sie etwas arbeiten gehen? Mit ihren Händen? Mit ihrem Kopf? Wenn sie das könnten, wären sie doch nicht da, wo sie jetzt sind. Es ist eine Frage der Humanität. Unfähigkeit, Faulheit und schiere Böswilligkeit sind kein Grund, ein Land nicht zu regieren!

Freilich, der Bürger käme auch ohne den Bundestag aus, die Minister und Staatssekretäre und fiele morgen ein Asteroid auf Berlin und vertilgte dieses, ginge das Leben fröhlich weiter. Nur nicht in Berlin. Die Arbeiter führen zur Arbeit, die Beamten, Handwerker, Ärzte, Polizisten usw. ebenso. Nichts würde sich ändern. Außer, daß es jede Menge eingespartes Geld geben würde. Wie,  als würde der französische Hof unter Ludwig dem XIV. plötzlich von einer Epedemie bis zur letzten Hofdame ausradiert.

Jeder würde sich freuen, weil das Parasiten am französischen Volk waren, sagen wir heute.  Der Landmann wurde geknechtet, um den Dahingeschiedenen ein Leben in Luxus zu sichern. Weg mit Schaden. Warum dann in einer parlamentarischen Demokratie solche Nichtsnutze durchgefüttert werden müssen, wie Frau Ursula und Genossinen im Geiste? Weil wir eine Herrschaft des Volkes haben. Und das wählt nun mal die Klügsten und Tüchtigsten aus seiner Mitte um es zu vertreten. Was sagt das über das deutsche Volk aus? Der Blogwart weiß es auch nicht.

Glück

„Was weinst Du denn mein Lieber?“ – „Ach, es sind Tränen des Glücks! Ich bin so froh, in einem Lande zu leben, in dem Unfähigkeit und Faulheit belohnt, Fleiß und Tugend aber bestraft werden. Es ist fast wie im Märchen von Frau Holle, nur andersherum. Und wenn es einem nicht passt, dann bekommt er von den Unfähigen, Faulen und Böswilligen den Rat, dahin zu gehen, wo der Pfeffer wächst. Ist das kein Grund, vor Glück zu weinen?“


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