Archive for the 'Deutsch – Deutscher Krieg 1866' Category



Kriegsereignisse in Dänemark

Hamburg 8. Februar, Abends. Das Gerücht, daß die Preußen von Glücksburg aus bei Holdnas nach Düppel übergesetzt, die schwach besetzten Düppeler Schanzen genommen hätten und mit dem Gros des Corps auf Apenrade gerückt seien, um der retirierenden dänischen Armee den Weg nach Jütland abzuschneiden, gewinnt immer mehr an Boden. Rendsburg8. Februar, 12 Uhr 39 Minuten Nachmittags. Die Alliierten machten bei der Verfolgung der Dänen große Beute. Sie nahmen die dänische Feldpost. Der blutige Kampf bei Bau und Kupfermühle dauert fort. Schleswig, 8. Februar, Abends. Die bisher ermittelten österreichischen Verluste bei Verfolgung der Dänen am 6. d. belaufen sich an Toten und Verwundeten auf 27 Offiziere und 626 Mann. Schleswig 8. Februar. Es war die Absicht des dänischen Kommandeurs, vor dem Abzuge das Schloß Gottorf zu sprengen und das Magazin anzuzünden. Beides unterblieb auf Befehl des Königs, seine Vaterstadt zu schonen. Die Summe der zurückgelassenen Positionsgeschütze wird auf 120 angegeben. *Die Presse 9.2.1864*

Ärger mit der Eisenbahn

Alles stöhnt über ausgefallene Klimaanlagen im ICE, was für Erdnüsse! Pünktlich muß die Bahn fahren, pünktlich! Was dabei herauskommt, wenn sie, wie heute immer öfters, unpünktlich fährt, kann man nachfolgend lesen, dann kommen nämlich die Badener zu spät! Der Juli 1866 war heiß, sehr, heiß, was auf einen frühen Schellnhuberschen Klimawandel hindeutete. Nur gab es da weder das Lügenmaul Al Gore, noch den besagten professoralen Klimawandel – folgen – forschungs – profiteur, demzufolge schwitzten die Leute nur, ohne angstvoll zum Pol zu eilen, um Eisbären zu kraulen oder Gletschern wärmende, bzw. kühlende Decken aufzulegen. Außerdem hatten sie andere Sorgen. Nämlich die auftreibenden Leichen von ihren Äckern, Wiesen und Straßen zu holen und die Verwundeten zu bergen. Einfach so, mit Karren und auf Geheiß ihrer Bürgermeister oder Amtsvorsteher.

Wien, 23. Juli (1866). FREIE PRESSE. Der ehemalige Kriegsminister aus der Reichsrathzeit, Graf Degenfeld, befindet sich in Begleitung des ehemaligen österreichischen Gesandten in Berlin, Grafen Karolyi, und des früheren österreichischen Gesandten in Darmstadt, Freiherrn von Brenner, gegenwärtig im preußischen Hauptquartier zu Nikolsburg, um während der eingetretenen fünftägigen Waffenruhe mit dem preußischen General-Lieutenant v. Moltke und dem Grafen Bismark die Bedingungen eines die Friedens-Präliminarien enthaltenden Waffenstillstands zu vereinbaren. Wenn auch  noch nicht den Wortlaut, so kennt man doch bereits die wesentlichen Punkte dieser  Friedens-Präliminarien, und nach Allem, was uns darüber gestern aus Paris berichtet wurde, zu urteilen, sind dieselben so hart, wie dies unter den gegenwärtigen höchst traurigen Umständen nur denkbar ist. Österreich soll aufhören, zu Deutschland zu gehören; aber auch ohne Österreich soll Deutschland nicht einheitlich constituiert werden. Preußen wird politisch und militärisch  der Gebieter über Deutschland bis zur Mainlinie, Baiern, Würtemberg, Hessen-Darmstadt, Baden sollen unter der Führung Baierns eine selbständige Gruppe bilden. So will es nicht Österreich, so will es auch nicht Preußen, so will es eine Macht, die in deutschen Dingen nichts mitzureden haben sollte, so will es das napoleonische Frankreich … .

