Posts Tagged 'Hungersnot in der Sowjetunion1933'

Vor 80 Jahren

Marga von EtzdorfBerichtet *Die Freiburger Zeitung vom 09. Jui 1933*: Lord Rothermere über Hitlers Leistung. Kopenhagen, 7. Juli (W.T.B.) Der englische Zeitungskönig Lord Rothermere sprach sich in einem Interview mit einem Vertreter der Zeitung Extrabladet“ über die Lage in Deutschland aus. Er sagte, es sei ungeheuer, was Hitler in Deutschland bisher geleistet habe. Die erzielten Ergebnisse stempelten ihn zu einer wirklich großen Persönlichkeit. Vor Jahren habe er, Rothermere, in der „Daily Mail“ vorausgesagt, daß Hitler innerhalb kurzer Zeit für Deutschland das sein werde, was Mussolini seit langem für Italien sei. Der Artikel sei überall zitiert und mit höhnischen Bemerkungen begleitet worden, besonders in der marxistischen Presse. Er glaube, daß Hitler für Deutschland ein Segen sei, ja Hitler sei geradezu ein Wunder.

Besuch im Russenflüchtlingslager. Schneidemühl, 7. Juli. (Eig. Mldg.) Bekanntlich hat der Volksbund für das Deutschtum im Auslande zu einer großen Sammlung unter der Devise: „Brüder in Not“ aufgerufen, um den deutschen Bauern in Sowjetrußland, die dem Hungertode preisgegeben sind, Hilfe zu bringen. In Scharen verlassen die Bedauernswerten nun ihre einst blühenden Besitzungen, um nach Deutschland zu entfliehen. …

Hier wirft der Blogwart ein, die Hungersnot 1933 war ganz alleine das Werk der großartigen kommunistischen Partei unter dem Genossen Stalin, daß dabei Hunderttausende starben, ist in den Augen Heutiger eine lässliche Sünde, denn immerhin ging es ja um das wunderschöne Experiment Menschheitsbefreiung und daß dabei erst einmal Millionen Menschen sterben müssen, versteht sich ja von selbst. Für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte sterben die Menschen ja auch freudig. Wenn es die anderen sind.

… Die Flüchtlinge werden in dem eigens zu dem Zweck hergerichteten Lager nach Schneidemühl gebracht und jetzt befinden sich schon 357 Flüchtlinge im Lager. Ein Besuch dieses Lagers gibt ein grauenvolles Bild von der Not jener,  um Hab und Gut gekommenen Wolgadeutschen. Die Qualen und Leiden sind ihnen im Gesicht eingemeißelt, viele sitzen stumpf und niedergeschlagen da und warten auf Nachricht von ihren Angehörigen, die sich noch im Lande des Grauens befinden. Hin und wieder treffen Briefe von Deutschen im Schneidemühler Lager ein. Ihr Inhalt ist nur eine einzige Klage. Die Zurückgebliebenen haben nicht mehr das geringste zu essen und einer nach dem anderen muß verhungern. Die im Schneidemühler Lager Untergebrachten werden nach und nach als Landarbeiter in Deutschland untergebracht werden. Wem es gelingt, noch etwas Geld mitzubringen, für den besteht die Möglichkeit, sich auf deutschem Boden anzusiedeln. …

Der Blogwart ergänzt: In derselben Ausgabe erfährt der Leser, daß ein Austausch deutsche Kommunisten gegen Wolgadeutsche verworfen wird, weil erstens, die Art der Wolgadeutschen, Land zu bewirtschaften, nicht zu Deutschland passt und zweitens man einen Transfer von Wissen in die Sowjetunion befürchtet. Und der Blogwart meint: Hitler dürfte dadurch zahlreichen deutschen Kommunisten das Leben gerettet haben, die Stalin sonst hätte umbringen lassen.


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