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Die Geheime Staatspolizei greift durch

KalodontVon einem Beispiel an Civilcourage, tatsächlicher, nicht nur eingebildeter, wie sie die heutigen Gutmenschen pflegen, um sich dann mit Courageorden behängen zu lassen, berichtet die *Freiburger Zeitung vom 04.07.1934*

Die Geheime Staatspolizei greift durch. ** Karlruhe 2. Juli. Das Geheime Staatspolizeiamt meldet: Auf Veranlassung des Geh. Staatspolizeiamts  wurde durch den Herrn Innenminister am Samstag, 30. Juni, der Stadtpfarrer Deppisch von Osterburken in Schutzhaft genommen. Stadtpfarrer Deppisch hat in zahlreichen Äußerungen dritten Personen gegenüber eine Meinung an den Tag gelegt, die eines Seelsorgers und eines Deutschen unwürdig ist. Unter anderem erklärte er, daß alle Katholiken des Saargebietes für Frankreich stimmen würden, die gesamte SA sei beurlaubt bis August, das bedeute Krieg. An Pfingsten erklärte Deppisch von der Kanzel herab, daß das schönste Pfingstgeschenk für den Papst die österreichische verfassung wäre. Diese verfassung sei für die KIrche der Idealstaat. Die Predigt leitete Deppisch mit den Worten ein: „Ich predige heute nicht vom Geiste Lenins oder Potsdams oder von einem Geiste, wovon soviel geredet wird, heute predige ich vom Pfingstgeist und der wird siegen.“

Stadtpfarrer Deppisch, der früher als eifriger Zentrumsmann bekannt war , glaubt, seine hetzerische Tätigkeit wieder verstärkt aufnehmen zu können und hat es verstanden, vorwiegend die weibliche bevölkerung Osterburkens gegen den deutschen Staat und die NSDAP aufzuwiegeln. Nach bekanntgabe der Festnahme versammelten sich Teile der durch Stadtpfarrer Deppisch seit Monaten mit allen Mitteln zentrümlicher Rabulistik verhetzten Bevölkerung, um ihren Protest gegen die Festnahme kundzutun. Gendarmerie und rasch herbeieilende SA-Männer räumten den Marktplatz und stellten in wenigen Minuten die Ordnung wieder her.

Die Folgen dieser fanatischen Wühlarbeit des Stadtpfarrers Deppisch zeigen bereits ihre Früchte bis tief hinein in das Familienleben. Denn nach der Festnahme verletzte der Vater eines Hitlerjungen diesen durch schwere Schläge, weil derselbe Mitglied der Hitlerjugend ist. Eine Mutter jagte ihr eigenes Kind aus dem Elternhaus, ebenfalls wegen dessen Zugehörigkeit zur Hitlerjugend und nannte es „Höllensohn“. Beide Jungens, die durch diesen unchristlichen neuentfachten Zentrumshaß durch die eigenen Eltern aus der Familie von Haus und Hof gestoßen wurden, konnten durch die Fürsorge und Hilfe des Gebietsführers Kemper in Karlsruhe untergebracht wurden.

Anmerkung: Danach war Oskar Deppisch bis zu seinem Tod am 18.7.1939 Pfarrer, wobei in der Zeit seiner schweren Erkrankung von Ostern 1939 bis Oktober 1939 Vikar Alexander Kramer Vertretung machte.

Bild: So wie kranke Zähne eine Gefahr für die Gesundheit sind, sind Pfarrer, die vergessen, daß Sein Reich nicht von dieser Welt ist, eine Gefahr für ihre Gemeinde oder den Staat. Wer sich nicht um das Seelenheil seiner Schäfchen kümmert, sondern lieber mit den Taliban beten will oder die Bundeswehr in neue Kriegsabenteuer hetzen, verrichtet nicht Gottes Arbeit. Sondern des Teufels. Aber das ist nur die bescheidene Meinung des Blogwarts, die nicht mit seiner privaten übereinstimmen muß.

