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Der amerikanische Bürgerkrieg

Die Ursache des amerikanischen Bürgerkrieges war, daß sich Menschen nicht der Zentralgewalt Washingtons unterwerfen wollten. Die Menschen wollten sich nicht vorschreiben lassen, wie sie zu leben haben. Das ganze Gedöns von der Negerbefreiung hat nur eine Minderheit interessiert. Die Nordstaaten sind so wenig für die Neger ins Feld gezogen, wie die USA  im II. Weltkrieg für die Juden gekämpft haben. Es war aber ein netter PR-Trick, um dem Krieg die höheren Weihen zu verleihen.

Ein Demokrat

Nein, hier geht es nicht um den guten alten, aber zutiefst verlogenen Guttenberg den das Deutsche Facebook – Volk ob dieser Tugend wiederhaben will, anscheinend erachtet es zu lügen und zu betrügen als Normalität und Tugend und schreitet damit Seit an Seit mit der Kanzlerin. Vor den Düppeler Schanzen ist im März 1864 noch Ruhe, da kommt es gerade zupass, daß noch Nachrichten aus Amerika über den großen Teich gelangen. In immerhin drei Wochen. Mit dem Schiff.

Der Autor fragt sich, angesichts schnatternder Gänse vor Kameras in Asien oder Afrika, ob die Zeiten damals nicht besser waren. Als Nachrichten Ereignisse betrafen, in der Umgebung und an den Landesgrenzen und niemand panisch flehte: „Nehmt die Neger auf! Jetzt! Bevor sie alle sterben. Wir sind dazu verpflichtet!“  Niemand wäre damals auf so eine irrwitzige Idee gekommen. Heute wird die Aufmerksamkeit aber auf Kontinente gelenkt, die uns im Grunde genommen nichts angehen, während die Probleme  daheim immer weiter wachsen.

Amerika. New York, 10. Febr. Während in den beiden ersten Wintern des Krieges die Armeen um die jetzige Jahreszeit noch im festen Winterschlafe lagen, herrscht diesmal im Westen, wie im Osten geschäftige Bewegung. In Osttennessee läßt Longstreet (Conförderierte Staaten von Amerika) die Bundestruppen nicht zur Ruhe kommen und nimmt, wenn er auch nach dem Treffen von Seviersville nicht weiter vorgerückt ist, doch immerhin eine sehr drohende Haltung gegen Knoxville zu seiner Linken und gegen Cumberland Cap zu seiner Rechten ein.

Interessante Vorgänge haben am 6. und 7. Februar in Ostvirginien stattgehabt. Die Nacht zwischen beiden Tagen war eine schreckliche für die Bewohner von Richmond, wo der Ruf: „Die Yankee´s kommen!“ ein panisches Entsetzen verbreitete. In der Tat „kamen“ die Yanke´s `, nur leider nicht weit genug. General Butler (USA) hatte mit den Behörden zu Washington vor einigen Wochen einen trefflichen Plan zur Befreiung der in Richmon d gefangenen Bundessoldaten verabredet. Das tiefste Geheimnis war darüber bewahrt worden, so daß die sonst Alles ausspionierenden Correspondenten der hiesigen Zeitungen auch nicht die leiseste Andeutung erlangten. Ein Verräter aber, ein „Demokrat“, der zum Feinde überlief, verriet diesem das, was in Butler´s Departement vor sich ging und vereitelte dadurch den ganzen Plan, dessen Gelingen von der vollständigen Überrumpelung des Feindes abhing. – Am Morgen des 6. ritt eine Kavallerie – Kolonne von Yorktown über New Kent-Court-House nach Richmond ab, während sich zugleich ein Corps Infanterie von Williamsberg in Marsch setzte, um sie zu unterstützen. In der folgenden Nacht kam die Kavallerie an den Chickahominy, zehn englische Meilen von Richmond an. Noch anderthalb Stunden und sie hätten in die verödeten Straßen der Stadt hinein galloppieren, das Libby – Gefängnis umringen, die darin befindlichen Gefangenen befreien und wohl auch ohne Schwierigkeit die Stadt so lange behaupten können, bis die Infanterie herangekommen wäre. Aber der Verräter hatte bereits im Laufe des Tages die Rebellenkommandeure in Kenntnis gesetzt und diese hatten augenblicklich in die wenigen, für Kavallerie passierbaren Stellen des Chickahominy große Bäume fällen lassen, so daß der Flußübergang unmöglich war. Denn abgesehen von den Zugängen zu den wenigen Furten ist das Ufer des Flusses auf viele Meilen hin eine breite morastige Niederung; über die sich kaum Fußgänger, geschweige Kavallerie, bewegen können und der Fluß selbst tief, mit schlammigem Boden.

