Archive for the 'Was die Welt bewegte' Category



Schland hat gewählt

KartoffeldiebeDer Blogwart nicht.  Ja, muß er zugeben, es war schon ein komisches Gefühl, nicht zur Wahl zu gehen. Seit seiner Wahlmündigkeit ist der Blogwart nämlich immer zu den Wahlen getrabt. Erst, um ein Zeichen zu setzen, daß er der Partei – und Staatsführung vertraut, auf ihrem Kurs, zum weiteren Aufbau der entwickelten sozialistischen Gesellschaft und auch, weil den Wahlen fernzubleiben, fast so etwas war, wie sich auf den Marktplatz zu stellen und zu rufen: „Scheiss – DDR!“ Mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Später hat er gewählt, weil er das Märchen von den freien, geheimen und gleichen Wahlen geglaubt hat und, daß er tatsächlich zwischen Alternativen wählen kann. Also nicht zwischen Parteien, sondern zwischen Alternativen der Entwicklung Deutschlands. Seither ist viel Zeit ins Land gegangen und wenn der Blogwart eines gemerkt hat ist, egal welche Partei im Bundeswahlkampf antritt, der Kapitän steuert das Schiff Bundesrepublik nur in eine Richtung, nämlich in die des Eisberges.

Alles darum herum ist nur Theater, um die Passagiere abzulenken. Ob nun Merkel oder Steinbrück oder Trittin oder Westerwelle den Bundeskanzler stellt, die Masseneinwanderung sprachunkundiger Sozialschmarotzer bleibt, ebenso wie der Umstand, daß die Deutschen, die noch Steuern zahlen können, für diese aufkommen müssen.  Der Kurs zur weiteren Deelektrifizierung Deutschlands wird weitergefahren, egal, wer am Ruder steht. Die Energiepreise steigen weiter. Und wenn die Energiepreise steigen, verteuern sich alle anderen Produkte, sofern sie aus Deutschland kommen. Wir werden auch künftig für die Schulden ganz Europas aufkommen und unsere Kinder werden immer dümmer werden müssen, denn das ist zwingendes Resultat der Einwanderungspolitik, der Sarrazin hat es bewiesen.

Wenn man aber an dem Punkt ist und für sich erkannt hat, daß alles nur Theater ist, eine Demokratieillusion, warum soll man sich aktiv an der Aufführung des Schauspiels Demokratie beteiligen? Weil Betrug vom Mitmachen lebt!

Bild: 1923. „Ein Zeichen der wirtschaftlichen Not in Deutschland: Kartoffeldiebe, die in der Umgebung Berlins im Lichte der Scheinwerfer von Polizei überrascht, auf offenem Felde gestellt und verhaftet werden.“

Das Sterben der Mark

Lehrergehalt 1923Bild: Um den Lehrern einer Volksschule in Mecklenburg die Lebensmöglichkeit zu sichern, haben die Schulkinder, gemäß Beschlusses der Ortsvorstehung, nach den Vermögensverhältnissen ihrer Eltern Fett, Wurst, Getreide, Kartoffel, Brennholz ec. an den Lehrer zu liefern. *Das interessante Blatt* schreibt:

Die Markkatastrophe. Die vollständige Entwertung der deutschen Markwährung hat wirtschaftlich vernichtend gewirkt und Zustände in Deutschland gezeitigt, die geradezu an die Verhältnisse in Sowjetrußland gemahnen. Das ordnungsliebende deutsche Volk schwankt heute haltlos in der Flut hereinbrechender Bedrängnisse und ist allen Lockungen von rechts und links ausgesetzt. Mühsam sucht man nach Auskunftsmitteln, um dem schlimmsten Übel abzuhelfen. Zur Erhaltung der Schulbetriebe, weil das Lehrerpersonal nicht imstande wäre, seiner Lehrpflicht aus Mangel an Nahrungsmitteln nachzukommen, haben die Gemeinden beschlossen, durch abgabe von Lebensmitteln in natura das Leben der Lehrer zu sichern. Die Kinder tragen allwöchentlich Rauchfleisch, Fett, Käse, Getreide und andere Früchte in das Schulgebäude, wo die Abgaben gebucht und auf die einzelnen Lehrpersonen aufgeteilt werden. Die Hoffnung, daß durch eine Beendigung des Ruhrwiderstandes sich auch die finanzielle Lage Deutschlands bessern werde, scheint sich nicht erfüllen zu wollen, da Poincarè keineswegs daran denkt, die Besetzung des Ruhrgebietes rückgängig zu machen.

