Archive for the 'Versailler Vertrag' Category

Es geht ums Ganze

Adolf H

Vor 90 Jahren besetzten die Franzosen bekanntlich das Ruhrgebiet. Es herrschte kein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland, dennoch rückten sie mit Militär und Panzern ein, weil sie es konnten. Ach, Adolf Hitler war übrigens auch noch nicht an der Macht. Das geschah erst zehn Jahre später und war auch ein Ergebnis der französischen Ruhrbesatzung.

Heute werfen wir den Franzosen das nicht vor, sie sind halt unsere Freunde und mitten im Frieden passiert so manches, was sich der gesunde Menschenverstand nicht träumen lässt.  Dr. Otto Hugo, Mitglied des Reichstages und des Reichswirtschaftsrates schreibt in der *Coburger Zeitung vom 23. Januar 1923* dazu:

Es geht ums Ganze. Die furchtbare Krise, welche der Versailler Vertrag als politischer und wirtschaftlicher Gewaltakt über Deutschland bringen mußte, ist mit ungeheuerlicher Heftigkeit ausgebrochen. Frankreich versucht die letzten und höchsten politischen Ziele, die sowohl wirtschaftlicher wie politischer Natur sind, aus dem Versailler Vertrag herauszuholen. Es will seine politische Herrschaft ausdehnen bis tief in das völlig zertrümmerte Deutschland hinein und will gleichzeitig seine feste Hand legen auf das letzte große Gebiet Europas, das es noch nicht direkt oder indirekt beherrscht. Die siegreiche und erfolgreiche Durchführung dieses Aktes würde Frankreich eine in seiner Geschichte nie dagewesene Beherrschungsstellung auf dem Kontinent schaffen und ihm schließlich auch die wirtschaftlichen Hilfsmittel zuführen können, die zur Aufrechterhaltung des französischen imperialistischen Herrschaftssystems auf dem Festland erforderlich sind.

Vom deutschen Standpunkt aus ist dem entgegenzuhalten, daß es sich für uns um die letzte Entscheidung, um Leben und Sterben, um Freiheit oder dauernde Knechtschaft, um die Fortexistenz eines deutschen Reiches oder den Abschluß deutscher Geschichte handelt. Nie haben wir im Verlauf der ganzen deutschen Vergangenheit einen historischeren Augenblick erlebt, der so sehr das nationale Leben des deutschen Volkes in Frage stellt und eine vernichtende Gefahr für das gesamte Deutschtum darstellt, als in diesen Tagen, die wir heute in heftigen Kämpfen durchleben müssen.

… wenn Deutschland in dem letzten Ringen mit Herrn Poincarè  unterliegt, dann sind wir verloren und haben aufgehört, ein politischer Faktor in Europa zu sein. Seien wir uns auch darüber klar, daß keine Macht der Welt uns erretten und erhalten wird, (Nein, auch nicht Israel oder gar Amerika, weder Gerd Wilders, noch die EDL, schon gar nicht der Papst – Anmerkung vom Blogwart.)  wenn wir es nicht selber tun.

Wie vor 100 Jahren in dem Befreiungskrieg gegen den Korsen doch auch nur der hingebende Lebenswille und Opferwille der Nation Deutschland und seine Zukunft gerettet hat, so steht es auch heute um uns. Wir müssen die letzten nationalen Kräfte des Widerstandes in unserem Volke wachrufen, jeder Einzelne muß ausharren in der klaren Erkenntnis, daß die Not, die uns jetzt für Monate auf das Schwerste drücken kann, entweder eine dauernde Not bleiben wird, die uns durch Seuchen und Elend den Untergang bringt, oder daß nach dieser schweren Zeit auch einmal der Tag kommt, wo wieder Deutschland frei aufatmen und neue Arbeit beginnen kann.  … Weiterlesen unter dem Link zur Coburger. Danke.

Bild: Der kleine Adolf Hitler. Die völkerrechtswidrige Besetzung des Ruhrgebietes durch die Franzosen, mitten im Frieden, läßt den Führer der Nationalsozialisten Deutschlands wieder an eine Vorsehung glauben. Wer bisher den Gedanken beiseite geschoben hatte, daß nur ein starkes Deutschland dem frechen Hochmut ausländischer Mächte trotzen kann, wird nun durch den französischen Rechtsbruch eines Besseren belehrt. Das französische Vorgehen ist Wasser auf die Mühlen der NSDAP.