Daß nur und nur dieses materielle Hindernis die Überrumpelung der Stadt vereitelte, darüber lassen die Schilderungen, die man aus Richmond über die Schreckensnacht erhält, keinen Zweifel. An Soldaten fehlte es fast ganz; die paar Tausend Mann, welche die Besatzung gebildet hatten, waren einige Tage vorher auf die Nachricht hin, daß Meade (USA) eine Vorwärtsbewegung beabsichtige, zu Lee (CSA) geschickt worden. Als in der Nacht die Bürger durch das Geschrei: „Die Yanke´`s! Die Yankee`s!“ aus dem Schlaf gerissen wurden und in wilder Hast durch die Straßen stürzten, blieb den Militärbehörden nichts übrig, als alle Männer pêle-mêle (franz. Mischmasch) aufzugreifen, ihnen die ersten besten Waffen in die Hände zu geben und sie in die Erdschanzen hinauszuschicken. Schreckensgerüchte, daß Meade mit seiner ganzen Armee über den Rapidan gegangen  und im Anmarsch auf Richmond begriffen sei, steigerten noch die Panik, die sich erst legte, als der Sonntag Morgen herankam, ohne daß sich die Yankee`s hätten sehen lassen. New York, 19. Febr. Der Kongreß hat ein Amendement zur Verfassung angenommen, welches die Abschaffung der Sklaverei ausspricht. *Coburger Zeitung 03-03-1864* Was wäre, hätte der Süden gewonnen? Rest bei youtube

 

Klatsch und Tratsch

Newyork 2. November. [Org – Corr.] (Die Lage auf dem Kriegsschauplatze.) General Grant´s Recognoszierung nordöstlich von und in unmittelbarer Nähe Richmonds war erfolgreich. Nach Erreichung des Zwecks kehrten die Truppen unter Grant´s Befehl in ihre früheren Positionen zurück. Die Recognoszierung wurde unternommen, weil Grant nach der Präsidentenwahl aktivere Maßregeln gegen Lee zu ergreifen gedenkt, die jedoch erst dann beginnen, wenn General Sheridan die für ihn bezeichnete Stellung eingenommen hat.

Die südliche Armee im Shennandoah – Tale unter Longstreet und Early ist gänzlich aufgerieben und demoralisiert. General Sheridan´s Sieg war complet, seine Trophäen bestehen in Gefangennehmung von 7000 Rebellen (Verwundete mit eingeschlossen) und in der Wegnahme von 55 Kanonen, 14 Fahnen, 300 Munitionswagen, Ambulanzen, Massen von Kleingewehren, Pferden, Mauleseln und ungeheuren Massen anderen Kriegsmaterials. Wollte Lee das Shennandoah – Tal noch weiter halten, müßte er eine neue Armee hinsenden.

Die Niederlage Hood´s bei Decatur am Tennessee – Fluß war eine complete. Hood wollte, wie Jefferson Davis in Columbia prophezeite, in den Staat Tennessee einbrechen und die Hauptstadt des Staates, Nashville, erobern und sich so im Rücken Sherman´s festsetzen. Hood läuft große Gefahr, nach seiner südlichen Communication abgeschnitten zu werden, wenn er nicht bald südlich retiriert. Beauregard führt das Oberkommando über Hood´s Armee.

