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Wo bleiben eigentlich die Chinesen?

Admiral Seymour 1910Admiral Seymoure. Kommandant des europäischen Expeditionskorps zur Niederschlagung des chinesischen Boxeraufstands.

Das deutsche Seebataillon 1910Das deutsche Seebataillon des Expeditionskorps in Paradeuniform.

SMS Hansa 1910Bild: Seiner Majestät Schiff „Hansa“, Teil der Streitkräfte, die nach China entsandt wurden.

Ostasiatisches Artillerieregiment 1910Bild: Das Ostasiatische Artillerieregiment bei der Einwaggonierung auf dem Schießplatze in Jüterbog bei Berlin.

Wo bleiben eigentlich die Chinesen? Da China nicht nur unter dem englischen Zwang zu leiden hatte, Opium einzuführen und zu konsumieren, um England mit Tee und Silber zu versorgen, sondern auch europäische und japanische Invasionen verkraften mußte, von der kommunistischen Diktatur ganz zu schweigen, mutet es doch seltsam an, daß es keine chinesischen Bootsflüchtlinge nach Europa schaffen. Hier, in das deutsche Land, wo Milch und Honig nicht mehr lange fließen und Dissidenten und sogenannte Künstler, wie Auweia Weia, es zu Ehren und Rum bringen.

Unser Mann in China

1900 bewegte der Boxeraufstand in China die Gemüter und die Zeitungen. Die ausländischen Gesandtschaften waren in Peking angegriffen und eingeschlossen worden und man befürchtete das Schlimmste. Im Gegensatz zu heute wurden aber Truppen entsendet, um die in Geiselhaft geratenen zu befreien. Da wußte die westliche Welt noch mit Botschaftenanzündern umzugehen. Heute kriecht sie ihnen in den Hintern. Liegt vielleicht daran, daß es Demokratien sind. Feiges rückgratloses Volksvertretergezücht, das nur am eigenen Aufstieg, Diäten und einem anschliessenden Beraterposten in einem Unternehmen  interessiert ist. DIE FREIBURGER ZEITUNG schreibt am 21. Juli 1900:

Vom Chef des deutschen Kreuzergeschwaders traf folgende Meldung in Berlin ein: Taku, 16. Juli. Kapitän v. Usedom meldet:

Infolge des Angriffs vom 13. d. M. wurde 14. früh Morgens dem Sturm auf die umwallte Chinesenstadt durch die Japaner, Engländer und Amerikaner kaum noch widerstanden. Die Stadt ist in den Händen der Verbündeten. Auf der östlichen Seite kämpften am 15. noch die Russen um den Besitz des chinesischen Lagers. Am 15. früh wehten auf der Zitadelle und dem chinesischen Lager russische Fahnen. Damit ist die Eroberung der Stadt beendet.

Kapitän von  Usedom meldet über das Gefecht am 13. früh: Ich war im Hauptquarier des Vizeadmirals Alexejew; betheiligt waren ferner: am Kampfe die Kompagnie Weding von der GEFION und IRENE und die Kompagnie Kopp von der KAISERIN AUGUSTA unter dem Oberbefehl Wedings. Eine Stunde nach Beginn des Angriffs fand 600 Meter von der deutschen und russischen Infanterie eine ungeheure Explosion statt, so daß viele Leute umfielen und die Maulthiere der französischen Gebirgsartillerie durchgingen. General Stössel war der einzige Leichtverwundete und konnte nach einer Stunde die Führung wieder übernehmen. Er äußerte, er habe nie bessere Soldaten als unsere Matrosen gesehen. Stössel hat bei allen Kämpfen um Tsientsin die Russen und Deutschen hervorragend geführt. Daß die Deutschen an diesem Tag so wenig Verluste hatten, liegt an dem sehr schnellen und sprungweisen Vorgehen. Um 7 Uhr wurde gemeinschaftlich mit den Russen die chinesische Stellung mit 12 Geschützen genommen. Unsere Leute machten 9 Uhr einen frischen Angriff, trotz des zehnstündigen Marsches. Wir wurden in dieser Stellung mit den Geschützen von der Zitadelle bis 11 Uhr beschossen, jedoch ohne Verluste, nur erhielt v. Wolff beim Abmarschiren nach der Ablösung durch frische Russen einen Shrapnellschuß ins Knie. Die ermüdeten Kompagnien rückten gegen 1 Uhr in ihre Quartiere. Am 14. früh war Kapitän v. Usedom mit zwei Reservekompagnien, die aber nicht gebraucht wurden, für kurze Zeit in der Chinesenstadt, die bereits in Brand gesteckt und verwüstet war. Der größte Antheil an der Eroberung fällt den Japanern zu. In der letzten Zeit hat die immer zahlreicher werdende chinesische Artillerie immer besser geschossen. Selbst das verhältnismäßig gut beschützte deutsche Konsulat, die Bank und das Klubhaus in dem sich unsere Verwundeten befinden, werden fast täglich getroffen. Dies verhindert das nothwendige Ausruhen von den Marschstrapazen. Der Erlaß des Kaisers betreffend die Belohnung für die Befreiung der in Peking eingeschlossenen Fremden fand bei allen Nationen dankbare Aufnahme. Der Erlaß ist verbreitet worden. Der japanische Konsul in Tientsin hofft Boten für Peking zu finden. Am 15,. und 16. trafen etwa 1000 Japaner ein, der erste Theil der in Aussicht gestellten Division, am 16. Juli ein Dampfer mit indischen Truppen.

Bombardierung durch die alliierte Flotte 1900


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