Posts Tagged 'der indische Händler'

Es ist ja allgemein bekannt

Der Segen der Daressalamer Sparkasse. Eine derjenigen Einrichtungen, die geeignet ist, an den Eingeborenen eine Kulturarbeit von größtem Werte zu verrichten, ist unsere Daressalamer  Sparkasse. Sie bezweckt, der farbigen Bevölkerung Gelegenheit zu geben, Ersparnisse sicher und nutzbar anzulegen, um so den wirtschaftlichen Sinn der Eingeborenen zu wecken und zu sichern. … Das war ja allgemein bekannt, daß der Schwarze die sauer verdienten Groschen – dem Inder zum Aufbewahren gab. Hoch und heilig schwor der gelbe Kaufmann, daß er das Geld bewahren werde wie das Weiße in seinem Auge. Bei diesem Schauri ermunterte dann der Inder den Schwarzen, doch Waren für seinen Hausbedarf von ihm zu beziehen. Und der Schwarze ging oftmals auf den Leim, er kaufte Tücher für sich, seine Frau und die Kinder beim freundlich pumpenden Inder, auch  andere Waren, kleine Luxusartikel, wie sie unser Suaheli und seine Frau auch für den täglichen Bedarf kennen, bis dann eines Tages der freundliche Inder stoppte – und die Gegenrechznung aufmachte. Wenn dann der Schwarze sah, daß er alles „verbraucht“ hatte, was er an Spargeldern bei dem Inder niedergelegt hatte, zog er wohl mit einem langen Gesicht von dannen oder ging zum bwana schauri, der ihm aber häufug genug auch nicht helfen konnte. So war der Schwarze in der Regel der Geprellte.

Um diesen Übelständen abzuhelfen, wurde die Sparkasse für die Farbigen ins Leben gerufen. … Wie allem Europäischen brachte die farbige Bevölkerung der Sparkasse zunächst das größte Mißtrauen entgegen, besonders da es sich um die eigenen geliebten Pesas handelte. Vielfach glaubte man , daß das, was in den „Serkalbeutel“ gerutscht wäre, rettungslos verloren sei; daß der Staat Gelder aufbewahren, ja noch faida, Zinsen obendrein zahle, während der Inder es bisher gerade umgekehrt gemacht hatte, sich für das Aufbewahren noch Geld hatte zuzahlen lassen – das war dem schwarzen Hirn ein unfassbarer Gedanke.  …

So ist unsere Sparkasse zu einem Institut geworden, das für die farbige Bevölkerung von ungeheurer Bedeutung ist und zu dem sie auch Vertrauen faßt. Wird doch ihr dort eingezahltes Geld als Privatkapital angesehen und unter keinen Umständen etwa zwangsweise angegriffen, wenn ein Schwarzer eine Geldstrafe zu bezahlen hat oder mit seiner Steuer im Rückstand bleibt. Und diese Praxis ist auch richtig und gut, denn nur so kann das mühsam erreichte Vertrauen erhalten bleiben und gestärkt werden. … *Deutsch – Ostafrikanische Zeitung 12.04.1911*

Kinder statt Inder! … Aus den beredten Zahlen (Statistische Erhebung unter dem Titel „Die deutschen Schutzgebiete in Afrika und der Südsee“ in einem Band.) ersieht der Leser zunächst folgendes: Überall, wo die politische Herrschaft einigermaßen gefestigt ist und überall dort, wo die Verkehrsverhältnisse gut sind und überall dort, wo Handel zu treiben ist, hat sich der indische Händler seßhaft gemacht. Ferner: Die Zahl der erwachsenen, männlichen weißen Bevölkerung ist um rund eintausend geringer als die der indischen erwachsenen männlichen Bevölkerung. Die Gesamtzahl der indischen Bevölkerung ist beinahe doppelt so groß als die der weißen Rasse. Diese Zahlen, die wir gelegentlich nach einer anderen Richtung beleuchten werden, geben zu Bedenken genug Veranlassung.

Einer auf der Seite untenstehenden Tabelle kann man entnehmen: Von 6748 Indern in allen Regierungsbezirken, sind 2525 Erwachsene und 2898 Frauen und Kinder Mohammedaner. 2285 erwachsene Inder sind Kaufleute und Händler, 1214 Handwerker und Gewerbetreibende. *Deutsch – Ostafrikanische Zeitung 12.04.1911*

Hingegen sind die Eingeborenen fast ausgerottet, in den Regierungsbezirken leben nur noch:  Wilhelmstal 88 000 Eingeborene, Bagamojo 775 00, Daressalam 190 000,  Rufiyi 75 000, Lindi 345 000, Moschi 152 000, Kilimatinde 242 245, Ujiji 170 180 000,  Iringa 106 000, Mahenge 125 000, Ssongea 81 885, Muansa 575 810, Tabora 500 000  Eingeborene. Erstaunlich, daß die sich von geschätzten 1500 weißen Erwachsenen regieren lassen. Oder? Wobei die Zahl der Deutschen noch niedriger liegen dürfte.

Bild: Wiener Bilder – Das deutsche Kronprinzenpaar in Wien. Dasselbe ist auf Welt – und Bildungsreise, immerhin soll es ja einmal Deutschland regieren, die Italiener sollen nach der Kronprinzessin ganz verrückt gewesen sein, Hoheiten waren damals so etwas wie heutige Boygroups.

 


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