Posts Tagged 'Hartz IV'

Unterm Deckmantel des Innenministers

Schwerer Verfassungsbruch in Dessau. Deutsche Polizisten schützen wieder einmal die Faschisten und müssen Bürger von der Straße tragen, um Platz für die Braunen Bataillone zu schaffen, die da herangetrauert kommen, weil sie der Opfer der Bombenangriffe gedenken, sagen sie, die vor 65 Jahren unter englischen und amerikanischen Bomben fielen und das ist etwas ganz anderes als die Opfer amerikanischer Bomben in, sagen wir mal, Afghanistan. Denen die Sympathie der Linken gehört, weil sie Opfer eines verbrecherischen imperialistischen Krieges sind, während die Dessauer Rüstungsarbeiter und ihre totgebombten Familien es nicht sind. Opfer des imperialistischen Krieges. Sie hätten ja auch die Arbeit in den Flugzeugwerken hinschmeissen können, die Opfer,  und von Hartz IV leben, dann wären sie heute Widerstandskämpfer, deren Zahl von Tag zu Tag wächst. Diese Option hatten die KZ-Häftlinge freilich nicht und auch nicht die Zwangsarbeiter, die unter Zwang an den Flugzeugen und dem Zyklon B basteln mußten und deshalb den Tod verdient hatten.

Und wieder einmal flaggt eine Stadt Bunt statt Braun, was natürlich heisst, Halligalli statt Nachdenken. Jubel, Trubel, Heiterkeit ist auch einfacher als sich damit auseinanderzusetzen, ob die Bombardierung afghanischer Benzinklauer, inklusive der Frauen und Kinder nun ein Verbrechen gegen die Koranschüler ist und warum die Bombardierung Dessaus es nicht sein soll, bei der neben Blogwarten, Ohrenbläsern, verkommenen Zeitungsschmiranten, Denunzianten und nationalsozialistischen Funktionsträgern jede Menge unschuldiger Leute erschlagen wurden. Ja aber hätte man den benzinsüchtigen Taliban nicht die Tanklaster lassen sollen, deren Fahrern sie vorher fachgerecht die Hälse durchschnitten? Auf ihr Versprechen hin, das Benzin nur zum Heizen zu verwenden? Und die nationalen Sozialisten, die wie die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, der Herr Hövelmann auch angehörte, die alleinige Regierungspartei stellten, waren sie nicht einfach nur fanatische Sammler von Flugzeugen, die ihre Lebensart zu verteidigen trachteten? Wie die Koranschüler auch, die Indien und Pakistan angreifen oder die Südgrenzen der ehemaligen Sowjetrepubliken? Muß man deshalb gleich Bomben werfen? Aber ja doch! Und Scheiß auf Oma, Opa, Kind und Frau. Wenn es nur genug Tote dabei gibt.

Und natürlich kann da ein Innenminister nicht abseits stehen, der, so schreibt es Wikipedia, 1986 an einer der Offiziershochschulen der Nationalen Volksarmee der DDR die Laufbahn eines Politoffiziers, was in früheren Zeiten in der Stellenbeschreibung nationalsozialistischer Führungsoffizier geheissen wurde, studierte, also ein echtes Produkt der sozialistischen Erziehung in der DDR,  ein Einhundertfünzigprozentiger, jemand, dem auch die Realität 1986 nichts anhaben konnte, wo den Sozialismus in seinem Lauf nicht einmal Ochs und Esel aufgehalten haben. O-Ton:

Wenn wir uns den (Grund-)Rechten nicht entgegenstellen,  dann werden sie Mehrheiten organisieren und das muß verhindert werden. Manche Diskussion an manchem Stammtisch ist da nicht ganz ungefährlich.

Ein Innenminister also, Mitglied der SPD, zeigt Gesicht gegen die politische Konkurrenz, die, man mag es kaum glauben, versucht, Mehrheiten zu organisieren, was die Partei Herrn Hövelmanns nie tun würde. Nicht einmal vor Wahlen. Weder mit Fernsehwerbung, Plakaten oder abstrusen Versprechungen. Ein Mann voller Edelmut und Aufrichtigkeit eben, der sich die knapp bemessene Freizeit genommen hat, die ihm das schwere Innenministeramt läßt, so, wie er den ganzen Tag den Umsturz in Sachsen-Anhalt verhindern muß und daß Mehrheiten da organisiert werden, wo sie nicht hingehören.

Und auch Herr Koschig, parteiloser Bürgermeister Dessaus, findet das Gedenken an die Ermordenten sei eine idiotische Geschichte, ob der Volkstrauertag demnächst auf seine Initiative hin wegen Idiotie abgeschafft wird, das liess er offen. Es müssen eben immer die Richtigen trauern. Nicht die Falschen! Und wer die Richtigen sind, das regelt demnächst ein Bundesgesetz.

Bild: Antifaschisten an der Seite von Anhängern kolonialer- postkolonialer und zionistischer Staaten, offenbar eine Provokation, um das ehrliche Anliegen, das Grundrecht in Deutschland, genehmigte Demonstrationen friedlich durchzuführen und politische Mehrheiten abseits der SPD zu organisieren, auszuhebeln, zu diskreditieren. Minister Hövelmann weiß, der Klassenfeind schläft nie, Genossen.