Eine einfache Wahrheit

Kriegsszene aus den Tiroler FreiheitskämpfenAuf PI, dem Portal für politisch inkorrekte Meinungen, zum Beispiel der, daß Amerika und Israel unsere uneingeschränkte Solidarität verdienen, oder die Wahl der CDU, CDU und der FDP alternativlos ist, wurde sinngemäß im Kommentarbereich behauptet, wir hätten die Mohamedaner im Land, weil wir Erdöl kaufen müssten und nur wenn alternative Energieträger vollständig unseren Bedarf an Erdöl ersetzen würden, dann wäre das nicht mehr so. Ob die bereits im Land befindlichen Mohamedaner dann die Koffer packen und abreisen oder schlagartig die Vermehrung einstellen, das liess der Kommentator offen.

Nun gibt es sicherlich Verträge, die die Bundesregierung geschlossen hat. Mit diesen und jenen Vertragsparteien. Aber Verträge kann man auch kündigen. Ja, die Verbraucherzentralen raten sogar dazu. Mindestens zu jedem Jahresende. Kündigen Sie jetzt Ihre Kfz – Versicherung, Besseres findest DU überall. Es ist schon erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit angenommen wird, die Einwanderung wäre eine Art Knebelvertrag mit einer Laufzeit bis zum St. Nimmerleinstag. Aber: Niemand auf Erden hat die Macht uns zu zwingen. Es sei denn, die Regierungen wollen es und tun es freiwillig. Also die Volksvertreter. Also CSU, CSU, FDP, SPD, GRÜNE, DIE LINKE  und DIE PIRATEN. Dann sind aber Diskussionen am Agitproptisch von Salafisten über den Inhalt des Koran  nicht nur Perlen vor die Säue, sondern an die völlig falschen Adressaten gerichtet. Und ist das nun Absicht oder  Dummheit?

Das war auch einmal anders. Daß deutsche Regierungen zum Schaden des deutschen Volkes agierten. Im Gegenteil. Die *Coburger Zeitung vom 16.01.1923* schreibt dazu – und bezieht sich auf die Rheinlandbesetzung – :

Schon in früheren Zeiten, als die Regierung Wirth die Erfüllung (des Versailler Vertrages) zum Grundsatz erhoben hatte, ist oft genug gesagt worden, daß niemand auf Erden die Macht hat, uns zu Leistungen zu zwingen. Zum ersten Male wird in den vier Jahren seit Beendigung des Krieges diese Wahrheit auf die Probe gestellt. Franzosen und Belgier sind in deutsches Land eingefallen, um Kohle zu rauben. Die deutsche Antwort lautet: Nein, keinen Zentner. Nun muß sich allerdings erweisen, was unsere moralische Widerstandsfähigkeit vermag. Die Franzosen und Belgier können die Bergarbeiter und Zechenbesitzer im Ruhrgebiet nicht zu Sklaven ihres Willens machen. Und sie werden mit ihrem Gewaltakt scheitern, wenn das deutsche Volk ein festes Rückgrat behält. Die Probe kann für uns hart und bitter werden, denn die Franzosen und Belgier sitzen im Ruhrgebiet und wenn sie selbst auch deutsche Leistungen nicht erzwingen können, so haben sie auch Druckmittel in der Hand und sie können uns diese Mittel fühlen lassen. Am Sonntag hat das deutsche Volk in tausenden von Kundgebungen gelobt, treu und fest mit der Regierung zusammenzustehen. Es hat jetzt Gelegenheit, das Gelöbnis zu erfüllen.

An anderer Stelle heißt es: Die unerträglichen Lasten der Rheinlandbesatzung. Die Rheinlandbesatzung beträgt zur Zeit 140 000 Köpfe, ist also rund doppelt so groß wie die Gesamtstärke der vor dem Krieg im Rheinland befindlichen Garnisionen (70 000 Köpfe). Und natürlich müssen dafür die Deutschen aufkommen. Wie übrigens auch für die heutige Brüsseler Eurokratie. Geld, das dorthin fliessen muß, kann aber nicht in deutsche Wissenschaft, Schulen, Polizei oder Straßen investiert werden. Der Trick, dasselbe Geld zweimal auszugeben, funktioniert leider immer noch nicht. Die „Rheinlandkommission“ soll vertragsgemäß aus 4 Mitgliedern bestehen, umfasst aber tatsächlich 1300 Köpfe.

Die Gesamtausgaben für die Rheinlandbesatzung und die Rheinlandkommission können bis Ende 1922 auf 4 1/2 Milliarden Goldmark beziffert werden. Deutschland muß also allein an Besatzungskosten für die ersten 4 Jahre der Rheinlandbesetung eine Summe aufbringen, welche die ganze Kriegsentschädigung, die Frankreich nach 1870/71 an Deutschland zu zahlen hatte, schon jetzt weit übertrifft. …

Müssen, müssen die Deutschen aber gar nichts, um noch einmal an den Ausgangspunkt zurückzukommen. Außer, sie wollen. Also die oben genannten Volksvertreter. Und, wie hiess es in alten Spielfilmen immer so schön: „Meine Herren, ich weiche nur der Gewalt.“ Welcher Gewalt nun allerdings die Bundesregierungen schon seit Jahren in der Frage der Massenzuwanderung weichen, das ist allerdings unklar.