Interessent ist auch, daß der denunzierte Pfarrer besonders die Frauen auf seiner Seite hatte, wie auch, wenn es derselbe Oskar Deppisch ist, ihn offenbar nicht die Nationalsozialisten umbrachten, sondern eine Krankheit. Es war damals auch durchaus möglich, gegen Entscheidungen der Regierung oder von Regierungsstellen zu demonstrieren, von Repressalien gegen die Deppisch – Unterstützer ist jedenfalls nichts zu lesen, außer, daß die nichtgenehmigte Versammlung zerstreut wurde.

Bunt statt Braun

Ferienglück an der Ostsee*Freiburger Zeitung 6. Februar 1934* In Schutzhaft genommen. Hamm (Westfalen), 6. Febr. (D.R.B.) Zu einem bedauerlichen  Zwischenfall kam es auf dem Kostümfest eines hiesigen Klubs. Einem Verkäufer von Losen der Winterhilfslotterie wurde, als er ein Los anbieten wollte, der Zutritt durch einen Bankdirektor und einen Rechtsanwalt verboten, mit dem Hinweis, man wünsche nicht, daß die Festlichkeit durch Losverkäufe gestört werde: man habe keine Zeit und wolle Feiern. Da ein Vermittlungsversuch des Oberbürgermeisters vergeblich blieb, erklärte dieser seinen Austritt aus dem Klub und ließ die anwesenden Parteigenossen auffordern, das Fest sofort zu verlassen.

Am Montagabend fand vor dem Klubgebäude eine Protestkundgebung statt, in der sich der Kreisleiter der RSBO. in scharfen Worten gegen die Sozialreaktionäre wandte, die die Volksgemeinschaft noch nicht begriffen hätten. Zum Schluß gab er ein Schreiben bekannt, wonach Bankdirektor Steinhäuser und Rechtsanwalt Kaiser in Schutzhaft genommen worden seien.

Bild: Niemand muß sich im Deutschen Staat verbiegen, wer aber auf Facebook gegen, die Staatsmedien nennen sie Flüchtlingsheime, polemisiert, kommt zwar nicht in Schutzhaft, gegen den wird aber wegen Verdachts auf  Volksverhetzung ermittelt. Jeder weiß doch, daß diese armen Menschen nur fliehen, weil sie an Leib und Leben bedroht sind, nicht, weil sie an das Erarbeitete in den Sozialkassen wollen. Und wenn doch, ist das noch lange kein Grund ihnen böse zu sein, auch wenn es der eigenen Rentnergeneration immer schlechter geht und Deutsche sich mit ihrer Arbeit nicht mehr ernähren können. Dann machen wir gute Miene zum Spiel. Wir sind ja keine Nazis, Rassisten oder Volksverhetzer. Wir haben die Volksgemeinschaft begriffen! Die auch die Völker anderer Kontinente mit einschließt. Und das ist auch gut so!

Angst vor dem Fremden

Wenn uns der Bau des Antifaschistischen Schutzwalles eines lehrt, der gewiß mehr Tote gekostet hat als der Jugoslawienkrieg, den eine rot-grüne Bundesregierung anzettelte, und dessen Verursacher, Genscher, Kinkel, Scharping, Fischer, Schröder, hoch in Ehren gehalten werden, sollte der Autor jemanden vergessen haben, dann entschuldigt er sich hiermit dafür und natürlich kann man das nicht vergleichen, dann ist es, wie Bundespräsident Wulff richtig bemerkte, daß die Angst vor dem Fremden, den wir lieb haben müssen, bei Strafe der Volksverhetzung,  etwas ist, was Tag für Tag bekämpft gehört, so wie der innere Sarrazin. 

Zum Abschluß der Dokumentation zum 13. August 1961 hier noch eine dramatische Heldengeschichte aus dem Neuen Deutschland. Es war ja keineswegs so, daß die Bevölkerung der Deutschen Demokratischen Republik nach dem 13. August überwiegend in Heulen und Wehklagen ausbrach, wenn uns das verdienstvolle Menschen wie Herr Biermann oder Vera Wollenberger auch weismachen möchten.