Von der schlesisch-böhmischen Grenze schreibt man der A. A.  Ztg. unterm 18. Juli: Aus Pleß wird gemeldet, daß die Beunruhigung der oberschlesischen Grenze durch österreichische Streifzüge fortdauert, und namentlich beschossen die Österreicher am 16. v. das Badehaus zu Goczalkowitz und es mußte das in Pleß stehende Militär gegen dieselben ausrücken, wobei mehrere Preußen durch Schüsse verwundet wurden. Unter der Kriegsbeute, welche jetzt oft über die Grenze gebracht wird, sieht man mitunter auch österreichische Gewehre von so schlechter Beschaffenheit, daß die preußischen Miniègewehre, mit welcher die Landwehr zweiten Aufgebots bewaffnet wird, mit denselben den Vergleich aushalten. Auch die Kanonen scheinen von geringerer Beschaffenheit als jene der preußischen zu sein, aber im Allgemeinen stimmen die Preußen darin überein, daß die österreichische Artillerie besser schießt als die preußische. …

Über die Kämpfe des achten Bundes-Armeecorps mit den Preußen bei und in Aschaffenburg bringt der „Schwäbische Merkur“ nachstehende Berichte: Aschaffenburg, 17. Juli. Soeben, Dienstag Abends um 9 Uhr, lange ich hier an. Auf der Mainbrücke sind die Preußen beschäftigt, die Minen zur Sprengung der brücke zu legen. Es heißt, die Bundesarmee werde in der kommenden Nacht die Stadt bombardieren. Die Bewohner der am Main-Ufer gelegenen Häuser sind angewiesen, ihre Wohnungen für diese Nacht zu verlassen. Vor der Stadt, auf dem linken Main-Ufer, liegt eine Abteilung Preußen in Stockstadt, eine halbe Stunde von Aschaffenburg, eine Compagnie in einer viertelstunde Entfernung im Bivouak, und soeben ertönt ein Signal, das ein weiteres Bataillon zum Bivouakieren von der Stadt ruft. Die 10 – 18,000 Mann, welche in der Stadt liegen, sind die Sieger von Kissingen, die seit jener Schlacht in zweiter Linie stehen; die Kämpfer von Langensalza stehen noch weiter zurück, in Hößbach und Umgebung, und bilden die Reserve, bis wieder die Reihe an sie kommt, die Angriffskolonne zu bilden.

Laufach 18. Juli. Die Nacht in Aschaffenburg ging ohne Störung vorüber. Diesen Morgen um halb 6 Uhr wurden die 900 Österreicher(Italiener), welche bei Aschaffenburg freiwillig die Gewehre streckten, und 500 gefangene Bayern mittels der Eisenbahn auf eine preußische Festung  (Königsberg wurde genannt) befördert. Ich habe das Schlachtfeld von Aschaffenburg bis Laufach, in einer Ausdehnung von drei Stunden, begangen und den Ort der Verwüstung gesehen, die zahlreichen Lazarethe, die man in jedem Weiler und jedem Dorf antrifft, theilweise – unter Anderem die Kirche in Laufach, welche von Stühlen und Bänken ganz geräumt, nur als Lazarteh dient – besucht, die auf den Feldern angelegten Begräbnisstätten, die vier größten bei Frohnhofen(Filiale von Laufach), angesehen. Die einstimmige Ansicht von Soldaten und Bürgern ging dahin, daß es ein tollkühnes Unternehmen von General Perglas gewesen sei, trotz wiederholter Warnungen mit 6000 Hessen und vier Kanonen vom Thal aus die Preußen ohne Kenntnis ihrer Stärke (ihre Zahl wuchs allmählich auf 20,000 Mann mit 24 Kanonen, dieselben, die jetzt in Frankfurt liegen) anzugreifen. Die auf der Landstraße von Lohr heranziehenden Preußen theilten sich bei Hain in zwei Colonnen; die eine besetzte eine bewaldete Höhe südlich von Frohnhofen, die andere zog sich in einer Schlucht östlich vom Weiler aus der sie die Anhöhe erklettern konnten, die sie zugleich als Wall benützt; beide Colonnen konnten die auf einem hinter dem Weiler nördlich ansteigenden Kornfelde aufgestellten Hessen vollständig mit ihren Schüssen beherrschen. Bald zogen sich die Hessen nach großen Verlusten im Thal abwärts nach Aschaffenburg, wo von Frankfurt her ein paar tausend Österreicher eben noch zur Zeit ankamen, um den Rückzug der Hessen einigermaßen zu decken. Die Badener, auf deren Nachfolge die Österreicher sicher rechneten, kamen nicht, da sich der Bahnzug auf irgendwelche Weise verspätete. Nun folgte noch ein harter Kampf um und in Aschaffenburg, während welchem 900 Österreicher zu den Preußen übergingen. Auf dem linken Ufer des Mains verfolgten die Preußen noch ihre Feinde bis Stockstadt, wo den Hessen eine von Hanau retirierte Colonne Würtemberger zu Hilfe kam und zur Sistierung des Kampfes, der vom Vormittag 11 Uhr bis zum Einbruch der Nacht gedauert, mitwirkte. Heute erstreckt sich die preußische Armee bis zum Weiberhof, zwischen Hößbach und Laufach. Ein Sanitäts-Commando befindet sich auch hier und Vorposten treten über Hain hinaus. …