Deutsche Regierung uneinsichtig

Flugzeuglandung unter den Linden 1923Folgender Artikel behandelt einen Teil der deutschen Geschichte, der aus dem Bewußtsein der Öffentlichkeit verschwunden ist. 1923 besetzen Frankreich und Belgien völkerrechtswidrig deutsches Staatsgebiet und errichten dort eine Schreckensherrschaft, infolge derer Tausende Deutsche vertrieben und brotlos gemacht werden, Hunderte zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt und etliche Menschen erschossen, erschlagen oder ordentlich von Gerichten der Besatzer zum Tode verurteilt  werden. Anders, als das heutige Regime Merkel, entschuldigt sich die damalige deutsche Reichsregierung nicht für Vorfälle, die noch gar nicht aufgeklärt sind, oder zahlt eilfertig Entschädigungen. Das sollte uns schon zu denken geben. Jeder, der in der damaligen Zeit mit wachen Sinnen durch die Welt ging, wird eines begriffen haben, das Völkerrecht ist damals, wie heute, keinen Schuß Pulver wert, wenn sich Staaten nicht selbst zu verteidigen wissen. Deutschland war zu diesem Zeitpunkt eine Armee von 100 000 Mann erlaubt, jeder militärische Widerstand war damit von vornherein aussichtslos.   *Die Coburger Zeitung vom 09.08.1923* schreibt:

Neue Anmaßungen gegen Deutschland. Belgien und Frankreich fordern „Genugtuung“ für Duisburg. – Ablehnende Antwort der Reichsregierung.

Nach einer Meldung des „Berl. Lok. – Anz.“ hat nach der letzten Besprechung des Reichskanzlers mit dem Nuntius Pacelli eine Demarche des französischen Botschafters und des belgischen Gesandten stattgefunden. … Beide Missionschefs haben als Auffassung ihrer Regierung im Auswärtigen Amt dargelegt, die Reichsregierung habe sich durch ihre Anordnungen über den passiven Widerstand, durch ihre Beileidstelegramme u. dergl. für die Folgen des Widerstandes verantwortlich gemacht. Die französische und belgische Regierung müßten verlangen, daß das Attentat auf die Duisburger Brücke missbilligt werde,  und daß alles unternommen werde, um die Täter zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen. Als Beweis dafür, daß Deutsche an dem Attentat beteiligt gewesen seien, wies der belgische Gesandte darauf hin, daß auf der Brücke Bruchstücke einer Explosionsbombe gefunden worden seien. –

Der Vertreter der Reichsregierung hat darauf geantwortet : Wir entschuldigen uns vieltausendmal, gleich morgen hält der Reichstag eine Sondersitzung ab, in der wir uns alle kollektiv schämen und auch, wenn es keine Opfer gegeben hat, außer dem Brückenbelag, gibt es doch sicher Bedürftige unter den Besatzungssoldaten, denen wir etliche Millionen Reichsmark anweisen könnten? Der Vorfall in Duisburg sei der deutschen Regierung bisher nur aus Zeitungsmeldungen bekannt geworden. Alle versuche, sich ein klares Bild zu verschaffen, seien gescheitert, was nicht zu verwundern sei, weil die deutschen Lokalbehörden keine Möglichkeit hätten, den Sachverhalt an Ort und Stelle nachzuprüfen.

Selbst wenn an dem Vorfall Deutsche beteiligt gewesen sein sollten, so könne nicht zugegeben werden, daß die deutsche Reichsregierung irgendeine Verantwortung dafür zu tragen habe oder in irgendeiner Weise zu derartigen Akten ermutigt habe. Nach Beginn der Ruhraktion habe die deutsche Regierung Anordnungen erlassen, die nicht die Ursache, sondern die Folge des spontan aus der Seele der Bevölkerung hervorgewachsenen Widerstandes gewesen seien.

Das, wirft der Blogwart ein, muß man sich auf der Zunge langsam und genüßlich zergehen lassen: Die deutsche Regierung hat Anordnungen erlassen, nämlich die, zum passiven Widerstand gegen die Besatzer, als Folge des Wunsches der besetzten Bevölkerung nach Widerstand. Wie hat doch Marlene Dietrich in Hinblick auf unsere heutigen Volldemokraten gesungen: Sag mir, wo die Männer sind. Wo sind sie geblieben?

Das Beileidstelegramm im Falle Schlageter (des von den Besatzern ermordeten deutschen Kaufmannes) sei eine durchaus natürliche und selbstverständliche Kundgebung gewesen, nachdem ein deutscher Mann von einem fremden Kriegsgericht auf deutschem Boden für eine wahrlich nicht aus ehrloser Gesinnung entstandenen Tat verurteilt und hingerichtet worden sei.

