Archive for the 'Von der DDR lernen heißt Siegen lernen' Category

Zum 3. Oktober

Glück gehabt. 21 Prozent der Westdeutschen waren noch nie in Ostdeutschland. Allerdings können sich 67 Prozent der Westdeutschen vorstellen, einen Ostdeutschen zu heiraten. Jetzt ahnt der Blogwart auch, warum der Genderkrams in den Schulen so intensiv gefördert wird und die Moslems im Westen sich Zweit -, Dritt- oder Viertfrauen halten müssen.

Bild: Früh beschwört die ostdeutsche Mutter ihre heranwachsenden Töchter, später einmal in den Westen zu gehen um dort ihr Glück zu machen. Zurück bleiben antriebslose Jungen, die sich mangels Frauen, in Kameradschaften der Feuerwehr oder Neonazis sammeln. 67 Prozent der Westdeutschen sehen in den Zurückgebliebenen offenbar leichte Beute ihrer sexuellen Begierden. Auch das hat uns die deutsche Einheit gebracht. Ist das nicht widerlich?

Eine Stele für den Feind der Demokratie

Während Adolf Hitler vollständig geächtet ist, das ist ein Grundsatz in Deutschland, weil er ein Feind der Demokratie ist, und vor allem, weil er 6, 20 oder 100 Millionen Juden erschlagen hat, genießen andere Feinde der Demokratie weiterhin hohe Ehren und nein, gemeint ist nicht die Bundeskanzlerin Angela Merkel, obwohl die ja nun bei der Abschaffung der Demokratie in Deutschland erfolgreich vorangekommen ist. Demokratie Schtonk! Das meint der Blogwart schon lange.

Was hätten wir wohl einen Auflauf, würde jemand für Adolf Hitler einen Gedenkstein errichten, bei Ernst Thälmann geht das schon, die Journalistin der Märkischen Oderzeitung fragt nicht einmal nach, offenbar ist es Qualitätsmerkmal genug, als Opfer des NS – Regimes zu gelten, wie Mörder, Kinderschänder, Vergewaltiger und Leute, die ihr ganzes Leben dem Terrorismus gewidmet haben, die „Freiburger Zeitung meldet am 24.10.1923* über das segensreiche Wirken von Thälmann:

Die Vorgänge in Hamburg. Hamburg. 23. Okt. (W.T.B.) Bei den heutigen Kämpfen gegen kommunistische Putschisten haben, soweit bis jetzt bekannt, 7 Polizeibeamte das Leben gelassen. 19 Polizeibeamte sind schwer verwundet. Die Zahl der Leichtverletzten steht noch nicht fest. Auch die Aufrührer hatten schwere Verluste. Von der Krankentransportstelle der Polizeibehörde sind während des Tages insgesamt 105 Verletzte und 17 Tote transportiert worden. Etwas genaues über die Verluste der Aufrührer läßt sich noch nicht sagen, da in dieser Zahl auch die Toten und Verwundeten der Ordnungspolizei eingerechnet sind. In Barmbeck und in der Dehnhaide lebten zwischen 4 und 5 Uhr abends die Kämpfe wieder auf. Aus Häusern und Dächern wurde geschossen. Eine energische Gegenaktion wurde sofort eingeleitet. Das Ergebnis des heutigen Tages läßt sich dahin zusammenfassen, daß es Dank der Aufopferung der Ordnungspolizei gelungen ist, einen großangelegten kommunistischen Putschversuch niederzuschlagen. Die Polizei beherrscht die Lage vollständig. Über Hamburg ist der Belagerungszustand verhängt. – Nachmittags wurde auf dem Altensteig das Wollwarenhaus von Lamm geplündert.

Altona, 23. Oktober. (W.T.B.) Heute morgen versuchten Bewaffnete einige Polizeireviere zu stürmen. Die Angreifer wurden zurückgewiesen.  Wandsbeck, 23. Oktober (W.T.B.) Heute früh wurde die Polizeiwache im Amtshaus von etwa 50 Personen gestürmt, jedoch gleich wieder befreit. Drei von den Aufrührern verschleppte Beamte sind wieder frei. Ein Arbeiter wurde getötet, ein anderer verletzt. In Wandsbeck und in Arnsburg wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen.

