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Anekdoten über Friedrich II

Einem Kolonist, der alle die solchen bewilligte Vergünstigungen, ein Grundstück, ein Haus, eine Kuh und andere zu seinem Etablissement erforderlichen Bedürfnisse erhalten, genügten diese nicht. Er trat den König deshalb selbst an, und da er die Antwort erhielt, man könne mit ihm keine Ausnahme machen, sprach er mit einer Art Trotz: So muß ich mit Frau und Kindern wieder anderswo hinziehen, wo mir`s besser geht. „Da tut er ganz recht daran,“ versetzte Friedrich, und setzte hinzu: „Wüßt ich einen Ort, wo ich`s besser haben könnte, als hier, so ging`ich auch gleich hin.“

Auf einer Reise zur Revue in`s Magdeburgische stieg unterwegs ein Mädchen auf den Kutschenschlag und erzählte ihm, daß ihr Vater, ein braver Offizier gestorben sei, sie nichts zu leben habe und um Unterstützung bitten müsse. „Du mußt heiraten,“ sagte der König: „willst Du nicht?“ O, erwiederte das Mädchen: ich wollt`es wohl, aber ich habe keinen Bräutigam. „Schöne Mädchen, wie Du,“ versetzte Friedrich: „finden Liebhaber, ohne sie zu suchen.“ Im Gespräch legte der König zufällig dem Mädchen die Hand auf das Busentuch und die Bittende küsste sie. „Nun,“ sagte er: „geh nur, ich will für Dich sorgen.“  Er erließ daraufhin eine Kabinetsordre: „Man solle der Tochter des verstorbenen Lieutenants *** einen Brautschatz von zweitausend Thalern zahlen, für wesentlich ihm erzeigte Gefälligkeiten, die er in dreißig Jahren nicht erfahren habe.“


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