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Hochwasser

Hochwasserkatastrophe in der SteiermarkEs gibt immer mal Jahre, da regnet es mehr und andere, da regnet es weniger. In Letzteren spricht man gewöhnlich von Dürre, während es in Jahren mit außergewöhnlich viel Niederschlag zu Hochwasser kommt. Das ist nichts Neues. Lediglich die Generation „soziale Netzwerke und SMS“ hat davon keine Ahnung, mangels Lebensjahren und ist deshalb die geeignete Zielgruppe für unsere geliebte Regierung und ihre angeschlossenen Medien, sie nach Herzenlust zu verscheissern. Und natürlich ist Hochwasserzeit die Zeit, in der Regierungen sich so richtig profilieren können. Was wird da nicht alles versprochen, vom nichtvorhandenen Geld zu tun, um das Leid, der durch  das Zusammenspiel von Naturgewalten und eigener Dummheit  verursachten Schäden zu lindern. Aber, fragt der Blogwart, warum nicht vorher? Kleinstkinder tragen ja auch schon Fahrradschutzhelme, obwohl sie noch nicht einmal Fahrrad fahren können? Aber in einer Zeit, in der die Menschen bereits am Wahltag vergessen haben, wer politisch für ihre Misere verantwortlich ist, und dieselben Gaukler erneut an die Fresströge wählen, was soll man da vom mündigen Bürger erwarten? Etwa, daß er einen Moment innehält und über die Halunken nachdenkt, die vorgeben, seine Interessen zu vertreten? Das, meint der Blogwart, ist doch wohl etwas zuviel verlangt.

Und nur mal unter uns, eine Regierung, die weder imstande ist, den Niederschlag zu kontrollieren, noch den Wind, damit er unermüdlich an den putzigen Windkraftanlagen Energie erzeugt, die kann aber ganz gewiß das Klima global regulieren. Und wer das nicht glaubt, der ist ein ganz, ganz Schlimmer und gehört zum Schutze vor der restlichen Gesellschaft von ihr isoliert.

Bild: Immer wenn das Wasser wallt, wallfahren Regierungsvertreter, oder die der Opposition, an den Schauplatz des Entsetzens, um vollmundige Versprecher abzugeben. Vergessen ist dann das von ihr verursachte Leid und alle Wählerherzen schlagen höher und in freudiger Ekstase. Menschen, die Tag für Tag sehen, daß das dasselbe Regime, das nun fotogen durch die Wasser plantscht,  die Lage der Bevölkerung stetig verschlimmbessert, erhoffen sich von den amtierenden Nichtskönnern Wunder, so wie gläubige Kinder von der guten Fee. Das ist, irgendwie herzig.

Klimawandel bedroht München

Hochwasser. Aus München, 9. Mai (1912), wird berichtet: Fortwährend treffen neue Hochwassermeldungen aus allen Kreisen Südbayerns ein, daß das Hochwasser bedeutende Schäden anrichtete. Aus Bad Tölz werden schwere Wolkenbrüche gemeldet, die gestern niedergingen und der Isar große Wassermassen zuführten und die niedriggelegene Straße nach Lenggrieß unter Wasser setzten. Die Wassermassen führten etwa 500 Floßbalken im Wert von 10 000 Mark mit sich. Aus Garmisch wird Steigen der Loisach, Partnach und Kanker gemeldet. Aus Rosenheim traf die Nachricht ein, daß der Inn den Höchststand seit der Katastrophe von 1899, nämlich 3,75 Meter Höhe erreichte. Wangfall, Traun, Prien, Salzach und Weißbach führen Hochwasser. Der Spiegel des Tegernsees ist im Steigen begriffen. Wenn der Regen und die Schneeschmelze andauern, ist eine Katastrophe, ähnlich 1899 zu befürchten. Der Lech steigt weiter. In Burghausen setzte die Salzach bereits den unteren Stadtteil unter Wasser. Das Hochwasser von Salzach und Inn ist derartig, daß der Bahnverkehr zwischen Bischofshofen, Zellamsee und Wörgl eingestellt werden mußte. Die internationalen Schnellzüge über Bayern werden von Kufstein aus nach Salzburg geleitet.