Der Blogwart merkt an, in Deutschland gibt es zahlreiche Ernst – Thälmann – Straßen, – Plätze oder – Ringe, insbesondere auf dem Gebiet der DDR, geehrt wird damit jemand, der versuchte, die Weimarer Republik zu beseitigen, daß er es nicht geschafft hat, ist nicht sein Verdienst.

Bild: Wenn es nichts zu Essen gibt, weil Polen große fruchtbare Gebiete des deutschen Reiches raubte, die Entente ihre Hungerblockade weiterhin aufrecht erhält und die sozialdemokratische Regierung all ihre Kraft daran setzt, die Sieger des Ersten Weltkrieges auszuzahlen, auch aus Angst vor einer Besetzung durch fremde Heere, wie im Rheinland, muß man eben so lange demonstrieren, bis das Essen da ist. Das ist alter kommunistischer Grundsatz. Oder die Regierung stürzen.

 Hat der Stalin auch getan, worauf dann über 3 Mio Ukrainer planmäßig verhungerten, Hungerkrise gelöst. Wer tot ist, schreit nicht mehr nach Brot oder kleineren Portionen im Supermarkt, wie Ilse Aigner. Ob Thälmann ähnliches im Sinn hatte, können wir nur annehmen aber in der heutigen Zeit gilt die Annahme bereits als Faktum. Wie zum Beispiel, daß es eine NSU gibt oder daß dies aber der letzte Rettungsschirm sein wird. Bis zum nächsten. Wenn  also immer noch ein kommunistischer Massenmörder bundesweit und aktuell geehrt wird, liegt das wohl daran, daß die Bundesregierung gerade sein Programm verwirklicht, die Vision eines sozialistischen Deutschlands inmitten eines sozialistischen Europas.  Denn der Kommunismus ist gut für Dich , erkundige Dich nach ihm. Daß auch Berthold Brecht immer noch geehrt wird, liegt anscheinend daran, daß sich bisher keiner seiner Verehrer nach dem Kommunismus jemals erkundigte.

Herzlichen Glückwunsch Beate!

Hier überreicht Genosse Ernst, der bescheiden einen Porsche und eine Almhütte besitzt, wie viele Mindestlöhner in Deutschland,  Beate Klarsfeld einen Blumenstrauß. Grund ist der jüngste 1000 ste Fang eines Nazis durch die erfolgreiche Nazi – Jägerin. Obwohl bereits hoch betagt, hat sich die Bundespräsidentenkandidatin der Linken und ihrer Herzen, noch nicht zum Alten Eisen gesellt, sondern verbreitet Angst und Schrecken unter den Alt – und Neu – Nazis, die sie mit flinkem Fuß und geschultem Auge immer noch zielsicher zur Strecke bringt, wie diesen Barbie. Oder die NSU. Wenn ihr das unermüdliche Ohrfeigen von Politikern, die Dreck am Stecken haben, Zeit dazu lässt. Gefragt, ob sie denn dann auch die Politiker der DIE LINKE kräftig ohrfeigen würde, antwortete die erfolgreiche Friedenskämpferin mit einer Backpfeife, eines ihrer schlagensten Argumente. Die Schmutzkampagne, der sich diese verdienstvolle Frau nun ausgesetzt sieht, ohne die wir wieder in Reih und Glied und mit Fackeln marschieren würden, wie in der Freien Deutschen Jugend, erfüllt den Blogwart mit Abscheu, Entsetzen, Betroffen – und Traurigkeit. Und, sagt er, mit den Worten der weisen Gesine:  „Die DDR hat damals eine Nazi-Jägerin unterstützt, die Bundesrepublik Kriegsverbrecher.“ Schämt Euch!

Kritisch anmerken muß der Blogwart hier noch , natürlich hätte die SED, die heute DIE LINKE heißt, eine Opposition nicht nur nicht verfolgt, nicht eingesperrt, sondern geduldet und gefördert, um die sozialistische Demokratie in der DDR zu entwickeln, alleine das ZK der SED hatte etwas dagegen. Da konnte man nichts machen. Heute wäre das aber alles ganz anders. Mit Sicherheit.

