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Kreuze für die Helden

Jetzt ist es mal wieder so weit. Nach dem fast alltäglichen Mord an einem wertvollen Menschen und Mitglied der Gesellschaft, weil Steuerzahler und offenbar noch mit moralischem Kompaß ausgestattet, der es zwischen gut und böse unterscheiden läßt, nicht so wie die verhohnepiepelnden Journalisten und den Rechtsstaat verlachende Blutrichter, sind wieder einmal die Anderen die Schuldigen. Nicht die jugendlichen Intensivtäter, die mit Verstandnis der Journaille, der Töpfchenanalytiker und der Justiz, die Menschen terrorisieren, nicht die Presseheinis, die da höhnen, „glauben Sie tatsächlich, härtere Strafen hätten den Mord verhindert“, wie dieses Exemplar:

Der Soziologe Joachim Kersten von der Deutschen Hochschule der Polizei warnte vor einem „Herumdoktern am Jugendstrafrecht“. Die Erfahrungen in anderen Ländern hätten gezeigt, dass härtere Strafen in der Regel nicht zu einem Rückgang der Gewalt führten, sagte er der „Frankfurter Rundschau“: „Je mehr man straft, desto mehr verroht die Gesellschaft.“

nicht die Richter, die den Totschlägern wieder und wieder Gelegenheit gaben, weitere Totschlagtaten zu begehen,  nein, es sind die Gaffer schuld! Die Gaffer, die nicht wie eine Horde Lynchwütiger über die beiden Herzchen hergefallen sind und sie zu Mus geschlagen haben, was sie zweifellos verdient hatten, denn sie kennen die Verworfenheit in Presse, Funk, Fernsehen und im Gerichtssaal.

Und so tritt Rupert Scholz ins Rampenlicht und mahnt:

Wer bei gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten ist, kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden.

Künftig werden also die passiven, abgestumpften Mitreisenden, Anwesenden oder Zeugen, getrieben von Angst vor Geld- oder Freiheitsstrafe, kühn Gesundheit und  Leben in die Schanze werfen,  um anschließend vor dem Richtertisch zu landen und vom Pressemob zerfleischt zu werden.

Möge sich jeder selbst die Schlagzeilen vorstellen, die unsere moralischen Anstalten zu fabrizieren in der Lage sind. Und wo die Sympathien der Trullertussen liegen werden, die sich schon beim polizeilich verursachten Ableben des Berliner Intensivtäters Dennis die Augen aus dem Köpfchen weinten und beim Tode von Taliban gar nicht mehr aus dem Schluchzen herauskommen.

Ja, so denkt der Rupert sich das. Vorne lauert die Gefahr in Form tollwütiger Totschläger, die der Staat und staatlich gefördertes Dreckspack von Tat zu Tat zu mehr Grausamkeiten ermuntert, hinten steht das Erschießungskommando und wedelt mit dem Hilfeleistungsparagraphen und nun stürmt mal schön aber tut dem Feinde ja nichts zu Leide, sonst kommt ihr vors Standgericht unserer Moralapostel, das vom selben moralischen Abschaum gestellt wird, das den Totschlägern nach jeder Tat die Freifahrtsscheine für weitere Verbrechen abstempelt. Ein Trottel, wer da aus dem Graben steigt.

Aber der Verhöhnung wird kein Ende sein. Schon gar nicht staatlicherseits. Jedem Gefallenen im Kampf um die Bewahrung der Reste der bürgerlichen Gesellschaft, droht jetzt als Strafe nicht nur der Tod sondern auch die Entehrung. Zum hölzernen Kreuz, mit dem der Staat des Gefallenen gedenkt, gibt es nun noch das aus Metall.

Der frühere Bundesminister Carl-Dieter Spranger kündigte an, er werde ihn für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen. „Herr Brunner hat mit seinem beherzten Einschreiten ein Zeichen für Zivilcourage gesetzt gegen den zunehmenden Verfall des Wertebewusstseins in unserer Gesellschaft“, sagte der frühere Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit der „Bild“-Zeitung.

