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Düppeler Schanzen gefallen

Endlich. Freiheit, Demokratie und westliche Werte auch in Dänemark durchgesetzt! Heute, vor 147 Jahren wird die starke Befestigung der Dänen, die Düppeler Schanzen,  von den Koalitionstruppen genommen und das Selbstbestimmungs- sowie die Menschenrechte der Schleswig – Holsteiner durchgesetzt. Das hindert Dänemark  aber nicht, sich zum Ende des Ersten Weltkrieges an Deutschland zu bedienen, wenn jemand krank und schwach auf der Straße liegt, dann kann man ihn ja ruhig fleddern, werden sie sich gedacht haben. Und immerhin sind die Dänen heute  unsere Freunde, wie die Polen, Engländer und Amerikaner. Na, die Franzosen sowieso. Deren innigste Freunde unter den Kaffeehaus- und Redaktionsstubenschwätzern sind immer noch sauer, daß Napoleons deutsches Kontingent beim Feldzug in Rußland so mickrig ausgefallen ist, man stelle sich vor, der hätte gesiegt, da wären doch gleich die Bauern befreit  und Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit eingeführt worden, wie in Frankreich. Und weil es ja auch in Libyen um Menschenrechte und Freiheit geht, hat nun auch der Vize von Bin Laden, bekannt für seine Liebe zu westlichen Werten, zum Kampf gegen Gadaffi aufgerufen, da sind wieder alle die Freiheitsbewahrer in einer Koalition versammelt.  *Die Preussische Amtspresse* berichtet vom 19.04.1864:

Die Düppeler Schanzen sind am 18. April des Morgens nach hartem Kampfe erstürmt worden. Der Sturm war für diesen Tag bestimmt erwartet. Schon vor mehreren Tagen waren die Compagnieen, welche den Sturm unternehmen sollten, von jedem Bataillon eine ausgeloost worden und die Mannschaften, welche der gefahrvollen Ehre theilhaftig werden sollten, hatten sich dazu durch den gemeinsamen Genuß des heiligen Abendmahls in ernster Weise vorbereitet. Am 18., Vormittags um 10 Uhr, so war dem Könige gemeldet, sollte der Sturm beginnen, und so ist es in der That geschehen. Schon Mittags vor 12 Uhr waren die ersten entscheidenden Siegesnachrichten hier. …

Und vom 22.04. 1864:  Ein französischer Offizier, Kämpe vom Malakoff und Solferino, sah mit Bewunderung die Arbeit der Preußen; begeistert rief er aus: »Mit solchen Truppen nehme ich die Welt«. Die Vorbereitungen zum Sturm waren auf das Sorgfältigste getroffen. Die Pioniere waren eingeübt im schnellen Wegräumen, die Soldaten im Ueberwinden der Hindernisse. Woll- und Heusäcke und Matratzen waren in Vorrath gehalten, um die erwarteten Pfähle und spanischen Reiter oder Wolfsgruben zu bedecken. Schon lange zuvor war Alles genau vorher bestimmt und die Leute hatten Zeit gefunden, sich mit dem Gedanken an ihre Bestimmung vertraut zu machen. Jeder Sturmkolonne war ein Pionier-Kommando, so wie 1 Offizier und 20 Mann freiwillige Artilleristen beigegeben. Schon in der Nacht 12 Uhr verließen einzelne Abtheilungen ihre Cantonnements. Früh um 9½ Uhr war alles vorbereitet und kaum waren die braven Stürmer noch zu halten, als mit dem Schlage 10 Uhr das Signal Vorwärts gegeben wurde. Wie durch Zauber belebte sich das Terrain vor den Schanzen. Aufgelöst in Tirailleurketten, voran die Führer, die Pioniere und das Häuflein Artillerie, stürmte die ganze Linie ohne Aufenthalt, untermengt mit den Trägern der Matratzen und Wollsäcke. Vorher hatte der Kanonendonner seine größte Höhe erreicht, mit einem Male schwieg er; nur die Gammelmarker Batterieen donnerten ohne Aufhören ihr Schwanenlied. Die öden Wälle des Feindes wurden munter, das Geknatter der dänischen Gewehre übertönte die Hurrahs vor ihnen. Eilig liefen die dänischen Artilleristen zu den immer noch bereit stehenden Geschützen und schickten ihren Eisenhagel noch einige Male in die Reihen der Unserigen. Eine athemlose Menge sah auf den Dünther Höhen dem erregenden Schauspiel zu; der greise Marschall, der Kronprinz nebst Gefolge, zahlreiche Offiziere der österreichischen Armee, Beamte, Soldaten und Civilisten harrten klopfenden Herzens auf die Erfolge der Unseren. Todtenstille herrschte. »Rolf Krake«, der mächtige »Skiold« daneben und die ganze feindliche Flotte, Alles war vergessen und starr hafteten die Blicke an den preußischen Linien. Auf einmal aber flog ein donnerndes Hurrah über die Lippen, von dem Hügel des Marschalls kams herüber und Alle fielen ein: Hurrah, Hurrah! die erste preußische Flagge wehte von der Communication zwischen 2 und 3, dann von der Schanze 6, dem riesigsten der Werke. Aber noch donnerte Schanze 4 und 2; 1 und 3, dann 5 sind unser, abermals Hurrah! Noch immer halten sich 2 und 4. Nun aber wogt eine dunkle Masse droben auf 4. Ein kurzer Kampf und dann kündet das Schwarz-Weiß den Sieg. Schanze 2, würdig ihres Rufes, ist die letzte des rechten Flügels! Am wildesten tobte der Kampf um die Schanzen 8 und 9 und 7. Noch lange drang sein Getöse zu uns, doch auch diese Werke mußten fallen! Offenbar war der Feind überrascht. Allein wacker war die Gegenwehr. Der Feind, obwohl besiegt, hat sich die Anerkennung seiner Ueberwinder erworben. Mancher brave Däne konnte nur durch den Tod besiegt werden, namentlich die Kanoniere, welche zum Theil bis auf den letzten Mann bei den Geschützen blieben. …