Hängt ihn höher!

Kevin Barth hat es getan. Das, was man in Deutschland nicht tut, wegen des Holocaust und der ewigen Schuld, der Scham,   des ewigen „Asche aufs Haupt streuen“ und der Verpflichtung, die immer weniger neugeborenen Deutschen anzubrüllen: „Du alte Nazisau hast die Juden ermordet!“ Kevin Barth hat offenbar wie ein echter Pirat gesprochen. Ohne sich vorher das Hirn mehrfach zu zermartern, wie es ankommt. Wie es sich auf seinen weiteren Lebensweg auswirkt. Ein Neueinsteiger in die Politik, nach seiner Twitterei zu schließen. Grün hinter den Ohren. So findet Kevin Barth den Juden an sich unsympathisch und nicht den Deutschen oder den deutschen Nazi. Vielleicht den ja auch, aber über den Juden hat er getwittert. Pfui Deibel!

Wie sieht das eigentlich aus, ist es strafrechtlich bewehrt, jemanden oder eine ganze Gruppe pauschal unsympathisch zu finden? Darf jemand Leute nicht mögen? Katholiken, Scientologen, Deutsche, Juden? Erstere gewiß. Letztere nimmermehr. Wegen der Schuld.

Wie hat es denn damals angefangen? Grassierende Unsympathie gegenüber Juden in der ganzen Welt und am Ende sind sie zu Millionen tot. Über die Zahl wird immer noch gestritten, mit Sicherheit wissen wir aber, die Dunkelziffer der wegen Antisemitismus Ermordeten wird jedes Jahr höher, ungefähr in dem Maße, wie die Überlebenden der eigenen Ermordung weniger werden. Wenn dann der Letzte seiner Art gestorben ist, wird man dem „Wider das Vergessen“ wohl mit Klonen abhelfen müssen. Denn daß jemand einmal Auschwitz vergißt und daß die Sicherung des Existenzrechts Israels deutsche Staatsräson ist, das darf nicht sein, weil es eben nicht sein darf.

Und der Blogwart hofft, dieser Kevin Barth hat nun seine Lehren aus seiner Twitterei gezogen. Finde, Kevin, daß die Deutschen Arschlöcher sind und die Nazis, wobei das ist ja eh dasselbe. Beschimpfe die Papstanhänger, erkläre den Scientologen den Krieg, finde die Buddisten zum Kotzen aber sprich niemals, niemals, schlecht über Juden. Und merke Dir eines. So etwas wie eine Antisemitismuskeule, die gibt es nicht in Deutschland. Hier darf jeder twittern was er will. Bis auf bestimmte Themen, die zum sofortigen politischen Ruin führen. Wir leben nämlich in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und sind froh darüber!

Bild: Wer in den Verdacht kommt, ein Pferdedieb zu sein, hat es im Wilden Westen nicht leicht. Wir, in Deutschland, sind zivilisierter. Hier werden, bis auf unbequeme Richterinnen, keine Leute mehr aufgehängt. Die Hinrichtung erfolgt über die Presse. Tot ist der Deliquent anschließend aber in beiden Fällen.

Hier muß der Blogwart noch einwerfen, daß ihm der Kevin Barth an sich  scheißegal ist. Nicht scheißegal sind ihm aber die politisch Korrekten, die Meinungs- und Tugendwächter, die findet er generell unsympathisch.

Spaß mit neuen Besen

Gab es eigentlich Bundeswehrfilme? Also Spielfilme über die Bundeswehr? Die Deutsche Demokratische Republik präsentiert hier: „Der Regimentskommandeur“.  Ein Propagandafilm, in dem sogar die Schulterklappen der EK´s glatt gebügelt waren aber immerhin.

Heilung für die Medien

Vor 43 Jahren errichteten, würde man heute sagen, die sozialistischen Bruderländer, allen voran die Sowjetunion, eine Flugverbotszone über der Tschechoslowakei. Natürlich ging es  um die Beseitigung einer unliebsamen Regierung. Heute heißt das Regimewechsel. Regimewechsel, das ist, wenn edlen Männern und Frauen, die sich im Vollbesitz der Wahrheit dünken, eine Regierung nicht gefällt, die daher beseitigt werden muß. Wegen höherer Ziele. Wegen Humanität, Menschenrechten, westlichen Freiheiten oder weil die Regierung die vorgeschriebenen Pfade der Erleuchtung verlassen hat oder sie nicht beschreiten will. Dann nennen das die Medien wahlweise Revolution, Konterrevolution, arabischer Frühling oder „Nie wieder Auschwitz“.

