Archive for the 'Zeitungszeugen' Category

Deutschland überfällt England

Berlin, 3. September. Die britische Regierung hat in einer Note an die Reichsregierung die Forderung gestellt, die auf polnisches Gebiet vorgedrungenen deutschen Truppen wieder in ihre Ausgangsstellungen zurückzuziehen. Heute morgen um 09 Uhr wurde durch den englischen Botschafter in Berlin in einer herausfordernden Note mitgeteilt, wenn bis 11 Uhr nicht in London eine eine befriedigende Antwort erteilt wird, England sich als im Kriegszustand mit Deutschland befindlich betrachtet.

Darauf ist dem britischen Botschafter folgendes Memorandum übermittelt worden: Die deutsche Reichsregierung hat das Ultimatum der britischen Regierung vom 3. September 1939 erhalten. Sie beehrt sich, darauf folgendes zu erwidern:

1. Die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk lehnen es ab, von der britischen Regierung ultimative Forderungen entgegenzunehmen, anzunehmen oder gar zu erfüllen.

2. Seit vielen Monaten herrscht an unserer Ostgrenze der tatsächliche Zustand des Krieges. Nachdem der Versailler Vertrag Deutschland erst zerrissen hat, wurde allen deutschen Regierungen seitdem jede friedliche Regelung verweigert.  Auch die nationalsozialistische Regierung hat nach dem Jahre 1933 immer wieder versucht, auf dem Wege friedlicher Verhandlungen die schlimmsten Vergewaltigungen und Rechtsbrüche dieses Vertrages zu beseitigen. Es ist mit in erster Linie die britische Regierung gewesen, die durch ihr intransigentes Verhalten jede praktische Revision vereitelte. Ohne das Dazwischentreten der britischen Regierung wäre – dessen sind sich die deutsche Regierung und das deutsche Volk bewußt – zwischen Deutschland und Polen sicher eine vernünftige und beiden Seiten gerecht werdende Lösung gefunden worden. Denn Deutschland hatte nicht die Absicht oder die Forderung gestellt, Polen zu vernichten. Das Reich forderte nur die Revision jener Artikel des Versailler Vertrages, die von einsichtsvollen Völkern schon zur Zeit der Abfassung dieses Diktates als für eine große Nation sowohl als für die gesamten politischen und wirtschaftlichen Interessen Osteuropas auf die Dauer als untragbar und damit als unmöglich bezeichnet worden war. Auch britische Staatsmänner erklärten gerade die damals Deutschland aufgezwungene Lösung im Osten als den Keim späterer Kriege. Diese Gefahr zu beseitigen, war der Wunsch aller deutschen Reichsregierungen und besonders die Absicht der neuen nationalsozialistischen Volksregierung. Diese friedliche Revision verhindert zu haben, ist die Schuld der britischen Kabinettspolitik.

3. Die britische Regierung hat – ein einmaliger Vorgang in der Geschichte – dem polnischen Staat eine Generalvollmacht erteilt für alle Handlungen gegen Deutschland, die dieser Staat etwa vorzunehmen beabsichtigen würde. Die britische Regierung sicherte der polnischen Regierung unter allen Umständen für den Fall, daß sich Deutschland gegen irgendeine Provokation oder einen Angriff zur Wehr setzen würde, ihre militärische Unterstützung zu. Daraufhin hat der polnische Terror gegen die in den einst von Deutschland weggerissenen Gebieten lebenden Deutschen sofort unerträgliche Formen angenommen.

Die Freie Stadt Danzig wurde gegen alle gesetzlichen Bestimmungen rechtswidrig behandelt, erst wirtschaftlich und zollpolitisch mit der Vernichtung bedroht und endlich militärisch zerniert und verkehrstechnisch abgedrosselt. Alle diese der britischen Regierung genau bekannten Verstöße gegen das Gesetz des Danziger Statuts wurden gebilligt und durch die ausgestellte Blankovollmacht an Polen gedeckt. Die Deutsche Regierung hat, ergriffen von dem Leid der von Polen gequälten und unmenschlich mißhandelten deutschen Bevölkerung dennoch fünf Monate lang geduldig zugesehen, ohne auch nur einmal gegen Polen eine ähnlich aggressive Handlung zu tätigen.