Idiotie

Für keine Handvoll Dollar mehr

Wie das Leben so spielt, berichtet im tempörären Auftritt auf seiner Internetseite der Nordkurier. Dort lehnte ein HARTZ-IV-Einzelfall, den die Zeitung Falko M. nennt, wobei sie darauf hinweist, auch M. ist nicht sein wahrer Name, einen Job an der Tankstelle ab, der ihm lediglich 160 € mehr Geld über seinem derzeitigen HARTZ IV-Einkommen verschafft hätte, ein Minijob, der aber so mini war, daß Falko M. ihn verachtete, denn seine Träume fliegen weit höher, als sich die Verwalter der Arbeitslosigkeit des Falko M. es je träumen liessen.

Fünf Euro netto pro Stunde, das sei ein Hungerlohn, „eine Riesenfrechheit „, findet Falko M. (Name geändert). Den Vermittlungsvorschlag des Vier-Tore-Job-Service will der 36-jährige Neubrandenburger, der auf Hartz IV angewiesen ist, deshalb nicht annehmen. … Falko M., der gelernter Heizungsbauer ist, sich aber aus gesundheitlichen Gründen umorientieren müsse, wie er sagt, will es statt des Minijobs lieber als selbstständiger Handelsvertreter für Ökostrom versuchen. Im vergangenen Jahr hat er es schon einmal als Handelsvertreter probiert – ohne Erfolg, er musste aufgeben.

Und das ist natürlich traurig, auch, daß die Gemeinschaft der Arbeitenden ihm nicht länger Geld zubilligt, um sich richtig als Handelsvertreter  auszuprobieren. Traurig ist auch, daß der Tankstellenpächter ihm nur 5 € die Stunde zahlen will, wo doch zuerst der deutsche Staat zu 70 Prozent am Verkauf von Kraftstoffen profitiert, mittels Mineralölsteuer und Ökosteuer, dann die Mineralölkonzerne und ganz hinten in der Nahrungskette der Pächter steht, der sich mit dem Verkauf von Alkohol, Zigarretten und Süßigkeiten über Wasser hält.

Viel trauriger aber ist diese Selbstverständlichkeit, mit der ein Handelsvertreterversager den Anspruch erhebt, von der glücklichen Sozialstaatsmenschengemeinschaft weiter ausgehalten zu werden. Und um dieses unverschämte Anspruchsdenken, fahrt zu Arbeit, pendelt, arbeitet umschichtig, damit ich mich auf eure Kosten zu Höherem qualifizieren kann, als Benzin und Bier zu verkaufen, das ist es, was der Herr Westerwelle gemeint hat. Das Menschenrecht, auf Kosten anderer gut zu leben.

Ein Sender der von anderer Leute Geld lebt

Erschreckend

Dieses Beispiel, wie junge, weibliche, kräftige Menschen gezwungen werden, von dürftigen Geldzuweisungen zu leben, die die arbeitenden Bürger ihrer Stadt für sie erwirtschaften sollen. Nicht zu arbeiten muß sich endlich wieder lohnen aber auch, als alleinstehende junge Frau Kinder zu gebären, um sie dann von der Gemeinschaft der Werktätigen aufziehen zu lassen.

Mut macht auch das Selbstbewusstsein, daß gerade die Ärmsten der Armen entwickeln, wenn es darum geht, Protest zu artikulieren, gegen die Entwürdigung, in einem Plattenbau dahinzuvegetieren, statt auf der Strasse, und die Heizkosten nicht einmal bezahlen zu dürfen. Recht hat die edle Nichtarbeitende, das Urbild der Gorkischen Mutter, wenn sie kämpferisch fordert, die Bundestagsabgeordneten, die ja nur auf Zeit ihre Diäten beziehen und bei denen das Volk durch Abstimmungen wählen kann, wem es die Diäten gibt, sollten doch in ihre elende Neubauwohnungshütte ziehen, um selber den Schmerz des leidenden Volkes bis zur Neige auszukosten, bevor sie noch auf mehr solch absurde Gedanken kommen, andere für sich arbeiten zu lassen, völlig ohne Gegenleistung, wäre eine andere Form von Ausbeutung.

Auch die unterschwellige Ankündigung einer sozialistischen Revolution ist vorhanden, wenn die brave Fachfrau in HARTZ IV demütig und bescheiden, den Bürgerkrieg ankündigt, sollte DIE LINKE nicht bald das versprochene bedingungslose Grundeinkommen einführen, bei dem niemand mehr arbeiten muß, nur noch die, die es selber und aus eigenem Antrieb wollen, die aber richtig. Ein Zeitdokument voller Schönheit und Poesie und bester Beweis, wie bereits 21 Jahre nach dem Ende des ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden, das Bewusstsein, ein Grundrecht zu haben, vollständig von der Arbeit Anderer leben zu dürfen, die breite Masse unserer Bevölkerung so vollständig ergriffen hat. Also haut ran, Kollegen!

Wer hätte nicht gerne mehr Geld?

Unsere Kunden

Wer hätte nicht gerne ein Eis oder eine Portion Pommes? Und wer von den Mindestlohnbeschäftigten, die knapp über Hartz IV liegen und dennoch zur Arbeit fahren, würde nicht gerne an seinen Lebensmitteln einsparen?

Ist das nicht traurig?

Zwei junge Menschen, ohne Arbeit, angewiesen auf die Solidargemeinschaft, zeugen ein Kind, für das die Solidargemeinschaft aufkommt, auch für seine Krankheit und Beerdigung und nun haben sie kein Geld für einen Grabstein. Wäre es da nicht vernünftig, sich vorher Arbeit zu suchen, vorm Kinderzeugen, um die Existenz der Familie selbst zu bestreiten?


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