Und auch, so, wie heute überwiegend Bunt statt Braun zelebriert wird, das Denunzieren Andersdenkender oder der Schutz des Klimas, fühlen sich die demokratischen Mehrheiten in dieser Torheit recht wohl, insbesondere kann man das an ihren zufriedenen Gesichtern sehen, wenn es gelungen ist, die Minderheiten, die ihre verfassungsmäßigen Rechte ausüben wollen, daran zu hindern, sie zu drangsalieren oder ihnen selbstgerecht die Fresse zu polieren, denn sie sind der heutige Klassenfeind. Und natürlich darf man, so die Lehre aus dem 13. August 1961, keine Menschen an der Ausübung ihrer grundgesetzlich verbrieften Freiheiten hindern, es sei denn, es gibt, wie damals, gute Gründe dafür. Über die richten dann die Sieger der Geschichte. Wie immer.

Bäuerin fasst Agenten. Am Montagmorgen, 3.30 Uhr, in Cheine – Seebenau, einem Ort an der Staatsgrenze West im Kreis Salzwedel . Genossenschaftsbäuerin Anneliese Reichardt von der LPG „Deutsch – Sowjetische Freundschaft“ hatte ihre Kuh noch nicht ganz ausgemolken, als wie aus dem Boden gestampft ein fremder junger Mann vor ihr stand. Nachdem sie sich von ihrem Schreck erholt hatte – ihr Mann war bereits auf der Weide bei den Kühen der LPG – , fragte sie den Fremden: „Erhalte ich schon am frühen morgen Hilfe?“ „Helfen will ich nicht“, antwortete der Mann und seine Blicke schweiften prüfend im Stall umher. „Können sie mir nicht sagen, wie ich am besten nach Salzwedel komme?“ „Halt, dachte Frau Reichardt, hier stimmt etwas nicht.  „Am besten die Straße entlang“ antwortete sie. „Haben Sie denn keinen Passierschein oder Personalausweis bei sich?“ „Das ist es ja gerade“, kam es zögernd zurück. „Ich komme ja von drüben.“

„Ach so“, meinte die Bäuerin. Angestrengt überlegte sie, wie man diesen Eindringling – denn um einen solchen konnte es sich nur handeln – dingfest machen könnte. „Ich möchte Ihnen ja helfen“, sagte sie dem Fremden, „ich muß aber meine Kuh melken und auf die Weide treiben. Sonst würde ich sie wegbringen.“ „Die Westzöllner haben mir erklärt, von Brietz ab gäbe es keine Kontrollen mehr. Aber wie komme ich dorthin?“ „Sie müssen sich links halten, da werden sie niemandem begegnen“, riet ihm Frau Reichardt. In Wirklichkeit schickte sie den Grenzgänger in eine falsche Richtung.

Nachdem der fremde Mann vom Hof war, band Anneliese Reichardt die Kuh los, nahm ihr Fahrrad und tat so, als ob sie die Kuh zur Weide triebe. Nach wenigen Schritten schon ließ sie jedoch die Kuh laufen und radelte, was ihre Beine hergaben zur nächsten Grenzpolizeistelle. Um 3.45 Uhr schon war die Grenzpolizei benachrichtigt. Sofort riegelte eine Einheit das Gelände ab. Um 8.30 Uhr war der Grenzverletzer gestellt.

Daß vom Westen her nichts Gutes kommen konnte, das wurde auch bereits in der Kinder- und Jugendliteratur verarbeitet. Der Autor erinnert hier an den Roman „Käuzchenkuhle“, in dem schurkische SS-Verbrecher, nein, nicht G. Grass, der war es nicht, die Staatsgrenze der DDR überquerten, um blutiges Verbrechergold zu heben. Den Blogwart gruselt heute noch.

Wie sich herausstellte, hatte er am Sonntag gegen 23 Uhr die Grenze überschritten. Um die Polizei irrezuführen, überquerte er den Grenzstreifen rückwärts gehend. Seit 23 Uhr hielt er sich im Ort auf, da er die Orientierung verloren hatte. Als er sah, daß Bauer Reichardt den Hof verließ, wandte er sich an die Bäuerin, um noch vor Tagesanbruch aus dem Grenzgebiet zu verschwinden. Er hatte sich jedoch verrechnet. Bevor er sein schändliches Treiben überhaupt beginnen konnte, saß er hinter Schloß und Riegel.