Sie hat nur Polen gewarnt, daß diese Vorgänge auf die Dauer unerträglich sein würden und daß sie entschlossen sei, für den Fall, daß dieser Bevölkerung sonst keine Hilfe würde, zur Selbsthilfe zu schreiten. Diese Vorgänge waren der britischen Regierung auf das genaueste bekannt. Es wäre ihr ein Leichtes gewesen, ihren großen Einfluß in Warschau aufzubieten, um die dortigen Machthaber zu ermahnen, Gerechtigkeit und Menschlichkeit walten zu lassen und die bestehenden Verpflichtungen einzuhalten.

Sie hat, im Gegenteil, unter steter Betonung ihrer Pflicht, Polen unter allen Umständen beizustehen, die polnische Regierung geradezu ermuntert, in ihrem verbrecherischen, den Frieden Europas gefährdenden Verhalten fortzufahren.

Die britische Regierung hat aus diesem Geiste heraus den den Frieden immer noch retten könnenden Vorschlag Mussolinis zurückgewiesen, obwohl die deutsche Reichsregierung ihre Bereitwilligkeit erklärt hatte, darauf einzugehen. Die britische Regierung trägt daher die Verantwortung für all das Unglück und das Leid, das jetzt über viele Völker gekommen ist und kommen wird.

4. Nachdem alle Versuche, eine friedliche Lösung zu finden und abzuschliessen, durch die Intransistenz der von England gedeckten polnischen Regierung unmöglich gemacht worden waren, nachdem die schon seit Monaten bestehenden bürgerkriegsähnlichen Zustände an der Ostgrenze des Reiches, ohne daß die britische Regierung etwas dagegen einzuwenden hätte, sich allmählich zu offenen Angriffen auf das Reichsgebiet verstärkten, hat sich die deutsche Reichsregierung entschlossen, dieser fortdauernden und für eine Großmacht unerträglichen Bedrohung des erst äußeren und dann endlich auch des inneren Friedens des deutschen Volkes ein Ende zu bereiten mit jenen Mitteln, die, nachdem die Regierungen der Demokratien alle anderen Revisionsmöglichkeiten praktisch sabotiert hatten, allein noch übrig bleiben, um die Ruhe, die Sicherheit und die Ehre des deutschen Reiches zu verteidigen. Sie hat auf die letzten, das Reichsgebiet bedrohenden Angriffe der Polen mit gleichen Maßnahmen geantwortet. Die deutsche Reichsregierung ist nicht gewillt, infolge irgendwelcher britischer Absichten oder Verpflichtungen im Osten des Reiches Zustände zu dulden, die jenen gleichen, wie wir sie in dem unter britischem Protektorat stehenden Palästina vorfinden. Das deutsche Volk aber ist vor allem nicht gewillt, sich von Polen mißhandeln  zu lassen.

5. Die deutsche Reichsregierung lehnt daher die Versuche durch eine ultimative Forderung Deutschland zu zwingen, seine zum Schutze des Reiches angetretene Wehrmacht wieder zurückzurufen und damit die alte Unruhe und das alte Unrecht erneut hinzunehmen ab.

Die Drohung, Deutschland ansonsten im Kriege zu bekämpfen, entspricht der seit Jahren proklamierten Absicht zahlreicher britischer Politiker. Die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk haben dem englischen Volk unzählige Male versichert, wie sehr sie eine Verständigung, ja eine engste Freundschaft mit ihm wünschen. Wenn die britische Regierung diese Angebote bisher immer ablehnte und nunmehr mit einer offenen Kriegsdrohung beantwortet, ist dies nicht Schuld des deutschen Volkes und seiner Regierung, sondern ausschliesslich Schuld des britischen Kabinetts bzw. jener Männer, die seit Jahren die Vernichtung des deutschen Volkes predigen. Das deutsche Volk und seine Regierung haben nicht wie Großbritannien die Absicht die Welt zu beherrschen, aber sie sind entschlossen, ihre eigene Freiheit, ihre Unabhängigkeit und vor allem ihr Leben zu verteidigen. Die im Auftrage der britischen Regierung von Herrn King Hall uns mitgeteilte Absicht, das deutsche Volk noch mehr zu vernichten als durch den Versailler Vertrag, nehmen wir zur Kenntnis und werden daher jede Angriffshandlung Englands mit den gleichen Waffen und in der gleichen Form beantworten. Berlin, 3. September 1939. Quelle: *Freiburger Zeitung 4. September 1939, Morgenausgabe.*

Bild: Tausende polnische Staatbürger deutscher Nationalität flüchten bis zum 01. 09. 1939 in die Arme der Hitlerdiktatur.