Man dürfe nicht vergessen, daß keinem Belgier oder Franzosen trotz maßlosen Terrors der Besatzungstruppen auch nur ein Haar gekrümmt worden sei, während mehr als zwanzig Deutsche schuldlos ihr Leben unter den Kugeln der Besatzungstruppen eingebüßt haben. Die Angabe, daß man am Ort der Tat Trümmer einer Bombe gefunden habe, sei keineswegs genügend, um die Beteiligung Deutscher an dem Attentat nachzuweisen. Hingewiesen werde müsse aber darauf, daß nach französischen Meldungen in letzter Zeit wiederholt Fälle sich ereignet hätten, bei denen französische Soldaten von ihren eigenen Kameraden erschossen worden seien. Was die deutsche Mitwirkung in der Weiterbehandlung der Angelegenheit betreffe, so werde die deutsche Regierung sich äußern, sobald in konkret-substantierter Form das Ergebnis der Untersuchung vorliegen werde.

Und das, merkt der Blogwart an, ist ja nicht so schwer, das Ergebnis einer Untersuchung abzuwarten, bevor schweifwedelnd die Staatstrauer ausgerufen wird. Immer wenn er diese alten Texte liest, drängen sich ihm unwillkürlich Vergleiche zum heutigen Politikerpersonal auf und der Begriff „ohne jegliches Format oder Charakter“ ist schon sehr beschönigend.

Bild: Dem deutschen Staat ist es verboten, eigene Luftstreitkräfte zu unterhalten. Fremde Flugzeuge können also nach Gutdünken deutschen Luftraum verletzten, ohne die Möglichkeit, sie aufzuhalten. Was dem Zivilflieger recht ist, ist aber dem Militärpiloten billig. Deutschland muß aber keine Angst haben, ist es doch nur von Freunden umgeben, von denen käme keiner auf die Idee, Bomben zu werfen. Nur, weil sie es könnten. Hier ist ein Zivilflugzeug in Berlin „Unter den Linden“ gelandet, die Polizei stellt die Maschine sicher.

Ritterlichkeit

Versenkung eines Handelsdampfers*Die Freiburger Zeitung vom 04.07.1923* schreibt: Amerikanisches Urteil über deutsche U – Boot-Führer. Belgische Soldaten haben kürzlich, wie berichtet, den in Essen wohnenden Korvettenkapitän Hans Rose aufs Schwerste mißhandelt und dann ohne Angabe von Gründen ins Gefängnis gebracht. Inzwischen ist er, wie das Rote Kreuz mitteilt, wieder freigelassen worden. Durch die Presse geht jetzt ein Zitat aus dem Buch The Victory at sea worin der amerikanische Admiral Sims von eben diesem deutschen Kapitän Hans Rose folgendes zu erzählen weiß:

„Sein Name wurde in unserem Konvoizimmer (das Büro, von dem aus die Begleischiffe (Konvois) der Truppentransportschiffe ihre Orders bekamen) so vertraut, seine Art des Vorgehens war so individuell, daß wir den braven Jungen sozusagen gern mochten. Wir gewöhnten uns eine gewisse Hochachtung für Hans an, weil er ein tapferer Mann war, der sich ganz ungewöhnlichen Gefahren aussetzte, und vor allem, weil er sein verzweifeltes Handwerk mit einem gewissen Anstand ausübte. So pflegte er öfter mit dem Torpedieren eines Schiffes zu warten, bis alle Rettungsboote besetzt waren, dann gab er ihnen womöglich eine Schleppleine und Proviant und hielt die Boote zusammen, bis der zu Hilfe eilende Zerstörer in Sicht war. Dann erst tauchte er und verschwand. Dieses menschliche Verhalten bedeutete für Kapitän Rose ein erhebliches Risiko, denn ein Zerstörer in der Nähe war für ihn, wie er wohl wußte, eine ernste Gefahr.