Wenn heute aber die NATO ähnliches tut, oder wie damals im Krieg gegen Serbien, dann müssen wir uns immer sagen, das ist etwas anderes, das sind Demokraten, die sind vom Volke gewählt  und haben das Vertrauen der Menschen, deshalb sind die Toten, die sie produzieren, auch nicht richtig tot, die Verstümmelten nicht wirklich verstümmelt und die Trümmer, die sie hinterlassen, die heilen sich über Nacht selbst.

TASS – Mitteilung. … In Ausführung dieses Beschlusses marschierten Truppen der verbündeten sozialistischen Länder am 21. August in die Tschechoslowakei – in alle Gebiete und Städte einschließlich Prags und Bratislawas – ein. Der Vormarsch der Truppen der Bruderländer verlief ungehindert. Die Einheiten der tschechoslowakischen Volksarmee bleiben an ihren Standorten. Die Bevölkerung bewahrt Ruhe. Viele tschechoslowakische Staatsbürger äußern gegenüber den Soldaten der Verbündeten Armeen ihren Dank für die rechtzeitige Ankunft in der Tschechoslowakei, um im Kampf gegen diekonterrevolutionären Elemente zu helfen.

Gleichzeitig versuchen rechtsstehende, antisozialistische Elemente in Prag und in einigen anderen Ortschaften feindliche Ausfälle gegen die gesunden Kräfte der CSSR und die diese zu Hilfe gekommenen verbündeten Truppen zu organisieren. … Es gab hetzerische Äußerungen in Radio, Fernsehen und Presse. … *Neues Deutschland 22. August 1968*

Dieser Schritt dient dem Frieden in Europa. Meister Gerhard Kast, VEB Funkwerk Berlin – Köpenik: Mit Elan die DDR stärken. Viele meiner Arbeitskollegen und ich persönlich können und wollen uns nicht gleichgültig verhalten, wenn sich der Sache des Marxismus – Leninismus treu ergebene Persönlichkeiten der CSSR an die Völker der sozialistischen Länder wenden, um dringende Hilfe gegen konterrevolutionäre Elemente zu erhalten. Am Mittwoch haben viele Funkwerker auf Kurzversammlungten ihre Entschlossenheit bekundet, durch noch größeren persönlichen Einsatz an jedem Arbeitsplatz die sozialistische DDR zu stärken und damit den Bruderbund sozialistischer Staaten zu einem noch festeren Bollwerk zum Schutze der europäischen Sicherheit gegen die friedensgefährdenden Kräfte des westdeutschen Militarismus und Revanchismus zu machen.

Vor allem möchte ich den Genossen des ZK der KPdSU und unserer Parteiführung, mit Genossen Walter Ulbricht an der Spitze, für die leninistische Wachsamkeit gegenüber den Ränken der Konterrevolution und die schnelle Organisierung der brüderlichen Hilfe für unsere Genossen und Freunde in der CSSR von ganzem Herzen danken.  *Neues Deutschland 22. August 1968*

Jeder politische Schritt der Partei – und Staatsführung der DDR diente damals dem Frieden oder irgend einer anderen glückseligmachenden Sache, so wie jeder Schritt der Regierung Merkel heute ja auch dem Frieden dient oder der Rettung des Klimas vor dem Tode. Wer sich über solche Zustimmungsbriefe wundert sollte bedenken, daß die Betriebe sich fest in der Hand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und ihrer in der Nationalen Front der DDR vereinigten verbündeten Blockparteien befanden und natürlich fütterten sie, die Betriebe, ihre Parteisekretäre und Funktionäre für Agitation und Propaganda durch, so, wie sie heute ihre Beauftragten für irgendwelchen Hirnschiss durchfüttern. Regelmäßig wurden zu Anlässen, Jahrestagen oder Äußerungen aus dem ZK, Grußadressen, Meinungs – und Stimmungsbilder gefordert, die schon lange nichts mehr mit den Meinungen und Stimmungen der Werktätigen zu tun hatten.