Der Blogwart meint, ob der Überfall auf den Reichssender Gleiwitz, der Sprengstoffanschlag auf das amerikanische Kriegsschiff Maine im Hafen von Havanna, der Tonking – Zwischenfall oder der Scharping – Hufeisenplan, wenn Auslöser für Kriege von Demokratien herbeiphantasiert werden, dann ist das natürlich etwas gänzlich anderes. Denn Demokraten sind vom Volke legitimiert und Herr Scharping deshalb immer noch auf freiem Fuß. Und das ist auch gut so. Man stelle sich nur vor, die würden für ihre Taten haftbar gemacht, kein Mensch würde mehr in die Politik wollen, jedenfalls nicht die Sorte Politiker, wie wir sie haben.

Jedem das Seine

In der *Freiburger Zeitung vom 30. August 1939*, Morgenausgabe, findet sich obenstehendes nette Gedicht, leider ohne Nennung des Autors. Das Gedicht mit „Jedem das Seine“ zu titeln, ist natürlich starker Tobak, wo wir heute wissen, irgendwo über einem Konzentrationslager prangte dieselbe Inschrift. Da hätten sie ruhig einen anderen Text nehmen können. Vielleicht: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Oder „Nutze den Tag“. Dann wäre das heute zynisch und menschenverachtend und eine Nazi – Parole. England bringt übrigens seine Truppen in Bereitschaft. Das verwundert etwas, hat der Hitler doch gerade angeboten, über die Polenfrage friedlich zu verhandeln. Kanada mobilisiert bereits. Die haben ja auch einen weiteren Weg nach Deutschland. Natürlich ist alles, was in der Zeitung damals stand, absolute Meinungsmache und schlichtweg Lügnerei. Nur sollte man bedenken, daß der Krieg ja noch gar nicht begonnen hat und ausländische Zeitungen waren durchaus zu erhalten, in denen natürlich auch berichtet wurde. Man sollte dem Reichspropagandaministerium wirklich nicht die Dummheit unterstellen, die heute die Macher von ARD, ZDF und anderen Faktensendern an den Tag legen. In Zeiten des weltweiten Fernsehempfangs und des Internets.

Bild: Jedem das Seine. So ist das jetzt im deutschen Land: Der Hamster kommt nicht mehr zum Raffen, er kann nicht mehr mit gier`ger Hand des Volks Erzeugnis und Bestand in seinen eignen Beutel schaffen! Dies ist das Zeichen großer Tat: Was deutscher Fleiß erzeugt fürs Leben, spannt kein Gewinnler auf sein Rad, es wird zum Segen und zur Saat dem ganzen Volk zurückgegeben! So steuert Umsicht jeder Not und teilt gerecht des Landes Gaben, daß alle Bürger Milch und Brot, von jeder Frucht ihr reichlich Lot und alle satt zu essen haben!  Sei stolz, daß du in diesem Kreis vorsorglich wurdest eingeschlossen! Nun gib dich nicht dem Unmut preis! Wer diese Zeit versteht, der weiß sich eins mit allen Volksgenossen! Das Volk ist alles und das Land! Du bist an Volk und Land gebunden! Sei pflichtig ihm mit reiner Hand, dann werden Volk und Vaterland von keinem Wetter überwunden.

Der Blogwart meint, das mit den Hamstern, der Tier – und Artenschutz war bei den Nazis offenbar schwach ausgeprägt, wo heute Hamsterkot ausreicht, um industrielle Großprojekte zu verhindern. Aber eine schöne journalistische Kostbarkeit, heute würden natürlich Gedichte über Erderwärmung und Klimawandel abgedruckt, weil es das ist, was uns am meisten bewegen sollte.

