Archive for the 'Dokumentation' Category



Amboss oder Hammel sein

Hier zeigt sich wieder das völlig menschenverachtende und zynische in der Argumentation des schlimmsten deutschen Diktators seit Dschingis Khan, der einfach an seinen Gegenüber die Frage stellt „und was, wenn es Euch beträfe?“ So kann man aber nicht argumentieren, es ist diese intellektuelle Kälte, die einen frösteln läßt, dieselbe, die uns auch frieren macht, wenn dieser Sarrazin emotionslos Zahlen herunterrasselt.

Das Versailler Diktat war untragbar. Kein Franzose von Ehre, auch sie nicht, Herr Daladier, hätte in einer ähnlichen Lage anders gehandelt als ich. Ich habe nun in diesem Sinne auch versucht, die allerunvernünftigste Maßnahme des Versailler Diktates aus der Welt zu schaffen.

Ich habe der polnischen Regierung ein Angebot gemacht, über das das deutsche Volk erschrocken ist. Kein anderer als ich konnte es überhaupt wagen, mit einem solchen Angebot an die Öffentlichkeit zu treten. Es konnte daher auch nur einmalig sein. Ich bin nun zutiefst überzeugt, daß, wenn besonders von England aus damals statt in der Presse gegen Deutschland eine wilde Kampagne loszulassen, Gerüchte von einer deutschen Mobilmachung zu lancieren, Polen irgendwie zugeredet worden wäre, vernünftig zu sein, Europa heute und auf fünfundzwanzig Jahre den Zustand des tiefsten Friedens genießen könnte. So wurde aber erst durch die Lüge von der deutschen Aggression die polnische öffentliche Meinung aufgeregt, der polnischen Regierung die eigenen notwendigen klaren Entschlüsse erschwert und vor allem durch die dann folgende Abgabe des Garantieversprechens der Blick für die Grenze realer Möglichkeiten getrübt. Die polnische Regierung lehnte die Vorschläge ab.

Die polnische öffentliche Meinung begann in der sicheren Überzeugung, daß ja nun England und Frankreich für Polen kämpfen würden, Forderungen zu erheben, die man vielleicht als lächerliche Verrücktheit bezeichnen könnte, wenn sie nicht so unendlich gefährlich wären. Damals setzte ein unerträglicher Terror, eine physische und wirtschaftliche Drangsalierung der immerhin über  1,5 Millionen zählenden Deutschen in dem vom Reich abgetretenen  Gebieten ein. Ich will hier nicht über die vorgekommenen Scheußlichkeiten sprechen. Allein auch Danzig wurde mit fortgesetzten Übergriffen polnischer Behörden eigens zum Bewußtsein gebracht, daß es scheinbar rettungslos der Willkür einer dem nationalen Charakter der Stadt und Bevölkerung fremden Gewalt ausgeliefert ist.

Darf ich mir nun die Frage erlauben, Herr Daladier, wie würden Sie als Franzose handeln, wenn durch irgendeinen unglücklichen Ausgang eines tapferen Kampfes eine ihrer Provinzen durch einen von einer fremden Macht besetzten Korridor abgetrennt würde, eine große Stadt – sagen wir Marseille – verhindern würde, sich zu Frankreich zu bekennen, und die in diesem Gebiet lebenden Franzosen nun verfolgt, geschlagen, mißhandelt, ja bestialisch ermordet würden?

Sie sind Franzose, Herr Daladier, und ich weiß daher, wie Sie handeln würden. Ich bin Deutscher, Herr Daladier. Zweifeln Sie nicht an meinem Ehrgefühl und an meinem Pflichtbewußtsein, genau so zu handeln. Wenn Sie nun dieses Unglück hätten, das wir besitzen, würden Sie dann, Herr Daladier, verstehen, wenn Deutschland ohne jede Veranlassung dafür eintreten wollte, daß der Korridor durch Frankreich bleibt, daß die geraubten Gebiete nicht zurückkehren dürfen, daß die Rückkehr Marseilles nach Frankreich verboten wird? Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, Herr Daladier, daß Deutschland aus diesem Grunde gegen Sie kämpfen würde. Denn ich und wir alle haben auf Elsaß – Lothringen verzichtet, um ein weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Um so weniger würden wir Blut vergießen, um ein Unrecht aufrecht zu erhalten, das für Sie untragbar sein müßte, wie es für uns bedeutungslos wäre.

Alles, was Sie in Ihrem Brief, Herr Daladier, schreiben, empfinde ich genau so wie Sie. Vielleicht können gerade wir uns als alte Frontsoldaten auf manchen Gebieten am leichtesten verstehen, allein ich bitte Sie, verstehen Sie auch dies: Daß es für eine Nation von Ehre unmöglich ist, auf fast zwei Millionen Menschen zu verzichten und sie an ihren eigenen Grenzen mißhandelt zu sehen.