Was uns natürlich betrüben muss. Auch in dieser Darstellung wird die Leistung der türkischen Regimenter bei der Erstürmung der Düppeler Schanzen verschwiegen, die mit Schellenbaum und klingendem Spiel zum Sturm auf die Befestigungen vorrückten, unablässig „Allah ist größer!“ rufend. Der Islam, das wissen wir aus dem Munde des obersten Geschichtenerzählers, ist Teil unserer islamisch-jüdisch-christlichen Geschichte, die Juden damals in den Streitkräften, konnte man übrigens auch an den Fingern abzählen. Daß feindliche Truppen tapfer und heldenhaft gekämpft hätten, das wird man in heutigen Berichten vergebens suchen. Feindliche Truppen sind zumeist irgendwelche Scheusale, wenn sie nicht gerade die Freunde und Brüder unserer Friedensbewegten sind, die brutal, hinterhältig und feige sind und meistens unerwartete Dinge tun, wie anzugreifen oder sich nicht zerschlagen lassen. Der Niedergang der Intelligenz ist allüberall zu beobachten.

Der Tag für die Verliebten

Heute ist Valentinstag und auch die Freiburger Zeitung ist gerührt, da fällt der Tag mit dem Sonntag zusammen, alle eilen los, um die Blumen – und Pralinenindustrie zu erfreuen, trotz des Krieges im Norden.

Hamburg, 12. Febr. Heute eingetroffenen Nachrichten  zufolge fand am Mittwoch ein blutiges Vorpostengefecht bei Atzbüll statt. In Kopenhagen erklärte der Minister Monrad, es sei der Entschluß der Regierung, die Düppeler Schanzen und die Insel Alsen auf´s äußerste zu verteidigen. Hamburg, 12. Febr. Die preussischen Verstärkungen kommen an; die österreichischen sind erwartet. Die Österreicher und Preußen rüsten zahlreiche Boote, um auf der Insel Alsen landen zu können. In Schleswig haben Kroaten mehrere Häuser geplündert(?). In Flensburg wurde der Herzog von Augustenburg proklamiert. Die dänische Reiterei hat sich nach Jütland zurückgezogen.

Newyork, 30. Jan. Nachdem des Rebellengenerals Longstreet Verstärkungen eingetroffen, haben die Gefechte am Tennesse begonnen. Die Beschiessung von Charlston dauert fort. Goldagio 57. Ein Mitglied des Kongresses zu Washington beantragte zu erklären, daß die Errichtung einer Monarchie in Mexiko Amerika gefährde. Außerdem wurde beantragt, die Transaktionen in Gold mit einer Taxe von 2 Prozent zu belegen.

Schwein gehabt.  Den „Hamb. Nachr.“ wird geschrieben: „Major v. Jena stand am 2. Febrauar vor Missunde, als ihm der Lieutenant Graf Gröben vom 3. Husarenregiment eine Meldung machte. Der Letztere wurde während der Meldung von einer platzenden Granate, welche ihm durch den Unterleib gegangen, in die Luft gehoben und fiel dann platt zur Erde todt darnieder, der Major v. Jena wurde gleichzeitig vier Schritte weit fortgeschleudert, überschlug sich und blieb besinnungslos liegen, sein hinzuspringender Adjutant und einige Offiziere seines Bataillons hoben ihn auf und fanden sein Gesicht voll Blut und Sand, bei dem Falle zerquetscht. Bald erholte sich derselbe jedoch von seiner Betäubung und wurde nach dem Verbandplatz geführt. Nachdem ihm Blut und Sand abgewaschen war, fühlte er sich so kräftig, daß er sein dort stehendes Pferd besteigen konnte und, zwar mit geschwollenem Gesicht und steifen Gliedern, doch wieder kampfesmutig unter maßlosem Jubel an der Spitze seines Bataillons erschien. *Freiburger Zeitung 14.02.1864*

Nebenbei: Trotz intensiven Flehens der Inneren Stimme des Autors, heute nicht zur Arbeit zu fahren, hat sich der Autor, zivilcouragiert, wie er nun einmal ist, entschlossen, alles Bitten und Drängen zu ignorieren und sich, Gefahren verachtend, an seinen Kampfplatz für den Frieden zu begeben. Ein kleiner Zivilcouragepreis für ihn sollte deshalb auf jeden Fall drin sein. Wenn nicht sogar das Bundesverdienstkreuz.


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