Archive for the 'Gedanken' Category

Monologe über die Justiz

Kulturbonus

16.11.1941 … „Heute: auf der einen Seite blödsinnig harte Urteile, wo das ganze Volk eine Handlung versteht; auf der anderen Seite eine unangebrachte Milde. … Bei gewissen Rohheitsdelikten ist es das gleiche. Fangen, einsperren, auslassen, überwachen, wiedereinfangen; wie die Jägerei das Wild hegt, um es bei Gelegenheit umbringen zu können, so hegen die Juristen die Unterwelt. …Ein Gericht schlägt mir die Begnadigung eines Kerls, der ein Mädchen, das von ihm schwanger wurde, in den Wannsee geworfen hat, mit dem Bemerken vor, der Mann habe das aus Angst vor dem unehelichen Kind getan! Ich habe dabei festgestellt, daß alle, die so etwas taten, bisher immer begnadigt wurden, in Hunderten von Fällen! Das ist aber doch die größte Rohheit! …

08.02.1942: … Die praktische Auswirkung der Gesetzesanwendung faßt der Jurist nicht ins Auge! Aber der Verbrecher kennt die Praxis der Justiz, auf seine Sachkenntnis baut er seine Handlungen auf. Wenn die darauf kommen, daß man bei Beraubung von Zügen allenfalls ein paar Jahre Zuchthaus kriegt! Man bekommt ein geregeltes Leben, sagen die sich, wenn es schlecht geht; … alles ist schön, hygienisch, kein Mensch wird einem etwas tun, dafür bürgt der Justizminister. …

20.08.1942: … Justiz ist kein Selbstzweck. Sie dient der Erhaltung der menschlichen Gesellschaftsordnung, eines Organismus, dem wir Kultur und Fortschritt verdanken. Richtig ist jedes Mittel, das diesem Zweck nützt. … Es ist nicht die Aufgabe der Justiz, milde oder hart zu sein. Es ist einfach ihre Aufgabe, diesem Zweck zu genügen.

02.09.1942: … Der Richter vertieft sich immer mehr in die Seele der Gauner als in die Seele der Opfer.“

Der der diese Monologe führte, führte als Führer Deutschland von 1933 bis 1945 und wie jeder sehen kann, haben wir noch dieselbe Justiz über die sich Herr Hitler damals schon aufgeregt hat. Und mit Sicherheit ist das heute, wie auch gestern, antifaschistischer Widerstand, den unsere Richter Tag für Tag aktiv leben. Voller Zivilcourage.

Spaß mit dem Männermagazin

Der Blogwart hat ja geschrieben, daß er auf den Seiten von Leutnant Dino unterwegs war und seither fallen ihm Sachen auf, denen er vorher keine Beachtung geschenkt hätte. Samstag war so eine Beobachtung. Ein junger Vater schob mit dem Kinderwagen durch den EDEKA und tuttelte mit dem Kind herum und hinter ihm seine Frau mit einer Fresse, als wären für die zukunft alle Anlässe, Geschenke zu bekommen, aus Gründen der Staatsraison abgesagt.

Auf den ersten Blick – ein Traumpaar. Er nicht unattraktiv und in der Rolle des einfühlsamen Gatten und Vaters und sie auch nicht häßlich. Aber eben nur auf den ersten Blick. So, wie sie hinter dem Mann oder Freund oder Kindeskümmerer hertrottete, sah es aus, als hätte sie sich von dieser Beziehung schon innerlich verabschiedet. Und vor ihr der ahnungslose Mann, der das Kind im Kinderwagen bespaßt.

Memoiren eines Populisten

Ich las eifrig die sogenannte Qualitätspresse („FAZ“, „SÜDDEUTSCHE“ usw.) und erstaunte über den Umfang des in ihr dem Leser Gebotenen sowie über die Objektivität der Darstellung im einzelnen. Ich würdigte den vornehmen Ton und war eigentlich nur von der Überschwenglichkeit des Stils manches Mal innerlich nicht recht befriedigt oder selbst unangenehm berührt. Doch mochte dies im Schwunge der ganzen Weltstadt liegen.

Was mich aber wiederholt abstieß, war die unwürdige Form, in der diese Presse das Kanzleramt umbuhlte. Es gab kaum ein Ereignis im Kanzleramt, das da nicht dem Leser entweder in Tönen verzückter Begeisterung oder klagender Betroffenheit mitgeteilt wurde, ein Getue, das besonders, wenn es sich um die größte Kanzlerin aller Zeiten selber handelte, fast dem Balzen eines Auerhahnes glich. … Was mir weiter auf die Nerven ging, war der doch widerliche Kult, den die große Presse schon damals mit Amerika und Israel trieb. Man mußte sich geradezu schämen, Deutscher zu sein, wenn man diese süßlichen Lobeshymnen auf die „große Demokratieüber dem Teich und die einzige Demokratie im Nahen Osten zu Gesicht bekam. Dieses erbärmliche anbiedern ließ mich öfter als einmal eine dieser „Qualitätszeitungen“ aus der Hand legen. …

Ich mußte im Anfang staunen, in wie kurzer Zeit es dieser 4. Gewalt im Staate möglich wurde, eine bestimmte Meinung zu erzeugen, auch wenn es sich dabei um die vollständige Umfälschung sicher vorhandener innerer Wünsche und Anschauungen der Allgemeinheit handeln mochte. In wenigen Tagen war da aus einer lächerlichen Sache eine bedeutungsvolle Staatsaktion gemacht, während umgekehrt zu gleicher Zeit lebenswichtige Probleme dem allgemeinen Vergessen anheimfielen, besser aber einfach aus dem Gedächtnis und der Erinnerung der Masse gestohlen wurden.

