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Entwicklungshelfer ermordet

Ermordung eines deutschen Instrukteurs. Konstantinopel, 28. März. Der erst vor kurzem als Militär – Reformer in türkische Dienste getretene Oberstleutnant v. Schlichting, der Sohn des früheren kommandierenden Generals, wurde heute vormittag 10 Uhr bei der Musterung seines Modell – Regiments in Gegenwart des Divisionärs Hassan Izzed Pascha von einem albanesischen Soldaten des Regiments durch einen Gewehrschuß lebensgefährlich verletzt. Es handelt sich zweifellos um einen persönlichen Racheakt. Der Täter ist verhaftet. Oberstleutnant v. Schlichting liegt im deutschen Krankenhause. Er stand zur Zeit, als sein Vater kommandierender General des 14. Armeekorps in Karlsruhe war, als Oberleutnant beim 1. badischen Leibdragonerregiment in Karlsruhe und war zuletzt als Major Eskadronschef im Dragonerregiment Nr. 6.

Konstantinopel, 28. März. Der in türkischen Diensten stehende Oberstleutnant von Schlichting wurde heute vormittag von einem albanesischen Soldaten auf zwei Schritt Entfernung angeschossen. Schlichting schritt in Begleitung des Korpskommandanten die Wachmannschaft ab und richtete mit der Hand den Kopf des Täters gerade. Dieser glaubte sich geschlagen und feuerte auf Oberstleutnant v. Schlichting eine Kugel ab, die ihm den Magen und den Darm durchbohrte und die Wirbelsäule und das Rückenmark verletzte. Beide Füße sind gelähmt. Eine sofortige Operation im deutschen Spital gelang, doch ist wenig Aussicht vorhanden, Schlichting  am Leben zu erhalten. Der Sultan und die Minister übermittelten dem Botschafter ihr Bedauern über den Vorfall. Der Mörder wird morgen erschossen werden. – Nach einer weiteren Meldung ist Oberstleutnant v. Schlichting seinen Verletzungen bereits erlegen.

Konstantinopel, 28. März. (Frkf. Ztg.) Oberstleutnant v. Schlichting richtete von seinem Krankenlager einen Brief an den Generalissimus Mahmut Schefket, in dem er in herzlichen Worten für das schöne Regiment dankte, daß er ihm anvertraut habe, und in dem er die Hoffnung aussprach, daß dasselbe rüstig fortschreite und dem Vaterlande zum Ruhm gereiche. Als der Attentäter mit ihm konfrontiert wurde und auf die Stellen hinwies, wohin Schlichting ihm angeblich mit dem Gewehr wiederholt gestoßen haben sollte, erwiderte Schlichting ruhig: „Mein Sohn, niemals habe ich Dich berührt, ich bin einer Unwahrheit nicht fähig.“ Tatsächlich erfreute sich Schlichting bei seinen Soldaten weitester Sympathien.

Saloniki, 28. März. Etwa 4000 Mallisoren (?) griffen die türkischen Blockhäuser an der Grenze an und bemächtigten sich einer Anzahl von ihnen. Dreißig Soldaten wurden getötet, zwanzig gefangen genommen. Zur Zeit richten sich die Angriffe auf die Blockhäuser von Tuzi. Die Lage in Biajet Skutari ist ernst. Die Arnauten machen mit den Montenegrinern an der Grenze gemeinsame Sache. Eine weitere Erhebung ist wahrscheinlich. Vier Bataillone unter Torgut Pascha gehen nach Skutari ab. *Freiburger Zeitung 29.03.1911*

Bild: So stellt sich der Zeichner der Wiener Bilder vom 05.04.1911 die Konfrontation des Ermordeten mit seinem unschuldigen Mörder dar. Kann es einen schöneren Beweis unserer islamischen Wurzeln geben, die unser Bundespräsident so schätzt?

 


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