Es wird ja nun auch bald einen Festakt geben, zum Jahrestag des deutsch – französischen Freundschaftsvertrages. Hat der Blogwart gelesen. 1939 erklärte Frankreich  bekanntlich Deutschland den Krieg, woraufhin Deutschland Frankreich 1940 überfiel und nachdem Amerika 1945 für Frankreich den Krieg gewonnen hatte, besetzte Frankreich einen Teil Deutschlands und bat die Deutschen darum, doch seine Freunde zu sein. Seither lesen deutsche Regierungen den französischen Regierungen jeden Wunsch von den Augen ab. Das macht echte Freundschaft aus. Der eine gibt und der andere nimmt. Genau wie vor 90 Jahren.

Bild: Die Tiroler Bauern 1809 hatten noch Glück. Als die sich gegen Fremdbesetzung wehrten, bildeten sich keine Initiativen „Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“, „Bunt statt Braun“ oder „Vielfalt statt Einfalt“.  Der Blogwart kann sich nicht erklären, woran das gelegen haben mag.

1932 ist nicht 2012

Der Reichshaushalt 1932 vom Reichsrat angenommen. Berlin. 28. Juni. (W.T.B.) Der Reichsrat erledigte in seiner heutigen Sitzung den Haushaltsplan für 1932. Generalberichterstatter, Ministerialdirektor Dr. Brecht wies darauf hin, daß der Fehlbetrag aller Vorjahre jetzt mit insgesamt 1690 Millionen RM. (Reichsmark) in einer Summe ausgewiesen werde. Die fundierte Reichsschuld habe am 31. März 1932 10,4 Milliarden RM. betragen. Hinzu kämen noch rd. 1,7 Milliarden schwebender Schulden. Weitere große Schulden in Milliardenhöhe habe das Reich außerdem an die Länder, namentlich infolge der Übernahme der Eisenbahnen. Bei der schweren Lage der von den Reserven entblößten Länder hätten die Reichsratausschüsse in das Haushaltsgesetz die Bestimmung gebracht, daß 70 Millionen RM. Vorzugsaktien für die Übertragung der Eisenbahnen an die zu entschädigenden Länder verteilt werden sollen.

Die vom Reich übernommenen Bürgschaften beliefen sich auf 1,5 Milliarden RM. oder rund 880 Millionen RM. mehr als im Oktober 1930. An Herriot erteilte der Berichterstatter dahingehend eine Antwort, daß es irrig sei zu glauben, daß Deutschland durch Verringerung seiner inneren Schulden durch Inflation und minimale Aufwertung eine Vorzugsstellung im internationalen Wettbewerb haben würde.

Das Reich sei zwar als Schuldner entlastet worden, jedoch die Bevölkerung in genau demselben Maße finanziell verarmt. Deutschland habe seinen äußeren Gläubigern sechs- bis achtmal soviel bezahlt wie seinen inneren. Die Ausgaben für 1932 seien gegenüber 1930 um 20 Prozent gesenkt worden.

Von den Nettoausgaben des Reiches mit insgesamt 8,178 Milliarden verblieben nach Abzug für Liquidation des Krieges, den Schuldendienst und die Versorgung noch 4,956 Milliarden, von denen 2,961 Milliarden an Länder und Gemeinden gingen einschl. der 652 Millionen für Wohlfahrtsbeihilfen. Für die eigentlichen Sachausgaben des Reiches verblieben danach nur noch 1,995 Milliarden. … *Freiburger Zeitung 29.06.1932*

Der Blogwart meint, damals haben die deutschen Demokraten das Volk verarmt, aus Angst vor fremder militärischer Besetzung durch Frankreich, England oder Belgien. Heute verarmen sie es, weil sie das für eine gute Idee und ihrer Karriere förderlich halten. Das Wohl des deutschen Volkes ist das allerletzte, das sie kümmert. Weshalb der Blogwart das demokratische System der Bundesrepublik Deutschland für eine hervorragende Sache hält. Das muß hier mal klargestellt werden.

Eine Stele für den Feind der Demokratie

Während Adolf Hitler vollständig geächtet ist, das ist ein Grundsatz in Deutschland, weil er ein Feind der Demokratie ist, und vor allem, weil er 6, 20 oder 100 Millionen Juden erschlagen hat, genießen andere Feinde der Demokratie weiterhin hohe Ehren und nein, gemeint ist nicht die Bundeskanzlerin Angela Merkel, obwohl die ja nun bei der Abschaffung der Demokratie in Deutschland erfolgreich vorangekommen ist. Demokratie Schtonk! Das meint der Blogwart schon lange.