Womit die Toten dann in Gesellschaft einer ausgewiesenen Heldin wären, die sich um die Propagierung der Vernichtung des jüdischen Staates verdient gemacht hat. Wird sich mit dieser Aussicht jemand motivieren lassen, todesverachtend einem Hilfsbedürftigen beizuspringen? Anschließend der Ehre beraubt durch Presse, Funk und Fernsehen, im Gefängnis oder mit Geldstrafe belegt, zusätzlich dekoriert mit diesem Kreuz, das auch die Langer trägt?

Und natürlich, nicht daß das vergessen wird:

Der Vorsitzende des Deutschen Richterbunds, Christoph Frank … warnte zugleich davor, das Verbrechen in München vor der Bundestagswahl zu instrumentalisieren.

Sie können es eben nicht lassen. Die Richter. Dabei wäre das doch einmal so nötig, ihre Rolle und ihren Anteil an den Erschlagenen zu prüfen, den Mißhandelten, Vergewaltigten, Mißbrauchten, Beraubten, Gedemütigten, durch wohlwollende Duldung von Mord und Totschlag, Räuberei und Brandstiftung, einem Herz für das Verbrechen eben.

Wir können auch mit Sicherheit davon ausgehen, daß die, die nicht zu Hülfe eilen, später mit einem Denkmal geehrt werden. „Dem unbekannten Deserteur“. Oder so. Wetten?

Dieser Fall von zuviel Courage ist ganz klar auch kein Fall für das Bündnis für Demokratie und Toleranz. Das mit denselben natürlich nichts zu tun hat, es heißt nur so. Unserer Rechtsstaat heißt ja auch nur noch so.  Dazu hätte sich Herr Brunner schon selbst erschlagen und bezeugen  müssen, daß ihm diese schlimme Tat von Leuten angetan wurde, die Thor Steinar trugen, schütteres Haar oder Kreuz-Schlangen-Tätowierungen. Dann wäre die öffentliche Reaktion übrigens ganz anders ausgefallen. Kein moralisch Verkommener hätte es gewagt, sich hinzustellen und zu rufen, je mehr man straft, desto mehr verroht die Gesellschaft. Im Gegenteil.

Einen bessren findst Du nicht

Der Text im Laufband ist übrigens ein Aufruf zur Zivilcourage. Das war 1813. Als die Regel, Verbrechern das Köpfchen zu kraulen noch nicht galt. Das war den 68ern vorbehalten, die das zum Selbstschutz erfanden. Klar, wer will nicht gekraulet werden, nach Steine-, Brandflaschenschmeißen oder terroristischen Gewalttaten?

Zeitungsschreiber

Böse Geschichten

Langsam hängt mir das Thema wirklich zum Halse heraus. DER WESTEN feiert ein Sommermärchen. Deutschland, Suppentopf und Heimstatt für die ganze Welt und kurz vorm bedingungslosen Grundeinkommen, das den Freiräumlern und Integrationsresistenten wie von Zauberhand in der Tasche nachwächst, kann es nicht glauben. Haben denn die Asylsuchenden es nötig, den wunderbaren Islam so zu verleumden? Den, den unserer Bundesinnenminister mit Macht fördert, weil er hofft, ihn bei Kaffee und Kuchen bedienungsfreundlicher zu machen.

In Samra südlich von Bagdad gibt es nur wenige Christen wie die Shaayas. Im Sommer 2007 verschwindet Jalal, er wird entführt und festgehalten; und seine Frau Amerah wird erschossen, angeblich, weil sie nicht zum Islam übertreten wollte. Ja, ja. Angeblich! Dabei wissen wir doch, dass es im  Islam keinen Zwang gibt, Mohammedaner zu werden , so etwas tun nur die Christen, die in der ganzen Welt als sogenannte Helfer herumstreunen, Bibeln verteilen und deshalb zu Recht, wie in der Türkei, stundenlanges Foltern mit anschliessendem Halsabschneiden ertragen oder wie im Jemen ein wenig abgestochen werden.  Aber wir wollen es den Lügenbolden mal nachsehen, wo sich die irakische Großfamilie gerade wiedergefunden hat, so wie die 7 Geislein, denn von denen können wir gar nicht genug im Lande haben, machen sie unser Leben doch schöner, bunter und die Kommunen ärmer. Vor allem, weil sie Analphabeten sind, weil Christen angeblich keine Schule besuchen dürfen, wieder so eine Verleumdung des Islam, der Senkgrube von Wissenschaft und Forschung, und gerade die brauchen wir ja für unsere Wissensgesellschaft, die wir sind, weil es uns die Kanzlerin der Herzen andauernd sagt, dass wir es sind.