Infolge 24 stündigen Regens herrschen im Bezirk Zell am See große Überschwemmungen. Die Staatsbahnbrücke bei Gerling wurde vom Hochwasser weggerissen. Der Verkehr zwischen Maishofen und Kitzbühl ist unterbrochen. Die Lokalbahn Zell am See – Krimml ist mehrfach unterbrochen. Mehrere Reichsstraßenbrücken im Oberprinzgau wurden weggeschwemmt. Mittersill ist teilweise überschwemmt. Der Regen hat heute nachgelassen. *Freiburger Zeitung 10.09.1919*

Guadalajara (Mexiko), 9. Mai. Hier sind zahlreiche Erdstöße vorgekommen, die die größte Aufregung hervorgerufen haben. mehrere Gebäude wurden beschädigt. In Tepic sollen mehrere Personen umgekommen sein. Newyork, 10. Mai. (D.-B. G) Bei einem Ausbruch des Vulkans Colima in Mexiko wurden die Städte Zapotlan und Guzman vollständig zerstört. 50 Menschen wurden getötet, viele verletzt.

Newyork, 10. Mai. (W. T-B.) Nach Blättermeldungen ging dem Ausbruch des Vulkans Pico del Colima ein heftiges Erdbeben voraus, das die Stadt Zapatlan teilweise zerstörte, wobei 84 Personen getötet wurden. In Ciudad – Guzman wurden 16 Personen getötet und 18 verletzt. *Freiburger Zeitung 10.09.1919*

Der Blogwart ist erschüttert, verstört, traurig, eben die ganze Gefühlspalette, die grüne PolitikerInnen heute so zu leisten imstande sind und er fragt sich, wie, um Gottes Willen, konnten die Menschen damals damit leben, ohne stündliche Liveberichte vom Hochwassertreiben oder inmitten der Vulkanausbruchsopfer, und die Frage steht anklagend im Raum: Sind die Bürgermeister der betroffenen Städte schon zurückgetreten? Und wenn nein, warum nicht?

Bild: Schutz der Umwelt? Mülltrennung? Jutebeutel beim Einkaufen statt unverrottbarer Plaste? Deutsche Monarchen spuken auf elementarste Klimaschutzregeln. Die Folge: Regen, Hochwasser, Erdbeben und Vulkanausbrüche. Daß von sowas sowas kommt, lernen heute schon die Kleinen in der KITA und dank Demokratie gibt es auch kaum noch Plattentektonik. Nur immer höhere Abgaben. Die sind aber notwendig. Sagen die Nutznießer der Steuergelder.

20 Jahre später

Genosse Holger Hövelmann, als Innenminister des Landes Sachsen – Anhalt führt er die Parade auf der Straße der Besten an, verkörpert wie kein Zweiter die Errungenschaften der deutschen Einheit. Damals, im besseren Deutschland, in der DIE PARTEI illegal Ausreisenden über die Grenzsperranlagen noch in die Rücken schiessen ließ, studierte er bienenfleißig den Dialektischen und Historischen Materialismus, Militärpsychologie und Pädagogik, sowie das Kleine und Große Einmaleins der Kriegsführung, wie es im Handbuch  für Mot.-Schützen niedergeschrieben steht, um später der PARTEI gegenüber, in seiner Berufung als Politstellvertreter einer Kompanie, eine Bataillons oder eines Regimentes seine Ehrenschuld abzutragen, für Kindergarten, Fröhlich sein und Singen, einen von B 52 – Bombern unbedeckten Himmel, die Möglichkeit in der Schule zu lernen und leichten Herzens über die Schlaglöcher auf den Straßen unserer Republik zu fahren, ohne sich ständig gehetzt nach Südländern umschauen zu müssen.

Dann öffnete Günter Schabowski den Antifaschistischen Schutzwall und die Angehörigen der revolutionärsten Klasse führten den Kapitalismus ein, den DIE PARTEI doch gerade mal vor 40 Jahren erst abgeschafft hatte, zum Wohle des werktätigen Volkes.

Nun hätte Genossen Holger Hövelmann das harte Schicksal der Arbeitslosigkeit treffen können, denn mit der Qualifikation, die Soldaten der Nationalen Volksarmee zum Hass auf den Klassenfeind zu erziehen und aus ihnen treue Söhne des werktätigen Volkes und mehr noch DER PARTEI zu machen, konnte niemand mehr etwas anfangen. Aber Genosse Hövelmann warf die AK – 74 nicht ins Korn, weil der Friede bewaffnet sein muß, er trat der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei, die seine Potentiale erkannt hatte, und leistet nun Ehren – und Friedensdienst als Innenminister. Gelungenes Beispiel für die Integration des Ostens in den Westen, in den Genosse Hövelmann seine ganzen Grundüberzeugungen einbrachte und der Westen, der früher Osten war, diese tolerierte und förderte.  Integration ist eben keine Einbahnstraße, sondern ein ständiges Geben und Nehmen, wie die Kanzlerin, Erdogans Architektin, sagen würde. Mit einem Schmunzeln erinnert sich der derzeitige Innenminister noch an die Vorlesungen an der Offiziershochschule der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik, Jugendsünden, die schon einmal vorkommen können.