Der Papst setzt sich für Juden ein

Im ZEITUNGSZEUGEN ist es jetzt Juni 1942 und das Thema lautet Bombenkrieg. Und zwar Bombenkrieg gegen Deutschland. Der LÜBECKER ANZEIGER berichtet von der Zerstörung Lübecks und die KÖLNISCHE ZEITUNG von der Bombardierung  Kölns. Im AUFBAU, einer amerikanischen Zeitung, die von deutschen und jüdischen Exilanten betrieben wird, lautet die Titelblattschlagzeile, Parlament der europäischen Juden in Amerika gegründet und daß Eingewanderte, die der amerikanischen Zivilverteidigung beitreten wollen nicht mehr als enemy aliens gelten. Ausländer sind ausdrücklich erwünscht in der amerikanischen Kriegsindustrie. Ein Bericht aus Italien:

Keine Pöbeleien mehr

Im ZEITUNGSZEUGEN geht es um die Ermordung Reinhard Heydrichs, damals war, den Statthalter einer fremden Macht zu ermorden, Widerstand, während es heute lediglich Terror wäre. Es kommt eben immer darauf an, wer wen besetzt hat. Und, meine Güte, es ist schon Juni 1942! Blogckwarte werden aufgewertet. Also die, die nach dem nationalsozialistischen Rechten schauen und daß jeder so spricht, wie es die Medien verordnet haben. DIE HAMBURGER FREMDENZEITUNG schreibt:

Beamtenschutz für den Luftschutzwart

Der Luftschutzwart muß oft genug im wohlverstandenen Interesse der Volksgemeinschaft Forderungen stellen, deren Erfüllung nicht bequem ist. Nun gibt es, wie überall, so auch hier Außenseiter, die glauben, sie könnten dem Luftschutzwart und den RLB-Amtsträgern nicht nur unhöflich, sondern sogar grob kommen. Das ist ein Irrtum. Wenn der LSB-Wart oder der Blockwart des RLB pflichtgemäß einen Hausbewohner z. B. auf die mangelhafte Verdunklung hinweist oder ihn zum Aufsuchen des Luftschutzraumes auffordert, dann hat er durchaus Anspruch auf Höflichkeit. Der Reichsjustizminister hat mit Zustimmung des Reichsluftfahrtministers zur Klarstellung der Justizbehörden mitgeteilt, daß die Amtsträger des RLB und die LS-Warte den strafrechtlichen Schutz der Beamten genießen, soweit sie Aufgaben erfüllen, die sich aus ihren Amtsträgerposten bzw. aus ihrem Amt als LS-Wart ergeben.

Wäre das nicht auch was für die Blogwarte, die unermüdlich durchs Internet ziehen und in privater Kleinarbeit und mit viel Schweiß und Mühe Denunziationsmaterial sammeln müssen? Ich glaube schon.

Der große König

DER ZEITUNGSZEUGE bespricht den UFA – FILM „Der große König“ und nennt ihn eine Metapher auf Adolf Hitler und das Großdeutsche Reich. Die Dinge stehen an der Ostfront nicht so rosig, wie sie auch im Filme nicht so rosig stehen. Die Bevölkerung hat langsam die Nase voll vom Kriege und versteht den König nicht, bzw. den Führer, der leidet unterdessen furchtbare Seelenpein, doch er hat einen Plan, wie einst Egon, der Kopf der listigen Olsenbande.

Welche Filme heute als Metapher auf die Bundesregierung gelten, weiß ich nicht. „Titanic“ kann es kaum sein, der Cameron kannte die Bundeskanzlerin nicht und  „Der Zauberer von Oz“ wurde noch vor ihrer Geburt gedreht.

Ein interessanter Film jedenfalls um einen König, der sein Königreich in Sachsen und Österreich verteidigte und auch vor den  Toren Berlins, wir schicken dazu unsere Soldaten an den Hindukusch, die sind dann den moderaten Taliban in Berlin, Köln oder Bremen aus dem Weg, so, wie es die Demokraten befahlen. In früheren Zeiten wären die aber als Räuberbanden eingesammelt und zur Freude der Bevölkerung am Halse aufgehenkt worden, bis der Tod eintritt. Das geht heute nicht mehr, das Menschenrecht der Räuber, andere Menschen um Eigentum, Gesundheit oder Leben zu bringen, das ist uns heilig.

Der große König


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