Die hat derweil mit den Steuerrebellen der Union Haschen gespielt und sie wieder eingefangen, dass sie dazu noch die Zeit aufbringt, neben der Abkühlung der Erde, die sie betreibt, das ist das eigentlich Erstaunliche daran. Jetzt sind wir alle froh, dass die CDU, wenn sie Wahlsieger der Bundestagswahl wird, was zweifellos wieder alle Parteien sein werden, Wahlsieger, trotz versprochener Wohltaten und unbeirrbarem Verschwendungskurs, keine Steuern erhöhen wird, höchstens die, die wir alle so beim Einkaufen zahlen und da merkt es sowieso niemand, weil keiner die Mehrwertsteuersätze wirklich kennt.

Übrigens sind Streiks gut für unser Land. Dank der linken Genossen von Verdi. Denn, die Kommunen zahlen Gehälter an Streiktagen nicht aus, da dafür keine Leistung erbracht wird, hieß es. Da wünscht man sich doch als Bürger, dass jeder Tag ein Streiktag wär, zumindest bis die Gewerkschaftskasse leer ist, vielleicht reicht es dann auch mal zur Strassensanierung oder für neue Fenster in der Schule.

Gut für unser Land ist auch eine stets wachsame, geordnete Presse, die dauerhaft den Finger auf die Polizei legt und ihr sagt, wie sie hätte richtig handeln können, nachdem sie offenbar nicht richtig gehandelt hat. Einerseits ist es Polizeibrutalität, den friedlichen Tag mit Schüssen zu stören, während hunderte spielender Kinder zwischen dem intensivtäterischen Dennis und der Polizei herumwuseln, während Bürger doch nur seine Ruhe haben will,  andererseits, fesselt die Polizei aus Höflichkeit den Tatverdächtigen nur halb, um der Zeitungsschelte zu entgehen, dann ist es auch wieder nicht Recht. Und warum werden Kroaten eigentlich nicht Südländer genannt? Gehört Kroatien etwa neuerdings zur Achse derer, die einfach so genannt werden dürfen?  Einfach so nennt DIE WELT den Kapitalismus die Wirtschaftsweise, die sich ergibt, wenn man die Menschen einfach machen lässt und veröffentlicht sogar eine Verteidigungsrede auf ihn.  Und das ist ja wohl das Letzte. Denn wer hätte nicht gerne Armut für alle? Na also.

Peter Struck sieht die Bundeswehr übrigens noch zehn weitere Jahre in Afghanistan, wo sie dann die Deutschen in Münchner U-Bahnen, Hamburger Stadtparks oder Berliner BVG-Bussen verteidigen wird, vor den Angriffen unserer moderaten Taliban. Das kann man auch preisgünstiger haben. Natürlich wäre es besser, dort keine Truppen zu haben aber erst das Maul aufzureissen und sich dann zu verdrücken, wie es die CSU vorschlägt, das ist einfach schäbig. Diese Frauen wären sicher froh, würden die gesegneten Zeiten unter den weniger moderaten Taliban zurückkehren, dessen glühendste Anhängerin DIE LINKE ist. Dann sind die Diskussionen über bedingungslosen Sex auf Verlangen vorüber, wie überhaupt jede Diskussion mit dem Mann. Demokratie und Redefreiheit sind für DIE LINKE sowieso Schtonk.

Machts gut, Ihr Banditen


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