Er torpedierte unseren Zerstörer Jacob Jones. Bei dieser Gelegenheit handelte Rose mit seiner üblichen Ritterlichkeit. Die Überlebenden des Jacob Jones hatten natürlich keine Signalmittel, da die Funkentelegraphie mit ihrem Schiff untergegangen war. Nun sandte Rose unter beträchtlicher Gefahr für sich selbst einen S.-O.-S. – Anruf (Hilferuf) aus, in dem er Länge und Breite angab und Queenstown (Irland) benachrichtigte, wo die Besatzung in offenen Booten treibe. Es war daher nicht überraschend, daß Rose einer der wenigen Unterseeekommandanten ist, denen Seeoffiziere der Alliierten heute gern die Hand drücken möchten. Ich habe seither selber Seeoffiziere sagen hören, daß sie wünschten, ihn nach dem Kriege kennen zu lernen.“

Daß diese Ritterlichkeit, die in der einfachen Einhaltung der Regeln für die Seekriegsführung bestand, nicht unbedingt vom Feind aufgebracht wurde, berichtet *Stahlgewitter* auf seinem Blog zum Ersten Weltkrieg :

New York, 14. Oktober. (W. B.)
Die „World“ meldet aus New Orleans:
Vier Amerikaner, Mitglieder der Mannschaft des Maultierschiffs „Nicosian“, legten eine schriftliche eidliche Erklärung nieder, in der sie schildern, wie die Engländer elf hilflose Mitglieder der Besatzung eines deutschen Tauchbootes kaltblütig ermordet haben.

In der eidlichen Erklärung wird zunächst der Angriff des Tauchbootes auf die „Nicosian“ beschrieben. Nachdem die Mannschaft die „Nicosian“ in Booten verlassen hatte, begann das Tauchboot die Zerstörung der „Nicosian“ durch Beschießung. Inzwischen näherte sich ein vorher am Horizont gesichteter Dampfer, auf dessen Außenseite mittschiffs zwei Bretter mit aufgemalter amerikanischer Flagge angebracht waren. Die Insassen des Bootes waren erfreut durch den Gedanken, daß ein neutraler Dampfer in der Nähe sei, um sie aufzunehmen.

Das die amerikanische Flagge führende Schiff, das sich später als das britische Kriegsschiff „Baralong“ unter dem Kapitän Mc Bride herausstellte, kam an die „Nirostan“ heran. Gleichzeitig verschwanden die vorerwähnten Bretter und an Stelle der amerikanischen wurde die britische Flagge gehisst. „Baralong“ feuerte sofort auf das Tauchboot; später schoß die „Baralong“ mit schwerem Geschütz. Mehrere Deutsche auf dem Tauchboot wurden getroffen. Das Tauchboot sank langsam. Die Mannschaft stand bis zur Hüfte im Wasser.

Elf Mann, darunter der Kommandant, sprangen ins Wasser und schwammen auf die „Nicosian“ zu. Fünf erreichten den Bord der „Nicosian“, die anderen sechs hielten sich an herabgelassenen Tauen fest. Inzwischen erreichten unsere Boote die „Baralong“ und wir gingen an Bord. Der Kapitän Mc Bride schien hocherfreut zu sein. Darauf befahl er seinen Leuten, sich an der Reeling aufzustellen und auf die sechs Deutschen unten im Wasser zu feuern. Sodann wies jemand darauf hin, daß fünf Deutsche auf der „Nicosian“ seien. Von einigen Offizieren zur „Nicosian“ begleitet, suchten nun britische Seesoldaten die Deutschen an Bord der „Nicosian“ auf. Kapitän Mc Bride befahl den Seesoldaten, mit allen aufzuräumen und keine Gefangenen zu machen.

Die Schriftstücke schildern eingehend, wie die einzelnen Deutschen erschossen wurden. Der Schiffszimmermann der „Baralong“ ließ einen Deutschen mit hochgestreckten Händen auf sich zukommen und erschoß ihn dabei mit einem Revolver. Der Kommandant des Tauchbootes sprang von der „Nicosian“ und schwamm auf die „Baralong“ mit hocherhobenen Händen zu. Die Seesoldaten feuerten auf ihn von der „Nicosian“ aus. Ein Schuß traf ihn in den Mund; schließlich versank er. Sodann kehrten die Seesoldaten auf die „Baralong“ zurück; es herrschte große Freude unter ihnen. Diese Schriftstücke decken sich mit den seinerzeitigen Angaben des Amerikaners Dr. Banks, der damals Tierarzt auf der „Nicosian“ war und besonders den Mißbrauch der amerikanischen Flagge betonte. 2)

Bild: Für die Freiburger Zeitung damals ist es natürlich unfassbar, wie, mitten im Frieden, belgische Besatzungssoldaten über einen deutschen Soldaten herfallen, der im Kriege nur seine Pflicht tat und dabei die Anerkennung seiner Krieggegner errang. Heute wissen wir aber, das waren alles Barbaren, schlimmer, Nazis, nein, natürlich nicht die Belgier oder die Engländer, sondern die Deutschen. Bestes Beispiel ist ja dieser Dönitz, der verbot seinen U – Boot – Besatzungen im Weltkrieg Nr II  doch tatsächlich die Rettung der Mannschaften versenkter Schiffe, weil die Gefahr, während dieser Rettungsaktionen von alliierter Luftwaffe versenkt zu werden, viel zu groß geworden war. Eben ein Kriegsverbrecher. Dieser Dönitz. Kapitän Mc Bride aber war ein Held. Ohne Frage.

