Archive for the 'Dokumentation' Category



Hausen wie die Schergen von Assad

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International sind mindestens 88 Demonstranten, die seit Beginn der Proteste in Syrien verhaftet wurden, im Gefängnis gestorben. In mehr als der Hälfte der Fälle gebe es Beweise, dass Folter oder andere Formen der Misshandlung zum Tod geführt oder beigetragen haben. … Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben kaum – auch die Menschenrechtsorganisation muss sich zu einem großen Teil auf die Angaben von Oppositionellen verlassen. Dennoch ist uns klar, das Assad – Regime muß weg, egal wie, es ist bestialisch und inhuman, eben so, wie das polnische 1939, das sollte man aber besser nicht schreiben, wegen der Relativierung der deutschen Schuld am II. Weltkrieg und natürlich hat die Hitlerpresse gelogen, wie gedruckt, denn sie war zwangsweise gleichgeschaltet, während heutige Journalisten es aus Überzeugung tun, für eine gute Sache zu lügen. Das macht es doch gleich besser. Oder nicht?

Tschechisches Mädchen vergewaltigt. Und das ist schon fast so schlimm, als hätten mutmaßliche, was heißt, es könnten welche gewesen sein, gesehen hat man keine, Neonazis in Dortmund einem linken Politiker Hakenkreuze an die Hauswand geschmiert, nur waren die Vergewaltiger keine Deutschen, schreibt die Hitlerpresse, da sind wir dann wieder erleichtert. Polnisches Schnellfeuer auf deutsche Bergmannssiedlung. Mährisch – Ostrau, 30. August. Eine viehische Tat, die man sonst nur von Gaddaffi – Anhängern gewohnt ist, der hatte dazu ja extra mehrere Container Viagra bestellt, so die glaubhafte Aussage von westlichen Demokraten, meldet die „Mährisch – Schlesische Landeszeitung“ aus Schönhof an der Protektoratsgrenze.

Ein tschechisches Mädchen, das hier über die grüne Grenze fliehen wollte, wurde im letzten Augenblick von einem polnischen Grenzer erwischt, in das Grenzhäuschen geschleppt und dort vergewaltigt. Passanten, die durch die Schreie des Mädchens aufmerksam geworden waren, waren Zeugen dieser Schandtat. Das liest sich genau so objektiv wie diese Meldung: Vermutlich gegen Dienstagmittag schütteten mutmaßlich Neonazis ätzende Buttersäure auf das Auto des stv. Bezirksbürgermeisters Helmut Manz. Dies, so Manz, könnte passiert sein, als rund 40 Nazis Antifa-Plakate in der Nordstadt abrissen.  Die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit eines Helmut Manz wird doch wohl niemand anzweifeln?

Die Polen hausen in den Wäldern der Beskiden schlimmer als Räuber. Die polnischen Behörden haben Fangkommandos der „Hilfspolizei“  (jener berüchtigten Aufständischen, die man bewaffnet hat und in Zivilkleidung ihren „Dienst“ versehen läßt) mit Motorrädern und gestohlenen Kraftwagen eingesetzt, um die Volksdeutschen einzuschüchtern, was den Mordkommandos auch glänzend gelungen ist. Das Land macht den Eindruck, als sei es von der Zivilbevölkerung ausgestorben. … *Freiburger Zeitung 31.08.1939*

Polen gestehen offiziös ihren Terror. Kattowitz, 30. August. … Nach dem offiziösen polnischen Blatt gegebenen Zahlen sind im Laufe der drei Monate April, Mai, Juni (die Ziffern für die letzten zwei Monate, in denen die Verfolgungen lawinenartig anfielen, sind bezeichnenderweise nicht berücksichtigt) allein 685 Volksdeutsche von den polnischen Gerichten ausschließlich in soganannten politischen Angelegenheiten verurteilt worden. Im gleichen Zeitraum sind außer diesen Verurteilten nicht weniger als 2178 gerichtliche Verfahren gegen Volksdeutsche aus den gleichen Gründen anhängig gemacht worden, das bedeutet, daß in diesem Zeitraum täglich über 30 Volksdeutsche den polnischen Gerichten ausschließlich wegen ihres Bekenntnisses zum Deutschtum ausgeliefert worden sind.  *Freiburger Zeitung 31.08.1939*