Als die Genossenschaftsbäuerin Reichardt für ihre beherzte Tat (Einen Verirrten zu denunzieren. Oder heute, ein selbstgeritztes Hakenkreuz vorzuzeigen, und zu rufen, die Luftnazis waren es! Die haben eine kleine Ausländerin beschimpft und ich habe mich dazwischengeworfen, oh ja.) vom Kommandanten der Grenzbereitschaft Langenapel auf der Wählervertreterkonferenz ausgezeichnet wurde, sagte sie: „Ich tat lediglich meine Pflicht. Heute ist es mehr denn je notwendig, wachsam zu sein, damit uns kein einziger Gegner mehr Schaden zufügen kann.“ J. M. *NEUES DEUTSCHLAND 16.08.1961*

Bild: Neues Deutschland Seite Eins.


Wer freut sich auf den Winter

alle Kinder, alle Kinder. Und auch die größen Leut´ die freuen sich wenn es schneit. Ja, früher. Früher mußten noch ausländische Regierungen die Leute zum Frieren bringen. Das waren schlimme Zeiten. Heute schafft das die Bundesregierung ganz alleine und wir können stolz auf ihre Leistungen sein, wenn sie die Energie aus Klimaschutzgründen so verteuert, daß sich Heizen nur noch für HARTZ IV – Empfänger lohnt.

Eine unmögliche Leistung. Berlin. 25.Okt. Den Blättern zufolge ist vor einigen Tagen bei der Reichsregierung eine Note eingegangen, in der die Reparationskommission eine Steigerung der deutschen Kohlenlieferungen verlangt. Die deutsche Regierung hat mit den Sachverständigen eingehend die Note beraten und will, wie die Germania schreibt, versuchen, mit den Alliierten zu Verhandlungen zu kommen, um dabei ihren Standpunkt zur Geltung zu bringen. Trotzdem die deutsche Regierung nur duch äusserste Anstrengung und durch empfindliche Schädigung der eigenen deutschen Interessen die bisher gemachten Kohlenlieferungen ausführen konnte, fordert jetzt die Reparationskommission eine Mehrlieferung von 200 000 Tonnen Kohlen monatlich. Sämtliche Blätter erklären diese Forderung für unerfüllbar. Deutschland hätte bisher trotz des Tiefstandes der Mark englische Kohlen einführen müssen, um seine Wirtschaft vor dem Erliegen zu bewahren und die Eisenbahnen, die Gas – und Elektrizitätswerke in Betrieb zu halten. Die weiter fortschreitende Entwertung des deutschen Geldes hat jetzt die Einfuhr ausländischer Kohle unmöglich gemacht. In den letzten Monaten hat Deutschland für 8 – 9 Milliarden Mark monatlich ausländische Kohle einführen müssen. FREIBURGER ZEITUNG. 26.10.1922.

Erstaunlich, wie damals die Menschen dem Aberglauben verhaftet waren, elektrische Energie müßte erzeugt werden, um Güter zu produzieren. Heute wissen wir, Strom kommt immer aus der Steckdose, man braucht sie nur im Baumarkt zu kaufen und an die Wand zu schrauben.  Und wer Geld benötigt, muß nicht arbeiten, nein, er geht zum Amt oder demonstriert so lange, bis er mehr Geld bekommt. Kuriose Zeiten waren das damals.

Bild: Die blutigen Ausschreitungen der Kommunisten in Berlin am 15. Oktober. Kommunisten verprügeln einen Teilnehmer der Versammlung des Bundes für Freiheit und Ordnung. WIENER BILDER. 22.10.1922.

Bunt statt braun! Früher wurden andere Begründungen verwendet, um mit dem guten Gefühl, eine noch bessere Sache zu tun, auf andere Menschen einzudreschen. Die Zeitungen, außer den Kampfblättern der Antifaschisten, waren aber noch nicht so weit, wie die heutigen.