Was hätten wir wohl einen Auflauf, würde jemand für Adolf Hitler einen Gedenkstein errichten, bei Ernst Thälmann geht das schon, die Journalistin der Märkischen Oderzeitung fragt nicht einmal nach, offenbar ist es Qualitätsmerkmal genug, als Opfer des NS – Regimes zu gelten, wie Mörder, Kinderschänder, Vergewaltiger und Leute, die ihr ganzes Leben dem Terrorismus gewidmet haben, die „Freiburger Zeitung meldet am 24.10.1923* über das segensreiche Wirken von Thälmann:

Die Vorgänge in Hamburg. Hamburg. 23. Okt. (W.T.B.) Bei den heutigen Kämpfen gegen kommunistische Putschisten haben, soweit bis jetzt bekannt, 7 Polizeibeamte das Leben gelassen. 19 Polizeibeamte sind schwer verwundet. Die Zahl der Leichtverletzten steht noch nicht fest. Auch die Aufrührer hatten schwere Verluste. Von der Krankentransportstelle der Polizeibehörde sind während des Tages insgesamt 105 Verletzte und 17 Tote transportiert worden. Etwas genaues über die Verluste der Aufrührer läßt sich noch nicht sagen, da in dieser Zahl auch die Toten und Verwundeten der Ordnungspolizei eingerechnet sind. In Barmbeck und in der Dehnhaide lebten zwischen 4 und 5 Uhr abends die Kämpfe wieder auf. Aus Häusern und Dächern wurde geschossen. Eine energische Gegenaktion wurde sofort eingeleitet. Das Ergebnis des heutigen Tages läßt sich dahin zusammenfassen, daß es Dank der Aufopferung der Ordnungspolizei gelungen ist, einen großangelegten kommunistischen Putschversuch niederzuschlagen. Die Polizei beherrscht die Lage vollständig. Über Hamburg ist der Belagerungszustand verhängt. – Nachmittags wurde auf dem Altensteig das Wollwarenhaus von Lamm geplündert.

Altona, 23. Oktober. (W.T.B.) Heute morgen versuchten Bewaffnete einige Polizeireviere zu stürmen. Die Angreifer wurden zurückgewiesen.  Wandsbeck, 23. Oktober (W.T.B.) Heute früh wurde die Polizeiwache im Amtshaus von etwa 50 Personen gestürmt, jedoch gleich wieder befreit. Drei von den Aufrührern verschleppte Beamte sind wieder frei. Ein Arbeiter wurde getötet, ein anderer verletzt. In Wandsbeck und in Arnsburg wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen.

Der Blogwart merkt an, in Deutschland gibt es zahlreiche Ernst – Thälmann – Straßen, – Plätze oder – Ringe, insbesondere auf dem Gebiet der DDR, geehrt wird damit jemand, der versuchte, die Weimarer Republik zu beseitigen, daß er es nicht geschafft hat, ist nicht sein Verdienst.

Bild: Wenn es nichts zu Essen gibt, weil Polen große fruchtbare Gebiete des deutschen Reiches raubte, die Entente ihre Hungerblockade weiterhin aufrecht erhält und die sozialdemokratische Regierung all ihre Kraft daran setzt, die Sieger des Ersten Weltkrieges auszuzahlen, auch aus Angst vor einer Besetzung durch fremde Heere, wie im Rheinland, muß man eben so lange demonstrieren, bis das Essen da ist. Das ist alter kommunistischer Grundsatz. Oder die Regierung stürzen.

 Hat der Stalin auch getan, worauf dann über 3 Mio Ukrainer planmäßig verhungerten, Hungerkrise gelöst. Wer tot ist, schreit nicht mehr nach Brot oder kleineren Portionen im Supermarkt, wie Ilse Aigner. Ob Thälmann ähnliches im Sinn hatte, können wir nur annehmen aber in der heutigen Zeit gilt die Annahme bereits als Faktum. Wie zum Beispiel, daß es eine NSU gibt oder daß dies aber der letzte Rettungsschirm sein wird. Bis zum nächsten. Wenn  also immer noch ein kommunistischer Massenmörder bundesweit und aktuell geehrt wird, liegt das wohl daran, daß die Bundesregierung gerade sein Programm verwirklicht, die Vision eines sozialistischen Deutschlands inmitten eines sozialistischen Europas.  Denn der Kommunismus ist gut für Dich , erkundige Dich nach ihm. Daß auch Berthold Brecht immer noch geehrt wird, liegt anscheinend daran, daß sich bisher keiner seiner Verehrer nach dem Kommunismus jemals erkundigte.