Durch derart unsensible Berichterstattung, meint der Blogwart, wird  Hass auf das polnische Brudervolk geschürt, das unermüdlich in festem Bruderbund mit den Streitkräften Englands und Frankreichs auf Wacht für den Weltfrieden* steht und dafür, daß die Inder in Indien noch weiter von ihren englischen Befreiern die Demokratie erlernen dürfen. Er zitiert auch immer nur, um die ganzen Scheußlichkeiten der damaligen Weltverbrecher vor Augen zu führen, man konnte, wenn man es wollte, in den Zeitungen lesen. So wie man das heute ja auch kann. *Der Weltfrieden war gerade mal auf Europa beschränkt, wenn man Spanien ausklammert, die Japaner hatten schwer mit der chinesischen Blütenrevolution zu tun aber China gehört ja auch irgendwie nicht zur Welt.

Bild: Vorbereitung auf den Krieg. Im Jahr 1938, wie diese Aufnahme beweist, läßt Hitler fieberhaft Sexpuppen produzieren, die der kämpfenden Truppe beigegeben werden sollen, falls keine reinarischen erbeuteten Zivilistinnen zur Verfügung stehen. Auch darin war die deutsche der polnischen Wehrmacht überlegen, was letzterer schließlich die Niederlage bescherte. Neben anderen unbedeutenden Kleinigkeiten wie, daß die Garantieversprechen Englands und Frankreichs an Polen letztendlich nur  demokratische Versprecher waren, wie sie heute jeden Tag vorkommen.

Als Gattin ist frau viel beschäftigt

Wie wir gestern lesen konnten, ist der schlimmste deutsche Diktator seit der derzeitigen Bundesregierung, fest entschlossen, das Problem Danzigs, eine ehemals zum deutschen Kaiserreich und der Weimarerer Republik gehörigen Stadt, bewohnt überwiegend von Deutschen, abgetrennt und verwaltet vom  Völkerbund, in das deutsche Reich zurückzuholen, mit friedlichen oder kriegerischen Mitteln, es liegt nur an Polen, welche gewählt werden. Die Forderung hört sich vernünftig an: Bau einer Autobahn (!) nach Danzig als Verbindung mit dem Deutschen Reich. Seit dem Eva – Skandal wissen wir aber: Autobahn, das geht ja nun gar nicht. 

Unterdessen gehen die Schilderungen von Greuel in den Zeitungen weiter, die Polen an Polen mit deutschem Hintergrund verüben und das ist mindestens so glaubhaft wie das, was die derzeitige Presse über die Barbareien der Blütenrevolutionäre in Libyen berichtet. Völlig tendenziös zitiert die Zeitung das Telegramm einer geflüchteten ostelbischen Krautjunkerin, die bis dahin geglaubt hat, auch unter Polen liesse es sich doch leben. Und wer läßt schon gerne Haus und Hof im Stich, um vor den Nebenwirkungen unerwünschter Einwanderung zu fliehen?  Na, die Deutschen doch! Die Geflüchtete schreibt an die Gattin des damaligen Premierminister Chamberlain, so von Frau zu Frau und natürlich kann diese nicht antworten, keine Zeit, keine Zeit, das tut dann aber die zitierende Zeitung für sie.

Frau Chamberlain schweigt. Keine Antwort auf den Hilferuf einer gequälten Volksdeutschen. Die angesehene ungarische Zeitung „Esti Ujsag“ veröffentlicht auf Grund einer Londoner Meldung folgendes Telegramm, das die Frau des Volksdeutschen Grafen Henkel von Donnersmarck Franziska Henckel von Donnersmarck, an Frau Chamberlain gesandt hat.