Ich habe daher eine klare Forderung aufgestellt: Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück. Die mazedonischen Zustände an unserer Ostgrenze müssen beseitigt werden. Ich sehe keinen Weg, Polen, daß sich nun im Schutz seiner Garantien unangreifbar fühlt, hier zu einer friedlichen Lösung bewegen zu können. Ich würde aber an einer ehrenvollen Zukunft verzweifeln, wenn wir unter solchen Umständen nicht entschlossen wären, die Frage so oder so zu lösen.

Wenn das Schicksal nun dadurch unsere beiden Völker wieder zum Kampfe zwingt, dann würde doch in den Motiven ein Unterschied sein. Ich, Herr Daladier, kämpfe dann mit meinem Volke um die Wiedergutmachung eines Unrechtes, und die anderen um die Beibehaltung desselben. Dies ist um so tragischer, als viele der bedeutenden Männer auch ihres eigenen Volkes den Unsinn der damaligen Lösung ebenso erkannt haben wie die Unmöglichkeit seiner dauerhaften Aufrechterhaltung.

Ich bin mir im klaren über die schweren Konsequenzen, die ein solcher Konflikt mit sich bringt. Ich glaube aber, die schwersten würde Polen zu tragen haben, denn ganz gleich, wie auch ein Krieg um diese Frage ausgehe, der polnische Staat von jetzt wäre so oder so verloren. Daß dafür nun unsere beiden Völker in einen neuen blutigen Vernichtungskrieg eintreten sollen, ist nicht nur für Sie, sondern auch für mich, Herr Daladier, sehr schmerzlich. Ich sehe aber, wie schon bemerkt, von uns aus keine Möglichkeit, auf Polen in einem vernünftigen Sinne einwirken zu können zur Korrektur einer Lage, die für das deutsche Volk und das Deutsche Reich unerträglich ist. Gez. Adolf Hitler. *(Neuigkeits) Welt Blatt 29.08.1939*

Bild: Es ist 1920 und ein Franzose nimmt die Argumentation Hitlers aus dem  Jahre 1939 willig  auf. Da muß einen doch der Ekel überkommen. Oder nicht?

Heilung für die Medien

Vor 43 Jahren errichteten, würde man heute sagen, die sozialistischen Bruderländer, allen voran die Sowjetunion, eine Flugverbotszone über der Tschechoslowakei. Natürlich ging es  um die Beseitigung einer unliebsamen Regierung. Heute heißt das Regimewechsel. Regimewechsel, das ist, wenn edlen Männern und Frauen, die sich im Vollbesitz der Wahrheit dünken, eine Regierung nicht gefällt, die daher beseitigt werden muß. Wegen höherer Ziele. Wegen Humanität, Menschenrechten, westlichen Freiheiten oder weil die Regierung die vorgeschriebenen Pfade der Erleuchtung verlassen hat oder sie nicht beschreiten will. Dann nennen das die Medien wahlweise Revolution, Konterrevolution, arabischer Frühling oder „Nie wieder Auschwitz“.

Wenn heute aber die NATO ähnliches tut, oder wie damals im Krieg gegen Serbien, dann müssen wir uns immer sagen, das ist etwas anderes, das sind Demokraten, die sind vom Volke gewählt  und haben das Vertrauen der Menschen, deshalb sind die Toten, die sie produzieren, auch nicht richtig tot, die Verstümmelten nicht wirklich verstümmelt und die Trümmer, die sie hinterlassen, die heilen sich über Nacht selbst.

TASS – Mitteilung. … In Ausführung dieses Beschlusses marschierten Truppen der verbündeten sozialistischen Länder am 21. August in die Tschechoslowakei – in alle Gebiete und Städte einschließlich Prags und Bratislawas – ein. Der Vormarsch der Truppen der Bruderländer verlief ungehindert. Die Einheiten der tschechoslowakischen Volksarmee bleiben an ihren Standorten. Die Bevölkerung bewahrt Ruhe. Viele tschechoslowakische Staatsbürger äußern gegenüber den Soldaten der Verbündeten Armeen ihren Dank für die rechtzeitige Ankunft in der Tschechoslowakei, um im Kampf gegen diekonterrevolutionären Elemente zu helfen.

Gleichzeitig versuchen rechtsstehende, antisozialistische Elemente in Prag und in einigen anderen Ortschaften feindliche Ausfälle gegen die gesunden Kräfte der CSSR und die diese zu Hilfe gekommenen verbündeten Truppen zu organisieren. … Es gab hetzerische Äußerungen in Radio, Fernsehen und Presse. … *Neues Deutschland 22. August 1968*

Dieser Schritt dient dem Frieden in Europa. Meister Gerhard Kast, VEB Funkwerk Berlin – Köpenik: Mit Elan die DDR stärken. Viele meiner Arbeitskollegen und ich persönlich können und wollen uns nicht gleichgültig verhalten, wenn sich der Sache des Marxismus – Leninismus treu ergebene Persönlichkeiten der CSSR an die Völker der sozialistischen Länder wenden, um dringende Hilfe gegen konterrevolutionäre Elemente zu erhalten. Am Mittwoch haben viele Funkwerker auf Kurzversammlungten ihre Entschlossenheit bekundet, durch noch größeren persönlichen Einsatz an jedem Arbeitsplatz die sozialistische DDR zu stärken und damit den Bruderbund sozialistischer Staaten zu einem noch festeren Bollwerk zum Schutze der europäischen Sicherheit gegen die friedensgefährdenden Kräfte des westdeutschen Militarismus und Revanchismus zu machen.