Haasprediger

Gewaltfriede oder Wilson –  Programm? Im April 1919 hat Deutschland, das zu kämpfen aufgehört hat, seine Truppen in das Reich zurückzog, und zum größten Teil sich selbst entwaffnete, immer noch keinen Frieden mit den Kriegsgegnern. In seiner Osterbotschaft klagt Reichspräsident Ebert (SPD): Wir haben die schweren Aufgaben des Waffenstillstands erfüllt: obgleich wehrlos und wirtschaftlich am Ende werden wir durch die Blockade immer noch abgesperrt, werden unsere Gefangenen immer noch in Feindesland zurückgehalten. Das ist gleichbedeutend mit der Fortsetzung des Krieges und eine Belastung, wie sie wohl noch kein Volk zu bestehen hatte. Und zu den demokratischen Sozialisten, wie sie sich jetzt nennen: Friede, Arbeit und Brot, und das neue Deutschland zu schaffen, ist aber auch unmöglich, solange Teile unseres Volkes in einem Kampfe verharren, der unser schwer darniederliegendes Staats – und Wirtschaftsleben vollends zu vernichten droht. Das ist aber bekannt, je schlechter es einem Land geht, desto besser geht es den demokratischen Sozialisten, denen bekommt das Elend der Leute wie eine Badekur, weshalb sie daran, daß Menschen besser leben, auch kein Interesse haben. Außer sie selbst sind diese Leute.

In einer demokratischen Versammlung in Frankfurt –  Demokratische Versammlungen in Deutschland waren 1919 noch möglich, ohne daß sich talibanbärtige Undemokraten dazwischensetzten, so tolerant waren die damals! –   a. M. sprach Staatsrat Dr. Haas aus Karlsruhe über Gewaltfrieden oder Wilsonprogramm.

Wilson, wir erinnern uns, war der gütige amerikanische Präsident, in einer langen Reihe gütiger amerikanischer Präsidenten, der die Territorien der Staatsgebiete neu verteilte und sie den Völkerschaften zusprach, die auf ihnen die Mehrheit stellten, auch wenn sie es nicht taten. Ausgenommen von dieser Regelung waren die Deutschen. Für die galt das Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht, was sie sehr, sehr traurig machte. Völkerrecht ist eben nicht für alle da. Listigerweise mißbrauchte ein gewisser Hitler später diesen Umstand in seiner Propaganda, in dem er den Menschen die Wahrheit ins Gesicht sagte, weshalb die Wahrheit zu sagen, heute verboten ist. Jedenfalls in Deutschland. Oder sie wird als nicht hilfreich eingestuft.

Er sagte (Dr. Haas) nach Bericht der Fkf. Ztg. wenn unsere Feinde den Gewaltfrieden machen, dann werde ein ungeheurer Haß in Deutschland aufflammen. Ich war immer ein Gegner der Haßgesänge. Aber der Haß wird jetzt kommen, denn der Gewaltfrieden zeigt uns, daß wir belogen und betrogen worden sind. Was sich ein bischen so anhört, wie der 18jährige Knabe 1989 in der DDR, der meinte, man habe ihn 40 Jahre lang belogen, hier waren es aber gerade mal ein paar Monate, daß Deutschland, im Vertrauen auf Wilson einseitig den Krieg für beendet erklärte.  Das uns gegebene Wort wäre gebrochen. Nicht nur wir, auch die Feinde haben sich zu Wilsons 14 Punkten bekannt. Jetzt aber hat man das Gefühl, daß der Waffenstillstand uns abgelistet worden ist. Von Deutschland droht keine Gefahr mehr, für Brutalitäten gibt es jetzt keine Entschuldigung mehr. Zu der Taktik mancher Leute, unsere Schuld am Kriege einzugestehen, kann ich nicht verstehen, wir müssen sagen: Ihr seid genau so schuld! (Lebhafter Beifall.) Und wenn die alte Regierung den Krieg verschuldet hätte, darf man jetzt Greise und Kinder dafür büßen lassen? … Wir müssen von der Schuld am Kriege sprechen, weil die andern uns die alleinige Schuld aufbürden wollen und weil bei uns Leute winseln, daß wir allein Schuld seien.