„Als Frau und Mutter von fünf Kindern, mit denen ich meine Heimat verlassen mußte, bitte ich sie dringlichst, die Schreckenstaten und Grausamkeiten beenden zu helfen, die an hilflosen deutschen Frauen und Kindern in Polnisch – Schlesien begangen werden. – Wenn ich meine Kinder und mich selbst retten konnte, so fühle ich doch um so mehr die Qual derjenigen, die ich zurücklassen mußte, und das schreckliche Schicksal der Hungernden und Mißhandelten, daß ich aus eigener Erfahrung kenne. Franziska Gräfin Henckel von Donnersmarck, Vorsitzende des Katholischen Frauenverbandes Tarnowskie Gory.“

Wie wir vernehmen, ist auf dieses Telegramm einer gequälten Mutter keinerlei Antwort erfolgt, obwohl es sich an dieselbe Frau Chamberlain richtet, die wohl hundertmal Schritte zugunsten irgendwelcher Negerkinder unternommen hat.  *Fehrbelliner Zeitung 30.08.1939*

Die Henckel von Donnersmarck sind übrigens urältester Adel und über ganz Europa mit den Herrscherhäusern versippt und verschwägert, richtige Prominenz, also nicht irgend ein Lieschen Müller aus der Fischerkate.

Bild: Die Wiener Bilder vom 3. September 1939 zeigen diese deutschen Flüchtlinge aus Polen, die nun in Flüchtlingslagern auf die Dinge harren, die da kommen werden. Bis zu 80 000 Menschen sollen vor dem polnischen Terror geflohen sein, etwas, was die westlichen Demokraten keinen Deut interessiert hat. Auch nicht Frau Chamberlain. Hätten sie sich mal schwarz angemalt, dann, vielleicht. 

Amboss oder Hammel sein

Hier zeigt sich wieder das völlig menschenverachtende und zynische in der Argumentation des schlimmsten deutschen Diktators seit Dschingis Khan, der einfach an seinen Gegenüber die Frage stellt „und was, wenn es Euch beträfe?“ So kann man aber nicht argumentieren, es ist diese intellektuelle Kälte, die einen frösteln läßt, dieselbe, die uns auch frieren macht, wenn dieser Sarrazin emotionslos Zahlen herunterrasselt.

Das Versailler Diktat war untragbar. Kein Franzose von Ehre, auch sie nicht, Herr Daladier, hätte in einer ähnlichen Lage anders gehandelt als ich. Ich habe nun in diesem Sinne auch versucht, die allerunvernünftigste Maßnahme des Versailler Diktates aus der Welt zu schaffen.

Ich habe der polnischen Regierung ein Angebot gemacht, über das das deutsche Volk erschrocken ist. Kein anderer als ich konnte es überhaupt wagen, mit einem solchen Angebot an die Öffentlichkeit zu treten. Es konnte daher auch nur einmalig sein. Ich bin nun zutiefst überzeugt, daß, wenn besonders von England aus damals statt in der Presse gegen Deutschland eine wilde Kampagne loszulassen, Gerüchte von einer deutschen Mobilmachung zu lancieren, Polen irgendwie zugeredet worden wäre, vernünftig zu sein, Europa heute und auf fünfundzwanzig Jahre den Zustand des tiefsten Friedens genießen könnte. So wurde aber erst durch die Lüge von der deutschen Aggression die polnische öffentliche Meinung aufgeregt, der polnischen Regierung die eigenen notwendigen klaren Entschlüsse erschwert und vor allem durch die dann folgende Abgabe des Garantieversprechens der Blick für die Grenze realer Möglichkeiten getrübt. Die polnische Regierung lehnte die Vorschläge ab.

Die polnische öffentliche Meinung begann in der sicheren Überzeugung, daß ja nun England und Frankreich für Polen kämpfen würden, Forderungen zu erheben, die man vielleicht als lächerliche Verrücktheit bezeichnen könnte, wenn sie nicht so unendlich gefährlich wären. Damals setzte ein unerträglicher Terror, eine physische und wirtschaftliche Drangsalierung der immerhin über  1,5 Millionen zählenden Deutschen in dem vom Reich abgetretenen  Gebieten ein. Ich will hier nicht über die vorgekommenen Scheußlichkeiten sprechen. Allein auch Danzig wurde mit fortgesetzten Übergriffen polnischer Behörden eigens zum Bewußtsein gebracht, daß es scheinbar rettungslos der Willkür einer dem nationalen Charakter der Stadt und Bevölkerung fremden Gewalt ausgeliefert ist.