Vor allem möchte ich den Genossen des ZK der KPdSU und unserer Parteiführung, mit Genossen Walter Ulbricht an der Spitze, für die leninistische Wachsamkeit gegenüber den Ränken der Konterrevolution und die schnelle Organisierung der brüderlichen Hilfe für unsere Genossen und Freunde in der CSSR von ganzem Herzen danken.  *Neues Deutschland 22. August 1968*

Jeder politische Schritt der Partei – und Staatsführung der DDR diente damals dem Frieden oder irgend einer anderen glückseligmachenden Sache, so wie jeder Schritt der Regierung Merkel heute ja auch dem Frieden dient oder der Rettung des Klimas vor dem Tode. Wer sich über solche Zustimmungsbriefe wundert sollte bedenken, daß die Betriebe sich fest in der Hand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und ihrer in der Nationalen Front der DDR vereinigten verbündeten Blockparteien befanden und natürlich fütterten sie, die Betriebe, ihre Parteisekretäre und Funktionäre für Agitation und Propaganda durch, so, wie sie heute ihre Beauftragten für irgendwelchen Hirnschiss durchfüttern. Regelmäßig wurden zu Anlässen, Jahrestagen oder Äußerungen aus dem ZK, Grußadressen, Meinungs – und Stimmungsbilder gefordert, die schon lange nichts mehr mit den Meinungen und Stimmungen der Werktätigen zu tun hatten.

So bediente man sich, um die unverbrüchliche Einheit des Volkes mit der Sozialistischen Einheitspartei der Deutschen Demokratischen Republik zu bekräftigen, einer Funktionärssprache, die mit der Sprache in Betrieben und im Alltag keine Gemeinsamkeiten mehr aufwies, es gab Worte  fürs Protokoll und Worte für den Hausgebrauch und beides hatte der DDR – Bürger verinnerlicht. Man wußte, wann man was man sagen durfte, mit welchen Worten und wann nicht. 

Im Nachhinein fragt sich der Autor, wenn er das so liest, wie da die Entschlossenheit bekräftigt wird, noch härter, genauer und länger zu arbeiten, aus Anlass des Einmarsches der verbündeten Truppen in die CSSR, wie groß müssen die Reserven in der Arbeitsproduktivität gewesen sein, denn zu jedem Ereignis, zum Sputnikflug, zum Weltraumflug des Genossen Gagarin, zum Weltraumflug des Genossen  Titow, zur Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalles, aus Anlass der Weltfestspiele der Jugend und Studenten, zum Jahrestag der Oktoberrevolution, aus Anlass einer Sitzung der Volkskammer der DDR oder des Zentralkommitees der SED oder dem neuen Wirtschaftsplan und so weiter und so weiter, andauernd versicherten die Kollektive in Betrieben, Instituten oder in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in solchen Zustimmungsadressen, jetzt werde noch mehr rangeklotzt, als vor dem Anlass, dem Ereignis davor und vor dem Jahrestag der dieser Initiative vorausging.  Daß da nie jemand von den mit Zustimmungsschreiben Überhäuften gefragt hat, „nun, Genossen, und wann fangt ihr an, richtig zu arbeiten?“

Freude allerorten

Angst vor dem Fremden

Wenn uns der Bau des Antifaschistischen Schutzwalles eines lehrt, der gewiß mehr Tote gekostet hat als der Jugoslawienkrieg, den eine rot-grüne Bundesregierung anzettelte, und dessen Verursacher, Genscher, Kinkel, Scharping, Fischer, Schröder, hoch in Ehren gehalten werden, sollte der Autor jemanden vergessen haben, dann entschuldigt er sich hiermit dafür und natürlich kann man das nicht vergleichen, dann ist es, wie Bundespräsident Wulff richtig bemerkte, daß die Angst vor dem Fremden, den wir lieb haben müssen, bei Strafe der Volksverhetzung,  etwas ist, was Tag für Tag bekämpft gehört, so wie der innere Sarrazin. 

Zum Abschluß der Dokumentation zum 13. August 1961 hier noch eine dramatische Heldengeschichte aus dem Neuen Deutschland. Es war ja keineswegs so, daß die Bevölkerung der Deutschen Demokratischen Republik nach dem 13. August überwiegend in Heulen und Wehklagen ausbrach, wenn uns das verdienstvolle Menschen wie Herr Biermann oder Vera Wollenberger auch weismachen möchten.