Wilson stand immer auf dem Standpunkt, daß die Blockade völkerrechtswidrig sei und nur entschuldbar, weil wir den U – Bootkrieg begonnen haben? Wie kann die Blockade jetzt noch entschuldigt werden.  Sie bewirkt einen dauernden Haß in Deutschland. Hunderttausende sind infolge der Blockade gestorben, Unzählige siechen dahin, viele Kinder werden krank und verkümmern. Wir schreien es in die Welt hinaus, daß das Verhalten unserer Gegner schamlos  und völkerrechtswidrig ist. (Zustimmung.) Energisch protestiert Dr. Haas gegen die Zurückhaltung unserer Kriegsgefangenen. Die Nachrichten mehren sich, daß ihre Behandlung in Frankreich immer schlechter wird, wie sie überhaupt dort immer am schlechtesten behandelt worden sind … Nach weiteren Ausführungen kam Dr. Haas zum Schluß:

Wir haben aber zum Verzweifeln kein Recht  und keinen Anlaß. Deutschland setzt sich trotz allem durch! Wir schaffen uns unsere Zukunft. Wir lassen uns nicht versklaven. Das Volk, das sich innerlich freigemacht hat, muß auch nach außen frei sein, muß ein vollberechtigtes, gleiches Glied unter den Völkern sein. Wir sollen erst 15 Jahre dienen, um dann gnädigst in den Völkerbund aufgenommen zu werden. Wir wollen einen gerechten Völkerbund, der allein die Gleichberechtigung verbürgt. Neben den nationalen Interessen dürfen die großen Gedanken der Menschheit nicht vergessen werden. (Stürmischer Beifall.) Und deshalb, liebe Leser, ist es um so verwerflicher, daß Deutschland nicht an der Seite seines besten Freundes, Frankreich, unverzüglich in den Krieg gegen Libyen eingetreten ist. Das sind wir ihm nämlich schuldig. *Freiburger Zeitung 16.04.1919* Bild: Heimkehr der deutschen Helden aus Deutsch – Ostafrika . Der Einzug der Kolonialtruppen mit Fahnen und im Schmucke ihre Orden in Berlin. General v. Lettow – Vorbeck rechts. *Wiener Illustrierte Zeitung*

Ich bin der Hass

Die Galgenschlinge des Völkerbundes

Hier geht es nun nicht um die Europäische Union, sondern um die frühen Wasser, die die Sieger des Ersten Weltkrieges dem Herrn Hitler auf die Mühlen gießen und dessen krude und eugenischen Thesen darum auf fruchtbaren Boden fallen werden. Wenn bei unserer aktuellen Regierung, die da jedem Lande schenkt, das irgendwie in Reichweite ist, jemand als Wahlslogan verkündet, „Deutsches Geld zuerst für Deutsche“, dann mag sich das ja auch im ersten Augenblick absurd anhören, weil man das gar nicht gewohnt ist, daß, was des Volkes Hände schaffen, auch des Volkes Eigen sein soll, wenn man aber länger darüber nachdenkt, fragt man sich doch: „Und warum nicht?“ Warum soll deutsches Geld den Griechen, Iren, Franzosen oder den Türken gegeben werden, Letztere werden sich sowieso immer als Türken betrachten, weil sie uns alle so lieb haben?

Der Entwurf der Liga  der fünf feindlichen Großmächte läßt nicht mehr den geringsten Zweifel daran aufkommen, was Herr Wilson mit diesem Völkerbunde plant:  nichts anderes als die Verewigung unserer Niederlage und die Übertragung der Hungerblockade auf das gesamte zukünftige Wirtschaftsleben. Auf die kürzeste Formel gebracht: Deutschland soll, nachdem seine Industrie zerstört ist, seine überschüssigen Industriearbeiter, soweit nicht etwa Amerika diesen drüben in seiner Munitionsindustrie unter schimpflichen Bedingungen Arbeit zuweist gegen Schwitzerlöhne (Schweitzerlöhne) in der Herstellung von Halbfabrikaten beschäftigen, die England und Amerika dann mit tausendfachem Gewinne auf den Weltmarkt bringen, die ihrerseits vom Völkerbund kontrolliert sein sollen.

Die von Herrn Wilson hinsichtlich unserer Kolonien an England und Frankreich gemachten Zugeständnisse sind nur eine neue Bestätigung dieser klarliegenden Tatsache. In §19 kommt dies ganz deutlich zum Ausdrucke. Dieser spricht von der Aufteilung der Türkei und daneben von „Grundsätzen, die Anwendung finden auf Kolonien und Gebiete, die infolge des Krieges nicht mehr unter der Oberherrschaft der Staaten stehen, die sie vorher regiert haben.“

Das kann sich lediglich und alleine auf die deutschen Kolonien beziehen, um den Raub zu rechtfertigen, der im Widerspruche mit dem Grundgedanken des Völkerbundes steht und unter lügnerischem Hinweise auf eine angebliche deutsche Mißhandlung der Eingeborenen gerechtfertigt erscheinen soll. Auch die Tatsache, daß Wilson zu der vertragsbrüchigen Verschärfung der Waffenstillstandsbedingungen und dem immer mehr bewußterweise verzögerten Abschlusse des Friedens schweigt, beweist, daß es sich hier um Zugeständnisse an Frankreichs Rachsucht handelt, für die Amerika sich Ellenbogenfreiheit in der Ausgestaltung der zukünftigen Weltwirtschaftsmärkte ausbedungen hat.