Darf ich mir nun die Frage erlauben, Herr Daladier, wie würden Sie als Franzose handeln, wenn durch irgendeinen unglücklichen Ausgang eines tapferen Kampfes eine ihrer Provinzen durch einen von einer fremden Macht besetzten Korridor abgetrennt würde, eine große Stadt – sagen wir Marseille – verhindern würde, sich zu Frankreich zu bekennen, und die in diesem Gebiet lebenden Franzosen nun verfolgt, geschlagen, mißhandelt, ja bestialisch ermordet würden?

Sie sind Franzose, Herr Daladier, und ich weiß daher, wie Sie handeln würden. Ich bin Deutscher, Herr Daladier. Zweifeln Sie nicht an meinem Ehrgefühl und an meinem Pflichtbewußtsein, genau so zu handeln. Wenn Sie nun dieses Unglück hätten, das wir besitzen, würden Sie dann, Herr Daladier, verstehen, wenn Deutschland ohne jede Veranlassung dafür eintreten wollte, daß der Korridor durch Frankreich bleibt, daß die geraubten Gebiete nicht zurückkehren dürfen, daß die Rückkehr Marseilles nach Frankreich verboten wird? Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, Herr Daladier, daß Deutschland aus diesem Grunde gegen Sie kämpfen würde. Denn ich und wir alle haben auf Elsaß – Lothringen verzichtet, um ein weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Um so weniger würden wir Blut vergießen, um ein Unrecht aufrecht zu erhalten, das für Sie untragbar sein müßte, wie es für uns bedeutungslos wäre.

Alles, was Sie in Ihrem Brief, Herr Daladier, schreiben, empfinde ich genau so wie Sie. Vielleicht können gerade wir uns als alte Frontsoldaten auf manchen Gebieten am leichtesten verstehen, allein ich bitte Sie, verstehen Sie auch dies: Daß es für eine Nation von Ehre unmöglich ist, auf fast zwei Millionen Menschen zu verzichten und sie an ihren eigenen Grenzen mißhandelt zu sehen.

Ich habe daher eine klare Forderung aufgestellt: Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück. Die mazedonischen Zustände an unserer Ostgrenze müssen beseitigt werden. Ich sehe keinen Weg, Polen, daß sich nun im Schutz seiner Garantien unangreifbar fühlt, hier zu einer friedlichen Lösung bewegen zu können. Ich würde aber an einer ehrenvollen Zukunft verzweifeln, wenn wir unter solchen Umständen nicht entschlossen wären, die Frage so oder so zu lösen.

Wenn das Schicksal nun dadurch unsere beiden Völker wieder zum Kampfe zwingt, dann würde doch in den Motiven ein Unterschied sein. Ich, Herr Daladier, kämpfe dann mit meinem Volke um die Wiedergutmachung eines Unrechtes, und die anderen um die Beibehaltung desselben. Dies ist um so tragischer, als viele der bedeutenden Männer auch ihres eigenen Volkes den Unsinn der damaligen Lösung ebenso erkannt haben wie die Unmöglichkeit seiner dauerhaften Aufrechterhaltung.

Ich bin mir im klaren über die schweren Konsequenzen, die ein solcher Konflikt mit sich bringt. Ich glaube aber, die schwersten würde Polen zu tragen haben, denn ganz gleich, wie auch ein Krieg um diese Frage ausgehe, der polnische Staat von jetzt wäre so oder so verloren. Daß dafür nun unsere beiden Völker in einen neuen blutigen Vernichtungskrieg eintreten sollen, ist nicht nur für Sie, sondern auch für mich, Herr Daladier, sehr schmerzlich. Ich sehe aber, wie schon bemerkt, von uns aus keine Möglichkeit, auf Polen in einem vernünftigen Sinne einwirken zu können zur Korrektur einer Lage, die für das deutsche Volk und das Deutsche Reich unerträglich ist. Gez. Adolf Hitler. *(Neuigkeits) Welt Blatt 29.08.1939*

Bild: Es ist 1920 und ein Franzose nimmt die Argumentation Hitlers aus dem  Jahre 1939 willig  auf. Da muß einen doch der Ekel überkommen. Oder nicht?