Und auch, so, wie heute überwiegend Bunt statt Braun zelebriert wird, das Denunzieren Andersdenkender oder der Schutz des Klimas, fühlen sich die demokratischen Mehrheiten in dieser Torheit recht wohl, insbesondere kann man das an ihren zufriedenen Gesichtern sehen, wenn es gelungen ist, die Minderheiten, die ihre verfassungsmäßigen Rechte ausüben wollen, daran zu hindern, sie zu drangsalieren oder ihnen selbstgerecht die Fresse zu polieren, denn sie sind der heutige Klassenfeind. Und natürlich darf man, so die Lehre aus dem 13. August 1961, keine Menschen an der Ausübung ihrer grundgesetzlich verbrieften Freiheiten hindern, es sei denn, es gibt, wie damals, gute Gründe dafür. Über die richten dann die Sieger der Geschichte. Wie immer.

Bäuerin fasst Agenten. Am Montagmorgen, 3.30 Uhr, in Cheine – Seebenau, einem Ort an der Staatsgrenze West im Kreis Salzwedel . Genossenschaftsbäuerin Anneliese Reichardt von der LPG „Deutsch – Sowjetische Freundschaft“ hatte ihre Kuh noch nicht ganz ausgemolken, als wie aus dem Boden gestampft ein fremder junger Mann vor ihr stand. Nachdem sie sich von ihrem Schreck erholt hatte – ihr Mann war bereits auf der Weide bei den Kühen der LPG – , fragte sie den Fremden: „Erhalte ich schon am frühen morgen Hilfe?“ „Helfen will ich nicht“, antwortete der Mann und seine Blicke schweiften prüfend im Stall umher. „Können sie mir nicht sagen, wie ich am besten nach Salzwedel komme?“ „Halt, dachte Frau Reichardt, hier stimmt etwas nicht.  „Am besten die Straße entlang“ antwortete sie. „Haben Sie denn keinen Passierschein oder Personalausweis bei sich?“ „Das ist es ja gerade“, kam es zögernd zurück. „Ich komme ja von drüben.“

„Ach so“, meinte die Bäuerin. Angestrengt überlegte sie, wie man diesen Eindringling – denn um einen solchen konnte es sich nur handeln – dingfest machen könnte. „Ich möchte Ihnen ja helfen“, sagte sie dem Fremden, „ich muß aber meine Kuh melken und auf die Weide treiben. Sonst würde ich sie wegbringen.“ „Die Westzöllner haben mir erklärt, von Brietz ab gäbe es keine Kontrollen mehr. Aber wie komme ich dorthin?“ „Sie müssen sich links halten, da werden sie niemandem begegnen“, riet ihm Frau Reichardt. In Wirklichkeit schickte sie den Grenzgänger in eine falsche Richtung.

Nachdem der fremde Mann vom Hof war, band Anneliese Reichardt die Kuh los, nahm ihr Fahrrad und tat so, als ob sie die Kuh zur Weide triebe. Nach wenigen Schritten schon ließ sie jedoch die Kuh laufen und radelte, was ihre Beine hergaben zur nächsten Grenzpolizeistelle. Um 3.45 Uhr schon war die Grenzpolizei benachrichtigt. Sofort riegelte eine Einheit das Gelände ab. Um 8.30 Uhr war der Grenzverletzer gestellt.

Daß vom Westen her nichts Gutes kommen konnte, das wurde auch bereits in der Kinder- und Jugendliteratur verarbeitet. Der Autor erinnert hier an den Roman „Käuzchenkuhle“, in dem schurkische SS-Verbrecher, nein, nicht G. Grass, der war es nicht, die Staatsgrenze der DDR überquerten, um blutiges Verbrechergold zu heben. Den Blogwart gruselt heute noch.

Wie sich herausstellte, hatte er am Sonntag gegen 23 Uhr die Grenze überschritten. Um die Polizei irrezuführen, überquerte er den Grenzstreifen rückwärts gehend. Seit 23 Uhr hielt er sich im Ort auf, da er die Orientierung verloren hatte. Als er sah, daß Bauer Reichardt den Hof verließ, wandte er sich an die Bäuerin, um noch vor Tagesanbruch aus dem Grenzgebiet zu verschwinden. Er hatte sich jedoch verrechnet. Bevor er sein schändliches Treiben überhaupt beginnen konnte, saß er hinter Schloß und Riegel.

Als die Genossenschaftsbäuerin Reichardt für ihre beherzte Tat (Einen Verirrten zu denunzieren. Oder heute, ein selbstgeritztes Hakenkreuz vorzuzeigen, und zu rufen, die Luftnazis waren es! Die haben eine kleine Ausländerin beschimpft und ich habe mich dazwischengeworfen, oh ja.) vom Kommandanten der Grenzbereitschaft Langenapel auf der Wählervertreterkonferenz ausgezeichnet wurde, sagte sie: „Ich tat lediglich meine Pflicht. Heute ist es mehr denn je notwendig, wachsam zu sein, damit uns kein einziger Gegner mehr Schaden zufügen kann.“ J. M. *NEUES DEUTSCHLAND 16.08.1961*

Bild: Neues Deutschland Seite Eins.