Unzweideutig läßt sich das an § 10 erkennen, in dem es heißt: „Die vertragschließenden Teile verpflichten sich, die Unversehrtheit des Gebietes und die politische Unabhängigkeit aller Mitglieder des Völkerbundes zu achten und gegen jeden Angriff von außen zu schützen.“  Sobald dieses zur Annahme gelangt, kann es sich in Zukunft nur noch darum  handeln, ob Amerika oder England die Herrschaft über das Wirtschaftsleben der ganzen Welt führen werden. Daß beide auf die Dauer gemeinsam sich den Raub teilen können, erscheint wenig wahrscheinlich. Eine große Strecke des Weges werden sie aber wohl zunächst miteinander gehen müssen. Mindestens solange, bis es zur Auseinandersetzung England, Japan und Amerika gekommen sein wird. Daß den Franzosen dabei keine andere Rolle mehr zufallen wird als die eines Aufsehers über Deutschlands Wohlverhalten, liegt auf der Hand und so wie der französische Volkscharakter geartet ist, wird Herr Wilson sich in dieser Berechnung auch nicht getäuscht haben.

Wir aber werden das Vergnügen dieser Aufsicht umso sicherer zu genießen haben, als wir, wenn man uns schließlich zu dem Völkerbunde zuläßt, uns dann auch noch verpflichten müssen, den jetzt erlittenen Verlust unsern Feinden schützen zu helfen. Denn nach dem erwähnten Wortlaute des $ 10 würden selbst die jetzt an Polen gemachten Zugeständnisse durch uns vertraglich verewigt sein und würden wir vertragsgemäß verpflichtet sein, unter Umständen unsere eigenen deutschen Volksgenossen im Elsaß mit Waffengewalt bei der französischen Knechtschaft halten zu helfen.

Eine Bestätigung dieser Auffassung liegt auch in einer Rede, die Wilson nach seiner Landung in Boston hielt und in der er u. a. sagte: Große Männer, die die anderen Staaten vertreten, können natürlich nicht alles in der Vergangenheit erstrebte vergessen und plötzlich alle ihre angestrebten Ziele preisgeben. Sie wenden sich nun an die Nation, die sich den beneidenswerten Ruf erworben hat, eine Freundin der Menschheit zu sein.

Wilson erinnerte daran, daß die öffentliche Meinung in Europa, die zuerst mit den Vereinigten Staaten unzufrieden war, sich plötzlich änderte, als sie sah, wie die Vereinigten Staaten alle ihre Hilfsquellen zur Verfügung derjenigen stellten, die für ihren Herd und für nichts anderes, als für das Heil der Sache des Rechts u. der Gerechtigkeit kämpften. Wilson sagte, er habe über jene, die mit Herablassung von seinen Idealen sprachen, einen tiefen Triumph gehabt, denn dieses Ideal wurde zum Ziel des Krieges. Nichts als Ideal verliehen diesem großen Kriege den Zweck und Dank. Ihnen wurde er gewonnen. *Freiburger Zeitung 28.02.1919*

Bild: 500 deutsch – österreichische Kinder fahren in die Schweiz, um ihre Unterernährung zu beseitigen.  Wiener Bilder.

Der Krautkopf aus dem Garten

Warum brauchen wir Kolonien? Fragt am 01.02.1919 die *Freiburger Zeitung*. Wenn die Erde bebt und das Haus erschüttert, richten sich alle Gedanken der Bewohner darauf, das zerrissene Haus zu stützen, das zerfallende neu zu bauen. Sie haben nicht Zeit, an ihre entfernten Felder zu denken. Wie aber, wenn die Nachbarn Feld und Früchte rauben? Dann kehren Hunger und Mangel im neu errichteten Hause ein.

Unmöglich scheint es uns heute, weiter zu denken, als an den Wiederaufbau unseres Vaterlandes, unserer Volkswirtschaft. Fast traumhaft fern liegt der Gedanke an die aufblühenden Kolonien, die wir einmal besaßen. Hat es Zweck, von ihnen zu reden, jetzt, wo uns, im Innern gebunden, jede Möglichkeit des Handelns nach außen genommen scheint? – Ja. Denn unser Volk braucht Kolonien.