Heilung für die Medien

Vor 43 Jahren errichteten, würde man heute sagen, die sozialistischen Bruderländer, allen voran die Sowjetunion, eine Flugverbotszone über der Tschechoslowakei. Natürlich ging es  um die Beseitigung einer unliebsamen Regierung. Heute heißt das Regimewechsel. Regimewechsel, das ist, wenn edlen Männern und Frauen, die sich im Vollbesitz der Wahrheit dünken, eine Regierung nicht gefällt, die daher beseitigt werden muß. Wegen höherer Ziele. Wegen Humanität, Menschenrechten, westlichen Freiheiten oder weil die Regierung die vorgeschriebenen Pfade der Erleuchtung verlassen hat oder sie nicht beschreiten will. Dann nennen das die Medien wahlweise Revolution, Konterrevolution, arabischer Frühling oder „Nie wieder Auschwitz“.

Wenn heute aber die NATO ähnliches tut, oder wie damals im Krieg gegen Serbien, dann müssen wir uns immer sagen, das ist etwas anderes, das sind Demokraten, die sind vom Volke gewählt  und haben das Vertrauen der Menschen, deshalb sind die Toten, die sie produzieren, auch nicht richtig tot, die Verstümmelten nicht wirklich verstümmelt und die Trümmer, die sie hinterlassen, die heilen sich über Nacht selbst.

TASS – Mitteilung. … In Ausführung dieses Beschlusses marschierten Truppen der verbündeten sozialistischen Länder am 21. August in die Tschechoslowakei – in alle Gebiete und Städte einschließlich Prags und Bratislawas – ein. Der Vormarsch der Truppen der Bruderländer verlief ungehindert. Die Einheiten der tschechoslowakischen Volksarmee bleiben an ihren Standorten. Die Bevölkerung bewahrt Ruhe. Viele tschechoslowakische Staatsbürger äußern gegenüber den Soldaten der Verbündeten Armeen ihren Dank für die rechtzeitige Ankunft in der Tschechoslowakei, um im Kampf gegen diekonterrevolutionären Elemente zu helfen.

Gleichzeitig versuchen rechtsstehende, antisozialistische Elemente in Prag und in einigen anderen Ortschaften feindliche Ausfälle gegen die gesunden Kräfte der CSSR und die diese zu Hilfe gekommenen verbündeten Truppen zu organisieren. … Es gab hetzerische Äußerungen in Radio, Fernsehen und Presse. … *Neues Deutschland 22. August 1968*

Dieser Schritt dient dem Frieden in Europa. Meister Gerhard Kast, VEB Funkwerk Berlin – Köpenik: Mit Elan die DDR stärken. Viele meiner Arbeitskollegen und ich persönlich können und wollen uns nicht gleichgültig verhalten, wenn sich der Sache des Marxismus – Leninismus treu ergebene Persönlichkeiten der CSSR an die Völker der sozialistischen Länder wenden, um dringende Hilfe gegen konterrevolutionäre Elemente zu erhalten. Am Mittwoch haben viele Funkwerker auf Kurzversammlungten ihre Entschlossenheit bekundet, durch noch größeren persönlichen Einsatz an jedem Arbeitsplatz die sozialistische DDR zu stärken und damit den Bruderbund sozialistischer Staaten zu einem noch festeren Bollwerk zum Schutze der europäischen Sicherheit gegen die friedensgefährdenden Kräfte des westdeutschen Militarismus und Revanchismus zu machen.

Vor allem möchte ich den Genossen des ZK der KPdSU und unserer Parteiführung, mit Genossen Walter Ulbricht an der Spitze, für die leninistische Wachsamkeit gegenüber den Ränken der Konterrevolution und die schnelle Organisierung der brüderlichen Hilfe für unsere Genossen und Freunde in der CSSR von ganzem Herzen danken.  *Neues Deutschland 22. August 1968*

Jeder politische Schritt der Partei – und Staatsführung der DDR diente damals dem Frieden oder irgend einer anderen glückseligmachenden Sache, so wie jeder Schritt der Regierung Merkel heute ja auch dem Frieden dient oder der Rettung des Klimas vor dem Tode. Wer sich über solche Zustimmungsbriefe wundert sollte bedenken, daß die Betriebe sich fest in der Hand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und ihrer in der Nationalen Front der DDR vereinigten verbündeten Blockparteien befanden und natürlich fütterten sie, die Betriebe, ihre Parteisekretäre und Funktionäre für Agitation und Propaganda durch, so, wie sie heute ihre Beauftragten für irgendwelchen Hirnschiss durchfüttern. Regelmäßig wurden zu Anlässen, Jahrestagen oder Äußerungen aus dem ZK, Grußadressen, Meinungs – und Stimmungsbilder gefordert, die schon lange nichts mehr mit den Meinungen und Stimmungen der Werktätigen zu tun hatten.