Derzeit steht der Genosse Hövelmann in der Friedensschlacht gegen „die schwarze Elster“, immer wieder donnern Hubschrauber der Bundeswehr aus Holzdorf bei Jessen und Sankt Augustin (Nordrhein-Westfalen) über den Ort,  um den der erbitterte Kampf gegen die Naturgewalten tobt, die die Klimakanzlerin entfesselt hat. Heute aber muss kein „Fliegeralarm“ ausgerufen werden, die STRELA – Schützen des Fliegerabwehrtrupps sind längst demobilisiert, der ehemalige Klassenfeind fährt Sandsäcke auf Unimogs heran, Polizisten und freiwillige Helfer entladen sie. Auch hier ist  Genossen Hövelmann immer an der Spitze der Bewegung, dankbar hängen die Werktätigen an seinen Lippen, die nun um ihr Eigentum vor den Wassergewalten fürchten, daß Pakistan bereits Hilfe angekündigt hat, in Form weiterer moderater Taliban, die es aus Ausbildungslagern nach Deutschland schicken will, macht den Bürgern Hoffnung. „Kapitalismus ist Scheisse“, rufen sie. Als Eigentümer hat man ganz andere Sorgen als Mieter, da kann man nicht so einfach über Ungarn oder Dresden abhauen.

Dennoch, das weiche Wasser bricht nicht nur den Stein, es weicht auch Dämme und Deiche auf  und so werden trotz heldenhaftester Anstrengungen des Genossen Innenministers weite Flächen abgestoppelter Äcker, Wiesen und Felder überflutet, mit auch all den Tieren im Wald, die Heimat eben. Nur die Vögel haben es da besser.

Leicht macht sich Unmut breit. Zweifel an den Führungsqualitäten Genossen Hövelmanns.   Gabriele Kralisch, die fassungslos auf ihr Haus in Löben schaut, in das das Wasser schwappt, schimpft, weil die Dämme der Gegend immer noch „die alten“ sind. Und trotz der Erfahrungen durch das Hochwasser 2002 nicht sicherer geworden sind. Nach 20 Jahren ideologischer Stählung in den Reihen der Sozialdemokraten weiß Genosse Hövelmann aber souverän damit umzugehen. Nachdem er sich davon überzeugt hat, daß die besorgte Frau in der nächsten Zeit keinen faschistischen oder rassistischen Übergriff auf Andersfarbig_innen oder Theaterschaffend_innen plant, worauf der Schwerpunkt der Arbeit des Innenministeriums Sachsen – Anhalts gerichtet ist, erklärt er mit Grundüberzeugung, er könne verstehen, dass Betroffene so denken und fühlen. „Aber nach dem Jahrhundert-hochwasser mussten wir Prioritäten setzen. Alles auf einmal ging und geht nicht.“ Das Wasser sei schneller wiedergekommen, als man vermutet habe. „Und dann noch in einem Bereich, wo man das nicht erwartet hat.“ Das sehen auch die Menschen ein, deren Eigentum gerade gurgeln in den Fluten versinkt. Was der PARTEITAG beschliesst, wird sein, was nicht, das nicht. Das kennen sie noch.

Genosse Hövelmann aber verspricht Abhilfe. Er werde, so der Genosse Minister,  umgehend mehrfarbige Aufkleber bestellen, die den von Hochwasser Gefährdeten anzeigten, wohin sie sich bei Hochwasser gefahrlos flüchten könnten, gleich in der nächsten Woche werde er so einen Aufkleber an der Tür des Innenministeriums anbringen und bei Schulen, Behörden und Gewerbetreibenden dafür sorgen, daß sie ihm nacheiferten. Spontane stehende Ovationen sind sein Lohn. Unsere Menschen verstehen ihn und er sie. Ob sich aber diese Hövelmanninitiative auch an der Mosel und am Rhein durchsetzen wird, weil sie aus dem Osten kommt, das bleibt abzuwarten.


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