Price, der südstaatliche General, welcher neulich in den Staat Missouri eindrang, wurde nach dreitägigem Kampfe zwischen Kansas City und Independence, nahe der Grenzlinie zwischen Missouri und Kansas, vom General Rosenkranz in die Flucht geschlagen. Nach den letzten Berichten war Rosenkranz noch in der Verfolgung des Feindes begriffen.

Im Norden ist man sehr damit zufrieden, daß Jefferson Davis die Sklaven bewaffnen will. Admiral David Porter hat nun fast alle Vorbereitungen zum Angriff auf Wilmington in Nord – Carolina, welches der einzige Hafen ist, in dem die  Blockadebrecher noch  ein – und auslaufen können, getroffen. Fällt dieser Hafen, so ist die Blockade zur See vollständig.

Man glaubt hier nach den vorliegenden Tatsachen allgemein und mit Sicherheit annehmen zu dürfen, daß die Konföderierten sich nicht mehr bis Ende dieses Jahres halten können, da sie keine neuen Truppen mehr ins Feld stellen können, um den 300 000 Mann, welche die Armee des Nordens bald vermehren werden, gewachsen zu sein. – Gold 145. Baumwolle 120 – 125.

 

[Eine Somnambule in Wien.]  Und so wäre denn einem längst gefühlten Bedüfnis abgeholfen! Wien hat endlich seinen animalischen Magnetiseur, seine hellsehende, ekstatische Somnambule.“ Herr Meriggioli gab am 10. d. M. Abends vor einem kleinen Publikum, zumeist aus Ärzten bestehend, eine magnetische Produktion. Seine Somnambule, Fräulein Filomena Gavazzi, ist eine hübsche, üppige, 17 jährige Vollblut – Italienerin, der handgreiflichste Gegensatz zu den herkömmlichen, offiziellen, mageren, blutleeren, bläßlich angekränkelten „Somnambulen.“ – Wir haben eine erkleckliche Anzahl dergleichen Produktionen in Paris, Brüssel und London gesehen.

Die Herren Dupotet, Lassaigne, Regazzoni ec. haben ausgezeichnete, bewundernswerte Darstellerinnen unter ihrer ekstatisch – somnambulen Truppe; Fräulein Filomena überzeugt sie Alle an Virtuosität und Dexterität. Ihre absolute Gefühllosigkeit, oder wenigstens Regungslosigkeit, während ihr Arm von einer langen Nadel wiederholt durchstochen, während scharfer Salmiakgeist ihr anhaltend unter die Nase gehalten wird, ihren exzentrische Stellungen gegen alle Gesetze der Schwere u. s. w. sind Kunststücke der brillantesten und frappantesten Art.

Summa summarum, schließt der Berichterstatter der Med. Wochenschrift vorliegende Schilderung, ist das Ensemble sehens, – beachtenswert, und was die Hauptsache  – amüsant. Ich komme noch ausführlicher darauf zurück und für heute nur noch das Geständnis: Wie diese Produktionen geleitet, geordnet und sceniert werden? Ich habe keine Idee davon. *Neue Freie Presse, 13. November 1864*

 

Heute schon gereutert?

Was sich  wie Klagen liest, aus dem Ersten Weltkrieg, aus der Weimarer Republik oder wie das Wettern Hitlers gegen die  Presse des  „perfiden Albion“, stammt in Wahrheit aus dem Jahr 1864. Aber auch damals konnte man schon etwas mit dem Begriff „reutern“ anfangen.

Wien, 8. Oktober. Die Ereignisse auf dem amerikanischen Kriegsschauplatze sind endlich auf einem Punkte angelangt, wo sich ein Ziel, ein Ende, und zwar ein erfreuliches Ende dieses seit drei Jahren wütenden Riesenkampfes mit einiger Sicherheit voraussehen läßt. Wem die planmäßige Falschmünzerei, welche von London aus seit Jahr und Tag mit den amerikanischen Nachrichten getrieben wird, nicht das politische Urteil getrübt und verwirrt hat, der konnte freilich keinen Augenblick darüber im Zweifel sein, daß das klingende Gold, mit welchem die Vertreter der südlichen Conförderation, die Herren Mason und Sliddel, ihrer Sache die zweifelhafte moralische Unterstützung der telegrafischen Quellen – Vergiftungsanstalt der Herren Reuter und Compagnie in London, und durch diese eines namhaften Teiles der englischen und französischen Presse erkauft haben, die Richmonder Regierung vor dem schließenden Untergange nicht retten werde.