Hör mal wer da ballert

Ausbruch des dritten BalkankriegesIn knapp einem Jahr, vor 100 Jahren, wird Kaiser Wilhelm II. über das bis dahin friedliche Europa herfallen, der Blogwart wird nicht müde, das zu wiederkäuen, weil es eine der bundesdeutschen Geschichtslügen ist, mit der Deutschland als Nation und Staat deligitimiert wird und von der Kriegstreiberei Wilhelms bis zur Kriegstreiberei  Hitlers, da ist es nur ein Katzensprung, wie bereits Hans Albers sang. Aber, wenn sie uns bei dem einen belügen, warum nicht auch beim anderen?

Deswegen schämen wir uns, Deutsche zu sein, himmeln Amerika an und wären lieber Baguett kauende Franzosen, Haggis mampfende Schotten oder strunzdumme Neger in Afrika, die zu faul sind, Brunnen zu graben, oder auch israelische Juden, alles, nur eben nicht Deutsche. Wegen der Scham in uns. Die uns pausenlos eingetrichtert werden muß. Dazu gehört auch, regelmäßig deutsche Presseorgane als „Stürmer“ zu diffamieren, ach Du meine Güte, ist es denn schon wieder so weit?

Über die damals friedvolle Welt berichten *Die Wiener Bilder vom 06. Juli 1913*: Krieg im „Frieden“ am Balkan. Zuerst wechselte man Noten. Die flogen nur so hin und her, Spruch und Widerspruch, daß es eine Art hatte. Jetzt wechselt man  – Schüsse. Die Bundesbrüder von gestern stehen heute als erbitterte und keinen Pardon gebenden Feinde gegenüber. Die Bulgaren – die Serben und Griechen, mit Montenegro im Hinterhalte. Es wird von einer Schlacht bei Istip berichtet, die ebenso blutig als grausam verlief und bei der die Serben an Toten 40 Offiziere und 2000 Mann, von den vielen Verwundeten nicht zu reden, verloren haben sollen. Die bulgarischen Verluste sollen nicht minder groß sein. Wenn es auch bis zum 3. Juli keine formale Kriegserklärung gab, so hat die serbische Skupschtina denn doch zu diesen Ereignissen, ehe sie sich am 2. d. M. vertagte, Stellung genommen, indem sie an den Generalstabchef Wojewoden Putnik (…) folgende Depesche richtete:

„Über einstimmigen Beschluß der Skupschtina beehre ich mich, Sie zu bitten, unserer tapferen Armee die begeisterten und wärmsten Grüße der Skupschtina zu übermitteln. Die Skupschtina wird mit patriotischer Begeisterung die Bewegung der ruhmreichen serbischen Fahnen auf dem Wege verfolgen, der ihnen durch den hinterlistigen bulgarischen Überfall aufgezwungen wurde. Es lebe die serbische Armee!“

Auch die Griechen griffen bereits aktiv ein. Sie haben am 30. Juni die Entwaffnung der bulgarischen Garnision in Saloniki unter Anwendung schärfster Gewaltmittel durchgeführt. Daß die Bulgaren diesem völkerrechtswidrigen Vorgehen ihrer „Verbündeten“ heftig Widerstand entgegensetzten, ist begreiflich. …

Eine bedeutsame Rolle fällt in diesen Wirnissen am Balkan Rumänien zu. Es ließ sich bei den Regierungen in Sofia und Belgrad erklären, daß es sich freie Hand behalte. Aber es steht für alle Eventualitäten gerüstet da, ein Teil der Reserven wurde bereits einberufen, der Eisenbahnverkehr ist sistiert, die Mobilisierung ist somit im Zuge. … Und es will uns dünken, daß, wie die Dinge liegen, dem „Frieden“ am Balkan das letzte Stündlein geschlagen hat.

Bild: Griechische Truppen vor der Einschiffung und im Biwak. Wer geschichtlich unbeleckt ist: Erst nutzen die Bulgaren, die Serben, die Griechen, die Monteneginer, innenpolitische Wirren im osmanischen Reich aus, um diesem im Krieg Territorien abzutrotzen, nun fallen die ehemals Verbündeten übereinander her. Mit Frieden hat das nichts zu tun.


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