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Über die Presse

Der Aufsatz ist im Juni 1914 niedergeschrieben worden und analysiert, aus russischer, also Feindessicht, den Zustand der Presse in der Habsburger Monarchie. Ziel ist eine Darstellung des Istzustandes, um den möglichen Kriegsgegner richtig einzuschätzen. Auszug.

… Um das Zerrbild des Lebens, das die Presse täglich erdichtet, zu vervollständigen, muß zu dem Verschweigen das Übertreiben treten. Übertrieben werden vor allem die Leistungen der Universitäten und des Parlaments. Die Universitäten sind das besondere Schoßkind der Presse; denn im ärztlichen Beruf und im Advokatenstand herrschen heutzutage die Gesinnungsgenossen der „Neuen Freien Presse“, sie saugen das Volk aus und drapieren sich mit der Flagge der Intelligenz.

Das zweite Lieblingskind ist das Parlament. Die Presse sieht, der Vergangenheit gedenkend, im Parlament das Kind jener Revolution, die der Presse ihre Machtstellung gegeben hat. Im geistigen Rausch der revolutionären Bewegung ist die Preßfreiheit zur Welt gekommen. Niemand ahnte damals, daß diese Errungenschaft nichts anderes bedeute, als Aktionsfreiheit für den Egoismus, für die Skrupellosigkeit und für die Geldgier einer Clique. Der Begriff liberal bezieht sich nur auf die Förderung der Parteigenossen, anderen Parteien, anderen Nationen gegenüber ist die Presse gewaltsüchtig und ungerecht. Diese Thyrannis würde längst zum Bewußtsein der Bevölkerung gekommen sein, wenn nicht die Presse den nationalen Hader als undurchdringliche Rauchkulisse vor die soziale Tragödie unserer Zeit vorgeschoben hätte. Das war natürlich nur mit Hilfe des Parlaments möglich. …

So schafft die Presse durch Verschweigen und Übertreiben Zerrbilder des Lebens und verdirbt und vergiftet das Volksbewußtsein. … So kommt es, daß hier in Österreich neben der Regierung seiner Majestät eine anonyme Nebenregierung besteht, die gegen jede Autorität, gegen die Dynastie, gegen die Armee, gegen die christliche Religion und Lebensanschauung und gegen den Bauernstand eifert und wühlt. Sie ist ein Femegericht mit absoluter Gewalt, und der ganze Staat ist auf diese Weise einem Geheimbund, einer Preßclique, schließlich einem unverantwortlichem Privatmann ausgeliefert. … . * Danzers Armeezeitung 30.07.1914*

Bild: Hier übertiteln die *WIENER BILDER vom 02.07.1939* ein Bild, das im Lager gefangene Frauen zeigt, mit „Im Lager“ als wüßte nicht jeder Leser, welch menschenverachtendes Treiben sich dort in der Zeit von 1933 bis 1945 abspielte. Hier putzen Frauen Schüsseln, eine Ungeheuerlichkeit, die immer noch ihrer Aufarbeitung harrt.

Monique darf weiterleben

Eine Geschichte über den real existierenden Sozialismus bietet das *NEUE DEUTSCHLAND vom 19.07.1961*,  seit einigen Tagen darf man in Berlin, Hauptstadt der DDR, nur noch unter Vorlage des Personalausweises einkaufen, es ist nicht genug Wurst für alle da und schon gar nicht auch noch für die Bürger Westberlins, die die offenen Grenzen ohne Scham nutzen, warum sollten sie sich auch schämen? Haben sich die Ostdeutschen nach 1989 geschämt, als sie nach Polen billig Einkaufen und zum Tanken fuhren? Nein.

