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Deutsche Heldinnen von 1813

Schlacht bei Dresden 1813

*Coburger Zeitung vom 04.01.1913* Den meisten sind als Heldenjungfrauen jener großen Tage nur Eleonore Prochaska, die im Gefecht an der Göhrde die Todeswunde empfing, sowie Johanna Stegen, das Heldenmädchen von Lüneburg bekannt. Es sind aber mehr Frauen und Jungfrauen zu nennen, die, von der Begeisterung getrieben, an der Bekämpfung des gehaßten Feindes teilnahmen.

Die erste Frau war schon im Winter 1807 eine Frau v. Bonin in Schlesien, die mit Hilfe eines Kommandos von 2 Offizieren und 70 leichten Reitern in der von den Franzosen besetzten Provinz 22000 Taler aus preußischen Kassen rettete und den französischen General Brun sowie mehrere Offiziere gefangen nahm. Sie mußte dann ihr Gut den Franzosen lassen und nach Böhmen fliehen. 1813 stellte sie sich in den Dienst der Verwundetenpflege.

Eine andere Schlesierin, Marie Werder, auch eine Gutsbesitzersfrau, trat ebenfalls 1807, mit ihrem Gatten zusammen, bei den schlesischen Husaren ein und wurde mehrfach verwundet. Ebenso kämpfte sie wieder  1813  und focht bei Leipzig, wo ihr Gatte den Heldentod fand.

Bekannter ist dann Eleonore Prochaska aus Potsdam geworden, die, erst 18jährig, unerkannt bei den Lützowern eintrat und dort als Jäger Renz mitfocht. An der Göhrde, am 16. September 1813, erhielt sie die Todeswunde, der sie nach schmerzvollem Leiden am 5. Oktober erlag. Ihr ist auf dem alten Kirchhofe in Potsdam ein Denkmal errichtet, ebenso auf dem Kirchhofe in Dannenberg, wo sie starb und beerdigt wurde. (Auch Friedrich Rückert hat ihr ein begeistertes Gedicht gewidmet.)

Weniger bekannt geworden ist die 17jährige Anna Lühring aus Bremen, die als Eduard Kruse ebenfalls zu den Lützowern ging und an mehreren kleinen Gefechten teilnahm. Sie verheiratete sich später, wurde in Bremen sehr geehrt und starb 1866.

Die einzige Heldin, die das Eiserne Kreuz sich erwarb, ist Auguste Krüger. Sie wurde für ihr tapferes Verhalten bei Dennewitz auch zum Unteroffizier befördert. Sie nahm beim Kolbergschen Regiment als August Lübeck an zahlreichen Kämpfen teil, verheiratete sich später und starb 1848  zu Templin bei Zehdenick, wo ihr auf ihrem Grab eine Gedenktafel mit dem Eisernen Kreuz errichtet ist.

Sodann Johanna Stegen, das Heldenmädchen von Lüneburg, die dort in dem Gefecht am 2. April 1813 mit größter Lebensgefahr den Füsilieren Patronen brachte und so zu diesem ersten deutschen Siege mit beitrug. Sie starb 1842 in Berlin und ruht auf dem alten Sophienkirchhof, wo ihr 1908 ein von patriotischen Gebern gestiftetes Denkmal errichtet wurde.

Als tüchtiger Kavallerist in der Russisch – Deutschen Legion zeichnete sich auch Elisabeth Holstein aus Berlin aus.


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