Kommunistenexzesse in Berlin. In Berlin haben sich am 15. d. M. blutige Zusammenstöße zwischen den nationalistischen Teilnehmern des Bundes für Freiheit und Ordnung und Kommunisten ereignet. Die kommunistische Partei hat die Veranstaltung des neugegründeten Bundes seit Tagen bereits als eine Provokation der Arbeitermassen und als Wiedererwachen der Orgesch in Berlin aufgefaßt und daher ihre Anhänger zu energischem Widerstand aufgefordert. Tatsächlich erschienen die ersten Kommunisten vor dem Zirkus Busch – Gebäude schon lange, bevor die Tore geöffnet wurden.

Zunächst versuchten sie in den Haupteingang in den Zirkus einzudringen und als dies nicht gelang, drangen sie durch das kurz zuvor geöffnete Busch – Palais ein. Im Saale warfen sie Tische und Stühle um, versperrten die Eingänge und zertrümmerten die Fensterscheiben. Inzwischen wurde die Polizei alarmiert. Sie entsandte eine kleine Patrouille, die auf den Widerstand der Kommunisten stieß, Als sie dennoch in das Zirkus Busch – Gebäude gelangen wollte, kam es zu einem Handgemenge, wobei mehrere Personen verletzt und verhaftet wurden. Bei den Verhafteten fand man Revolver, Dolche und Schlagringe.

Inzwischen waren neue kommunistische Trupps angekommen und stellten sich auf den Zugangsstraßen zu dem Zirkus auf, um die Mitglieder des Bundes für Freiheit und Ordnung zu erwarten. Gegen 10 Uhr kamen die ersten Versammlungsteilnehmer  und wurden von den Kommunisten am Betreten des Zirkus gehindert. Auch in der Umgebung des Gebäudes kam es jetzt zu heftigen Zusammenstößen. Die Polizeibeamten wollten diese Kämpfe unterbrechen, konnten aber wegen ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit die Streitenden nicht auseinanderbringen. Mehrere Personen lagen schwer verletzt am Straßendamm. Die Verwundeten wurden von den Kommunisten in Sicherheit gebracht, so daß in vielen Fällen die Personalien nicht festgestellt werden konnten.

Trotz dieser Zwischenfälle begann die Versammlung des Bundes. Wie Ohrenzeugen behaupte, kam es zu wüsten antisemitischen Hetzreden. Mittlerweile dauerte der Kampf vor dem Zirkus Busch – Gebäude fort. Immer wieder kam es zu Zusammenstößen zwischen den Kommunisten und der Polizei, wobei die Kommunisten in schärfster Weise vorgingen und von ihren Totschlägern, Dolchen und Schlagringen Gebrauch machten. … .

Schon damals war also die Angewohnheit verbreitet, legale Versammlungen zu sprengen, wir haben die Fehler der Weimarer Republik also nicht nur erkannt, die zum Aufstieg des Großen Volkssschauspieler führten, wir wiederholen sie auch. Jetzt aber stehen die Demokraten an der Spitze der Exzesse. Bravo, Genossen.

Unterm Deckmantel des Innenministers

Schwerer Verfassungsbruch in Dessau. Deutsche Polizisten schützen wieder einmal die Faschisten und müssen Bürger von der Straße tragen, um Platz für die Braunen Bataillone zu schaffen, die da herangetrauert kommen, weil sie der Opfer der Bombenangriffe gedenken, sagen sie, die vor 65 Jahren unter englischen und amerikanischen Bomben fielen und das ist etwas ganz anderes als die Opfer amerikanischer Bomben in, sagen wir mal, Afghanistan. Denen die Sympathie der Linken gehört, weil sie Opfer eines verbrecherischen imperialistischen Krieges sind, während die Dessauer Rüstungsarbeiter und ihre totgebombten Familien es nicht sind. Opfer des imperialistischen Krieges. Sie hätten ja auch die Arbeit in den Flugzeugwerken hinschmeissen können, die Opfer,  und von Hartz IV leben, dann wären sie heute Widerstandskämpfer, deren Zahl von Tag zu Tag wächst. Diese Option hatten die KZ-Häftlinge freilich nicht und auch nicht die Zwangsarbeiter, die unter Zwang an den Flugzeugen und dem Zyklon B basteln mußten und deshalb den Tod verdient hatten.