Wer es früher noch nicht wußte, dem haben es die Kriegsjahre eindrücklich klargemacht was die kolonialen Erzeugnisse für den Volkshaushalt bedeuten. Die Wirtschaft eines jeden Volkes bedarf, entsprechend der Einwohnerzahl, eine „Basis“, einer ungefähr zu errechnenden Fläche von Land, denn nicht Geld und Industrie, sondern allein das Land bringt die Rohstoffe hervor, derer wir zum Leben bedürfen. Nun hat sich das deutsche Volk in den letzten Jahrzehnten so gewaltig vermehrt, daß die Gesamtfläche des Deutschen Reiches nicht mehr annähernd den Umfang jener Fläche erreicht, die als Grundlage der Wirtschaft des 50 Millionenvolkes notwendig wäre. Als wertvolle Ergänzung dieser Bodenfläche müssen die Kolonien hinzutreten und die Nahrungs – und Kleidungsstoffe hervorbringen, die das Mutterland zu liefern nicht mehr imstande ist

Aber haben wir nur Geld, so können wir ja, was wir brauchen, von anderen Völkern kaufen!

Gewiß. Jedoch die Hausfrau weiß, wie viel billiger der Krautkopf aus dem eigenen Garten ist als vom Gemüsehändler. Denn zu diesem wollen Erzeuger und Verkäufer ihren Profit haben und sie können unsere Notlage ausnutzend, jeden Preis von uns verlangen.  Besitzen wir keine Kolonien, so hängt es ganz von dem guten Willen anderer Völker, insbesondere der Engländer und Amerikaner ab, ob sie uns diejenigen Erzeugnisse, die wir für Nahrung, Kleidung und Industrie dringend brauchen überhaupt und zu erträglichen Preisen liefern wollen.

Wir brauchen Kolonien und wir haben ein Recht darauf. Die Erde ist groß genug um bei gerechter Verteilung alle Bewohner zu nähren, zu kleiden und ihnen Stoff zu Arbeit zu geben. Und eine gerechte Schlichtung der kolonialen Ansprüche dürfen wir auf Grund der Botschaft Wilsons, auf der der Waffenstillstandsvertrag sich aufbaut, erwarten.

Aber wir können nicht erwarten, daß unser Recht uns ohne weiteres zugestanden wird. Wir müssen es fordern. Laut sagen müssen wir es, daß wir auf unserem Rechte bestehen, unsere Kolonien zurückhaben wollen.

Wer soll es sagen? Unsere Regierung? Ja, aber hinter ihr muß das ganze Volk stehen. Der Wille eines großen Volkes ist eine Macht, auch wenn es geschlagen ist. Raffen wir uns zu einem einheitlichen Willen auf, geben wir ihm einen starken und deutlichen Ausdruck, so wird die Welt ihn hören müssen.

Kolonialbesitz ist Lebensfrage, des Volkes und jedes einzelnen; auch der deutschen Frauen. Sie, die sie mit einem Schlage mit bestimmend für die Politik unseres Vaterlandes geworden sind, dürfen nicht gleichgültig in dieser Frage beiseite stehen. Lange schon haben deutsche Frauen die Wichtigkeit derselben erkannt; die Geschichte des Frauenbunds der Deutschen Kolonialgesellschaft bezeugt es. Und viele deutsche Männer und Frauen haben drüben in den Kolonien in zähem Ringen eine neue Heimat geschaffen, in der heimisches Familienleben erblühte – und die der Krieg zerstört hat.

Viele von ihnen haben lebenslang draußen für das Deutschtum gekämpft und während der Kriegsjahre sich heldenhaft gegen eine erdrückende Übermacht gewehrt. Eine Pflicht des Dankes ist es für uns, zu ihnen zu stehen.

Der Reichsverband der Kolonialdeutschen plant eine große Kundgebung und fordert das gesamte Volk, ohne Unterschied der Parteien auf, sich derselben anzuschliessen: „Wir fordern Kolonialbesitz!“ Wird sie zu einem machtvollen Ausdruck des Volkswillens, so kann sie auf der bevorstehenden Friedenskonferenz nicht überhört werden, Nutzen wir alle diese Mittel, einen direkten Einfluß auszuüben auf eine der bedeutsamsten Lebensfragen unseres Volkes! Eine große Zahl bedeutender Verbände u.a. die Vorsitzenden des Bundes Deutscher Frauenvereine, des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, der deutschen Frauenvereine vom Roten Kreuz für die Kolonien, des Deutsch-Evangelischen  Frauenbundes und des Zentral Verbandes des Katholischen Frauenbundes schließen sich dem Aufruf zu dieser Kundgebung an.

Alle, die an der vaterländischen Tat teilhaben und mitwirken wollen insbesonders sei die Mitarbeit allen Vereinen warm empfohlen -, erhalten Aufrufe und Listen zur Eintragung der Namen in beliebiger Zahl vom Reichsverband der Kolonialdeutschen, Ausschuß für Kolonialwerbung, Berlin NW 7, Neue Wilhelmstraße 2, 3 Stock.

Bild: Kundgebung für den Anschluß Österreichs an Deutschland. *Wiener Bilder 9.2.1919*

 


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