So gelang es, im Verlaufe weniger Wochen Namen aus dem Nichts hervorzuzaubern, unglaubliche Hoffnungen der breiten Öffentlichkeit an sie zu knüpfen, ja ihnen Popularität zu verschaffen, die dem wirklich bedeutenden Manne oft in seinem ganzen Leben nicht zuteil zu werden vermag; Namen, die dabei noch vor einem Monat überhaupt kein Mensch aber auch nur dem Hören nach kannte, während in der gleichen Zeit alte, bewährte Erscheinungen des staatlichen oder sonstigen öffentlichen Lebens bei bester Gesundheit einfach für die Mitwelt abstarben oder mit solch elenden Schmähungen überhäuft wurde, daß ihr Name in kurzem drohte, zum Symbol einer ganz bestimmten Niedertracht oder Schurkerei zu werden. … Dieses Pack (Sigmar Gabriel) aber fabriziert zu mehr als zwei Dritteln die sogenannte „öffentliche Meinung“, deren Schaum dann die parlamentarische Aphrodite entsteigt.

 … Es ist nicht das Ziel unseres heutigen demokratischen Parlamentarismus, etwa eine Versammlung von Weisen zu bilden, als vielmehr eine Schar geistig abhängiger Nullen zusammenzustellen, deren Leitung nach bestimmten Richtlinien um so leichter wird, je größer die persönliche Beschränktheit des einzelnen ist. Nur so kann Parteipolitik im heutigen üblen Sinne gemacht werden. …

Niemals wird einer dieser Volksvertreter von sich aus der besseren Wahrheit die Ehre geben, um sich dann auch in ihren Dienst zu stellen. Nein, dies wird nicht ein einziger tun, außer er hat Grund zu hoffen, durch eine solche Wendung sein Mandat für eine weitere Session noch retten zu können. Erst also, wenn es in der Luft liegt, daß die bisherige Partei bei einer kommenden Wahl schlecht abschneiden wird, werden sich diese Zierden von Mannhaftigkeit auf den Weg machen und sehen, ob und wie sie zur anderen, vermutlich besser abschneidenden Partei oder Richtung zu kommen vermögen, wobei dieser Positionswechsel allerdings unter einem Wolkenbruch moralischer Begründungen vor sich zu gehen pflegt. …

Überarbeitung in Kursiv. Foto: symbolisch. Die, die schon länger hier leben, bei der Abstimmung über die Zustimmung zur bewährten Politik der Partei und Staatsführung.

 

1989 Leningrad

Meine Güte, was waren wir damals naiv. Dachten, jetzt würden sich Völker und Regierung um Verständnis und Verständigung bemühen, den Gedanken an den Kalten und möglichen heißen Krieg für immer begraben. Die Möglichkeit, daß die Mitte Europas zum Austragungsort eines Krieges mit taktischen Atomwaffen wird.

Hätte man uns damals gesagt, daß 2017 eine DDR-Bürgerin an der Spitze der Regierung Deutschlands steht, die intensiv daran arbeitet, einen Krieg mit Rußland zu führen, wir hätten denjenigen für verrückt erklärt.

Frauke Petry in der Nestbauphase

Hat Hagen Grell Recht? Baut Frauke Petry gerade ein Nest für den künftigen klenen Petry und verrät damit die Interessen der Wähler der AfD? Biedert sie sich dem Mainstream an, um einen Versorgungsposten im Bundestag zu bekommen? Und beißt sie Björn Höcke weg, weil der dem Abgeordnetenmandat im Weg steht? Möglich wäre es. Hagen Grell hat dazu eine klare Meinung.

Der Blogwart übrigens auch. Als Frau Petry wegen der durch die Medien verfälscht dargestellten Äußerungen Petrys zum Schußwaffengebrauch angegangen wurde, da war die Dame empört. Und mit Recht. Als dasselbe Spiel mit Björn Höcke getrieben wurde, da ist sie ihrem Kollegen in den Rücken gefallen. Was soll man davon halten?

Besinnliche Vorfeiertage und fröhliche Weihnachten

Da der Blogwart wahrscheinlich keine Lust mehr haben wird, in diesem Jahr in seinem Blog noch aktiv zu werden, läßt er die besten Wünsche da. Wer Links hinterläßt, bleibt im Spamfilter zappeln. Auch wer neu kommentiert. Rettung kommt nur, wenn der Blogwart in den Blog schaut und Hilfe bringt. Wer nicht lesen kann usw..

frohes-weihnachtsfest

Noch was zum Gucken:

Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert

Na, sagt der Arbeiter, im Geldbeutel sieht es ziemlich mau aus, im Grunde werde ich ja unterbezahlt. Schiet Großkonzerne. Mit ihrer Lohndrückerei. Im Baumarkt dann, feilscht er um den Preis der Holzlatten und fährt begeistert mit seinem Schäppchen nach Hause. Seine Frau indes bemängelt beim Bäcker, daß die Brötchen schon wieder zu klein aussehen und kündigt an, künftig beim Stadtbäcker zu kaufen. Besser gleich im ALDI. Der 400 € Kraft hinter dem Tresen ist es egal. Daß sich die Katze schon längst in den Schwanz beißt, haben die Alle noch nicht begriffen.

Jeder von ihnen will so bezahlt werden, daß sie davon auskommen können. Sie selbst aber sorgen dafür, daß das niemals geschieht.


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