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Neiddebatte

Georg Jahn Idylle*Die Coburger Zeitung vom 28. Januar 1914*: Über die Größe der Hinterlassenschaft Bebels geht der Streit weiter. Der in Königsberg erscheinenden „Ostpreussischen Zeitung“ wird von gutunterrichteter Seite geschrieben: Die Versuche des „Vorwärts“, das hinterlassene Millionenvermögen Bebels glattweg abzuleugnen, erfahren durch die amtliche Steuereinschätzung Bebels eine eigenartige Beleuchtung. Bebel hat nicht 300 000 M. , wie der Vorwärts behauptet, zu Lebzeiten als Vermögen besessen, sondern der Parteiführer der „Hungernden und Enterbten“ zahle für genau 684 000 M. selbstangegebenes Vermögen seit dem Jahre 1908 die preußische Vermögenssteuer. Diese nichthinwegzuleugnende Tatsache liegt schwarz auf weiß in den Akten der Berliner Steuereinschätzungsbehörde. – Zu diesen annähernd 700 000 M. versteuertem Vermögen kommt noch der Wert des Besitztums in der Schweiz.

Bild: Ist das nicht unglaublich, wie die bürgerliche Presse 1914 versucht, den verstorbenen Genossen Bebel zu diffamieren, der von seinen Diäten als Reichstagsabgeordneter und seinen Honoraren als Schriftsteller, immer getreulich Mark für Mark beiseite legte, um sie in Zeiten der Not den von ihm Geführten zu spenden? Leider gab es diese Zeiten der Not nie. Aber was kann denn der Bebel dafür? Man kann ja auch reich sein und dennoch danach trachten, den Staat zerstören, der einem das reiche Leben ermöglicht. Oder nicht?

Neiddebatte

Neid entsteht, wenn unser Bedürfnis nach sozialem Rang nicht in einer Weise befriedigt wird, die wir für adäquat halten. Positiver Neid – „Das kann ich auch!“ – ist ein wesentlicher Antrieb für Tatkraft und Ehrgeiz. Negativer Neid – „Wieso der und nicht ich?“ – ist in der Tendenz destruktiv. Er führt das Individuum  meistens in eine Sackgasse und kann sogar die Gesellschaft beschädigen, wenn er überhand nimmt. Wenn wir ständig mit dem Unvergleichlichen vergleichen, dann beschädigen wir den Antrieb, der sich aus positivem Neid ergeben kann, und führen fruchtlose Debatten darüber, ob andere das verdienen, was sie verdienen. Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“

In der Tat. Diese ganze Diskussion der LINKEN über Bankerboni oder warum die OP – Schwester weniger Geld als der Chirug bekommt, ist völlig destruktiv. Keine Friseuse kann den Job des Bankers machen, der immerhin mit viel Geld umgehen muß und keine OP – Schwester ist in der Lage am offenen Herzen zu operieren. Und die Hinweise, die Buchauflage von über 1 Millionen von „Deutschland schafft sich ab“ würden ein schönes Sümmchen ergeben, sind so etwas von lächerlich. Frau Rowling hat den Potter geschrieben und kein Mensch wollte den verlegen, bis dann sein Erfolg kam. Wer ihr die Millionen neidet, der soll doch bitte selber ein Buch schreiben, das so nachgefragt ist und was den Erfolg Sarrazins betrifft, da waren Herr Wulff und Frau Merkel seine besten Verkäufer.

Todsünder Huber


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