So bediente man sich, um die unverbrüchliche Einheit des Volkes mit der Sozialistischen Einheitspartei der Deutschen Demokratischen Republik zu bekräftigen, einer Funktionärssprache, die mit der Sprache in Betrieben und im Alltag keine Gemeinsamkeiten mehr aufwies, es gab Worte  fürs Protokoll und Worte für den Hausgebrauch und beides hatte der DDR – Bürger verinnerlicht. Man wußte, wann man was man sagen durfte, mit welchen Worten und wann nicht. 

Im Nachhinein fragt sich der Autor, wenn er das so liest, wie da die Entschlossenheit bekräftigt wird, noch härter, genauer und länger zu arbeiten, aus Anlass des Einmarsches der verbündeten Truppen in die CSSR, wie groß müssen die Reserven in der Arbeitsproduktivität gewesen sein, denn zu jedem Ereignis, zum Sputnikflug, zum Weltraumflug des Genossen Gagarin, zum Weltraumflug des Genossen  Titow, zur Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalles, aus Anlass der Weltfestspiele der Jugend und Studenten, zum Jahrestag der Oktoberrevolution, aus Anlass einer Sitzung der Volkskammer der DDR oder des Zentralkommitees der SED oder dem neuen Wirtschaftsplan und so weiter und so weiter, andauernd versicherten die Kollektive in Betrieben, Instituten oder in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in solchen Zustimmungsadressen, jetzt werde noch mehr rangeklotzt, als vor dem Anlass, dem Ereignis davor und vor dem Jahrestag der dieser Initiative vorausging.  Daß da nie jemand von den mit Zustimmungsschreiben Überhäuften gefragt hat, „nun, Genossen, und wann fangt ihr an, richtig zu arbeiten?“

Freude allerorten

Angst vor dem Fremden

Wenn uns der Bau des Antifaschistischen Schutzwalles eines lehrt, der gewiß mehr Tote gekostet hat als der Jugoslawienkrieg, den eine rot-grüne Bundesregierung anzettelte, und dessen Verursacher, Genscher, Kinkel, Scharping, Fischer, Schröder, hoch in Ehren gehalten werden, sollte der Autor jemanden vergessen haben, dann entschuldigt er sich hiermit dafür und natürlich kann man das nicht vergleichen, dann ist es, wie Bundespräsident Wulff richtig bemerkte, daß die Angst vor dem Fremden, den wir lieb haben müssen, bei Strafe der Volksverhetzung,  etwas ist, was Tag für Tag bekämpft gehört, so wie der innere Sarrazin. 

Zum Abschluß der Dokumentation zum 13. August 1961 hier noch eine dramatische Heldengeschichte aus dem Neuen Deutschland. Es war ja keineswegs so, daß die Bevölkerung der Deutschen Demokratischen Republik nach dem 13. August überwiegend in Heulen und Wehklagen ausbrach, wenn uns das verdienstvolle Menschen wie Herr Biermann oder Vera Wollenberger auch weismachen möchten.

Und auch, so, wie heute überwiegend Bunt statt Braun zelebriert wird, das Denunzieren Andersdenkender oder der Schutz des Klimas, fühlen sich die demokratischen Mehrheiten in dieser Torheit recht wohl, insbesondere kann man das an ihren zufriedenen Gesichtern sehen, wenn es gelungen ist, die Minderheiten, die ihre verfassungsmäßigen Rechte ausüben wollen, daran zu hindern, sie zu drangsalieren oder ihnen selbstgerecht die Fresse zu polieren, denn sie sind der heutige Klassenfeind. Und natürlich darf man, so die Lehre aus dem 13. August 1961, keine Menschen an der Ausübung ihrer grundgesetzlich verbrieften Freiheiten hindern, es sei denn, es gibt, wie damals, gute Gründe dafür. Über die richten dann die Sieger der Geschichte. Wie immer.