Einmal werden wir noch wach

Heißa dann ist Mauertag. Marschall Konjew. Marschall der Sowjetunion Iwan Stephanowitsch Konew ist zum Oberkommandierenden der Gruppe der zeitweilig in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte ernannt  worden. Am Donnerstag empfing ihn der Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Genosse Walter Ulbricht.

Das war am gleichen Tag, als Walter Ulbricht vor 3000 Arbeitern des Berliner Kabelwerkes Oberspree ankündigte, daß, „wenn es notwendig ist, die Grenzen der Deutschen Demokratischen Republik gegenüber der westdeutschen Bundesrepublik militärisch geschützt werden, und zwar sowohl durch Truppen der Nationalen Volksarmee wie durch Truppen unser sowjetischen Freunde.“ …

Volkes Wille auf der Tagesordnung.  … Selbstbestimmung in Aktion. August Bach, Vorsitzender der CDU (der DDR), wendet sich besonders an die Christen, als er sagt: „Die christliche Ethik fordert für den Menschen auch wahre Menschlichkeit. Das aber, was in den Aktionen der Menschenhändler sichtbar wird, ist das absolute Gegenteil jeder Menschlichkeit. Für jeden Christen in der DDR ist daher der schärfste Kampf gegen den Menschenhandel ein ehernes Gebot christlicher Ethik.“ …  

Beschlüsse zum Schutz der Kinder. „Nicht länger werden wir dulden, daß selbst unschuldige Kinder den Menschenhändlern zum Opfer fallen“, fordert Charlotte Mewes, Leiterin eines Kinderheimes in Weimar, in dem unter 50 Kindern 10 betreut werden, die hilflos im Stich gelassen wurden, als ihre Eltern die Republik verliessen. „Alle diese Menschen, die durch raffinierte und vielfältig variierte Abwerbemethoden zur Republikflucht verleitet wurden, haben sich eines Verbrechens an unserem Staat und an ihren Familien schuldig gemacht“, sagt die Sprecherin  des DFD. …  

Überzeugung und staatliche Maßnahmen. „Wer heute die Deutsche Demokratische Republik verläßt und in den Bonner Staat geht, der verrät den Hort des Friedens in Deutschland, verrät damit seine ureigenste Sache, untergräbt seine eigene Sicherheit und stellt sich – ob er das will oder nicht – in den Dienst einer klerikalmilitaristischen Diktatur“, erklärt Rudolf Agsten im Namen der LDPD – Fraktion. …

Wir Arbeiterjungen sind stolz auf unseren Staat.  … Die Hennigsdorfer stellten sich aber auch auf die Bahnhöfe und tippten denjenigen auf die Schulter, die eine Fahrkarte hin und zurück gelöst hatten und ihre geistige Kost in den Westsektoren holen wollten. Die Jungen aus Hennigsdorf wissen, daß sie ein Teil der herrschenden Klasse sind, und so regeln sie  ihre Probleme. Wir sagen ganz offen: Wir sind Arbeiterjungen und wir sind stolz auf unseren Staat. Mit denjenigen, die denken, sie könnten uns beleidigen und provozieren, werden wir auch diskutieren aber eben nicht nur mit dem Mund!“ ruft er unter dem Beifall der Abgeordneten. …  *Neues Deutschland 12. August 1961*

Der Zoll – Dein Freund und Helfer

Rassistisch ausgegrenzt und perspektivlos

Erschütterndes erfährt der Leser aus den ersten Tagen des deutsch – französischen Krieges, dem Krieg von 1870/71, einem der vielen Kriege, in dem Frankreich Deutschland überfiel, kein Wunder, daß nun England brennt. Augsburg, 7. Aug. Aus einem Brief aus Frankreich theilt die A. Z. Nachstehendes mit:  Wir haben stets Turcos vor der Thür. Sie bummeln den ganzen Tag über mit Kindern an der Hand, die sie sehr zu lieben scheinen, in den Straßen herum, und haben ein sehr gutmüthiges oder, wenn man lieber will, stupides Aussehen. Sie ertragen wie alle Neger (es sind deren viele darunter), unser Klima schlecht, und die Spitäler sind von ihnen angefüllt.

Herr X. Hatte in D. um Mitternacht eine Begegnung mit einigen dieses Gelichters, die nicht mehr in das (Militär-) Lager hinaus konnten, weil die Thore schon um 9 Uhr geschlossen werden. Sie verlangten ihm Geld ab, um in irgend einem Wirtshause zu übernachten. Er nahm sich die Mühe, ihnen zu explicieren, wo ein solches zu finden sei. Aber sie hingen sich an ihn wie Kletten: Du kennen Weg – Du gehen mit uns – uns zeigen! (Natürlich franz. gesprochen.) „Nein!“ antwortete der Herr, „ich will nach Haus und mich zu Bette legen!“ – „Ah! Du Haus haben, du ein Bett haben! Du schlafengehen? Wir mitgehen und bei dir schlafen!“  Er hatte alle Mühe mit ihnen, und sagte endlich, aus der Noth eine Tugend machend: „Nun, ihr könnt mitgehen; aber ihr schlaft nicht bei mir, sondern im Stalle bei den Pferden!“ Sie waren´s zufrieden und riefen immer: “ O häßlich Krieg, o häßlich Krieg! Warum arme Bruder verrecken (crever) machen?“ Mit dem armen Bruder meinten sie sich selbst. *Coburger Zeitung 11. August 1870* Der Autor ist nur froh, daß so etwas rassistisches – und menschenverachtendes kein Platz mehr in der deutschen Presse findet.

