Posts Tagged 'Charlotte Knobloch'

Soziale Gedenkungerechtigkeit

Wir müssen uns wieder einmal schämen. Nein, nicht wir. WIR! Charlotte Knobloch, die aktuell das Diensthabende Gewissen Deutschlands gibt, Stephan Kramer scheint nach den Vergleichen Thilo Sarrazin = Hitler, Göring, Göbbels oder nur Holger Apfel noch etwas ermattet, bringt es auf den Punkt.

es sei „völlig in Ordnung, dass die Erinnerungskultur der Bundesrepublik dieser Tage ganz unter dem Eindruck der deutschen Einigung steht. Für die Menschen im Osten Deutschlands brachte der Fall der Mauer die langersehnte Freiheit – für dieses Land die volle außenpolitische Souveränität. Natürlich soll und darf dieses historischen Augenblicks gedacht werden, natürlich dürfen sich die Menschen darüber freuen.“

Zugleich dürfe man aber nicht vergessen, dass sich an einem 9. November „nicht nur die Tore zur Freiheit geöffnet haben“. Vielmehr habe sich „mit dem Novemberpogrom vor 71 Jahren bereits die Öffnung der Tore Auschwitzs abgezeichnet“. Das wiedervereinigte Deutschland müsse zeigen, „dass es sich nach wie vor den demokratischen Grundwerten verpflichtet fühlt – im Bewusstsein der dunklen Seite seiner Geschichte“.

Zugleich vergaß sie nicht zu erwähnen, daß der afghanische Rabbistecher in Frankfurt am Main ja ein Deutscher gewesen sei und daß die Hezbollah- und Hamasunterstützerdemonstrationen in Deutschland, bei denen der Davidstern mit dem Hakenkreuz verglichen wird, eindeutig zeige, wie ungeniert die braune Brut schon wieder agiere, die sich mit Palästinensertüchern schmückt. Gerade unter LINKEN und Jusos.

Nichts dürfe deshalb uninstrumentalisiert bleiben, um immerwährend an das Leid zu erinnern, das Deutsche Juden zugefügt hätten, sonst würde der Zentralrat der Juden übrigens keinen Sinn machen, fügte sie hinzu. Da dürfe der Jahrestag der Deutschen Einheit natürlich nicht zu lustig ausfallen, sondern müsse angemessen unterbrochen werden durch Heulen und Wehklagen und demonstratives Blumenstreuen.

Alternativ ginge auch: Trauern von 0.00 Uhr bis 23.30 Uhr, anschließendes Jubeln bis Mitternacht, Kinder und Leute, die am nächsten Tag zur Arbeit müßten, sollten aber im Schlaf die Trauerarbeit fortführen.

Und das ist doch angemessen oder?

Leider habe ich die Erlaubnis, mich zu freuen, die durch Charlotte Knobloch salbungs- und hoheitsvoll erteilt wurde, über die Wiedervereinigung, gestern ganz überlesen. Kein Wunder, daß ich den Tag über trauerklosmäßig drauf war. Das wird heute aber nachgeholt. Das Freuen.