Was eine wohlgeleitete Propaganda für eine Sache zu leisten im Stande ist, das ist von London aus geleistet worden. Das Bureau der Herren Reuter und Compagnie hat seine rührigen Agenten in Newyork, Halifax, Cap Race und Liverpool. Diese Agenten waren unermüdlich bestrebt, consequent südstaatlich gefärbte Berichte über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatze mit den schnellsten Dampfern nach Liverpool zu experdieren. Von dort aus wurden die ausführlichen und tendenziösen Berichte nach London und Paris telegrafiert und die dort erscheinenden Journale mit dem Allerneuesten aus Amerika überflutet. Die großen Baumwoll – Spekulanten von Liverpool, die Londoner City, das Cabinet von Saint – James und jenes der Tuilerien konnten eine solche planmäßige Nachrichtenfälschung nur begünstigen: die Baumwoll – Spekulanten, weil ihr Geschäft in dem Maße emporblühte, als die Lage der Vereinigten Staaten sich verschlimmerte, die englische Regierung, weil England vor der Macht der amerikanischen Union zitternd, in dem Siege der Conförderierten das Mittel sieht, den Zerfall, und somit die Ohnmacht der großen transatlantischen Regierung herbeizuführen; Frankreichs Regierung endlich hatte wegen ihrer Einmischung in Mexiko das größte Interesse, die Sache der Conförderation zu fördern.

Uneingedenk, daß Rochambeau und Lafayette mit Washington die Unabhängigkeit der vereinigten Staaten begründet; vergessend, daß es von jeher zu einer der edelsten Traditionen der französischen Politik gehörte, die Vereinigten Staaten zu unterstützen, hat man die französische Regierung im Bunde mit England unter dem Scheine einer heuchlerischen Neutralität für die Secession conspirieren gesehen, und das Cabinet, das es sich zur Ehre anrechnet, das neue Seerecht geschaffen zu haben, ließ auf französischen Werften Schiffe bauen für südstaatliche Freibeuter, und gestattete, daß dieselben aus französischen Arsenalen und Magazinen mit Kanonen, Munition und Mundvorrat versorgt wurden.

Es gibt keine größere Apostasie als die amerikanische Politik des Tuilerien – Cabinets und es ist kein Wunder, wenn die öffentliche Meinung in Europa, durch eine wohlorganisierte Nachrichtenfälschung irregeführt, durch die für die Sache der südlichen Conförderation fanatisierten  Auseinandersetzungen der Londoner Times falsch berichtet, dem Impuls folgte, der ihr von den Regierungen Frankreichs und Englands gegeben wurde, und allmälig den Sieg der südlichen Conförderation als feststehend, die Niederlage, Demüthigung, ja Vernichtung des  Nordens als eine ausgemachte Sache betrachtet. Die feilen Advokaten jeder politischen Niedertracht sah man denn auch allerorten aus ihren Lasterspelunken und Spielhöllen hervorkriechen und mit empörter Frechheit demonstrierten sie der Welt vor, daß jenseits des Oceans wieder einmal ein großer Staat an der demokratischen Krankheit zu sterben auf dem Punkte stehe, und schon secierten sie die Leiche der großen Republik, die ihrer Freibeuter – Logik zufolge in zwanzig ohnmächtige, elende, einander wie wilde Bestien zerfleischende Gemeinwesen zersplittern müsse … *Neue Freie Presse 9.10.1864*

 

Geschichte für runaways

Der amerikanische Bürgerkrieg in 4 Minuten.


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