Die Nachricht, daß bei Aschaffenburg 1500 Österreicher gefangen genommen wurden, ist leider wahr; es sind dies durchgängig Italiener vom Regimente Wernhardt, das früher in Mainz lag. Schon auf dem Durchmarsche durch Frankfurt erzählten mir die Offiziere, daß, seitdem den Leuten die Abtretung Italiens bekannt geworden, ein schlechter Geist unter denselben herrsche und sie im Falle, daß die Truppe ins Gefecht kommt, sich wenig Gutes versprechen. …

Quelle.

An die Frauen und Jungfrauen

HEIDELBERGER ZEITUNG 29. Juni 1866

Aufruf

Der Krieg ist ausgebrochen. Deutsche stehen Deutschen feindlich gegenüber. An Verwundeten und Hilfsbedürftigen wird es nicht fehlen. Es ist Pflicht der Menschlichkeit für alle, welche in dem unheilvollen Zusammenstoße ihr Leben und ihre Gesundheit opfern, nach Kräften zu sorgen, nicht minder die Noth der Zurückgebliebenen zu lindern. Freunde wie Feinde sind unsere deutschen Brüder. Durch eine frühzeitige Ordnung der freiwilligen Krankenpflege im Felde nach dem Vorbilde des internationalen Congresses zu Genf kann viel Unheil gesteuert werden. Sorgen wir bei Zeiten, daß es den Ärzten nicht an dem Nöthigen gebricht. Die Unterzeichneten sind zusammengetreten, um solche Gegenstände, welche für die Krankenpflege im Kriege vorzugsweise gebraucht werden, zu sammeln und sie dorthin, wo es daran mangelt, zu senden. Zunächst werden dabei die Truppen des badischen Landes vorzugsweise bedacht werden, nächstem aber ohne Unterschied der Abstammung diejenigen Truppenteile, die am dringensten der Hilfe bedürfen. Der Verein hat sich mit den Sanitätsbehörden der badischen Armee in geeignete Verbindung gesetzt und wird die ihm anvertrauten Gegenstände nach Bedarf befördern. Zunächst sind die Unterzeichneten zur Sammlung bereit. Größere Gegenstände bittet man in den Stunden von 9 – 12 Uhr Vormittags oder von 3 – 6 Nachmittags auf dem Rathause abzuliefern.

Als besonders wünschenswert werden erbeten: Bettzeug und Bettwäsche, namentlich auch Kissen, Matratzen u. Decken, Leibwäsche, Unterzeug, Strümpfe, Pantoffeln, Taschentücher, Handtücher, Verbandmaterialien, besonders alte und neue Leinwand, Charpie, Flanell, Nessel, Rollbinden, Binden aus Gaze, wasserdichte Zeuge, Holzschienen, Gyps, Pappdeckel, Krücken, Arm – und Fußwannen, Eiterbecken, Spritzen, kurzum Krankenhausbedürfnisse aller Art. Wir wenden uns für die Beschaffung derselben besonders an die Frauen und Jungfrauen, sowie an die Frauenvereine, deren Opferwilligkeit ein reiches Feld der Thätigkeit finden wird. Da ferner die Anstellung und Unterstützung freiwilliger Krankenpfleger und Pflegerinnen die Versendung der gesammelten Gegenstände, die Unterstützung der Hinterlassenen Geld in reichem Maße erfordert, so sind Geldbeträge ganz besonders erwünscht. Zum Empfange derselben ist jeder der Unterzeichneten bereit. Heidelberg den 25. Juni 1866.

C. Anserst. Dr. Blum. Bluntschli v. Dusch. Friedreich Gervinus. M. Groß. Helmholtz. Krausmann. Otto Krieger. I. Landfried. Geh. Rath Mittermaier. Renck, Stadtdirektor. Simin Reiß. L. Spitzer. O. Weber. Wilms. Dr. Wolf. Ph. Zimmermann. K. Bittel.

Skalitz-Marsch


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