Unsere Dosis Auschwitz gib uns heute

Streichholz und Benzinkanister

Frauen und Kinder zuerstEs ist immer wieder interessant zu lesen, wie Menschen, die vor Lebensgefahr nach Deutschland fliehen, hier sehr schnell vergessen, dass sie hierher vor dem vermeintlichen Tode geflohen sind. Da reicht es nicht mehr, am Leben zu bleiben, behaust und beköstigt zu werden, nein, es muss schon komfortabel sein. Ansonsten fühlt man sich in Angst und bedroht und jammert und schimpft und wenn sich jemand in den Finger schneidet oder beim Grillen verbrennt, dann waren es  mindestens die Nazis, denn wenn hier jemand Brand- oder Schnittwunden bekommt, dann waren es immer Nazis, die dafür als Verursacher feststehen. So wie es die Nazis waren, die in Sebnitz einen Apothekersohn ersäuften, in Mittweida einer Jean de Arc ein Hakenkreuz in die Hüfte schnitzten, in Ludwigshafen unsachgemässen Stromklau betrieben, was zu einem Brand(siehste wohl) führte oder in Mügeln einen Haufen Inder 50 m kreuz und quer durch den Ort lynchten, um sich dann von einer gläsernen Pizzeriatür aufhalten zu lassen. Nazis machen sich immer gut und das hat sich auch bis in den hintersten Winkel der Welt herumgesprochen. Immerhin schreibt die Zeitung noch, die Ursache der Verletzungen eines Irakers seien noch ungeklärt, und das ist es doch,  was uns eigentlich betroffen und ein Stückchen weit traurig machen sollte, denn wenn ein Herbeigereister mit Hintergrund sagt, ein Deutscher habe ihm etwas angetan, der zudem noch naturgemäss Nazi ist, es sei denn, er fristet sein Leben damit, Opfer zu beraten, dann sollte gefälligst die Schlagzeile lauten,

„Deutsche verbrennen Ausländer!“

Am betroffensten sollte uns aber machen, dass sich bisher weder Charlotte Knobloch, noch Stephan Kramer oder Sebastian Edathy, der fürs indische Volk auf die Menschenrechtssituation in Deutschland achtet,  zum Brandanschlag auf den Iraker in Möhlau geäussert haben. Keine Zeit, gleichgültig geworden oder einfach nur müde, das Deutsche Volk andauernd mit der Schnauze in den Kothaufen von Auschwitz stupsen zu müssen? Ich weiss es nicht und ich kann nur hoffen, diese unentwegten Gewissen des Deutschen Volkes sind nur wegen der Ferien so still und stumm und nicht wegen der 80jährigen Rechtsextremistin, die mit privaten Pogromen drohte, sollte die unübertroffene Frau Knobloch weiterhin ihr Recht ausüben, uns andauernd darauf hinzuweisen, dass unter der biederen Demokratenmaske der Folternazi lauert. Vor allem der Satz der 80 jährigen, „Sie müssen nicht in Deutschland leben – in diesem bösen Land, wo, wie Sie sagen, sechs Millionen der Ihren vergast wurden,“ brachte Frau Knobloch in Rage, denn natürlich muss sie. Im Land der Richter und Henker leben und es die Enkel der Richter und Henker jeden Tag wissen lassen, dass sie wie die Richter und Henker selbst sind. Das ist normal.

Normal ist auch, dass Asylbewerber in einem Land leben müssen, in dem sie jeden Tag verbrannt werden und uns das auch wissen lassen, anstatt einfach dahin zu gehen, wo sie hergekommen sind und es anscheinend weniger gefährlich war als hier. Das wurde nun vor Gericht festgestellt, dass das eine Beleidigung und ein Angriff auf die persönliche Ehre ist, zu sagen, geht doch dahin, wo der Pfeffer wächst und wenigstens das ist ein Trost.

Kein Trost ist, dass trotz Bemühungen der  Politik, Killerspiele und Küchenmesser zu verbieten, immer noch Pistolen in Gerichtsgebäuden getragen werden dürfen und Messer zur Grundausstattung von Besuchern gehören. Im Dresdner Landgericht hatte ein arbeitsloser Alex aus Perm eine Frau niedergestochen und getötet, von der sich die Presse nicht sicher ist, ist sie die Islamistin und Terroristin, als die sie der Täter benannte oder nur die Zeugin, die bezeugen wollte oder bezeugt hatte, dass der Alex eine Frau als Islamistin und Terroristin beschimpft hatte. Klar ist jedenfalls, Islamist und Terrorist sind Schimpfwörter und können als Beleidigungen vor deutschen Gerichten zur Anzeige gebracht werden. Die Al Kaida hat jedenfalls schon angekündigt, Beleidigungsklagen vor deutschen Richtern bis zum Siege durchzukämpfen. Während die Presse bei Alex schreibt, er stamme aus Rußland, kommt die erstochene Frau irgendwo aus dem arabischen Raum, genauer Ägypten, wo, man liest es öfters, auch die legendären Südländer hausen müssen und das Schweinegrippevirus. Was im Herbst über uns herfallen wird, weiss das Robert-Koch-Institut.