Bäuerin fasst Agenten. Am Montagmorgen, 3.30 Uhr, in Cheine – Seebenau, einem Ort an der Staatsgrenze West im Kreis Salzwedel . Genossenschaftsbäuerin Anneliese Reichardt von der LPG „Deutsch – Sowjetische Freundschaft“ hatte ihre Kuh noch nicht ganz ausgemolken, als wie aus dem Boden gestampft ein fremder junger Mann vor ihr stand. Nachdem sie sich von ihrem Schreck erholt hatte – ihr Mann war bereits auf der Weide bei den Kühen der LPG – , fragte sie den Fremden: „Erhalte ich schon am frühen morgen Hilfe?“ „Helfen will ich nicht“, antwortete der Mann und seine Blicke schweiften prüfend im Stall umher. „Können sie mir nicht sagen, wie ich am besten nach Salzwedel komme?“ „Halt, dachte Frau Reichardt, hier stimmt etwas nicht.  „Am besten die Straße entlang“ antwortete sie. „Haben Sie denn keinen Passierschein oder Personalausweis bei sich?“ „Das ist es ja gerade“, kam es zögernd zurück. „Ich komme ja von drüben.“

„Ach so“, meinte die Bäuerin. Angestrengt überlegte sie, wie man diesen Eindringling – denn um einen solchen konnte es sich nur handeln – dingfest machen könnte. „Ich möchte Ihnen ja helfen“, sagte sie dem Fremden, „ich muß aber meine Kuh melken und auf die Weide treiben. Sonst würde ich sie wegbringen.“ „Die Westzöllner haben mir erklärt, von Brietz ab gäbe es keine Kontrollen mehr. Aber wie komme ich dorthin?“ „Sie müssen sich links halten, da werden sie niemandem begegnen“, riet ihm Frau Reichardt. In Wirklichkeit schickte sie den Grenzgänger in eine falsche Richtung.

Nachdem der fremde Mann vom Hof war, band Anneliese Reichardt die Kuh los, nahm ihr Fahrrad und tat so, als ob sie die Kuh zur Weide triebe. Nach wenigen Schritten schon ließ sie jedoch die Kuh laufen und radelte, was ihre Beine hergaben zur nächsten Grenzpolizeistelle. Um 3.45 Uhr schon war die Grenzpolizei benachrichtigt. Sofort riegelte eine Einheit das Gelände ab. Um 8.30 Uhr war der Grenzverletzer gestellt.

Daß vom Westen her nichts Gutes kommen konnte, das wurde auch bereits in der Kinder- und Jugendliteratur verarbeitet. Der Autor erinnert hier an den Roman „Käuzchenkuhle“, in dem schurkische SS-Verbrecher, nein, nicht G. Grass, der war es nicht, die Staatsgrenze der DDR überquerten, um blutiges Verbrechergold zu heben. Den Blogwart gruselt heute noch.

Wie sich herausstellte, hatte er am Sonntag gegen 23 Uhr die Grenze überschritten. Um die Polizei irrezuführen, überquerte er den Grenzstreifen rückwärts gehend. Seit 23 Uhr hielt er sich im Ort auf, da er die Orientierung verloren hatte. Als er sah, daß Bauer Reichardt den Hof verließ, wandte er sich an die Bäuerin, um noch vor Tagesanbruch aus dem Grenzgebiet zu verschwinden. Er hatte sich jedoch verrechnet. Bevor er sein schändliches Treiben überhaupt beginnen konnte, saß er hinter Schloß und Riegel.

Als die Genossenschaftsbäuerin Reichardt für ihre beherzte Tat (Einen Verirrten zu denunzieren. Oder heute, ein selbstgeritztes Hakenkreuz vorzuzeigen, und zu rufen, die Luftnazis waren es! Die haben eine kleine Ausländerin beschimpft und ich habe mich dazwischengeworfen, oh ja.) vom Kommandanten der Grenzbereitschaft Langenapel auf der Wählervertreterkonferenz ausgezeichnet wurde, sagte sie: „Ich tat lediglich meine Pflicht. Heute ist es mehr denn je notwendig, wachsam zu sein, damit uns kein einziger Gegner mehr Schaden zufügen kann.“ J. M. *NEUES DEUTSCHLAND 16.08.1961*

Bild: Neues Deutschland Seite Eins.



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