Was wir wieder brauchen

Komitees zur Verhinderung der Anonymität im Internet. Hoppla hopp, gleich jährt sich der 13. August 1961, Tag der Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalles in der DDR, und so klare Bekenntnisse wie damals, die benötigen wir heute unbedingt wieder, zum Beispiel gegen die ungeheuerliche Feigheit, anonym im Internet zu hetzen, eventuell sogar gegen den geschätzten Innenminister oder gegen die Zustände, die schwarze, vom Sozialamt ausgebeutete Menschen dazu bringen, Geschäfte zu plündern oder Weiße zu zwingen, sich auf der Straße auszuziehen, um sie ihrer Kleidung zu berauben. Natürlich nur aus Not und zum Schutz vor Kälte, versteht sich.

Muldensteiner Kumpel an die Volkskammer der DDR. Aktiver Kampf dem Menschenhandel. Werte Abgeordnete. Wir, die Brigade vom Bagger 617 im Tagebau Muldenstein des Braunkohlenwerkes „Einheit“ in Bitterfeld, haben uns in zahlreichen Aussprachen über den Abschluß eines Friedensvertrages noch im Jahre 1961 auseinandergesetzt. Es gab zwar am Anfang unterschiedliche Meinungen, aber jetzt haben wir Klarheit über die Notwendigkeit geschaffen. Jawohl, unsere Regierung handelt richtig, wenn sie dem Menschenhandel, der den Imperialisten für ihre Störmaßnahmen dient, Einhalt gebietet. Die Maßnahmen des Magistrats des demokratischen Berlins finden gleichfalls unsere volle Zustimmung.

Wir sehen der verbrecherischen Bonner Politik ebenfalls nicht tatenlos zu. Auf unsere Forderung hin wurde auch im Tagebau ein Komitee zur Verhinderung des Menschenhandels gebildet und es arbeitet bereits. Seien Sie versichert, daß wir alle Maßnahmen die durch die Volkskammer und unsere Regierung zur Durchsetzung unserer Friedenspolitik beschlossen werden, unterstützen. … Glück  auf! Besatzung des Baggers 617 W. Pacyna, Brigadier, H. Köppe, Gewerkschaftsvertrauensmann *Neues Deutschland 10. August 1961*

Für eine lebendige, gesalzene Demokratie. … Nach Feierabend verwandelte sich der Angepasste zum anonymen, rechtsradikalen Blogger „Fjordman“, der im Netz aufs Übelste gegen Muslime wetterte. Äußerungen wie „Der Islam und alle, die ihn praktizieren, müssen total und physisch aus der gesamten westlichen Welt entfernt werden“ fanden auch Zustimmung beim norwegischen Massenmörder Anders Breivik.  …   Was sind das nur für charakterlose Gesellen, die sich in anonymen Blogs austoben? Das Internet war angetreten, die gesellschaftliche, repressionsfreie Debatte durch den Schutz der Anonymität zu befördern. Leider hat es auch dazu geführt, dass nun Typen mit Persönlichkeits-Defiziten sowie einer Blockwart- und Heckenschützen-Mentalität für allerlei Krudes und Menschenverachtendes eine Bühne haben. …  Beherzte, mutige, kontroverse Diskussionsbeiträge von couragierten Bürgern sind das Salz für eine lebendige Demokratie.   Wilhelm Klümper *DER WESTEN 07.08.2011 *

Ärzte des Bezirkes Frankfurt (Oder): Meidet Westdeutschland und Westberlin! Wir sind der Überzeugung, daß der Abschluß eines Friedensvertrages noch in diesem Jahr die reale Möglichkeit bietet, die barbarischen Absichten der westdeutschen Militaristen rechtzeitig zu durchkreuzen. Wir haben den festen Willen, zu dieser Lösung mit bestem Vermögen beizutragen.  … Wir begrüßen darum die Erklärungen der Regierung der DDR und des demokratischen Blocks, in denen alle Bürger der DDR im Interesse ihrer eigenen Sicherheit, im Interesse ihrer Familien und im Interesse der Sache des Friedens vor den Gefahren des Menschenhandels gewarnt und gemahnt werden, Reisen nach Westdeutschland und insbesondere Besuche in Westberlin zu meiden.