Und wieder einmal flaggt eine Stadt Bunt statt Braun, was natürlich heisst, Halligalli statt Nachdenken. Jubel, Trubel, Heiterkeit ist auch einfacher als sich damit auseinanderzusetzen, ob die Bombardierung afghanischer Benzinklauer, inklusive der Frauen und Kinder nun ein Verbrechen gegen die Koranschüler ist und warum die Bombardierung Dessaus es nicht sein soll, bei der neben Blogwarten, Ohrenbläsern, verkommenen Zeitungsschmiranten, Denunzianten und nationalsozialistischen Funktionsträgern jede Menge unschuldiger Leute erschlagen wurden. Ja aber hätte man den benzinsüchtigen Taliban nicht die Tanklaster lassen sollen, deren Fahrern sie vorher fachgerecht die Hälse durchschnitten? Auf ihr Versprechen hin, das Benzin nur zum Heizen zu verwenden? Und die nationalen Sozialisten, die wie die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, der Herr Hövelmann auch angehörte, die alleinige Regierungspartei stellten, waren sie nicht einfach nur fanatische Sammler von Flugzeugen, die ihre Lebensart zu verteidigen trachteten? Wie die Koranschüler auch, die Indien und Pakistan angreifen oder die Südgrenzen der ehemaligen Sowjetrepubliken? Muß man deshalb gleich Bomben werfen? Aber ja doch! Und Scheiß auf Oma, Opa, Kind und Frau. Wenn es nur genug Tote dabei gibt.

Und natürlich kann da ein Innenminister nicht abseits stehen, der, so schreibt es Wikipedia, 1986 an einer der Offiziershochschulen der Nationalen Volksarmee der DDR die Laufbahn eines Politoffiziers, was in früheren Zeiten in der Stellenbeschreibung nationalsozialistischer Führungsoffizier geheissen wurde, studierte, also ein echtes Produkt der sozialistischen Erziehung in der DDR,  ein Einhundertfünzigprozentiger, jemand, dem auch die Realität 1986 nichts anhaben konnte, wo den Sozialismus in seinem Lauf nicht einmal Ochs und Esel aufgehalten haben. O-Ton:

Wenn wir uns den (Grund-)Rechten nicht entgegenstellen,  dann werden sie Mehrheiten organisieren und das muß verhindert werden. Manche Diskussion an manchem Stammtisch ist da nicht ganz ungefährlich.

Ein Innenminister also, Mitglied der SPD, zeigt Gesicht gegen die politische Konkurrenz, die, man mag es kaum glauben, versucht, Mehrheiten zu organisieren, was die Partei Herrn Hövelmanns nie tun würde. Nicht einmal vor Wahlen. Weder mit Fernsehwerbung, Plakaten oder abstrusen Versprechungen. Ein Mann voller Edelmut und Aufrichtigkeit eben, der sich die knapp bemessene Freizeit genommen hat, die ihm das schwere Innenministeramt läßt, so, wie er den ganzen Tag den Umsturz in Sachsen-Anhalt verhindern muß und daß Mehrheiten da organisiert werden, wo sie nicht hingehören.

Und auch Herr Koschig, parteiloser Bürgermeister Dessaus, findet das Gedenken an die Ermordenten sei eine idiotische Geschichte, ob der Volkstrauertag demnächst auf seine Initiative hin wegen Idiotie abgeschafft wird, das liess er offen. Es müssen eben immer die Richtigen trauern. Nicht die Falschen! Und wer die Richtigen sind, das regelt demnächst ein Bundesgesetz.

Bild: Antifaschisten an der Seite von Anhängern kolonialer- postkolonialer und zionistischer Staaten, offenbar eine Provokation, um das ehrliche Anliegen, das Grundrecht in Deutschland, genehmigte Demonstrationen friedlich durchzuführen und politische Mehrheiten abseits der SPD zu organisieren, auszuhebeln, zu diskreditieren. Minister Hövelmann weiß, der Klassenfeind schläft nie, Genossen.

Idiotie


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