Als Konsequenz aus der Bluttat wurde  die für Nachmittag geplante Eröffnung der Wanderausstellung «Im Namen des Volkes? – Über die Justiz im Staat der SED» im Foyer des Gerichtssaals abgesetzt. Und die passt doch wie die Faust aufs Auge.

Reden und nix sagen

Benedikt in die Mitte!

Frau Knobloch im Tagesschau-Chat: „Keiner von uns hätte sich vorstellen können, dass wir Juden uns von einer Äußerung eines Bischofs distanzieren müssen, ihn zur Rücknahme auffordern müssen, bevor es der Papst getan hat.

Ja, keiner hätte sich auch vorstellen können, so etwas, von einer anscheinend halbwegs intelligenten Frau zu lesen, die vorm Holocaust in einer katholischen Familie überlebte und das nun am amtierenden Stellvertreter des Christengottes verarbeiten muss.  „Ich hasse meinen Vater – und besonders den himmlischen.“ Was solls? Vielleicht verstehe ich das aber auch nur falsch und Frau Knobloch versucht, die Erziehungsprinzipien eines  Makarenko anzuwenden. Betrachtet sie sich und den Papst als Teil eines grossen Glaubenskollektivs, wo die Radaubrüder von den Besten  erzogen werden, also  von ihr? Der Avantgarde, der Spitze, sozusagen? Und auf der grossen Versammlung wird der Papst in die Mitte zitiert und muss reumütig mit den Füssen scharren? DDR-Kultivierte werden das noch von den Fahnenappellen kennen, als die, die an einer Seite des offenen Karrees standen, noch vor dem Direktor, der Lehrerschaft und dem Pionierleiter, sowie dem FDJ-Sekretär, betreten zu Boden starrten oder frech in die Gesichter ihrer Klassenkameraden grinsten, weil sie zur Unzeit auf der Mädchentoilette waren, die Lumpen.

Aber so geht das nicht, Genossin Knobloch. Nicht nur distanzieren, sondern dem gestrauchelten Genossen Papst die helfende Hand reichen. So wird was draus. Mit der Verachtung und der Strafe des Werktätigen Volkes allein ist es nicht getan. Wo nur ein Fünkchen Hoffnung ist, für den Benedikt, da muss ihn das sozialistische Kollektiv des Zentralrats der Juden in Deutschland stützen und auf den linken Weg geleiten. Da ist es auch nicht hilfreich, und das hast Du gut gemacht, die Pogrome in Polen oder der Sowjetunion  zu erwähnen, als der Grosse Stalin meinte, jüdische Ärzte würden ihn vergiften wollen, den Freund des Volkes. Im Tagesschauchat. Der Klassenfeind ist konservativ, so wie der Papst, und da hast Du richtig die NPD erwähnt, denn sie war es heimtückischerweise nicht, die mit grünen Stirnbändern und blutigen Puppen durch Deutschland gezogen ist und gerufen hat, „Kauft nicht und Israel=Nazis“, die hat sich nur daruntergemischt. Sowie die Genossen der DIE LINKE, die das mit Stalin nie vergessen hat, dass ihn die Juden…. Aber immerhin, der Benedikt ist einer von uns, ein Deutscher, wenn auch nicht von Euch, die Ihr Euch immer noch mehr am Glauben und an Auschwitz orientiert. Dennoch, verzeih ihm. Denn Verzeihen, das ist wahrhaft christlich und eine gute Christin, das willst Du doch sein. Oder?


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