So bediente man sich, um die unverbrüchliche Einheit des Volkes mit der Sozialistischen Einheitspartei der Deutschen Demokratischen Republik zu bekräftigen, einer Funktionärssprache, die mit der Sprache in Betrieben und im Alltag keine Gemeinsamkeiten mehr aufwies, es gab Worte  fürs Protokoll und Worte für den Hausgebrauch und beides hatte der DDR – Bürger verinnerlicht. Man wußte, wann man was man sagen durfte, mit welchen Worten und wann nicht. 

Im Nachhinein fragt sich der Autor, wenn er das so liest, wie da die Entschlossenheit bekräftigt wird, noch härter, genauer und länger zu arbeiten, aus Anlass des Einmarsches der verbündeten Truppen in die CSSR, wie groß müssen die Reserven in der Arbeitsproduktivität gewesen sein, denn zu jedem Ereignis, zum Sputnikflug, zum Weltraumflug des Genossen Gagarin, zum Weltraumflug des Genossen  Titow, zur Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalles, aus Anlass der Weltfestspiele der Jugend und Studenten, zum Jahrestag der Oktoberrevolution, aus Anlass einer Sitzung der Volkskammer der DDR oder des Zentralkommitees der SED oder dem neuen Wirtschaftsplan und so weiter und so weiter, andauernd versicherten die Kollektive in Betrieben, Instituten oder in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in solchen Zustimmungsadressen, jetzt werde noch mehr rangeklotzt, als vor dem Anlass, dem Ereignis davor und vor dem Jahrestag der dieser Initiative vorausging.  Daß da nie jemand von den mit Zustimmungsschreiben Überhäuften gefragt hat, „nun, Genossen, und wann fangt ihr an, richtig zu arbeiten?“

Freude allerorten

Angst vor dem Fremden

Wenn uns der Bau des Antifaschistischen Schutzwalles eines lehrt, der gewiß mehr Tote gekostet hat als der Jugoslawienkrieg, den eine rot-grüne Bundesregierung anzettelte, und dessen Verursacher, Genscher, Kinkel, Scharping, Fischer, Schröder, hoch in Ehren gehalten werden, sollte der Autor jemanden vergessen haben, dann entschuldigt er sich hiermit dafür und natürlich kann man das nicht vergleichen, dann ist es, wie Bundespräsident Wulff richtig bemerkte, daß die Angst vor dem Fremden, den wir lieb haben müssen, bei Strafe der Volksverhetzung,  etwas ist, was Tag für Tag bekämpft gehört, so wie der innere Sarrazin. 

Zum Abschluß der Dokumentation zum 13. August 1961 hier noch eine dramatische Heldengeschichte aus dem Neuen Deutschland. Es war ja keineswegs so, daß die Bevölkerung der Deutschen Demokratischen Republik nach dem 13. August überwiegend in Heulen und Wehklagen ausbrach, wenn uns das verdienstvolle Menschen wie Herr Biermann oder Vera Wollenberger auch weismachen möchten.

Und auch, so, wie heute überwiegend Bunt statt Braun zelebriert wird, das Denunzieren Andersdenkender oder der Schutz des Klimas, fühlen sich die demokratischen Mehrheiten in dieser Torheit recht wohl, insbesondere kann man das an ihren zufriedenen Gesichtern sehen, wenn es gelungen ist, die Minderheiten, die ihre verfassungsmäßigen Rechte ausüben wollen, daran zu hindern, sie zu drangsalieren oder ihnen selbstgerecht die Fresse zu polieren, denn sie sind der heutige Klassenfeind. Und natürlich darf man, so die Lehre aus dem 13. August 1961, keine Menschen an der Ausübung ihrer grundgesetzlich verbrieften Freiheiten hindern, es sei denn, es gibt, wie damals, gute Gründe dafür. Über die richten dann die Sieger der Geschichte. Wie immer.