Im Gerichtssaal. Monique mit dem blauen Ausweis. In der Markthalle Ackerstrasse kannte man sie schon, die 14jährige Monika, die regelmäßig jede Woche an bestimmten Fleischständen einkaufte. Ausweis? Ach, Monika kommt doch immer, wozu diese Formalität! In der ersten Zeit, als Monika zum Einholen kam, hatte man wohl hin und wieder den Ausweis verlangt und Monika hatte dann ein blaues Etwas gezeigt. Na also! Mitarbeiter des AZKW waren aufmerksamer als die Verkäufer in der Markthalle. An der S-Bahn-Station Nordbahnhof und später im VP-Revier 14 in der Brunnenstraße kam es zutage: Monika heißt genau genommen Monique Dubert, wohnt in Westberlin und hat, da ihr Vater Franzose ist, die französische Staatsbürgerschaft und dabei einen in Westberlin üblichen blauen Ausländerausweis. In ihrer Tasche lagen für etwa 35 DM Fleisch und Wurst. „Jede Woche bin ich in die Ackerhalle gefahren“, sagte Monique, „seit einem halben Jahr ungefähr.“ „Hat Dich Deine Mutter geschickt?“ „Nein, meine Tante. Jedesmal habe ich 2 D-Mark dafür bekommen, für Eis oder so.“

Seit das Geschäft der Lebensmittelschieber blüht, gibt es viele „Tanten“  in  Westberlin, die auf Koteletts und Wurst aus dem sonst geschmähten „Ostsektor“ reflektieren. Im Falle der Tante Monique Duberts zeigt sich, wie skrupellos manche Menschen in der ungesunden Westberliner Luft werden können.

Ein 14jähriges Mädchen, das die Hintergründe der Währungsspaltung noch nicht durchschaut, das nicht weiß, welche Rolle Lebensmittelschiebungen spielen, wird  rücksichtslos mißbraucht, wenn es um den eigenen Vorteil geht. So gedeihen in der Frontstadt nicht nur Spionage und Hetze, sondern auch Charakterzüge mancher Menschen, wie Egoismus, Rücksichtslosigkeit und Habgier.

Erna Hahn, so heißt nämlich die Tante aus Berlin – Wedding, Reinickendorfer Straße 112, schickte ein Kind skrupellos auf Wege, von denen sie wußte, daß es krumme Wege sind. Für 800 bis 900 DM Fleisch und Wurst sind auf diese Weise illegal nach Westberlin verschoben worden. Monique Dubert ist 14 Jahre alt. Sie hätte – formal gesehen – von einer Jugendstrafkammer bestraft werden können. Aber das hätte nicht die Schuldige getroffen. Monique ist wieder bei ihrer Mutter zu Hause und beide, Mutter und Tochter werden hoffentlich Sorge tragen, daß die Tante nicht ein neues Opfer findet.

Bild: Da DIE PARTEI Planwirtschaft betreibt, fehlt es an vielen Dingen. Hier inserieren Betriebe und betreiben emsigen Tauschhandel. Geld zu besitzen bedeutete damals gar nichts, weil es einfach nicht die Sachen gab, die man erwerben wollte. Man konnte nur hoffen, es findet sich jemand, der für das Angebotene Interesse zeigt. 

Kampf dem Egoismus

Wir alle sind gut. So, wie der Mensch nun einmal nach Schiller sein sollte. Und edel. Wir kochen und schaffen und werken und freuen uns auf jeden neuen Tag, an dem weitere Hochqualifizierte in den Berufen, Wassertragen, Glieder machetieren oder Taschendiebstahl, in unser Land kommen, die wir bewirten dürfen. Das ist unsere Art. Der Fremde zuerst. Vorrang hat das Bedürfnis der Vielen vor unserem Eigenen. Das ist vulkanische Logik. Wir spenden grosszügig Terrororganisationen, diktatorischen Staaten, indonesischen Mangrovenwäldern, sich stark vermehrenden Eisbärenpopulationen und unseren Abgeordneten in Brüssel, sowie den verarmten Arbeitern und Angestellten des gesamten EU-Verwaltungsapparates, der Tag und Nacht schuftet, um uns in eine lichtere Zukunft zu führen. Freudig geben wir einen Grossteil unseres Arbeitslohnes Leuten, die sagen, sie vertreten unsere Interessen, wie die geliebte Bundesregierung, die das Geld dann weiterverteilt, an Menschen, die nicht für sich selbst sorgen können. Beauftragte aller Coleur, für Gendermainstreaming, mehr Verständnis für Mörder- und Totschläger, Töpfchenpsychologie und Faulheit ist ein Menschenrecht. Wir wissen, so wie wir mit vollen Händen geben, wird zurückgegeben werden. Leider gibt es auch gegenteilige Beispiele und es ist mir völlig unklar, wie das grossartige Brudervolk in Österreich so etwas zulassen kann?

Böse Menschen haben keine Lieder


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