In Anbetracht der Gefährdung, der Ärzte und Angehörige des mittleren medizinischen Personals durch die konzentrierte Abwerbung der Menschenhändler ausgesetzt sind, appellieren wir an alle Berufskollegen diese Mahnung ernst zu nehmen. Der Appell ist u. a. unterzeichnet von Dr. Großer, Beeskow: Dr. Berthold, Beeskow; Dr. v. Wachsmann, Wriezen: Fiedler, Bezirksarzt: Dr. Heyse. Bezirks – Tbc-Arzt; Dr. Löwe, Ärztlicher Direktor des bezirkskrankenhauses Frankfurt (Oder); Dr. Freytag, Kreisarzt Bernau; Dr. Lappe, Ärztlicher Direktor, Krankenhaus Stalinstadt; Hartmann, Oberschwester, Krankenhaus Eberswalde; Fiebelkorn Hebamme, Kreiskrankenhaus und Eberswalde; Dr. Krüger, Kreisarzt und Leiter des Landambulatoriums Maschnow.  *Neues Deutschland 10. August 1961*

Der Autor ist entzückt von soviel beherzten, mutigen und controversen, also zustimmenden Diskussionsbeiträgen, die unsere Demokratie würziger machen. Der Regierung immer wieder zu sagen, wie weise sie ist und wie gut sie vorausschaut und das Beste für uns will, wenn die Maßnahmen manchmal auch etwas lahm daherkommen, das macht doch eine gesellschaflich repressionsfreie Debatte aus. Daß es zwar am Anfang unterschiedliche Meinungen geben darf, der Form halber, dann aber muß Klarheit herrschen. 

Bild: Friedliche Muslime demonstrieren für repressionsfreie Debatten, aber gegen Anonymität im Internet. Das Plakat zeigt den enthaupteten dänischen Karikaturisten Westergaard mit dem Körper eines Hundes, der allerlei   Krudes und Menschenverachtendes zeichnete,  dabei aber vergaß, zuvor in die Anonymität des Internets abzutauchen, das bescherte ihm freundlichen Besuch eines Somaliers, der sich mit einer Axt Zugang zum Haus des Westergaard verschaffte, sicher wollte er nur Holz hacken.

Bild 2: Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker. Ein junger englischer Proletarier aus Birmingham teilt, wie St. Martin, bereitwillig Hemd und Hosen mit einem jener Zuwanderer, deren Herzlichkeit und Lebensfreude auch Deutschland so ungemein bunter machen. Trotz vollständiger Bekleidung friert der Sonnensohn Afrikas. Das war dem jungen Manne gleich aufgefallen und enthusiastisch entledigte er sich aller Bekleidung, da er ja das Klima gewohnt ist. Der Autor ruft: Eifert ihm nach! 

Kindesentführer

Weitere wundervolle Beispiele objektiver Berichterstattung in der Zeitung vom 08. August 1961, und in Vorbereitung auf den 50. Jahrestag der Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalls, wie sie in sprachlicher Schönheit und Eleganz Fakten und Meinung vermischen und Ekel und Abscheu in das Herz jedes Lesers einpflanzen, der sich dann schnell noch einmal vergewissert ob das Klopfen an der Tür bedeutet, er bekommt Besuch eines Vertreters der Organisation gewissenloser Menschenhändler, und ob das Kind richtig festgebunden ist, nachher taucht es, entführt  von der arbeitsscheuen Oma, im Westen auf, und man sieht es nie wieder.

Kopfjäger in Riesa abgeblitzt. Junge Stahlwerker verzichten auf Reisen nach Westdeutschland. Riesa (ADN/ND). Bei seinen früheren Arbeitskollegen im technischen Büro des Stahlwerkes Riesa ist der kürzlich den Bonner Menschenhändlern in die Hände gefallene Ingenieur Zimmermann gehörig abgeblitzt. In einem von Beleidigungen strotzenden Brief versuchte der Verräter Zimmermann besondes die Ingenieure Köhler und Ekhard den Menschenhändlern zuzutreiben, um dann die ausgesetzten Kopfprämien zu kassieren. Die Gewerkschaftsgruppe des technischen Büros distanzierte sich von Zimmermann und erteilte ihm die richtige Antwort. Ekard und Köhler ließen ihn wissen, daß er Verrat begangen hat und daß ihm in der  kapitalistische Gesellschaft, zu der er sich jetzt bekennt, niemals möglich gewesen wäre, Ingenieur zu werden. Sie teilten Zimmermann mit, daß der Brief seinen Zweck nicht erreichen wird; im Gegenteil, die beiden Ingenieure werden die Arbeit des Betriebskomitees zum Kampf gegen Menschenhandel nach besten Kräften unterstützen. Viele Jugendliche des Stahlwerkes entschlossen sich, beabsichtigte Reisen nach Westdeutschland nicht zu unternehmen.

