Posts Tagged 'Dortmunder Zeitung 1937'

Ansteckende Krankheiten

In der Woche vom 11. bis 17. Juli sind in Groß-Dortmund folgende übertragbare Krankheiten aufgetreten: Diphterie 36 Erkrankungen und ein Todesfall; Genickstarre 1 Todesfall; Körnerkrankheit 1 Erkrankung; Scharlach 44 Erkrankungen; Bauchtyphus 1 Erkrankung; Lungen – und Kehlkopftuberkulose 8 Erkrankungen und 9 Todesfälle; Lebensmittelvergiftung 3 Erkrankungen; Tuberkulose anderer Organe 2 Todesfälle.

DORTMUNDER ZEITUNG, 20. Juli 1937

Tuberkulose heute

Ein gemeiner Diebstahl

Der  erst 24jährige Otto Sp. aus Dortmund ist trotz seines verhältnismäßig jugendlichen Alters schon mehrfach mit den Strafgesetzen in Konflikt geraten. Kaum war er großjährig, da mußte er schon für 6 Monate ins Gefängnis wandern, und im vergangenen Jahr hatte er wieder einmal seine Hände nach fremdem Gut ausgestreckt, was zur Folge hatte, daß er 8 Monate hinter Gefängnismauen zubringen mußte. Zwischendurch hatten sich die Gerichte auch sonst mit ihm beschäftigen müssen. Als er dann im Dezember v. J.  wieder auf freien Fuß kam hat er sich aber nicht lange in der Freiheit wohlgefühlt, denn schon sehr bald war er wieder auf sträflichen Wegen.

Ende März v. J.  hatte er mit etlichen Freunden einen kleinen „Zug durch die Gemeinde“ gemacht, bei dem man in einem Lokal an der Kampfstraße landete. Bei der Trinkerei war schließlich dem Sp. das Geld ausgegangen und da hielt er Umschau nach irgendeiner Möglichkeit, sich für die Fortsetzung der Zecherei solches zu beschaffen. Der genossene Alkohol tat sein übriges, so daß er nunmehr keine Hemmungen mehr kannte. Da fielen seine Augen auf die an der Theke des Lokals aufgestellte NSW.-Büchse, von der er erwartete , daß sie die von ihm begehrten Gelder barg. Als er das Lokal verließ, machte er einen schnellen und heimlichen Griff nach dieser Büchse, und im nächsten Augenblick war er auch schon auf der Straße. Nachdem er sich dann in einiger Entfernung in eine dunkle Ecke klemmen konnte, öffnete er mit Gewalt die Büchse und entnahm ihr die Sammelgelder, die zur Linderung der Not armer Volksgenossen dienen sollten. Sofort auch entledigte er sich der Büchse und setzte nun mit den gestohlenen Sammelgeldern – es waren mehr als 7 RM. – seine Trinkerei fort.

Alsbals wurde dann auch das Verschwinden der Büchse bemerkt. Anfangs wußte man nicht so recht, wer die Sammelbüchse von der Theke entfernt hatte, man wollte und konnte zunächst auch garnicht an einen so gemeinen Diebstahl glauben. Aber allmählich wurde es doch zur Gewißheit, daß ein frecher Dieb sich die Sammelgelder angeeignet hatte. Die Kriminalpolizei, die nun mit diesem Fall beschäftigt wurde, hatte sehr bald auch die Spur des Diebes aufgenommen, und als ein Beamter den Sp. zur Rede stellte, da mußte er nach anfänglichem Zögern seine Tat zugeben. Am 08. April d. J. wanderte er wieder einmal ins Gefängnis. Nun stand er vor dem Strafrichrer, der ihn, nachdem der Staatsanwalt 1 Jahr Gefängnis beantragt hatte, wegen Rückfalldiebstahls zu 10 Monaten Gefängnis verurteilte.

DORTMUNDER ZEITUNG, 20. Juli 1937

Luftschutzübung 1937


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