Bäuerin fasst Agenten. Am Montagmorgen, 3.30 Uhr, in Cheine – Seebenau, einem Ort an der Staatsgrenze West im Kreis Salzwedel . Genossenschaftsbäuerin Anneliese Reichardt von der LPG „Deutsch – Sowjetische Freundschaft“ hatte ihre Kuh noch nicht ganz ausgemolken, als wie aus dem Boden gestampft ein fremder junger Mann vor ihr stand. Nachdem sie sich von ihrem Schreck erholt hatte – ihr Mann war bereits auf der Weide bei den Kühen der LPG – , fragte sie den Fremden: „Erhalte ich schon am frühen morgen Hilfe?“ „Helfen will ich nicht“, antwortete der Mann und seine Blicke schweiften prüfend im Stall umher. „Können sie mir nicht sagen, wie ich am besten nach Salzwedel komme?“ „Halt, dachte Frau Reichardt, hier stimmt etwas nicht.  „Am besten die Straße entlang“ antwortete sie. „Haben Sie denn keinen Passierschein oder Personalausweis bei sich?“ „Das ist es ja gerade“, kam es zögernd zurück. „Ich komme ja von drüben.“

„Ach so“, meinte die Bäuerin. Angestrengt überlegte sie, wie man diesen Eindringling – denn um einen solchen konnte es sich nur handeln – dingfest machen könnte. „Ich möchte Ihnen ja helfen“, sagte sie dem Fremden, „ich muß aber meine Kuh melken und auf die Weide treiben. Sonst würde ich sie wegbringen.“ „Die Westzöllner haben mir erklärt, von Brietz ab gäbe es keine Kontrollen mehr. Aber wie komme ich dorthin?“ „Sie müssen sich links halten, da werden sie niemandem begegnen“, riet ihm Frau Reichardt. In Wirklichkeit schickte sie den Grenzgänger in eine falsche Richtung.

Nachdem der fremde Mann vom Hof war, band Anneliese Reichardt die Kuh los, nahm ihr Fahrrad und tat so, als ob sie die Kuh zur Weide triebe. Nach wenigen Schritten schon ließ sie jedoch die Kuh laufen und radelte, was ihre Beine hergaben zur nächsten Grenzpolizeistelle. Um 3.45 Uhr schon war die Grenzpolizei benachrichtigt. Sofort riegelte eine Einheit das Gelände ab. Um 8.30 Uhr war der Grenzverletzer gestellt.

Daß vom Westen her nichts Gutes kommen konnte, das wurde auch bereits in der Kinder- und Jugendliteratur verarbeitet. Der Autor erinnert hier an den Roman „Käuzchenkuhle“, in dem schurkische SS-Verbrecher, nein, nicht G. Grass, der war es nicht, die Staatsgrenze der DDR überquerten, um blutiges Verbrechergold zu heben. Den Blogwart gruselt heute noch.

Wie sich herausstellte, hatte er am Sonntag gegen 23 Uhr die Grenze überschritten. Um die Polizei irrezuführen, überquerte er den Grenzstreifen rückwärts gehend. Seit 23 Uhr hielt er sich im Ort auf, da er die Orientierung verloren hatte. Als er sah, daß Bauer Reichardt den Hof verließ, wandte er sich an die Bäuerin, um noch vor Tagesanbruch aus dem Grenzgebiet zu verschwinden. Er hatte sich jedoch verrechnet. Bevor er sein schändliches Treiben überhaupt beginnen konnte, saß er hinter Schloß und Riegel.

Als die Genossenschaftsbäuerin Reichardt für ihre beherzte Tat (Einen Verirrten zu denunzieren. Oder heute, ein selbstgeritztes Hakenkreuz vorzuzeigen, und zu rufen, die Luftnazis waren es! Die haben eine kleine Ausländerin beschimpft und ich habe mich dazwischengeworfen, oh ja.) vom Kommandanten der Grenzbereitschaft Langenapel auf der Wählervertreterkonferenz ausgezeichnet wurde, sagte sie: „Ich tat lediglich meine Pflicht. Heute ist es mehr denn je notwendig, wachsam zu sein, damit uns kein einziger Gegner mehr Schaden zufügen kann.“ J. M. *NEUES DEUTSCHLAND 16.08.1961*

Bild: Neues Deutschland Seite Eins.



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