Eltern klagen die Kindesräuber in der Frontstadt Westberlin an: Geben Sie unsere Kinder zurück!  … Am Donnerstag wurde der Familie des Genossenschaftsbauern Heintz aus der LPG Quadenschönfeld im Auftrage der in Westberlin stationierten Organisation gewissenloser Menschenhändler das jüngste Kind, die drei Monate alte Sylvia geraubt. Die Kindsräuberin ist eine gewisse Ruth Görgens aus Gladbach in Westfalen, die unter dem scheinheiligen Vorwand eines Familienbesuches bei dem Ehepaar Heintz auftauchte. Die Mutter hat Strafantrag wegen Kindesraub gestellt und in einem Telegramm kategorisch die Rückgabe des Kindes gefordert.

Vor fast drei Wochen wurde der Familie des Angehörigen der Nationalen Volksarmee Blume aus Dissen bei Cottbus im Auftrage der in Westberlin stationierten Organisation gewissenloser Menschenhändler das dreijährige Kind Peter geraubt. Die Kindesräuberin ist die arbeitsscheue Anna Kawa, die Großmutter des Jungen. Die Menschenhändler haben dieses kriminelle Weibsstück gedungen, um die verzweifelten Eltern zur Fahrt nach Westberlin zu bewegen. …

Leser zu Maßnahmen des Magistrats. Die Zeit war überreif. Aus vollem Herzen begrüße ich als Vater von vier Kindern die vom Magistrat am 4. August beschlossenen Maßnahmen gegen die Grenzgänger. Lange genug haben wir mit diesen Menschen über ihre unmoralische Haltung diskutiert. Die Zeit war überreif, um zur Tat zu schreiten. Jetzt müssen wir die Tatsachen mit großer Aktivität durchsetzen, damit sich keiner mehr auf Kosten der Allgemeinheit bereichern kann.  Herbert Meißler, Berlin – Pankow.

Wie jeder vernünftige Mensch in der DDR begrüße ich  die durch unseren Magistrat beschlossenen Maßnahmen gegen die  Grenzgänger. Menschen, die wissend schmarotzen, muß man auch als Schmarotzer behandeln, sie so anfassen, wie sie es verdienen. Sie haben unsere Langmut sowieso seit Jahren nur als Schwäche ausgelegt. Laßt doch die Westberliner Gazetten und den Rias plärren und zetern, das tut uns doch nicht weh, sondern bestätigt nur, daß unsere Maßnahmen sie ins Auge treffen. Gisela Narr, Berlin – Weißensee.

Wir Kolleginnen im Waschstützpunkt des Dienstleistungskombinats Prenzlauer Berg, Gleimstraße 21, begrüßen die Maßnahmen des Magistrats gegen die Grenzgänger. Die Kundinnen, die bei uns waschen, gaben ebenfalls ihre Zustimmung. Wir hoffen, daß die Grenzgänger jetzt einsehen, daß sie bei uns ihren Lebensunterhalt ehrlich verdienen können. Sie sollen endlich begreifen, daß sie mit ihrer Arbeit das Lager des Krieges unterstützen. Ehrliche und saubere Menschen müssen wissen, wohin sie gehören.  Inge Weituschat, Inge Schulze, Hanni Pretolat, Hedwig Moritz, DLK Prenzlauer Berg, Gleimstraße 21

Zuchthaus für Abwerber Killat. Zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus wegen Verleitens zum Verlassen der DDR hat der Strafsenat 1 c des Stadtgerichts Berlin am Montagnachmittag den 24 jährigen Abwerber in Sachen Aufrüstung, Bruno Killat, verurteilt. Die Untersuchungshaft wird angerechnet. Killat hatte im Interesse des Braunschweiger Schmalbach – Konzerns versucht, den Expidenten Trapp vom Volkseigenen Betrieb Feinblechverpackungen Lichtenberg in dem Moment abzuwerben, als der Konzernzweigbetrieb in Westberlin, Gebrüder Koppe, in dem Killat als Produktionsleiter arbeitete, einen Rüstungsauftrag für die Bonner Bundeswehr erhielt.

Menschenhandel auch mit Ausländern.  Düsseldorf (ND). über die Methoden der westzonalen Kopfjäger … berichtet die  „Neue – Ruhr – Zeitung“ … „Vor allem mit spanischen und griechischen Arbeitern ist ein reger Menschenhandel aufgeblüht. Vieles geht bei diesem Treck der Arbeitsuchenden nach Deutschland durcheinander. … Bevorzugte Masche der schlepper: Sie tarnen die Ausländer als Touristen und pauken ihnen Sätze ein wie: Ich bin bei einem Freund in Belgien und möchte mir gern das Rheinland ansehen. Die Ausländerämter reagieren recht unterschiedlich auf den Menschenhandel. In Nordrhein – Westphalen sind die Behörden recht großzügig. „Die Firmen liegen uns täglich in den Ohren“, klagen die Ausländerämter. „Sie brauchen dringend Arbeitskräfte, und da machen wir eben Ausnahmen.“  *Neues Deutschland 8. August 1961*

Bild: Erich Heintz und Frau Elisabeth aus Quadenschönfeld, Kreis Neustrelitz, klagen die Kopfjäger an: Gebt uns endlich unsere kleine Sylvia zurück! Hier das Ehepaar Heintz mit seinen beiden ältesten Kindern.


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