Posts Tagged 'Inhalt der österreichischen Forderungen'

Germanendämmerung

Menschen 1914*Coburger Zeitung 24.07.1914* Germanendämmerung. Im „Heimatgarten“ schreibt Peter Rosegger: „Norwegen und Schweden galten bisher als die reinsten Germanenländer. Man trieb hauptsächlich Landwirtschaft und Fischfang. Nun tuts das nicht mehr, wie man hört. Die Skandinavier brauchen Geld, sie führen in ihren Ländern die Industrie ein. Sie eröffnen neue Bergwerke und bauen Fabriken. Aber nun haben sie zu wenig Leute. Es wohnt sich zwar viel behaglicher und schöner, wenn das Land nicht zu dicht bevölkert ist … Aber jetzt soll die Industrie mit den Proletariern kommen. Von aller Herren Länder sucht man Arbeiter herbeizuziehen, die sich in ihrer Art festsetzen und aus dem alten Idyll ein neues Infernal machen. Es wird Reichtum geben, wenn sie ihr reines Germanenblut für Geld verkaufen.“

Im „Türmer“, wo diese Worte Roseggers abgedruckt werden, wird von der Schriftleitung dann noch hinzugefügt: „Werden uns solche Betrachtungen nicht erst recht durch die Rasseentwicklung im Deutschen Reiche aufgedrängt? Die Skandinavier schicken sich erst an, den Weg zu beschreiten, wir aber sind schon ein gut Stück auf ihn fortgeschritten, und nichts deutet darauf hin, daß wir ihn nicht weiter gehen werden – bis zum Ende … Germanendämmerung!“

Coburg 23. Juli. Die Wiener „Reichspost“ meldet aus London: Durch königliche Ordre wird die probe-mobilisierte Kriegsflotte bis zum 15. August im verstärkten Bemannungszustand belassen.

Die serbischen Rüstungen. Trotz serbischen Dementis sind die fortdauernden Kriegsvorbereitungen Serbiens Tatsache. Unausgesetzt treffen Militärzüge mit einberufenen Reservisten aus dem Inneren des Landes in Belgrad ein. Ebenso ist zu berichten, daß König Peter die Regierungsgewalt und den militärischen Oberbefehl an den Kronprinzen Alexander übergeben hat.

Österreich und Serbien. Über den Inhalt der österreichischen Forderungen erhält die „Voss. Ztg.“ aus Wien Mitteilungen. Darnach soll die serbische Regierung aufgefordert werden, den „Slowenski Jug“, den „Naradna Odbrani“, dann den serbischen Bruderbund und den serbischen Schwesterbund die die „Omladina“, die sich sämtlich mit großserbischer Propaganda befassen, aufzulösen und die Neubildung ähnlicher Vereine für die Zukunft nicht mehr zu gestatten.

Die serbische Regierung hatte bereits im Jahre 1900 die Auflösung des „Slowenski Jug“ amtlich versprochen; trotz dieser Erklärung bestand aber der Klub weiter. … (Kürzung durch den Blogwart)

 


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